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Betreff: Fortentwicklung städtisches Busliniennetz
Status:öffentlichVorlage-Art:Beschlussvorlage/sonstige Vorlage
Federführend:61-Fachbereich Planung, Bauordnung und Vermessung   
Beratungsfolge:
Ausschuss für Bauen, Planung und Grundstücke Vorberatung
19.09.2013 
29. öffentliche/nichtöffentliche Sitzung des Ausschusses für Bauen, Planung und Grundstücke zur Kenntnis genommen   
Ortsrat Geismar Anhörung
26.09.2013 
16. öffentliche/nichtöffentliche Sitzung des Ortsrates Geismar (offen)   
Ortsrat Nikolausberg Anhörung
31.10.2013 
18.öffentliche Sitzung des Ortsrates Nikolausberg zur Kenntnis genommen   
Ortsrat Grone Anhörung
31.10.2013 
20.öffentliche/nichtöffentliche Sitzung des Ortsrates Grone geändert beschlossen   
Ortsrat Herberhausen Anhörung
12.11.2013 
16.öffentliche Sitzung des Ortsrates Herberhausen zur Kenntnis genommen   
Ortsrat Elliehausen/Esebeck Anhörung
12.11.2013 
19. öffentliche Sitzung des Ortsrates Elliehausen/Esebeck geändert beschlossen   
Ortsrat Weende/Deppoldshausen Anhörung
14.11.2013 
17.öffentliche Sitzung des Ortsrates Weende/Deppoldshausen geändert beschlossen   
Ortsrat Groß Ellershausen/Hetjershausen/Knutbühren Anhörung
14.11.2013 
12.öffentliche/nichtöffentliche Sitzung des Ortsrates Groß Ellershausen/Hetjershausen/Knutbühren geändert beschlossen   
Ortsrat Holtensen Anhörung
19.11.2013 
12.öffentliche Sitzung des Ortsrates Holtensen zur Kenntnis genommen   
Ortsrat Roringen Anhörung
21.11.2013 
16. öffentliche Sitzung des Ortsrates Roringen abgelehnt   
Ausschuss für Bauen, Planung und Grundstücke Vorberatung
Rat Entscheidung

Beschlussvorschlag
Sachverhalt
Finanzielle Auswirkungen
Anlage/n

Beschlussvorschlag:

Der Ausschuss nimmt den Bericht der Verwaltung zur Kenntnis und stimmt dem Vorschlag zum weiteren Verfahren zu.

 

Begründung:

 

Vorbemerkung:

Der Rat der Stadt Göttingen hat in seiner Sitzung am 14.06.2013 mit dem Beschluss zum Nahverkehrsplan (NVP) grundlegende Aussagen zur Ausgestaltung des öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) für den Geltungszeitraum 2013 bis 2017 festgelegt.

Als wesentliche Zielsetzungen wurden im NVP 2013 bis 2017 aufgeführt:

?                Die Sicherung der ÖPNV-Mobilität im Sinne der Daseinsvorsorge

?                Die Erhöhung der Attraktivität des ÖPNV

?                Die Steigerung der Wirtschaftlichkeit des ÖPNV

?                Die Verzahnung von regionalem und lokalem ÖPNV

Auch vor dem Hintergrund der städtischen Klimaschutzziele, formuliert in den städtischen Rahmenplanungen wie Luftreinhalteplan, Lärmaktionsplan, Masterplan 100% Klimaschutz und Klimaplan Verkehrsentwicklung, nimmt eine Steigerung des ÖPNV- (sowie Rad-und Fußgängerverkehrs-) Anteils am Gesamtverkehrsaufkommen (Modal-Split) eine große Bedeutung ein

Aus diesem Grund wurde als wesentliche Aussage im NVP 2013 bis 2017 folgender Grundsatz formuliert: „Im Interesse verträglicher Lebens- und Umweltbedingungen und der Verkehrssicherheit soll der öffentliche Personennahverkehr zu einer Verlagerung des Aufkommens im motorisierten Individualverkehr auf öffentliche Verkehrsmittel beitragen.“

Um dieses Ziel zu erreichen, sind neben der Umsetzung vieler im Nahverkehrsplan aufgeführter Maßnahmen (u.a. für die Bereiche Tarif, Marketing und Infrastruktur) auch Veränderungen im städtischen Busliniennetz erforderlich.

