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Betreff: Verkauf der Immobilien Bürgerstraße 13 und 15:
Vorstellung und Beratung der angebotenen Nutzungskonzepte
- EHP V 043 -
Status:öffentlichVorlage-Art:Beschlussvorlage/sonstige Vorlage
Aktenzeichen:D/80-Fr(Bürgerstr15+13öf)Bezüglich:
FB80/433/13
Federführend:80-Fachbereich Gebäude und Immobilien   
Beratungsfolge:
Ausschuss für Bauen, Planung und Grundstücke Vorberatung
06.06.2013 
26. öffentliche/nichtöffentliche Sitzung des Ausschusses für Bauen, Planung und Grundstücke zur Kenntnis genommen   
Ausschuss für Bauen, Planung und Grundstücke Vorberatung
20.06.2013 
27. öffentliche/nichtöffentliche Sitzung des Ausschusses für Bauen, Planung und Grundstücke ungeändert beschlossen   

Beschlussvorschlag
Sachverhalt
Finanzielle Auswirkungen
Anlage/n

Beschlussvorschlag:

Beschlussvorschlag:

 

Die im Rahmen des Verkaufs der Immobilien Bürgerstraße 13 und 15 eingegangenen Nutzungs- und Freiflächenkonzepte und die diesbezügliche Bewertung werden zustimmend zur Kenntnis genommen.

Begründung:

Begründung:

 

I.              Vorgeschichte, Verkaufsunterlagen und Angebote

 

Die Immobilie Bürgerstraße 15 (“ehm. Voigt-Realschule“) wurde bis Juli 2011 als Schulgebäude genutzt, was mit der Zusammenführung der Realschulen im August 2011 endete. Seitdem wurde das Gebäude für die Unterbringung der Kindertagesstätte Gartenstraße 31 und anschließend des Einwohnermeldeamtes benötigt. Parallel hatte die Verwaltung dem Deutschen Theater das 1. und 2. OG mit den Theaterprojekten „NO GO“ und „Gegen den Wind“ zur Verfügung gestellt; weiterhin wurden Zwischennutzungen für das Junge Theater in Kooperation mit der Händelgesellschaft im Dachgeschoss ermöglicht.

Diese Zwischennutzungen endeten im Februar 2013 bzw. laufen zum 30.06.2013 aus.

 

Die Immobilie Bürgerstraße 13 ist als Tauschobjekt 1979 in das Eigentum der Stadt Göttingen gelangt. Nach verschiedenen Nutzungen durch Vereine und durch den Fachbereich Jugend, sollte ein Verkauf bereits vor 12 Jahren erfolgen. Es wurden jedoch mehrfach Erweiterungsoptionen für die benachbarte Schule geprüft, die sich im Ergebnis als nicht finanzierbar erwiesen. Von einem Verkauf wurde aus diesem Grund seinerzeit abgesehen, auch wenn es hierfür stets Interessenten gab.

 

Der Verkauf der Immobilien Bürgerstraße 13 und 15 wurde durch die Verwaltung erstmals im November 2011 avisiert (vgl. Antwort auf die Anfrage der SPD-Ratsfraktion vom 24.11.2011 im Bauausschuss) und ist dem Ausschuss für Bauen, Planen und Grundstücke (Bauausschuss) in dessen Sitzung am 21.06.2012 im Rahmen der Vorstellung in öffentlicher Sitzung des Verkaufs zusätzlicher Immobilien zur Erfüllung des vom Rat am 26.04.2012 beschlossenen Entschuldungshilfeprogramms (EHP) vorgestellt worden (Vorlage FB80/407/12).

 

Demzufolge sind die Verkaufsunterlagen in den Sitzungen des Bauausschusses am 07.02. und 07.03.2013 zweimal öffentlich vorgestellt, diskutiert und mit großer Mehrheit zustimmend zur Kenntnis genommen worden. Während dieser Beratungen sind Änderungswünsche eingeflossen, Fragen beantwortet und insbesondere auch die Option zum Einzelankauf der Immobilien eröffnet worden. Diese Verkaufsunterlagen definieren eindeutig zulässige Nutzungen, beschreiben die Anforderungen an ein Angebot und formulieren mit Kaufpreishöhe, Nutzungskonzept und Freiflächenkonzept die Zuschlagskriterien und deren Gewichtung.

