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Betreff: Umbenennung des Bruno-Jung-Wegs
Status:öffentlichVorlage-Art:Beschlussvorlage/sonstige Vorlage
Federführend:61-Fachbereich Planung, Bauordnung und Vermessung Beteiligt:41-Fachbereich Kultur
    61-Fachbereich Planung, Bauordnung und Vermessung
   37-Fachbereich Feuerwehr
   Dezernat C - Soziales und Kultur
   02-Gleichstellungsbeauftragte
Beratungsfolge:
Ausschuss für Kultur und Wissenschaft/Betriebsausschuss Stadthalle Vorberatung
18.02.2016 
36. öffentliche/nichtöffentliche Sitzung des Ausschusses für Kultur und Wissenschaft/Betriebsausschusses der Stadthalle (offen)   
Rat Vorberatung
15.04.2016 
39. öffentliche/nichtöffentliche Sitzung des Rates der Stadt Göttingen ungeändert beschlossen   

18.02.2016  Ausschuss für Kultur und Wissenschaft/Betriebsausschuss Stadthalle   (offen) 

 

 

Anlagen:  
  Nr. Status Name    
Anlage 1 1 öffentlich 37083_NI_Aenderungsantrag_Aenderung_Strassenname-1 (3) (185 KB)      

Frau Dr. Schlapeit-Beck verweist im Verlauf der Vorstellung der Verwaltungsvorlage auf die von Herrn Laich/dem Verein NS-Familien-Geschichte: hinterfragen - erforschen - aufklären e. V. gegebenen Hinweise auf das unselige Verhalten Bruno Jungs als willfähriger Gehilfe der Nationalsozialisten in dem von der Wehrmacht besetzten Luxemburg. Diese rechtfertigen nach Ansicht der Verwaltung eine Umbenennung des Bruno-Jung-Weges. Bezüglich der Bruno Jung zu Lebzeiten verliehenen Ehrenbürgerwürde verweise sie darauf, dass diese grundsätzlich mit dem Tod des Geehrten erlösche und insofern ein gesonderter Beschuss hierzu nicht erforderlich sei. Bezüglich des von der Piraten-Ratsfraktion vorgelegten Änderungsantrages (Anlage 2) verweist sie darauf, dass für eine Straßenbenennung Namen von Personen verwendet werden sollen, die einen Bezug zu Göttingen hätten. Auch verweise sie auf den Ratsbeschluss für eine vorrangige Verwendung von Frauennamen. Darüber hinaus habe das ehemalige Wohnhaus von Lou Andreas-Salomé an dem zur Umbenennung vorgesehenen Weg gelegen, was nach Aussage von Frau Dr. Schlapeit-Beck einen besonderenumlichen Bezug der vorgeschlagen Umbenennung verdeutliche. Letztlich liege an dem zur Umbenennung vorgesehenen Weg keine Adresse, so dass eine Umbenennung nach Hans Adam keine Öffentlichkeit erfahre.

Bezüglich der im Änderungsantrag vorgeschlagenen Benennung nach Hans Adam führt sie weiterhin aus, dass dieser Vorschlag grundsätzlich ehrenwert sei, Hans Adam aber keine Verbindung zu Göttingen aufweise.

Herr Dr. Ramaswamy begründet nachfolgend den von der Piraten-Ratsfraktion eingebrachten Änderungsantrag, der insbesondere auch darauf hinweisen solle, dass auch ttinger Bürgerinnen und Bürger Täter des NS-Regimes waren. Grundsätzlich werde die vorgeschlagene Umbenennung von seiner Fraktion als eine gute Gelegenheit gesehen, einen Widerständler gegen einen Täter aus Göttingen zu ehren und eine Veranstaltung zu diesem Thema zu organisieren. Ggf. könne dies nach seiner Aussage aber auch an anderer Stelle erfolgen.

Frau Gerl-Plein erklärt, dass sie von der Vorlage des Änderungsantrages etwas überrascht sei. Bezüglich der von der Piraten-Ratsfraktion vorgeschlagenen Umbenennung nach Hans Adam führt sie ergänzend aus, dass sie deren Umsetzung für zu kurzfristig erachte, eine spätere Verwendung des Namens aber für möglich halte. Insofern könne sie der  vorgeschlagenen Verlängerung des Lou-Andreas-Salomé-Weges zustimmen.

r die Antifaschistische Linke Göttingen - Ratsfraktion erkrt Herr Akad, dass der von der Verwaltung vorgeschlagenen Umbenennung/Verlängerung nach Lou Andreas-Salomé zugestimmt werden könne.

