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Betreff: "Verlegung der Ausstellungen im Alten Rathaus"
Prüfauftrag des VA vom 28.01.2013
Status:öffentlichVorlage-Art:Beschlussvorlage SmartDoc
Federführend:41-Fachbereich Kultur Beteiligt:66-Fachbereich Tiefbau und Bauverwaltung (ehem. FB 60)
Beratungsfolge:
Ausschuss für Kultur und Wissenschaft/Betriebsausschuss Stadthalle Kenntnisnahme
22.08.2013 
14. öffentliche/nichtöffentliche Sitzung des Ausschusses für Kultur und Wissenschaft/Betriebsausschusses der Stadthalle (offen)   
Ausschuss für Bauen, Planung und Grundstücke Kenntnisnahme
05.09.2013 
28. öffentliche/nichtöffentliche Sitzung des Ausschusses für Bauen, Planung und Grundstücke vertagt (zurückgestellt)   
06.02.2014 
35. öffentliche/nichtöffentliche Sitzung des Ausschusses für Bauen, Planung und Grundstücke ungeändert beschlossen   
Ausschuss für Kultur und Wissenschaft/Betriebsausschuss Stadthalle Kenntnisnahme
23.01.2014 
19. öffentliche/nichtöffentliche Sitzung des Ausschusses für Kultur und Wissenschaft/Betriebsausschusses der Stadthalle (offen)   
Ausschuss für Bauen, Planung und Grundstücke Kenntnisnahme

Beschlussvorschlag
Sachverhalt
Finanzielle Auswirkungen
Anlage/n

Stellungnahme der Verwaltung:

Beschlussempfehlung:

 

Der Ausstellungsbetrieb im OG des Alten Rathauses wird fortgesetzt, solange keine angemessene und gleichwertige Alternative besteht. Parallel dazu werden, in Abstimmung mit dem Behindertenbeirat Göttingen, verschiedene Hilfen für Menschen mit Mobilitätseinschränkungen geprüft und bei positivem Prüfergebnis kurzfristig umgesetzt.

 

Nach eingehender Prüfung wird vorgeschlagen, das OG mit einem Plattform-Senkrechtlift aus dem jetzigen Stuhllager in den nördlichen Ausstellungsraum barrierefrei zu erschließen.

Begründung:

Begründung:

 

1.              Bestandssituation OG Altes Rathaus

Das nicht barrierefrei zugängliche Obergeschoss des Alten Rathauses besitzt eine Grundfläche von ca. 400 m² mit einer Gesamthängefläche von 155 lfd. m, unterteilt in 7 Räume und Foyer. Die Räume im Einzelnen (s.a. Lageplan, Anlage 3):

 

Foyer:                                      116 m², Hängefläche: 31 lfd. m, Deckenhöhe: 5,20 m

Raum 1:                             23 m², Hängefläche: 10 lfd. m, Deckenhöhe: 3,70 m

Raum 2:                             31 m², Hängefläche: 15 lfd. m, Deckenhöhe: 3,70 m

Raum 3:                             31 m², Hängefläche: 15 lfd. m, Deckenhöhe: 3,70 m

Raum 4:                             27 m², Hängefläche: 15 lfd. m, Deckenhöhe: 3,70 m

Raum 5:                             97 m², Hängefläche: 35 lfd. m, Deckenhöhe: 3,70 m

Kabinettraum 6:               35 m², Hängefläche: 19 lfd. m, Deckenhöhe: 3,20 m

Kabinettraum 7:               32 m², Hängefläche: 15 lfd. m, Deckenhöhe: 3,20 m

                                          __________________________________________

                                      392 m², Hängefläche: 155 lfd. m

 

Die räumliche Aufteilung des OG und die Durchgänge zwischen den Räumen 1-5 und zum Foyer ermöglichen einen Rundgang durch die Ausstellungen. 