 

Die Verkaufsabsicht der Stadt Göttingen ist im März 2013 in verschiedenen Medien auch überregional veröffentlicht worden. Darauf sind fast 50 Anfragen hierzu von der Verwaltung bearbeitet worden, die Anzahl der „Downloads“ ist nicht bekannt. Neben einem zentralen Besichtigungstermin am 25.03.2013 haben zahlreiche zusätzliche Termine vor Ort stattgefunden.

 

Es wurden folgende Angaben und Unterlagen erbeten:

?        schriftliches eindeutig beziffertes Kaufpreisangebot

?        Nutzungskonzept (verbal und als planerische Darstellung)

?        Freiflächenkonzept mit integriertem Konzept für fließenden und ruhenden Verkehr (verbal und als planerische Darstellung 1:500)

?        Im Falle Teilabriss und neuem Anbau an die ehem. Kirche ein städtebauliches Konzept im Maßstab 1:500 sowie Aussagen über Fassadengestaltung (Ansichten) und zu verwendende Materialien

?        schriftliche Erklärung zur Übernahme der Planungskosten

 

Bis zum Abgabetermin am 06.05.2013 gingen schließlich 13 Angebote ein.

Zwei Anbieter haben ausschließlich für die Bürgerstraße 13 und ein Anbieter nur für die Bürgerstraße 15 angeboten. Die verbleibenden 10 Gebote beziehen sich jeweils auf das Gesamtpaket, wobei es hier Zusatzangebote auch für Einzelankäufe gibt.

Mehrere Interessenten haben ihr Interesse im Laufe des Verfahrens zurückgezogen, teilweise aus wirtschaftlichen Gründen aber auch wegen der öffentlichen Diskussion.

 

 

II.        Bewertung

 

Entsprechend den formulierten Kriterien ist eine Bewertung der eingegangenen Angebote erfolgt. Hierbei konnten max. 100 Punkte vergeben werden, wovon max. 50 auf die Kaufpreishöhe entfallen, max. 40 auf das Nutzungskonzept und max. 10 auf das Freiflächenkonzept.

 

1.              Kaufpreishöhe

Das Bewertungskriterium Kaufpreishöhe ist mit 50 % gewichtet. Das Höchstgebot ist maßgebend und wird mit 50 gleichgesetzt. Die weiteren Gebote werden entsprechend diesem Höchstgebot gewichtet. Zur Differenzierung von Gesamt- und Einzelgeboten werden unter Zugrundelegung der Kaufpreisvorstellung der Stadt Göttingen die Werte entsprechend gewichtet.

 

2.        Nutzungskonzept

Dieses mit 40 % gewichtete Kriterium ist zwecks differenzierter Betrachtung in weitere Einzelkriterien unterteilt. Hierbei werden in die Aspekte

-          Erfüllung der Vorgaben;

-          Schlüssigkeit der vorgeschlagenen Nutzungen / Umsetzung realistisch möglich;

-          Einklang mit dem Charakter des Gebäudes / Berücksichtigung Denkmalschutz;

-          Stimmigkeit mit dem vorhandenen Raumangebot / planerische Darstellung sowie

-          insgesamt gelungenes Gesamtkonzept

gesondert geprüft und gewichtet.

 

3.        Freiflächenkonzept

Auch hier wird noch mal nach der Freiflächengestaltung mit Einfügung in die Umgebung und Schlüssigkeit des Erschließungskonzeptes (ruhender und fließender Verkehr) differenziert.

 

Aus der Gewichtung und Verteilung der Einzelpunktzahlen ergibt sich eine Summe, die maßgebend für die Rangfolge der eingereichten Angebote ist.

 

Ein Muster der Bewertungsmatrix ist als Anlage 1 beigefügt.

