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Betreff: Entwurf Lärmaktionsplan (LAP) für die Stadt Göttingen
Status:öffentlichVorlage-Art:Beschlussvorlage/sonstige Vorlage
Federführend:67-Fachbereich Stadtgrün und Umwelt   
Beratungsfolge:
Ausschuss für Umwelt, Klimaschutz und Mobilität Vorberatung
25.06.2013 
11. öffentliche/nichtöffentliche Sitzung des Ausschusses für Umwelt - und Klimaschutz (offen)   
Ortsrat Weende/Deppoldshausen Vorberatung
15.08.2013 
15.öffentliche/nichtöffentliche Sitzung des Ortsrates Weende/Deppoldshausen geändert beschlossen   
Ausschuss für Umwelt, Klimaschutz und Mobilität Vorberatung
27.08.2013 
12. -außerordentlichen- öffentlichen Sitzung des Ausschusses für Umwelt - und Klimaschutz vertagt (zurückgestellt)   
Ortsrat Grone Vorberatung
29.08.2013 
18.öffentliche/nichtöffentliche Sitzung des Ortsrates Grone (offen)   
Ortsrat Geismar Vorberatung
29.08.2013 
15. öffentliche Sitzung des Ortsrates Geismar geändert beschlossen   
Ortsrat Herberhausen Vorberatung
10.09.2013 
15.öffentliche Sitzung des Ortsrates Herberhausen zur Kenntnis genommen   
Ortsrat Elliehausen/Esebeck Vorberatung
10.09.2013 
18. öffentliche/ nichtöffentliche Sitzung des Ortsrates Elliehausen/Esebeck geändert beschlossen   
Ortsrat Groß Ellershausen/Hetjershausen/Knutbühren Vorberatung
12.09.2013 
11.öffentliche Sitzung des Ortsrates Groß Ellershausen/Hetjershausen/Knutbühren geändert beschlossen   
Ortsrat Holtensen Vorberatung
17.09.2013 
11.öffentliche Sitzung des Ortsrates Holtensen vertagt (zurückgestellt)   
19.11.2013 
12.öffentliche Sitzung des Ortsrates Holtensen abgelehnt   
Ortsrat Nikolausberg Vorberatung
19.09.2013 
17.öffentliche Sitzung des Ortsrates Nikolausberg vertagt (zurückgestellt)   
31.10.2013 
18.öffentliche Sitzung des Ortsrates Nikolausberg zur Kenntnis genommen   
Ortsrat Roringen Vorberatung
24.10.2013 
15. öffentliche Sitzung des Ortsrates Roringen abgelehnt   
Ortsrat Nikolausberg Vorberatung
Ortsrat Holtensen Vorberatung
Ortsrat Grone Vorberatung
Ausschuss für Umwelt, Klimaschutz und Mobilität Vorberatung
Rat Entscheidung

Beschlussvorschlag
Sachverhalt
Finanzielle Auswirkungen
Anlage/n

Beschlussvorschlag:

Beschlussvorschlag:             

 

Dem Entwurf Lärmaktionsplan Stadt Göttingen wird einschließlich der vorgeschlagenen Änderungen aus dem Beteiligungsverfahren zugestimmt:

 

1.   Das Maßnahmenprogramm Lärmaktionsplan Göttingen soll zeitlich gestaffelt

      umgesetzt werden.

 

      Für die Kurzfristmaßnahmen - im Geltungszeitraum des LAP bis 2017  -    sind

      hierfür  zum  einen bereits Haushaltsmittel vorgesehen, zum anderen  werden  

      Maßnahmen   empfohlen,   deren  konkrete  Prüfung und Umsetzung   in   den  

      kommenden Jahren angestrebt werden soll (siehe Tabelle 5 :  Empfehlungen

      für Kurzfristmaßnahmen der Lärmaktionsplanung nach Straßenzügen).