Derzeitige Situation Stadtbus Göttingen / heutiges Busliniennetz:

 

Das heutige Stadtbusliniennetz besteht in seinen Grundzügen seit 1998. Nach der Einführung des Liniennetzes gab es in den darauffolgenden Jahren der vorhandenen Fahrgastnachfrage entsprechend Veränderungen im Angebot (u.a. in den Bereichen Zietenterrassen, Ostviertel, Grone-Altdorf).

Im Jahr 2012 umfasste das Streckennetz der Stadtbuslinien 200,7 km mit insgesamt 475 Haltestellen. Die Linien sind radial auf den Kernbereich der Stadt Göttingen ausgerichtet und bilden dort einen geschlossenen Ringverkehr mit starker Linienüberlagerung innerhalb des ehemaligen Stadtwallrings. Die Haltestellen Weender Straße, Jüdenstraße, Bahnhof und Auditorium bieten Umsteigemöglichkeiten zwischen den Stadtbuslinien.

Die Fahrgastnachfrage weist in den letzten Jahren eine positive Entwicklung auf, wie man der Abbildung 1 entnehmen kann. Im Jahr 2012 erzielte der Stadtbusverkehr einen Spitzenwert von knapp 18,5 Mio. Fahrgästen.

Abbildung 1: Entwicklung der Fahrgastnachfrage

Die Gründe für die zunehmenden Fahrgastzahlen sind dabei sicherlich sehr vielschichtig. Zum einen ist ein Grund für die verstärkte ÖPNV-Nutzung sicherlich die gestiegene Treibstoffkostenentwicklung in Deutschland. Zum anderen kann der Göttinger Stadtbusverkehr beim Fahrgast insbesondere durch attraktive Tarifangebote, den Einsatz lärm- und schadstoffreduzierter Busse und verbesserte Infrastruktur wie niederflurgerecht umgebaute Bushaltestellen und verbesserte Kundeninformation durch Dynamische Fahrgastinformationssysteme (DFI) an den Haltestellen punkten.

Wie bereits in der Vorbemerkung erwähnt, sind zur Fortsetzung dieser positiven Fahrgastzahlentwicklung auch Veränderungen im städtischen Liniennetz vorzunehmen. Erste Ansätze/Vorschläge zur Qualitätsverbesserung wurden bereits im neuen Nahverkehrsplan formuliert.

Die vertiefende Analyse des heutigen Liniennetzes hat nachfolgend aufgeführte Schwachstellen/Erkenntnisse aufgezeigt, aus denen sich Handlungserfordernisse für eine nachfragerechtere Ausgestaltung des städtischen Busliniennetzes ergeben haben:

?                Im Rahmen der Haushaltsbefragung 2008/2009 hat sich gezeigt, dass wichtige Direktverbindungen fehl(t)en. Zu diesen Verbindungen gehören u.a. die Relationen Geismar-Innenstadt-Klinikum oder auch Bahnhof-Universität-Nord. Auch eine Pendlerbefragung der Stadt Göttingen aus dem Jahr 2012 hat hierzu entsprechende Hinweise geliefert.

?                Die Entwicklung zusätzlicher Nachfrage durch das Entstehen von (nachfragestarken) Wohngebieten und Arbeitsstätten: u.a Universität-Nord und Nikolausberg, sowie Zietenterrassen.

?                Es gibt Stadtbereiche, in denen die Nachfrage z.B. auf Basis demografischer Veränderungen gering bzw. rückläufig ist. Die Busbedienung ist in diesen Bereichen entsprechend der heutigen Nachfrage unter Berücksichtigung der städtischen Daseinsvorsorge anzupassen.