 

Das Alte Rathaus ist aufgrund seiner innerstädtischen zentralen Lage gut erreichbar und sichtbar. Durch die fast uneingeschränkte und nicht mit Dritten abzusprechende zeitliche Verfügbarkeit sind kaum Nutzungskonkurrenzen vorhanden. Die Möglichkeit der Kombination von Ausstellungsfläche im OG mit der oft für Ausstellungseröffnungen und Begleitveranstaltungen genutzten, bis zu 300 Personen fassenden und äußerst repräsentativen Halle im EG ist sehr vorteilhaft. Die Ausstellungsräume wurden mit städtischen und Drittmitteln in den letzten Jahren aufwendig saniert und technisch ausgestattet.

 

2.              Derzeitige Nutzung OG Altes Rathaus

Die Ausstellungsräume im Alten Rathaus werden - aufgrund des Fehlens eines öffentlichen Kunstmuseums/einer Kunsthalle in Göttingen - in Verantwortung des Fachbereich Kultur primär als Ort überregional profilierter Ausstellungen zeitgenössischer Kunst, in wenigen Ausnahmen auch für städtisch relevante Themen mit größeren Wirkungskreis genutzt (z. B. 150. Todestag Carl Friedrich Gauss 2005, „Euch zum Trotz“ – 75. Jahrestag der Bücherverbrennung 2008).

 

Dazu werden ganzjährig – mit Ausnahme einer Sommerpause – i. d. R. fünf Ausstellungen im Jahr präsentiert. Hiervon organisiert der Kunstverein Göttingen e. V. als Kooperationspartner drei und der Fachdienst Kultur i. d. R. zwei Ausstellungen. Das Alte Rathaus hat sich durch eine Reihe von Ausstellungen mit Künstlern der klassischen Moderne der Präsentation junger zeitgenössischer Kunst sowie der Präsentation von Ausstellungen mit Arbeiten nahezu aller namhaften deutschsprachigen Karikaturisten (Chlodwig Poth, Robert Gernhardt, F. K. Waechter, F. W. Bernstein, Marie Marcks, Walter Hanel, Markus, Hans Traxler, Rudi Hurzlmeier, Ernst Kahl, Ernst Volland, Emil & Niccel Steinberger, Tom, Greser & Lenz, Till Mette, Franziska Becker) zu einem bedeutenden Ausstellungsgebäude im südniedersächsischen Raum entwickelt. Bundesweit beachtete Ausstellungsprojekte (Horst Janssen, Robert Lebeck, Rune Mields, Günther Uecker, Emil Cimiotti, Ulrike Rosenbach, „Fotoszenen“, Issai Kulvianski, Philipp Rantzer, Jaap Wagemaker, Günter Grass, Armin Müller-Stahl, Inge Feltrinelli, Johannes Brus, Andreas Mueller-Pohle, A. T. Schaefer, Johannes Heisig, Herlinde Koelbl, Malte Sartorius) fanden hier ihre Heimstätte und sind nicht zuletzt aufgrund des überregional bekannten und mit besonderem Charakter und Charme versehenen Ausstellungsräume zustande gekommen. Letztlich werden in unregelmäßigen Abständen als Anerkennung und zur Förderung regionaler Künstlerinnen und Künstler anlassbezogen z. B. zu besonderen Jubiläen/Geburtstagen Ausstellungen mit Werkübersichten (z. B. Helmut Bönitz, Alfred Pohl, Konrad Mätzig) präsentiert.

 

Für den Kunstverein Göttingen e.V. bieten die von der Stadt Göttingen zur Verfügung gestellten Ausstellungsräume die einzige Möglichkeit, ihr vom Land Niedersachsen gefördertes Jahresprogramm mit überregional profilierter junger zeitgenössischer Kunst durchzuführen. Mangels eigener Ausstellungsflächen führt der Kunstverein in Absprache und Abstimmung mit dem Ausstellungsprogramm des Trägervereins Künstlerhaus mit Galerie e.V. 1-2 Ausstellungen im ehem. Lichtenberghaus in der Gotmarstr. sowie 3 jährliche Ausstellungen in Kooperation und Abstimmung mit dem Fachdienst Kultur im Obergeschoss des Alten Rathauses durch.