     

      In Anlehnung   an   den  Vorschlag   des  Gutachterbüros  wird   für  5 Straßen 

      (Reinhäuser  Landstr.  zw.    Walkemühlenweg  bis  Stettiner Straße,  Stettiner

      Straße im  Bereich Lotzestr.  bis Reinhäuser Landstr., Königsallee im Bereich

      Asternweg      bis    Godehardstr.,   Iheringstr.     zwischen    Groner    Landstr.

      bis  Kommendebreite   und  Kreuzbergring  zwischen  Weender  Landstr.  und

      Humboldtallee)    die    Einführung    von    Tempo 30    nachts    empfohlen.

      Begleitende Untersuchungen  in  Form  von  Geschwindigkeitskontrollen  zur

      Überprüfung der Akzeptanz werden durchgeführt.

    

      Integriertes Gesamtkonzept:  Die mittel- und langfristigen  Maßnahmen sollen

      weiterverfolgt     werden,   bedürfen   aber   planerischer   Vertiefung   in    den

      entsprechenden   Fachplanungen    (z. B.  VEP  Klimaplan   als    Rahmenplan,  

      Detailplanungen       für          Straßenumbau    bzw.     Neuorganisation       der

      Verkehrsflächen,  Städtebauliche   Planungen).  Darüber  hinaus   sind       die    

      Finanzierungsmöglichkeiten  der    Maßnahmen zu prüfen.     (siehe Tabelle 6:

      Integriertes Gesamtkonzept Lärmaktionsplan Göttingen nach Straßenzügen -

      Maßnahmenempfehlungen).

 

2.   Aufgrund   von    Anregungen   aus  der   Öffentlichkeitsbeteiligung  und   auf

      Vorschlag     des     Gutachterbüros    soll   der   Schienenverkehrslärm weiter

      vertiefend          bearbeitet          werden.         Sobald            die           aktuellen

      Lärmkartierungsergebnisse    seitens   des  EBA vorliegen,   sollen Lärm- und

      Betroffenheitsschwerpunkte   herausgearbeitet   werden.   Auf   dieser   Basis

      können   Maßnahmenbereiche  mit vordringlichem  Handlungsbedarf definiert

      und für diese   Maßnahmen aufgezeigt werden. Diese ermittelten Daten liefern

      wichtige    Argumentationshilfen    im   Gespräch   mit  der  Bahn. Hierfür sind

      gegebenenfalls zusätzlich finanzielle Mittel erforderlich.

 

3.   Den   Empfehlungen     für   „Erholungsflächen  und  ruhige Gebiete“ wird auf

      der     Grundlage     der     Karte 10     mit     dem     Ziel     zugestimmt,     diese   

      Flächen gegen eine Zunahme des Lärms zu schützen.

 

Begründung:

Begründung:

 

Mit der Verabschiedung der Richtlinie 2002/49/EG über die Bewertung und Bekämpfung von Umgebungslärm setzt die Europäische Union neue Akzente im Lärmschutz. Diese Richtlinie verfolgt das langfristige Ziel, schädlichen Umgebungslärm zu vermeiden, ihm vorzubeugen oder ihn zu verringern. Die Umgebungslärmrichtlinie – 2005 in nationales Recht umgesetzt - schreibt vor, dass die Geräuschbelastung in Ballungsräumen an Hauptverkehrsstraßen, an Haupteisenbahnstrecken sowie in der Umgebung von Großflughäfen in Lärmkarten zu dokumentieren ist.

 

Die Lärmkarten für die Stadt Göttingen wurden fristgerecht bis zum 30. Juni 2012 erstellt und sind seit Juni 2012 der Öffentlichkeit über das Internet zugänglich.

 

Die Lärmaktionsplanung für die Stadt Göttingen geht in der jetzigen Bearbeitungsstufe (2013) von Schwellen- bzw. Auslösewerten aus, die sich an Empfehlungen des Umweltbundesamtes orientieren (LDEN = 65 dB(A)/Lnight = 55 dB(A) als Schwelle fürpotentielle Gesundheitsgefährdung) sowie an den im Musteraktionsplan für Niedersachsen empfohlenen Auslösewerten (LDEN = 70 dB(A)/LNight = 60 dB(A)).