?                Auch die Betriebszeiten müssen zukünftig stärker an die bestehende Nachfrage angepasst werden. So sind sowohl Verstärkerfahrten (insbesondere im Schülerverkehr) zunehmend in Betracht zu ziehen wie auch eine verstärkte Anlehnung der Betriebszeiten an geänderte Ladenöffnungszeiten. Was die Anforderungen im Freizeitverkehr angeht, ist speziell samstags eine Anpassung der Grenze zwischen Haupt- und Schwachverkehrszeit an sich verändernde Anforderungen im Freizeitverkehr geboten. Bei der Anpassung der Betriebszeiten ist auch der Einsatz alternativer Bedienungsformen verstärkt in Betracht zu ziehen.

?                Das Stadtbusangebot ist zukünftig besser an die Bedürfnisse der vielen Pendler auszurichten. Aus diesem Grund wäre eine optimierte Anbindung des Bahnhofs in der morgendlichen Verkehrsspitze mit einem enormen Attraktivitätsgewinn für diese Nutzergruppe verbunden.

?                Derzeit weist der Stadtbusverkehr eine verhältnismäßig geringe Durchschnittsgeschwindigkeit in verschiedenen Stadtbereichen auf. Das Reisezeitverhältnis zwischen ÖPNV und MIV liegt im Stadtverkehr Göttingen oftmals über dem Grenzwert von 2,1 (Analyse NVP). Durch direktere Linienführungen in Kombination mit einer verbesserten ÖPNV-Beschleunigung (u.a. an den Lichtsignalanlagen) könnte die Durchschnittsgeschwindigkeit im ÖPNV spürbar erhöht werden.

?                Die heutigen Liniennummern sind heute bei sich aufsplittenden Linienverläufen für den ÖPNV-Kunden nicht eindeutig. Die Fahrgastinformation kann durch die Einführung eines neuen Nummernsystems eindeutiger und damit besser werden.

 

Die Analyse des heutigen Liniennetzes im Rahmen der Fortschreibung des städtischen Nahverkehrsplans und der Auswertung verschiedenster Haushalts-/ Verkehrsbefragungen sowie der automatischen Zählsysteme in den GöVB-Bussen belegen deutliche Nachfrageverlagerungen im Stadtgebiet und lassen somit eine Fortentwicklung des städtischen Busliniennetzes erforderlich werden. Die vorhandenen Pendlerbewegungen nach/aus Göttingen unterstützen die Netzüberarbeitung, wobei es Ziel sein muss, Busbedienungen in heute nachfragestarke Bereiche (und in Gebiete, wo Nachfragepotentiale erkennbar sind) zu verlagern.

 

Bedeutendste Änderungen beim fortentwickelten Liniennetz:

 

Das fortzuentwickelnde Liniennetz soll mit der Neuerteilung der städtischen Liniennetzkonzession zum 01.11.2014 eingeführt werden. Aufbauend auf der beschriebenen umfangreichen Netzanalyse ergeben sich folgende Änderungsüberlegungen, die im Zuge der angedachten Gremien-/Bürgerbeteiligung näher zu diskutieren sind:

 

?                Bestehende Verkehrsbeziehungen lassen die Neueinrichtung einer direkten Verbindung von Geismar über die Innenstadt zum Klinikum sinnvoll erscheinen.

?                Zusätzlich bleiben durch eine entsprechende Linienführung von Geismar aus die Direktverbindungen  Bahnhof – Klinikum, sowie Bahnhof – Universität-Nord bestehen.

?                Es wurde eine starke Quell-Ziel-Beziehung aus Richtung Bovenden/Weende-Nord in Richtung Klinikum festgestellt. Aus diesem Grund sollte im Rahmen eines Stadtteilverkehrs Weende eine Verbindung von Weende-Nord über das Gewerbegebiet Lutteranger bis zum Klinikum entstehen. Perspektivisch gesehen ist auch ein 30-Minuten-Takt nach Bovenden anzustreben, um in diesem Bereich eine verstärkte Verlagerung von PKW-Pendlerverkehren auf den ÖPNV zu erzielen.