Für die jährliche Einwerbung der Landesmittel (ca. 30.000 EURO) und weiterer Stiftungs- und Sponsorenmittel (20-30.000 EURO nur für Ausstellungen im Alten Rathaus) muss der Kunstverein gegenüber dem Niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kultur ein international ausgerichtetes Ausstellungsprogramm und einen Nachweis geeigneter Ausstellungsräumlichkeiten erbringen. (s. Stellungnahme des Kunstvereins, Anlage 4)

 

Die Ausstellungen werden jährlich von ca. 4.000 Personen besucht.

 

3.              Ausstattung OG Altes Rathaus

Das Obergeschoss des Alten Rathauses verfügt über eine fest eingebaute eigenständige Schließ- und Alarmanlage für Fenster und Türen sowie Bewegungsmelder im Raum, die bei Versicherungswerten von z. T. bis zu 12 Mio. € von den Leihgebern und Versicherungen vorgeschrieben werden.

 

Für die Präsentation der beschriebenen und vergleichbar hochwertigen Ausstellungsprojekte sind neben hohen Anforderungen an die Sicherheitsstandards darüber hinaus vielfach hohe konservatorische Voraussetzungen und vorgegebene Anforderungen an die Licht- und Raumklimasituation (Lux-/Temperatur-Minimal- und Höchstwerte, Luftfeuchtigkeit) zu beachten. Hierzu wurden in den vergangenen Jahren mit hohem finanziellem Aufwand und überwiegend über Dritt- und Sponsorenmittel Verdunklungsanlagen sowie eine dimmbare Lichttechnik finanziert und eingebaut. Mit städtischen Finanzmitteln wurden die Fußböden restauriert und zum Teil erneuert. Mobile Luftbefeuchter sorgen, je nach Ausstellung und mit Abstrichen aufgrund der vorhandenen Gebäudesubstanz und der jeweiligen Jahreszeit, soweit erforderlich für möglichst gleichbleibende raumklimatische Bedingungen.

 

Eine vergleichbare Ausstattung bieten andere Ausstellungsräume in Göttingen mit Ausnahme der Kunstsammlung der Universität und der Paulinerkirche nicht. Städtische Finanzmittel für einen Einbau von Licht-, Verdunklungsanlage und weiterer heutzutage benötigter Ausstellungstechnik in neuen Gebäuden stehen absehbar nicht zur Verfügung. Sowohl die Sicherungstechnik (Bewegungsmelder, Alarmanlage für Fenster und Türen) als auch die konservatorischen Voraussetzungen müssten an anderer Stelle installiert bzw. eingebaut werden.

 

Bei den Verhandlungen mit Museen und privaten Leihgebern hat sich für eine Präsentation hochwertiger Ausstellungsprojekte als äußerst vorteilhaft neben den obligatorisch notwendigen Sicherungssystemen auch die unmittelbare Nähe zur Innenstadtwache erwiesen. 

 

Weiterhin stehen im Alten Rathaus rd. 50 qm alarmanlagengesicherter Lagerraum für eine gesicherte Lagerung von Kunstexponaten sowie für eine Einlagerung der umfangreichen und notwendigerweise in Nähe der Ausstellungsräume befindlichen Ausstellungstechnik (u. a. Rahmen, Vitrinen, Luftbefeuchter, Verpackungs- und Baumaterial) zur Verfügung.

 

Eine Präsentation von zeitgenössischen Kunstausstellungen insbesondere im Bereich der Installationen ist vielfach mit großem handwerklichem Einsatz und Aufwand verbunden. Sehr fraglich ist, ob zahlreiche der im Alten Rathaus gezeigten Ausstellungen mit insbesondere in den Bereichen Video- und Installationskunst agierenden jungen Nachwuchskünstlerinnen und -künstlern in anderen Ausstellungsräumen ohne Nutzungskonkurrenzen präsentiert werden können. 

 

4.              Personal- und Finanzsituation

Das ganzjährige Ausstellungsprogramm im Alten Rathaus wird ohne eigenen Etat aus dem Haushaltsansatz für alle städtischen Kulturveranstaltungen (Netto-Sachkostenansatz: 21.000 Euro p.a.) über Eintrittseinnahmen und Drittmittel finanziert. Dies ist überhaupt nur möglich durch die enge Kooperation mit dem Kunstverein Göttingen. Im Aufsichtsbereich sind auf Teilzeitstellen leistungsgeminderte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stadt Göttingen beschäftigt.

