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Betreff: Umbenennung der Heinrich-Sohnrey-Straße in Geismar
Status:öffentlichVorlage-Art:Beschlussvorlage/sonstige Vorlage
Federführend:61-Fachbereich Planung, Bauordnung und Vermessung Beteiligt:02-Gleichstellungsbeauftragte
    37-Fachbereich Feuerwehr
   Dezernat C - Soziales und Kultur
   41-Fachbereich Kultur
   32-Fachbereich Ordnung
Beratungsfolge:
Ortsrat Geismar Kenntnisnahme
29.08.2013 
15. öffentliche Sitzung des Ortsrates Geismar ungeändert beschlossen   

Beschlussvorschlag
Sachverhalt
Finanzielle Auswirkungen
Anlage/n

Beschlussvorschlag:

 

Auf Grundlage der Expertise des Seminars für Mittlere und neuere Geschichte der Universität Göttingen zum Wirken von Heinrich Sohnrey, soll die Heinrich-Sohnrey-Straße umbenannt werden.

 

In Vorbereitung der Umbenennung der Heinrich-Sohnrey-Straße erfolgt eine Anhörung der betroffenen Anlieger.

 

Der künftige Straßenname wird später festgelegt.

Begründung:

 

Die Heinrich-Sohnrey-Straße wurde im Jahre 1950 durch die Gemeinde Geismar nach dem Lehrer und Heimatdichter Heinrich Sohnrey (1859-1948) benannt.

 

Inzwischen werden Sohnreys Werke, seine zu Lebzeiten verbreiteten Ansichten und seine Handlungen, besonders im Zusammenhang mit dem nationalsozialistischen Regime ab 1933, anders bewertet als zur Zeit der Straßenbenennung.

 

Im November 2011 hatte daher die SPD-Ortsratsfraktion in Geismar mit einem Antrag die Umbenennung der Heinrich-Sohnrey-Straße angeregt.

 

Die Universität Göttingen hat zu dieser Zeit den Historiker Prof. Dr. Dirk Schumann, Lehrstuhl für Neuere und Neuste Geschichte, beauftragt, die Stellung des mit der Ehrenbürgerwürde der Universität ausgezeichneten Heinrich Sohnrey zum Nationalsozialismus zu untersuchen. Auf Vorschlag der Verwaltung wurde daher der oben genannte Antrag vom Ortsrat Geismar bis zum Ergebnis der Untersuchung vertragt.

 

Schumann hat inzwischen der Universität empfohlen, sich von Sohnrey zu distanzieren und die 1934 verliehene Ehrenbürgerwürde der Universität abzuerkennen. In Sohnreys Werken finden sich zahlreiche fremdenfeindliche rassistische und antisemitische Äußerungen und seine Mitunterzeichnung des Gelöbnisses treuester Gefolgschaft für Adolf Hitler“ zeigt eine fehlende Bereitschaft zur Distanzierung gegenüber der nationalsozialistischen Ideologie. Schumans Gutachten liegt noch nicht schriftlich vor.

 

Die Verwaltung hat sich daher entschieden, dem Ortsrat Geismar zu empfehlen, die Heinrich-Sohnrey-Straße künftig umzubenennen.

 

Zur Vorbereitung der Umbenennung soll eine Anhörung der betroffenen Anlieger erfolgen. Die Ergebnisse der Anhörung sind im weiteren Verfahren abzuwägen. Es werden etwa 80 Anwohner/innen und Eigentümer/innen sowie vier gemeldete Gewerbebetriebe anzuhören sein.

Finanzielle Auswirkungen:

 

Es entstehen durch die Umbenennung Kosten von rund 200 € für neue Straßenschilder.

Die Anhörung der Anlieger bindet Personalressourcen der Verwaltung

Die Stadt Göttingen wird eine Gebührenbefreiung bei der Änderung von Ausweisdokumenten in Folge der Umbenennung veranlassen.

Anlagen:

 

Auszug aus der Stadtgrundkarte

Niederschrift der Ortsratssitzung Geismar vom 26.01.2012

Anlagen:  
  Nr. Status Name    
Anlage 1 1 öffentlich Heinrich-Sohnrey-Straße (160 KB)      
Anlage 2 2 öffentlich Niederschrift OR Geismar 2012_01_26 (21 KB)      
Stammbaum:
FB61/1020/13   Umbenennung der Heinrich-Sohnrey-Straße in Geismar   61-Fachbereich Planung, Bauordnung und Vermessung   Beschlussvorlage/sonstige Vorlage
    Dezernentenkonferenz   DK-Vorlage
 
 

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