?                Die Anbindung des Klinikums wird sich verbessern: 10 Fahrten pro Stunde und Richtung sichern eine gute Erreichbarkeit.

?                Aufgrund der gestiegenen Nachfrage wird auf dem Abschnitt Zietenterrassen –Innenstadt ein 15-Minuten-Takt eingeführt.

?                Wegen der konstant hohen Nachfrage und der räumlichen Nähe zum Bereich Universität-Nord wird in Nikolausberg eine Bedienung im 15-Minuten-Takt eingerichtet.

?                Aufgrund der durch die Ansiedlung verschiedener Ärztehäuser entstehenden Nachfragepotentiale wird der Waldweg in das Liniennetz integriert.

?                Aufgrund der bestehenden Nachfragepotentiale durch die Firma Sartorius und die Göttinger Werkstätten und wegen der bereits vorhandenen Infrastruktur wird die August-Spindler-Straße bedient.

?                Zukünftig wird der Kauf Park von insgesamt 7 Fahrten pro Stunde aus Richtung Innenstadt bedient. Das stellt eine deutliche Verbesserung der Anbindung im Gegensatz zur heutigen Situation dar.

?                Um kürzere Reisezeiten zu erreichen, wird bei der Weiterentwicklung des Netzes auf geradlinige Linienführung geachtet, so z.B. bei der Verbindung Ostviertel/Rohns in die Innenstadt.

?                Es erfolgt eine Differenzierung der Bedienungszeiten in drei Stufen: Haupt-, Neben- und Schwachverkehrszeit.

Maßgebend für die Einteilung ist die wochentagsabhängige Nachfrage im Tagesverlauf.
Die Hauptverkehrszeit ist gekennzeichnet durch das volle Angebot im Liniennetz in den Betriebszeiten Montag bis Freitag von 6.00 – 19.30 Uhr und samstags 10.00 Uhr bis 18.00 Uhr, sowie dem zusätzlichen Einsatz von Einsatzwagen in der Schülerspitze.

In der Nebenverkehrszeit wird der Takt reduziert. So können z.B. Linien, die im 15-Minuten Takt fahren, auf einen 30-Minuten Takt verringert werden und Linien, die im 30-Minuten Takt fahren, auf einen 60-Minuten Takt reduziert werden. Die Nebenverkehrszeit wird Montag bis Freitag von 19.30 – 22.00 Uhr betrieben, samstags von 6.00 -10.00 Uhr und von 18.00 – 22.00 Uhr sowie sonntags von 10.00-18.00 Uhr.
In der Schwachverkehrszeit kann z.B. eine weitere Taktausdünnung auf einen 60-Minuten Takt sowie der Einsatz alternativer Bedienungsformen (z.B. Anrufsammeltaxi) vorgenommen werden. Die Betriebszeiten für die Schwachverkehrszeit sind Montag bis Donnerstag 22.00 – 0.30 Uhr, Freitag und Samstag 22.00 – 01.30 sowie sonntags von 18.00 – 23.00 Uhr.

Alternativ muss noch näher geprüft werden, ob ein Nachtbusliniennetz mit abweichenden Linienführungen einzuführen ist, um eine bessere Flächenerschließung zu erreichen.

Aus den dargestellten Änderungen ergibt sich der in  der Anlage 1 aufgeführte fortentwickelte Stadtbusliniennetzentwurf.

Die Beschreibung der einzelnen Linien des fortentwickelten Liniennetzes kann der Anlage 2 entnommen werden.

 

Im Zusammenhang mit der Fortentwicklung des Liniennetzes sind neben der eigentlichen Linienwegsplanung folgende wesentliche Änderungen im städtischen ÖPNV angedacht:

 

Einführung neuer Liniennummern

Im Rahmen der Weiterentwicklung des Liniennetzes wurde ein neues System von Liniennummern erarbeitet.

Hier liegt der Fokus auf der eindeutigen Zuordnung jeder Liniennummer zu einem Linienweg.