Die Definition von Lärmschwerpunkten erfolgt dabei auf Grundlage der einwohnerbezogenen Lärmbetroffenheiten und der Schallpegel an den belasteten Gebäuden mit Wohnnutzung (LDEN > 65 dB(A) oder LNight > 55dB(A)).

 

Die Kartierung des Umgebungslärms hat ergeben, dass insgesamt 5.700 Menschen in Göttingen von Lärmpegeln LDEN > 65 dB(A) und 5.500 Menschen von Lärmpegeln Lnight > 55 dB(A) durch Straßenverkehr betroffen sind.

 

Lärmbelastungen mit einem Pegel über 60 dB(A) in der Nacht sind überwiegend auf den Haupteinfall- und Bundesstraßen sowie im Innenstadtbereich auf den Nord-Süd-Achsen und auf der südlich angrenzenden Bürgerstr. festgestellt worden.

 

Für die Maßnahmenbereiche der ersten Priorität, die besonders hohe Lärmbetroffenheiten aufweisen, sollen vorrangig Maßnahmen entwickelt werden (s. Lärmaktionsplan für die Stadt Göttingen Karte 5: Maßnahmenbereiche der Lärmaktionsplanung und Prioritäten).

 

Die Lärmaktionsplanung umfasst folgende Arbeitsschritte:

   •              Analyse der Lärmsituation

   •              Bewertung der Lärm- und Konfliktsituation

   •              Vorhandene Planungen und Maßnahmen

   •              Strategische Ansätze und Maßnahmenkonzepte

   •              Maßnahmenprogramm

   •              Maßnahmenwirkungen und -kosten

   •              Ruhige Gebiete

   •              Öffentlichkeitsbeteiligung

 

Gemäß § 47d Abs. 3 BImSchG wird die Öffentlichkeit zur Vorschlägen für Lärmaktionsplanung gehört. Sie erhält die Möglichkeit, an der Ausarbeitung der Lärmaktionsplanung mitzuwirken. Die Ergebnisse der Mitwirkung sind zu berücksichtigen. Ziel der Mitwirkung der Öffentlichkeit in Göttingen war es, über die Lärmaktionsplanung zu informieren sowie Vorschläge und Anregungen für Lärmminderungsmaßnahmen zu erhalten.

 

 

Maßnahmen und Ergebnisse der Öffentlichkeitsbeteiligung

 

Übersicht durchgeführter Maßnahmen der Öffentlichkeitsbeteiligung:

 

    •       Beratung Maßnahmenkatalog LAP im Verkehrsbeirat  (05.03.2013)

    •              Umfassende  Informationen   mit     eigens    dafür   eingerichteter Seite      über  

            Lärmaktionsplanung  seit April 2013 www.laermaktionsplan.goettingen.de

    •              Flyer „Leiser in Göttingen  -Lärmaktionsplanung“ mit Grundlagen, Zielsetzungen

            und Maßnahmen des LAP sowie Beteiligungstermine

    •              online-Beteiligung/Internetbefragung  (08.04.201303.05.2013) – Bewertung

            der Maßnahmenvorschläge zum LAP und der Vorschläge für ruhige Gebiete.

    •              Lärmforum am 09.04.2013, im Neuen Rathaus Ratssaal

    •              Hinweise/Anregungen/Stellungnahmen        per             email                     unter  

            laermaktionsplan@goettingen.de oder postalisch (im Zeitraum vom 08.04.2013

            bis 03.05.2013)

 

Die Ergebnisse der Öffentlichkeitsbeteiligung sowie die Bewertung und Abwägung einzelner Maßnahmenvorschläge sind im Detail in einem Bericht zusammengestellt, der auf der Internetseite der Stadt Göttingen zum Lärmaktionsplan zur Einsicht zur Verfügung steht (siehe www.laermaktionsplan.goettingen.de Dokument „Lärmaktionsplan für die Stadt Göttingen – Ergebnisse der Öffentlichkeitsbeteiligung“). Den schriftlichen Einwendern erfolgt per email ein Hinweis auf den genannten link.