 

5.              Alternative Ausstellungsräumlichkeiten

Eine Verlegung der Ausstellungsprojekte ist nur dann sinnvoll und möglich, wenn ein anderer Ausstellungsort die gleichen Qualitäten, die zurzeit die Ausstellungsräume im Alten Rathaus ausmachen, ohne Abstriche zu bieten hätte.

 

Folgende öffentlichen (und z. T.) barrierefreien Ausstellungsräume sind in Göttingen vorhanden:

 

5.1                Städtisches Museum, Ritterplan

Das Städtische Museum ist bedingt barrierefrei nur im derzeit eingeschränkt bespielten Sonderausstellungsbereich im EG, und nicht barrierefrei in der für die Zeit der Sanierungs- und Umbaumaßnahmen geschlossenen Dauerausstellung im 1. und 2. OG. Das Städtische Museum hat als Teil des FB Kultur gegenüber dem Alten Rathaus ein abgestimmt anderes Ausstellungsprofil mit einem Schwerpunkt in stadt- und kulturgeschichtlichen Themen. Auch nach Abschluss der bis voraussichtlich 2018 laufenden Sanierungsmaßnahmen wird das Museum keine Flächen für Kunstausstellungen bieten.

 

5.2                Kunstsammlung der Universität Göttingen, Weender Landstr.

Die barrierefrei zugänglichen Räumlichkeiten im 3. OG des Alten Auditorium werden benötigt, um den Aufgaben des Kunstgeschichtlichen Seminars und der Kunstsammlung nachzukommen: in Seminaren mit Studierenden erarbeitete Ausstellungen aus den Beständen der Kunstsammlung umzusetzen. So ist es weder räumlich noch zeitlich  möglich, weitere Ausstellungen in den Räumlichkeiten im Auditorium unterzubringen.

 

5.3                Künstlerhaus mit Galerie e.V. (im Lichtenberghaus), Gotmarstr. 1

Das nicht barrierefreie Künstlerhaus ist Heimstätte regionaler Künstlerinnen und Künstler und präsentiert jährlich ein dicht gedrängtes Programm an Ausstellungen des Trägervereins Künstlerhaus mit Galerie e.V., des Kunstvereins Göttingen, des Bund Bildender Künstler Südniedersachsen und des Kreis 34 in der Oberen Galerie und im weißen Saal. Eine zusätzliche Nutzung des Gebäudes ist nicht darstellbar.

 

5.4                Paulinerkirche, Papendiek

In der barrierefrei zugänglichen Paulinerkirche werden vorrangig Ausstellungen mit dem Schwerpunkt Universität und Wissenschaft präsentiert. Eine Kooperation/Präsentation von Ausstellungen des Kunstvereins oder der Kulturverwaltung wäre, wie bei gemeinsamen Ausstellungen in vergangenen Jahren, nur punktuell möglich. Letztlich ist die Paulinerkirche für eine Präsentation von z. B. Gemälde- und Fotoausstellungen aufgrund der nur geringen Hängeflächen wenig geeignet. Die vielfach parallele Nutzung der Paulinerkirche für z. B. Vortragsveranstaltungen kann zu Nutzungskonkurrenzen mit laufenden Ausstellungen führen.

 

5.5                Schulen

Aus Sicht des FB Schulen stehen in städtischen Schulen keine für Ausstellungen geeigneten Räumlichkeiten zur Verfügung.

 

5.6                Rote Str. 34

Das im EG barrierefrei erreichbare Stiftungsgebäude (mit barrierefreien Sanitärräumen) in der Roten Str. soll verkauft werden. Das Gebäude weist nach Ansicht der Kulturverwaltung als Alternative zum Alten Rathaus allerdings zu geringe Ausstellungsflächen auf (Foyer ca. 80 m², Veranstaltungsraum ca. 55 m² zzgl. Hängeflächen im Flur). Für die Nutzung der Räumlichkeiten ist Miete zu entrichten. Die Räumlichkeiten werden zunehmend von Kleinkunstveranstaltern und Privatpersonen für Veranstaltungen genutzt.