Damit werden Unsicherheiten, die durch unterschiedliche Endpunkte einer Linie wie z.B. der heutigen Linie 8, „Weende-Ost“ und „Papenberg“, entstehen, von vornherein vermieden – die Fahrgäste können sich darauf verlassen, dass die von Ihnen ausgesuchte Linie stets dieselbe Strecke fährt.

Dabei sollte beachtet werden, dass, sofern zwei Linien mit derselben Ziffer beginnen, sie auf dem größten Teil der zusammen bedienten Streckenabschnitte, exakt vertaktet sind: zwei Linien im 30-Minuten-Takt ergeben zusammen einen 15-Minuten-Takt, zwei Linien im 60-Minuten-Takt ergeben zusammen einen 30-Minuten-Takt; auf diesen Abschnitten können die Linien wie eine einzige Linie angesehen werden.

 

In der Hauptverkehrszeit, Montag bis Freitag 06:00-19:30 Uhr, Samstag 10:00-18:00 Uhr ist im Liniennetz eine Bedienung im 15-Minuten-Takt entlang der Hauptachsen des ÖPNV vorgesehen.

Die übrigen Strecken werden im 30-Minuten- bzw. 60-Minuten-Takt bedient.

Es ergibt sich insgesamt eine Anzahl von 18 Linien, die sich wie oben beschrieben teilweise zu 15- bzw. 30-Minuten-Takten ergänzen (s. Anlagen 1 und 2).

 

              Linien 11 und 12               ?              15-Minuten-Takt

              Linien 21 und 22              ?              15-Minuten-Takt

              Linien 31 und 32               ?              15-Minuten-Takt

              Linie 33                            ?              30-Minuten-Takt

              Linien 41 und 42               ?              15-Minuten-Takt

              Linie 50                            ?              30-Minuten-Takt

              Linien 61 und 62              ?              30-Minuten-Takt

              Linien 71, 72 und 73              ?              15-Minuten-Takt

              Linie 80                            ?              30-Minuten-Takt

              Linien 91 und 92              ?              30-Minuten-Takt

 

Änderung der Anschlüsse

Bei der Überplanung des Netzes wird auf eine Entzerrung der Abfahrtszeiten in der Innenstadt geachtet.

Die heutigen „Pulkfahrten“ in der Innenstadt haben zwar den Vorteil, dass ein direkter Anschluss ohne Wartezeit zwischen einigen Linien möglich ist. Allerdings sind hierbei auch kleine Verspätungen unmittelbar problematisch, da in diesem Fall das Erreichen des Anschlusses nicht sicher ist und jede beteiligte Linie mit Verspätung weiterfährt. Der gesamte Betriebsablauf kann dadurch beeinträchtigt werden.

Hinzu kommt die Problematik, dass bei direkten Anschlüssen die Fahrgäste u.U. gezwungen sind, lange Wege in kurzer Zeit zurückzulegen, um den nächsten Bus zu erreichen; Stress und Unzufriedenheit sind bei den Fahrgästen die Folge.

Zur Ablösung der beschriebenen Pulkfahrten in der Innenstadt ist die Einführung von „echten“ Anschlüssen beabsichtigt. Dabei werden diejenigen Anschlüsse, die in unterschiedlichen Erhebungen verstärkt nachgefragt wurden, so eingerichtet, dass zwischen der Ankunft der Linien kurze Wartezeiten bestehen. Dies ermöglicht sicherere Anschlüsse und gestattet etwas kürzere Reisezeiten durch die Innenstadt, da die Busse vor der Weiterfahrt nun keine direkten Anschlüsse mehr abwarten müssen.

Für die Fahrgäste ergeben sich somit deutlich bequemere Umsteigesituationen, das Erreichen der Verbindungen wird sicherer.

 

Anbindung des Bahnhofs

Die Innenstadt ist das Hauptziel der Göttinger Stadtbusfahrgäste. Dies ist das Ergebnis verschiedener Erhebungen und wird tagtäglich während des Betriebs bestätigt.