 

Der Schwerpunkt eingegangener Anregungen zum Entwurf LAP aus der Öffentlichkeitsbeteiligung liegt auf Lärmproblematiken durch Straßenverkehr. Die am zweithäufigsten genannte Lärmquelle ist der Schienenverkehr. Einige Beiträge befassen sich mit Geräte- Maschinenlärm, Nachbarschaftslärm und Fluglärm. Auch die Methodik der Kartierung und der Lärmaktionsplanung wurden angesprochen.

 

Anregungen und Maßnahmenvorschläge aus der Öffentlichkeitsbeteiligung wurden thematisch kategorisiert und hinsichtlich ihrer Relevanz für den Lärmaktionsplan fachlich bewertet. Hierbei wurde geprüft, ob sich die Anregung auf einen Maßnahmenbereich der Lärmaktionsplanung bezieht und ob der Vorschlag im Sinne der Lärmminderung ist. Darüber hinaus erfolgte auch eine Abwägung unter Berücksichtigung weiterer Planungen. Maßnahmenvorschläge, die nicht direkt im Lärmaktionsplan behandelt werden, werden an die zuständigen Stellen weitergeleitet.

 

Nach Auswertung und Abwägung wurden redaktionelle Ergänzungen und Präzisierungen in den Lärmaktionsplan aufgenommen, sofern es sich zum einen um Maßnahmenbereiche des LAP handelt. Zum anderen erfolgten aber auch Hinweise, dass planerische Vertiefungen in anderen Fachplanungen erfolgen sollten (z.B. Vorschläge zur Verlagerung von Kfz-Verkehren oder Verkehrslenkung / Hinweis auf Einzelfallprüfungen im Rahmen eines Verkehrsmodells bzw. Netzbetrachtungen). Die Maßnahmenvorschläge zu Geschwindigkeitskontrollen /-überwachung beziehen sich auf Vollzug und Kontrolle und werden an die hierfür zuständige Behörden zur weiteren Berücksichtigung übermittelt. Hinweise und Maßnahmenvorschläge zu nach Umgebungslärmrichtlinie nicht relevanten Lärmquellen wie Freizeitnutzungen, nicht kartierte Gewerbe- und Industrieanlagen, Maschinen- und Gerätelärm, Fluglärm oder Nachbarschaftslärm werden an die zuständigen Behörden weitergeleitet. Am Maßnahmenprogramm selbst gab es nach erfolgter Prüfung und Abwägung der eingegangen Anregungen und Vorschläge keine Ergänzungen bzw. Änderungen. Die Änderungen im Bericht „Lärmaktionsplan für die Stadt Göttingen“ wurden gelb markiert.

 

 

Maßnahmenprogramm Lärmaktionsplan Göttingen

 

Im Maßnahmenprogramm Lärmaktionsplan Göttingen, welches sich auf Grundlage der erarbeiteten Maßnahmenkonzepte herauskristallisiert hat, wird das Vorgehen und die Aktivitäten der Stadt Göttingen für die nächsten 5 Jahre konkretisiert.

 

Auf der Grundlage der Abwägung der Konzepte zur Lärmminderung wurde ein Gesamtkonzept und ein Programm mit Kurzfristmaßnahmen entwickelt, welches im Geltungszeitraum des LAP (bis 2018) umgesetzt werden soll.

 

Das Maßnahmenprogramm der Kurzfristmaßnahmen umfasst

 

?    Maßnahmen auf den Innenstadtstraßen: Einsatz von lärmarmen Bussen sowie die

      Umgestaltung der Jüdenstraße / Kurze-Geismar-Straße zwischen Barfüßerstraße

      und Lange-Geismar-Straße; diese Maßnahme ist im Zuge des   

      Innenstadtbauprogramms geplant und wird im Rahmen der Lärmaktionsplanung

      zur kurzfristigen Umsetzung empfohlen

 

?   Straßenraumgestaltung und Fahrbahnsanierung im Hauptverkehrsstraßennetz:

     bereits geplant ist der Umbau des Maschmühlenwegs - der Einsatz lärmmindernder   

     Fahrbahnbeläge soll in diesem Rahmen geprüft werden

 

?   Maßnahmen zur Geschwindigkeitsdämpfung:

     Tempo 50 auf der B 3 / B 27 entsprechend den Empfehlungen des Gutachtens zur 

      Verkehrsverstetigung und

      Tempo 30 nachts an 5 ausgewählten Straßenabschnitten

 

(s. LAP Tabelle 5: Empfehlungen für Kurzfristmaßnahmen des LAP nach Straßenzügen).