 

Eine längerfristige Belegung mit Ausstellungen wird zu Nutzungskonkurrenzen führen und zu ggf. zu kompensierenden Einnahmeausfällen. Der Gewölbekeller wird im Rahmen von Stadtführungen besichtigt. Das Gebäude ist nicht alarmanlagengesichert. Ausreichender und  ausstellungsnaher Lagerraum steht nicht zur Verfügung.

 

5.7                Foyer Stadthalle, Albaniplatz

Die Foyerbereiche der Stadthalle sind ebenso wie die Sanitärräume grundsätzlich barrierefrei zu erreichen.

 

Das Eingangsfoyer weist nur geringe Hängeflächen auf. Die aufgrund der auf dieser Ebene liegenden Eingänge schwankenden klimatischen Verhältnisse schließen eine Präsentation von Malerei und Fotografie aus. Zudem ist die Beleuchtungssituation für Ausstellungen ungeeignet.

 

Das Parkettfoyer weist große Hängeflächen aus, ist aber durch die holzvertäfelten Wände für die Hängung von Kunstexponaten wenig geeignet. Der aufgrund der großen nach Westen ausgerichteten Fensterflächen entstehende Lichteinfall und ggf. Temperaturanstieg schließt eine Präsentation hochwertiger Kunstexponate ebenfalls aus.

 

Für beide Foyerbereiche können aufgrund der baulichen Gegebenheiten konservatorische Voraussetzungen (Raumtemperatur, Licht, Luftfeuchtigkeit) nur sehr eingeschränkt bzw. gar nicht erfüllt werden. Sowohl im Bereich des Eingangsfoyers als auch des Parkettfoyers gilt weiterhin, dass eine Bewachung von Ausstellungen grundsätzlich und insbesondere bei Abendveranstaltungen nur mit hohem zusätzlichem Personalaufwand möglich ist. Bei der Aufstellung von Rauminstallationen insbesondere im Bereich zeitgenössischer junger Kunst wären ggf. Fluchtwege zu beachten.

 

Weiterhin steht für eine ausstellungsnahe Lagerung von Ausstellungsausstattung und Exponaten nach Kenntnis der Kulturverwaltung nicht der erforderliche Lagerraum zur Verfügung.

 

Für eine Nutzung der Foyerbereiche der Stadthalle Göttingen ist ggf. ein Mietentgelt zu entrichten, dass weder von der Kulturverwaltung noch vom Kunstverein Göttingen e. V. aufgebracht werden kann.

 

5.8                Lokhalle

Die Hallen 2 (3.000m²) und 3 (1.000 m²) der Lokhalle sind ebenso wie die Sanitärräume grundsätzlich barrierefrei zu erreichen. Beide Hallen sind grundsätzlich auch für größere Rauminstallationen geeignet. Bei beiden Hallen können aufgrund der baulichen Gegebenheiten konservatorische Voraussetzungen (Raumtemperatur, Licht, Luftfeuchtigkeit) nur sehr eingeschränkt bzw. gar nicht erfüllt werden. Die direkt an der Halle 2 liegenden Eingänge führen zu schwankenden klimatischen Verhältnissen und schließen eine Präsentation von z. B. hochwertiger Malerei und Fotografie aus.

 

Die Beleuchtungssituation ist bei beiden Hallen für Ausstellungen ungeeignet. Hängeflächen, -möglichkeiten und entsprechende professionelle Hängesysteme sind für beide Hallen nicht in erforderlichem Umfang vorhanden.

 

Insbesondere für Halle 2 gilt, dass eine Bewachung von Ausstellungen insbesondere bei Abendveranstaltungen nur mit hohem zusätzlichem Personalaufwand möglich ist. Weiterhin steht Halle 2 aufgrund eigener Veranstaltungen der GWG (Eisbahn) für längere Zeiträume nicht zur Verfügung.

 

Die Halle 3 wird von der GWG derzeit offensiv als Tagungs- und Eventfläche beworben. Eine Belegung der Hallen mit für Ausstellungen sinnvollen Zeiträumen wird zu Nutzungskonkurrenzen führen.