Der Nahverkehrsplan schlägt allerdings eine bessere Anbindung des Bahnhofs vor, da die Stadt Göttingen ca. 40.000 Ein- und Auspendler an jedem Werktag zu verzeichnen hat. Ziel ist es, dieser Nutzergruppe eine attraktive Alternative zum Motorisierten Individualverkehr anzubieten, damit ein verstärkter Umstieg auf den klimaschonenden ÖPNV einsetzt.

Zusätzlich ist davon auszugehen, dass die Innenstadt ihre Bedeutung als Hauptziel im Liniennetz erst zu den Öffnungszeiten der Geschäfte oder auch Arztpraxen durch Einkaufs- und Besorgungsverkehre erhält, teilweise deutlich nach 08:00 Uhr.

Außerdem kann festgestellt werden, dass in der Zeit von 06:00 – 08:00 Uhr, montags-freitags, das Stadtbusangebot überwiegend von Schülern und Berufspendlern benutzt wird. Das Reiseziel dieser Nutzergruppen liegt außerhalb der Innenstadt.

Deshalb ist es sinnvoll, das Liniennetz in dieser Zeit über den ZOB zu führen. Pendler erhalten Anschlüsse an den Schienenfern- und Schienenregionalverkehr. Für den Schulverkehr können alle Anschlüsse zwischen Stadt- und Regionalbus hergestellt werden.

Selbstverständlich wird auch die Innenstadt in dieser Zeit weiterhin an das Liniennetz angebunden. Im Liniennetzentwurf verkehren insgesamt drei Linien sowohl über Bahnhof und Innenstadt. Diese Linien werden in der Zeit der morgendlichen Verkehrsspitze dafür sorgen, dass die Innenstadt weiterhin mit 7 Fahrten pro Stunde vom Bahnhof aus erreichbar ist.

Ab 08:00 Uhr ist das Liniennetz dann wie heute auf die Innenstadt ausgerichtet. Diese bleibt entsprechend der bestehenden Nachfrage somit  weiterhin optimal aus allen Stadtteilen erreichbar.

 

Auswirkungen des fortentwickelten Liniennetzes/Zusammenfassung:

Die in dem fortzuentwickelnden Liniennetz eingeflossenen Maßnahmen gestalten das Angebot dichter an der Nachfrage und stellen gleichzeitig auch für Neukunden eine attraktive Alternative zum Motorisierten Individualverkehr dar.

Aus diesem Grund wird auch verstärkt auf die Einbindung von Linien im 15 Minuten-Takt zur Bedienung der Hauptrelationen gesetzt.

Verbindungen am Bahnhof werden so geplant, dass ein Umsteigen auf die wichtigsten Fern- und Regionalverbindungen ermöglicht wird. Der Nahverkehrsplan hat bereits auf die Bedeutung einer besseren Umsteigeverbindung zum Regional- und Fernverkehr hingewiesen.

Gleichzeitig ist das Netz weiterhin auf die Innenstadt ausgerichtet, da mehr als die Hälfte aller Fahrgäste dort ihr Ziel haben. Die Innenstadt bleibt so  weiterhin optimal aus allen Stadtteilen erreichbar.

Als besondere Qualitäten der Liniennetzentwicklung können zusammenfassend festgehalten werden:

?                Die Schaffung einer Direktverbindung von Geismar über die Innenstadt zum Klinikum

?                Die Einrichtung einer Direktverbindung von den Zietenterrassen über den Bahnhhof zum Klinikum und Uni-Nord-Bereich

?                Die Verdopplung des Angebotes auf den Zietenterrassen

?                Die Verbesserung des Angebotes in Weende

?                Die verbesserte Anbindung des Kauf Parks

?                Die verbesserte Anbindung des Klinikums

?                Die nachfragerechte Anbindung des Industriegebiets Grone über die August-Spindler-Straße

?                Die verstärkte morgendliche Bedienung des Bahnhofs als Reaktion auf die starken Pendlerbewegungen aus/nach Göttingen