 

Die Akzeptanz von Tempo 30 nachts wird durch Geschwindigkeitskontrollen begleitend untersucht. Darüber hinaus werden bundesweite Tempo 30 Untersuchungen ausgewertet. Die daraus gewonnenen Erkenntnisse und die Ergebnisse aus den begleitenden Untersuchungen von Tempo 30 nachts an 5 ausgewählten Göttinger Straßen fließen in Überlegungen ein im Bezug auf die Umsetzbarkeit und Wirkung potenzieller weiterer Tempo 30 Regelungen.

 

Ergänzend zu den aus Lärmschutzgründen empfohlenen Geschwindigkeitsbeschränkungen wird empfohlen, im Rahmen der Fortschreibung Verkehrsentwicklungsplanung ein gesamtstädtisches Geschwindigkeitskonzept mit Einbeziehung aller Belange (Verkehrssicherheit, ÖPNV-Beschleunigung, Klimaschutz) zu entwickeln. In diesem Rahmen kann auch über die im Rahmen der Öffentlichkeitsbeteiligung vorgeschlagenen Straßen (Teichstr., Mittelberg, Hauptstr., Kiesseestr., Merkelstr., Rosdorfer Weg, Wiesenstraße, Nonnenstieg) nachgedacht werden.

 

 

Weitere Maßnahmenempfehlungen

 

In einem integrierten Gesamtkonzept wurden außer den kurzfristigen Maßnahmen auch mittel- bis langfristige Maßnahmen aufgeführt, die weiterverfolgt werden sollen, was allerdings noch einer weiteren planerischen Vertiefung in entsprechenden Fachplanungen bedarf. (s. LAP Tabelle 6: Integriertes Gesamtkonzept LAP-Maßnahmenempfehlungen nach Straßenzügen). Das trifft insbesondere auf die weitere Konkretisierung und ggf. Umsetzung straßenräumlicher Maßnahmen zu (Empfehlungen entsprechend Kapitel 5.3 des Entwurfs und Tab. 6). Darüber hinaus muss auch das Thema “passiver Schallschutz“ mit den zu erwartenden finanziellen Auswirkungen weiter geprüft werden.

 

Die Instandhaltung der Verkehrsinfrastruktur ist eine kontinuierliche Aufgabe der Stadt Göttingen. Im Zuge des Lärmaktionsplans wird eine Priorisierung aus Lärmminderungssicht dargestellt. Für lärmbelastete Bereiche wird empfohlen, grundsätzlich zu prüfen, ob bei der Sanierung der Fahrbahnoberflächen lärmarme Beläge zum Einsatz kommen können. Die konkrete Empfehlung zum Einsatz eines lärmarmen Asphalts steht im Zusammenhang mit einer bereits geplanten Straßenbaumaßnahme. Bei LOA 5D ist mit Mehrkosten zwischen 15 und 20% zu rechnen. Als günstigere Variante gelten lärmarme SMA-Beläge. Ergänzend wurde die Lärmsanierung von Brückenübergängen aufgenommen.

 

Maßnahmen im Bereich aktiver Schallschutz an übergeordneten Straßen

Entlang der übergeordneten Straßen, insbesondere der A 7 liegen entsprechend der Lärmkartierung 2012 wenige Lärmschwerpunkte vor. Im Vergleich mit den innerstädtischen Lärmbetroffenheiten ist die Anzahl der durch Lärm über dem gesundheitlichen Schwellenwert betroffenen Einwohner eher gering. Daher sind diese Bereiche nicht als prioritäre Maßnahmenbereiche der Lärmaktionsplanung der ersten Stufe ausgewiesen. Dem Wunsch nach aktivem Lärmschutz im Bereich Elliehausen, Grone und Weende Nord kann deshalb auf Grundlage der derzeitig vorliegenden  Betroffenheitsanalyse nicht entsprochen werden.

