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Betreff: Gedenktafel für Jens Baggesen
Status:öffentlichVorlage-Art:Beschlussvorlage/sonstige Vorlage
Federführend:41-Fachbereich Kultur   
Beratungsfolge:
Ausschuss für Kultur und Wissenschaft/Betriebsausschuss Stadthalle Kenntnisnahme
22.08.2013 
14. öffentliche/nichtöffentliche Sitzung des Ausschusses für Kultur und Wissenschaft/Betriebsausschusses der Stadthalle (offen)   

Beschlussvorschlag

1.               Antrag

Der Antrag auf Anbringung einer Gedenktafel für Jens Baggesen wurde am 23. Februar 2013 von Prof. Dr. Karin Hoff im Namen des Skandinavischen Seminars der Georg-August-Universität Göttingen gestellt. Der Antrag wird durch das Gutachten des Denkmalbeauftragten der Universität Herrn Prof. Dr. Peter Aufgebauer befürwortet. Die Gedenktafel soll am ehemaligen Gasthof „Krone“ (heute: Zentrale der Sparkasse Göttingen), in dem sich Baggesen während seines Göttingen-Besuchs aufhielt, angebracht werden. Das Einverständnis des Eigentümers, der auch zugesagt hat, die Kosten in Höhe von bis zu 500,- Euro zu übernehmen, liegt vor. Die Tafel soll folgenden Text erhalten:

 

Jens Baggesen

Schriftsteller

1789

 

2.               Lebensdaten

Jens Baggesen wurde am 15. Februar 1764 im dänischen Korsör geboren. Er studierte in Kopenhagen Theologie, begann aber schon bald, schriftstellerisch tätig zu werden. Durch Kontakte zum Deutschen Kreis um Friedrich Gottlieb Klopstock in Kopenhagen wurde er früh mit der zeitgenössischen deutschen Literatur und Philosophie vertraut. Im Jahr der Französischen Revolution 1789 unternahm Baggesen eine Bildungsreise über Deutschland und die Schweiz nach Frankreich, in deren Verlauf er vom 17. bis 19. Juli 1789 Göttingen einen Besuch abstatte. Die Romanbearbeitung dieser Reise (bekannt geworden unter dem Titel „Das Labyrint“) gilt als einer der ersten dänischen Romane überhaupt. Durch seine weitere rastlose schriftstellerische Tätigkeit wurde Jens Baggesen zum Begründer der dänischen Literatur- und Theaterkritik. Jens Baggesen starb am 3. Oktober 1826 in Hamburg.

 

 

3.               Bedeutung

Insbesondere wegen seines Hauptwerks „Das Labyrinth“ gilt Baggesen als ein prononcierter Vertreter der literarischen Aufklärung, der zugleich als Europäer für eine friedliche Verständigung der Völker, insbesondere der Dänen und der Deutschen eingetreten ist. In der Romanbeschreibung seines Aufenthalts in Göttingen gibt Baggesen eine einprägsame Schilderung der ihm noch fremden deutschen akademischen und studentischen Kultur, er beschreibt die sakralen Bauwerke der Stadt und empfand Bewunderung für die moderne Ausstattung der Universität. Dabei ist seine Beschreibung der Göttinger Verhältnisse im Stile des gesamten Romans betont mehrdeutig und im besten Sinne kritisch: „ Eine derartige Freiheit und Gleichheit, wie sie hier herrschte, hatte ich noch nicht erlebt, noch weniger jenen Gehorsam und die Blitzschnelle, womit Kellner und Mägde auf den kleinsten Wink aufwarten, und am allerwenigsten die Autorität, mit der befohlen wird.“ Das Skandinavische Seminar plant zum 250. Geburtstags des in Dänemark hochgeachteten Baggesen am 15. Februar 2014 eine Feierstunde mit internationaler Beteiligung.

 
 

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