Herr Lankeit verweist darauf, dass er es für wichtig erachte, den Widerstand gegen das NS-Regime zu ehren. Die im Änderungsantrag vorgeschlagene Umbenennung und damit verbundene Ehrung für Hans Adam aber halte er aufgrund der fehlenden Adresse und somit fehlenden öffentlichen Wahrnehmung für zu wenig.

Nach Ansicht von Herrn Prof. Dr. Theuvsen spreche neben dem eigentlich nur kurzen Weg insbesondere die unmittelbare Nähe zum ehemaligen Wohnhaus für die Umbenennung nach Lou Andreas-Salomé. Persönlich aber begrüße er den von der Piraten-Ratsfraktion gemachten Antrag und schlage vor, diesen „im Hinterkopf zu behalten“.        

Herr Arndt weist darauf hin, dass mit dem kurzen zur Umbenennung vorgeschlagenen Weg keine Adresse verbunden sei und der Name Hans Adam aufgrund der fehlenden Adresse keine öffentliche Wahrnehmung erfahre. Insofern werde nach seiner Aussage der Vorlage der Verwaltung zugestimmt. Es werde aber auch dem Ansinnen, auf eine Mittäterschaft von Göttinger Bürgerinnen und Bürgern hinzuweisen, begrüßt und insofern bitte er darum, die Anregung der Piraten-Ratsfraktion aufzunehmen.  

Herr Dr. Ramaswamy bittet darum, die Liste der ggf. mit einer Straßenbenennung zu ehrenden Personen um die Luxemburger Widerstandskämpferin Ernie Reitz zu erweitern.

Anschließend wird auf Vorschlag von Herrn Gerhardy Herrn Roland Laich vom Verein NS-Familien-Geschichte: hinterfragen - erforschen - aufklären e. V. als sachkundigemrger Gelegenheit für eine Stellungnahme gegeben. 

Herr Laichhrt nachfolgend aus, dass der Verein im Rahmen seiner Recherchen neben Bruno Jung noch auf Friedrich Schmidt gestoßen sei, die als austtingen stammende Täter des NS-Regimes identifiziert werden konnten. Bezüglich einer Ehrung für Hans Adam führt er aus, dass er diese für sehr wichtig erachte, da Hans Adam bereits im 1. Weltkrieg den Kriegsdienst verweigerte, wofür ihm vom NS-Regime die deutsche Staatsbürgerschaft aberkannt wurde. Nach Aussage von Herrn Laich habe Hans Adam sich sehr ehrenhaft verhalten, da er durch die Organisation von Streiks und Versorgung gesuchter Personen rein zivilen Widerstand leistete. Grundsätzlich erhoffe er sich durch eine Ehrung von Hans Adam eine bessere öffentliche Informationen über den Widerstand gegen das NS-Regime in Luxemburg und er biete hierzu gern eine Informationsveranstaltung an.

Frau Dr. Schlapeit-Beckhrt aus, dass über die mögliche Form einer Ehrung für Hans Adam gegenwärtig keine Aussage getroffen werden könne, man für eine mögliche Ehrung aber einen geeigneteren Rahmen suchen sollte. In Bezug auf die Recherchen zu den Göttinger Täterinnen und Täternhrend der NS-Zeit wolle sie gern mit dem Verein in Kontakt treten.

Herr Beck verweist auf die im Ausschuss geplante Vorstellung des Berichts von Herrn Dr. Driever über den Widerstand in Göttingen und die daran anschließenden Überlegungen, wie der Widerstand in Göttingen aber auch ggf. gegen die aus Göttingen stammenden Täterinnen und Täter angemessenen gewürdigt werden kann.

Gegen den Vorschlag von Herrn Gerhardy, zu diesem Tagesordnungspunkt nur über die Vorlage der Verwaltung abzustimmen, erhebt sich kein Widerspruch.

Anschließend empfiehlt der Ausschuss für Kultur und Wissenschaft einstimmig dem Rat folgenden Beschluss zu fassen:

Der Bruno-Jung-Weg wird umbenannt. Gleichzeitig wird die Straßenbenennung des Lou-Andreas-Salomé-Weg über den bisherigen Bruno-Jung-Weg ausgeweitet.

 
15.04.2016  Rat   ungeändert beschlossen 

 

Der Rat beschließt einstimmig:

Der Bruno-Jung-Weg wird umbenannt. Gleichzeitig wird die Straßenbenennung des Lou-Andreas-Salomé-Weg über den bisherigen Bruno-Jung-Weg ausgeweitet.

 

 
 
 

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