 

Maßnahmen im Bereich Schienenverkehr

Der Lärmaktionsplan enthält keine Aussage zum Schienenverkehrslärm, da aktuelle Kartierungsergebnisse, die vom EBA bereitgestellt werden müssen, noch nicht vorliegen.

Der Einfluss der Schiene auf die Lärmbelastung in Göttingen wird im Lärmaktionsplan auf Grundlage der Lärmkartierung 2007 des Eisenbahn-Bundesamtes für Schienenstrecken mit mehr als 60.000 Zugbewegungen pro Jahr thematisiert. Auf der Grundlage dieser vorliegenden Belastungsdaten und Betroffenenstatistiken wird deutlich, dass Handlungsbedarf besteht. Über 7.000 Einwohner sind entsprechend der Statistik des EBA nächtlichen Lärmbelastungen LNight > 55 dB(A) ausgesetzt.

 

Die für 2012 vorgesehene Kartierung für Schienenstrecken mit mehr als 30.000 Zugbewegungen liegt noch nicht vor. Damit ist die Kartierung des Schienenverkehrslärms in der Stadt Göttingen nicht vollständig. Vor diesem Hintergrund kann es Sinn machen, einen Lärmaktionsplan Schiene nach Vorlage aktueller Lärmkartierungsergebnisse zu erstellen. In diesem können die durch den Schienenverkehr verursachten Lärm- und Betroffenheitsschwerpunkte herausgearbeitet werden. Auf dieser Basis können Maßnahmenbereiche mit vordringlichem Handlungsbedarf definiert und für diese grundsätzliche Maßnahmen aufgezeigt werden. Dies kann als Grundlage für weitere Gespräche mit der Deutschen Bahn dienen. Für die Erstellung eines LAP Schienenverkehrslärm sind gegebenenfalls zusätzliche finanzielle Mittel erforderlich.

 

 

Maßnahmen der Öffentlichkeitsarbeit

Neben infrastrukturellen und verkehrsorganisatorischen Maßnahmen wurden im Rahmen der Öffentlichkeitsbeteiligung auch Anregungen zu Maßnahmen der Öffentlichkeitsarbeit gegeben, die zu einer Lärmminderung beitragen können. Im Rahmen der Erstellung des Klimaplans Verkehr ist vorgesehen, ein Konzept zur Öffentlichkeitsarbeit zu erstellen, das die Anregungen aufgreifen kann.

 

Wirkungsanalyse

Die Wirkungsanalyse zeigt, wenn kurzfristige Maßnahmenempfehlungen umgesetzt werden, dass 5.330 Einwohner entlastet werden, das sind 64% aller Einwohner an den Maßnahmenbereichen der Lärmaktionsplanung. Weitere Lärmminderungen und Entlastungen sind mit den mittel- bis langfristigen Maßnahmen verbunden. 2.650 Einwohner zusätzlich können davon profitieren. Darüber hinaus werden auch Einwohner in Maßnahmenbereichen mit kurzfristigen Maßnahmenumsetzungen weiter entlastet.

 

Ruhige Gebiete

Nach den Zielen der Umgebungslärmrichtlinie sollen Ruhige Gebiete gegen eine Zunahme des Lärms geschützt werden. Es geht deshalb nicht um eine Verringerung der vorhandenen Lärmbelastung. Die Vorschläge zu den Ruhigen Gebieten der Stadt beziehen die akustische Situation und geeignete Flächennutzungen ein. Ergänzend dazu werden Mindestgrößen, Fragen des Erholungsnutzens sowie mögliche Störfaktoren und einschränkende Planungen in den Abwägungs- und Abstimmungsprozess mit einbezogen. ( S. LAP: Karte 10: Empfehlungen für Erholungsflächen und Ruhige Gebiete).