?                Die Einführung neuer Liniennummern, mit denen die Linienwege verständlicher werden

?                Die Einführung „echter“ Anschlüsse, die das Umsteigen bequemer und weniger stressig machen

Das Haushaltssicherungskonzept (HSK) der Stadt legt für die Finanzierung des städtischen ÖPNV einen annähernd gleichbleibenden Defizitausgleich in Höhe von knapp 6,4 Mio € (in 2014) bzw. 6,55 Mio € (ab 2015 ff.) fest. Eine Verlagerung des Buslinienangebotes in – wie oben dargestellt - nachfragestarke Bereiche ist vor diesem finanziellen Hintergrund zwangsläufig verbunden mit Einschnitten im Angebot in anderen Bereichen des Stadtgebietes, wo die Fahrgastnachfrage gering/stark rückläufig ist.

So enthält der fortentwickelte Liniennetzentwurf einige Straßen wie z.B. in Holtensen (Lenglerner Straße), Industriegebiet Grone (Willi-Eichler-Straße, Rudolf-Winkel-Straße, Grätzelstraße), Ostviertel (Dahlmannstraße, Düstere-Eichen-Weg, Ewaldstraße, Beethovenstraße) und Geismar (Auf dem Paul, Kampstraße, Am Rischen), die zukünftig nicht mehr durch den Stadtbus bedient werden und sich für die Fahrgäste der Weg zur nächstgelegenen Haltestelle im Vergleich zur heutigen Situation entsprechend verlängert (s. Anlage 1).

 

Weiteres Vorgehen:

Im Anschluss an die Sitzung des Ausschusses für Bauen, Planung und Grundstücke am 19.09.2013 erfolgt die Diskussion des Liniennetzentwurfs in den Ortsräten. Des Weiteren erfolgt eine neuerliche Behandlung des Themas im Fahrgastbeirat der Stadt.

Neben einer Beteiligungsmöglichkeit der Bürgerinnen und Bürger über die städtische Internetplattform soll im Rahmen eines Bürgerforums in der 44. KW mit den Bürgerinnen und Bürgern über den Entwurf diskutiert werden.

Der angedachte Zeitplan ist der nachfolgenden Abbildung zu entnehmen.

Abbildung 2: Zeitleiste Bürger-/Gremienbeteiligung

Der Ratsentscheid ist für die Sitzung des Rates am 13.12.2013 vorgesehen, da bis zur Einführung des überplanten Liniennetzes am 01.11.2014 noch umfangreiche Arbeitsschritte in 2014 zu erfolgen haben (detaillierte Umlaufplanung, Ausarbeitung des Fahrplans, Genehmigungsverfahren bei der Landesnahverkehrsgesellschaft etc.).

 

Finanzielle Auswirkungen:

Der zur Diskussion stehende Liniennetzentwurf verursacht Kosten, die durch die Ansätze im städtischen Haushalt (Defizitausgleich) gedeckt sind.

Die Vorgaben aus dem Haushaltssicherungskonzept und dem Entschuldungshilfeprogramm wurden bei der Planung folglich berücksichtigt und eingehalten.

 

 

Anlagen:

- Liniennetzentwurf

- Detaillierte Beschreibung der Linien im fortentwickelten Liniennetzentwurf

 

 

 

Anlagen:  
  Nr. Status Name    
Anlage 1 1 öffentlich HVZ_2014 (5451 KB)      
Anlage 2 2 öffentlich Linien2014_neu (24 KB)      
Stammbaum:
FB61/1021/13   Fortentwicklung städtisches Busliniennetz   61-Fachbereich Planung, Bauordnung und Vermessung   Beschlussvorlage/sonstige Vorlage
    Dezernentenkonferenz   DK-Vorlage
FB61/1021/13-1   Fortentwicklung des städtischen Busliniennetzes   61-Fachbereich Planung, Bauordnung und Vermessung   Beschlussvorlage/sonstige Vorlage
    Dezernentenkonferenz   DK-Vorlage
 
 

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