 

Für eine Nutzung beider Hallen ist ein Mietentgelt zu entrichten, dass weder von der Kulturverwaltung noch vom Kunstverein Göttingen e. V. aufgebracht werden kann.

 

5.9                Private Galerien

Die der Kulturverwaltung bekannten privaten Galerien (wie Galerie Ahlers, Galerie Alte Feuerwache, Galerie Rosenhauer, Kunsthaus Nottbohm, Schofield’s) haben bis auf die Galerie Ahlers und die Galerie Alte Feuerwache nicht die nötige Größe und weisen keine bzw. allenfalls eine eingeschränkte Barrierefreiheit einschließlich der entsprechend vorzuhaltenden Sanitärräume auf. Nach Kenntnis der Kulturverwaltung ist die Einhaltung konservatorischer Voraussetzungen nur in sehr eingeschränktem Maße möglich. Auch liegt dem Ausstellungsprogramm der privatwirtschaftlich betriebenen Galerien grundsätzlich ein eher an der Präsentation und dem Verkauf der Arbeiten der von den Galerien vertretenden Künstlerinnen und Künstlern als Ausstellungskonzept zugrunde.

 

Für das nach Verkauf in der ehem. Voigtschule intendierte Galerie- und Atelierhaus ArtCenter Göttingen bestehen weitgehende Nutzungsvorstellungen des potentiellen Käufers und seiner Kooperationspartner, die eine vollständige Verlagerung des ganzjährigen Ausstellungsbetriebs des Kunstvereins Göttingen und des Fachdienstes Kultur aus dem Alten Rathaus kaum parallel realisierbar erscheinen lassen.

 

Ein barrierefreier Zugang in die ehem. Voigtschule müsste allerdings erst noch geschaffen werden.

 

Für eine öffentliche Nutzung privater Galerie-Ausstellungsräume wären Mieten zu entrichten, für die weder der Kunstverein noch der Fachbereich Kultur über entsprechende Finanzmittel verfügen.

 

5.10                Fazit alternative Ausstellungsorte

Aus Sicht des Fachbereichs Kultur gibt es zurzeit keine bereits vorhandene, jederzeit nutzbare und adäquate Alternative für Ausstellungszwecke innerhalb Göttingens in öffentlicher Verfügungsgewalt. Die Stadt Göttingen verfügt über kein Gebäude, das eine vergleichbar große Ausstellungsfläche und Barrierefreiheit (für Rollstuhlfahrer) aufweisen würde.

 

Ungenutzte Räumlichkeiten in privater Trägerschaft müssten entgeltlich und zu Lasten des Haushaltes der Stadt angemietet, soweit sie überhaupt auf dem Markt gefunden werden können, und sehr wahrscheinlich mit investiven Mitteln für Ausstellungszwecke umgebaut und ausgestattet werden. Sowohl solche Maßnahmen als auch eine nicht weiter verfolgte Neubauvariante sind angesichts des gedeckelten Kulturhaushaltes und der lt. Zukunfts-vertrag auf max. 3,24 % begrenzten freiwillige Leistungen nicht darstellbar.

 

6.              Nachnutzung OG Altes Rathaus

Eine sinnvolle öffentliche Nachnutzung der repräsentativen Ausstellungsräumlichkeiten im Alten Rathaus ist aufgrund der fehlenden Barrierefreiheit schwer darstellbar. Die Vermietung zu privaten Wohnzwecken oder eine gewerbliche Nutzung ist allein aufgrund der öffentlichen Nutzung der Halle des Alten Rathauses (Nutzungsordnung) und des Bürobetriebs des Tourismus Göttingen e.V. auszuschließen.

 

7.              Zusammenfassung

Es gibt derzeit keine Möglichkeit der Verlegung der Ausstellungen im Obergeschoss des Alten Rathauses innerhalb Göttingens in andere öffentliche und barrierefrei zugängliche Räumlichkeiten. Ein adäquater Ersatz müsste mit erheblichem öffentlichen Mitteleinsatz erst geschaffen werden (z. B. ehemalige JVA, 8,8 Mio. €). Derartige Summen stehen jedoch nicht zur Verfügung.