 

 

Der überarbeitete „Entwurf Lärmaktionsplan“ wird im Umweltausschuss am 25.06.2013 beraten, so dass am 18.07.2013 fristgerecht der vorläufige „Entwurf - LAP“ dem Nieders. Ministerium, für Umwelt, Klimaschutz und Energie zugestellt werden kann. Diese Vorgehensweise wurde mit dem Ministerium – aufgrund enger Fristvorgaben – vereinbart. Aufgrund weiterer Beratungen in den jeweiligen Gremien kann ein Ratsbeschluss nur zu einem späteren Zeitpunkt erfolgen, zumal der Prüfauftrag „Berücksichtigung der Lärmschutzempfehlungen der WHO mit einer erweiterten Betroffenheitsanalyse“ auch bearbeitet werden muss. 

 

Finanzielle Auswirkungen:

Finanzielle Auswirkungen:

 

•   Die Umsetzung   kurzfristiger Maßnahmen erfolgt im   Rahmen   bestehender    Planungen 

    und konkreter Projekte, deren Prüfung/Umsetzung in kommenden Jahren angestrebt  

    werden soll

•   Die  Umsetzung       der     mittel-/langfristigen   Maßnahmen     soll    im     Rahmen   

    entsprechender      Fachplanungen (z. B.    VEP      Klimaplan    als      Rahmenplan, 

    Detailplanungen   für  Straßenumbau   bzw.   Neuorganisation  der  Verkehrsflächen,

    Städtebauliche Planungen)   weiter  verfolgt werden; für vertiefende Untersuchungen

    sind ggf. weitere Haushaltsmittel erforderlich

•   Lärmaktionsplan Schiene geschätzt etwa 10.000.-EUR, soweit erforderlich

 

Anlagen:

Anlagen:

 

•   Entwurf – Lärmaktionsplan für die Stadt Göttingen Stand Juni 2013

•   Maßnahmenbereiche der Lärmaktionsplanung und Prioritäten (siehe: Karte 5)

•   Maßnahmenprogramm mit Maßnahmenkatalog:

    - Kurzfristmaßnahmen (Tab.: 5 aus Entwurf LAP),

    - Integriertes Gesamtkonzept: kurz-/ mittel-/langfristig,

      (Tab. 6 aus Entwurf LAP)

•   Empfehlungen für Erholungsflächen und ruhige Gebiete (Karte 10)

•   Dokumentation „Lärmaktionsplan für die Stadt Göttingen - Ergebnisse der  

    Öffentlichkeitsbeteiligung“

 

Anlagen:  
  Nr. Status Name    
Anlage 1 1 öffentlich LAP_Goettingen_Kurzfassung_1306 (1842 KB)      
Anlage 2 2 öffentlich Karte_05_Massnahmenbereiche (1190 KB)      
Anlage 3 3 öffentlich LAP_Goettingen_Kurzfassung_Tab 5 (127 KB)      
Anlage 4 4 öffentlich LAP_Goettingen_Kurzfassung_Tab 6 (136 KB)      
Anlage 5 5 öffentlich Karte_10_Empfehlungen_RuhigeGebiete (172 KB)      
Anlage 6 6 öffentlich LAP_Goettingen_Ergebnisse_Oeffentlichkeitsbete (1674 KB)      
Stammbaum:
FB67/0147/13   Entwurf Lärmaktionsplan (LAP) für die Stadt Göttingen   67-Fachbereich Stadtgrün und Umwelt   Beschlussvorlage/sonstige Vorlage
    Dezernentenkonferenz   DK-Vorlage
    Dezernentenkonferenz   DK-Vorlage
FB67/0147/13-1   Entwurf Lärmaktionsplan (LAP) für die Stadt Göttingen   67-Fachbereich Stadtgrün und Umwelt   Beschlussvorlage/sonstige Vorlage
    Dezernentenkonferenz   DK-Vorlage
FB67/0147/13-2   Lärmaktionsplan (LAP) für die Stadt Göttingen   67-Fachbereich Stadtgrün und Umwelt   Beschlussvorlage/sonstige Vorlage
 
 

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