 

Eine sinnvolle und bedarfsorientierte öffentliche Nachnutzung der Räume im Obergeschoss des Alten Rathauses ist unter der Voraussetzung der Barrierefreiheit nicht vorhanden. Solange keine adäquate Alternative zur Verfügung steht, werden die Räumlichkeiten im Alten Rathaus für die Kunstausstellungen der Stadt und des Kunstvereins Göttingen benötigt.

 

„Die Kunst, gemeint die Künste aller Sparten, bleibt jedoch die Basis und der Motor der Kultur und steht somit im Zentrum städtischer Kulturpolitik und Kulturförderung“, so die Präambel des Kulturpolitischen Leitbilds der Stadt Göttingen aus dem Jahr 2010.   

 

Nach eingehender Prüfung musste die zunächst favorisierte Variante eines Treppenlifts in das Obergeschoss verworfen werden. Die barrierefreie Erschließung des Obergeschosses ist stattdessen durch einen Plattform-Senkrechtlift (Anlage 7) möglich, welcher aus dem jetzigen Stuhllager (8) eine eingehauste Plattform durch das Zwischengeschoss in den nördlichen Ausstellungsraum (23) hebt. Ein solcher Plattformlift braucht im Gegensatz zu einem Aufzug keine Unter- und Überfahrt, er ist wesentlich leichter und durch die langsame Geschwindigkeit treten wesentlich schwächere Kräfte in das Gebäude ein. Die Fahrt bräuchte ca. 1 Minute aus dem EG zum OG. Der Schacht besteht aus einer Alu-Stahl-Konstruktion. Die statische Machbarkeit muss allerdings noch abschließend geklärt werden, scheint aber leichter zu realisieren als der vormals angedachte Aufzug auf der Südseite. Die Einbauposition (Stuhllager(8)/Ausstellungsraum(23)) ist mit dem Denkmalschutz einvernehmlich abgestimmt.

 

Das Stuhllager (8) würde verkleinert, die Stühle (300 Stück) haben gestapelt (10er-Blöcke) einen Raumbedarf von insgesamt 7,5 und könnten weiter dort gelagert werden. Andere bisher dort untergebrachte Utensilien müssten im OG untergebracht werden. Die Nutzung des nördlichen Ausstellungraumes würde deutlich eingeschränkt.

Finanzielle Auswirkungen:

Finanzielle Auswirkungen:

 

Die Installation eines Plattform-Senkrechtliftes aus dem jetzigen Stuhllager in den nördlichen Ausstellungsraum des OG des Alten Rathauses verursacht Kosten in Höhe von ca. 80.000 Euro. Die Mittel stehen im Budget des FB 80 zur Verfügung.

Anlagen:

Anlagen:

 

1. Auszug aus dem Protokoll über die Sitzung des Ausschusses für Bauen, Planung

    und Grundstücke vom 24.01.2013

2. Beschluss des VA vom 28.01.2013

3. Lageplan OG Altes Rathaus

4. Stellungnahme des Kunstvereins Göttingen e.V.

5. Auszug aus dem Protokoll über die Sitzung des Ausschusses für Bauen, Planung

    und Grundstücke vom 19.09.2013

6. Stellungnahme des Behindertenbeirats vom 17.09.2013

7. Grundrisspläne Altes Rathaus Plattformlift

Anlagen:  
  Nr. Status Name    
Anlage 3 1 öffentlich Protokollauszug Bauausschuss 24.01.13 (355 KB)      
Anlage 4 2 öffentlich Protokollauszug VA vom 28.01.13 (755 KB)      
Anlage 1 3 öffentlich Grundriss Obergeschoss Altes Rathaus (490 KB)      
Anlage 2 4 öffentlich Stg nahme Kunstverein Altes Rathaus 16 05 13 (1262 KB)      
Anlage 6 5 öffentlich Protokollauszug Bauausschuss 19.09.13 (712 KB)      
Anlage 5 6 öffentlich Stellungnahme Behindertenbeirat 17.09.13 (39 KB)      
Anlage 7 7 öffentlich HRG Planung Altes Rathaus Plattformlift (451 KB)      
 
 

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