 

 

III.                Die angebotenen Nutzungskonzepte

 

Die angebotenen Nutzungen bilden fast die gesamte Spannbreite der in den Verkaufsunterlagen zugelassenen Nutzungen ab. Hierbei wird überwiegend ein Nutzungsmix mit unterschiedlicher Gewichtung der verschiedenen Aspekte angeboten, zwei Angebote konzentrieren sich explizit auf eine Nutzung.

 

 

Die Bieter haben sich auf Nachfrage damit einverstanden erklärt, dass Ihre Nutzungskonzepte anonymisiert und ohne Kaufpreisangabe öffentlich vorgestellt und beraten werden.

 

Diese Konzepte sind als Anlage 2 in einer Übersicht zusammengefasst und bewertet; hierbei erfolgt auch der Hinweis auf mögliche fehlende Unterlagen (formale Prüfung). Die Reihenfolge ergibt sich aufgrund der Registrierung im Rahmen der Angebotseröffnung durch die Zentrale Vergabestelle.

 

 

Im Folgenden werden die Gebote einzeln gewürdigt:

Angebot 1

Das Angebot 1 sieht ausschließlich die Schaffung von Wohnungen in beiden Gebäuden vor. Nähere Angaben zu Grundrissen, Wohnungsgrößen und etwaigen Standards wurden ebenso wenig eingereicht wie Angaben oder Pläne zu einer Freiflächengestaltung. Insgesamt ist die vorgesehene Nutzung an diesen Standort möglich, wird aber dem Charakter der Immobilien nicht ausreichend gerecht. Ein Freiflächenkonzept kann nicht gewertet werden.

 

Angebot 2

Das Angebot 2 macht zur Nutzung des ehem. Kirchengebäudes keine Angaben. Eine planerische Darstellung fehlt, ebenso eine Aussage zur Übernahme der Planungskosten. Die vorgesehenen Nutzungen (Praxen, Kita, Büros und Wohnen) im ehem. Schulgebäude sind denkbar und auch im Hinblick auf die Grundrissaufteilung vorstellbar. Eine Änderung der Grundrissstruktur ist nicht geplant, so dass eine Gewährleistung des Gebäudecharakters gegeben ist. Unter Berücksichtigung der fehlenden Unterlagen und im Vergleich zu anderen Vorschlägen ist diese Angebot als durchschnittlich zu bewerten.

 

Angebot 3

Das Angebot 3 konzentriert sich auf Nutzungen aus dem Kulturbereich und strebt die Einrichtung eines „ArtCenter Göttingen“ an - nach einem Vorbild in einer westfälischen Großstadt. Die Angaben zu Nutzungsaufteilungen sowie die Kombination von gewerblichen („freie Berufe“) und nicht-kommerziellen Einrichtungen sind konkret. Auch die notwendigen Renovierungs- und Umbaumaßnahmen (behindertengerechter Zugang) sind dargelegt. Im ehemaligen Kirchengebäude ist außerdem Gastronomie auch im Außenbereich geplant. Eine Wohnnutzung wird lediglich im Dachgeschoß Nr. 15 geplant.
Sämtliche geforderte Unterlagen liegen vor.

Das Konzept überzeugt aufgrund der Vereinbarkeit der Nutzungen und der Stringenz insgesamt. Es liegen Erfahrungen mit diesem Konzept aus der zitierten Großstadt vor; dort besteht dies seit über 10 Jahren. Die Gebäudestrukturen bleiben erhalten (Kirchenraum, Aula, Flure und Treppenhäuser der ehem. Schule), so dass auch den Aspekt Denkmalschutz insofern Rechnung getragen wird. Auch das Freiflächenkonzept ist gelungen.

 

Angebot 4

Das Angebot 4 beschränkt sich auf die Bürgerstraße 15 und sieht ebenfalls ein Kulturzentrum vor, das jedoch auch Akzente auf die Felder Integration und Erziehung (Kita) legt. So sind Übungs- und Unterrichtsräume für den musikalischen und sportlichen Bereich vorgesehen sowie im Erdgeschoss die Einrichtung einer Kita und eines Restaurants. Dementsprechend sind auch Außenanlagen für diese Nutzungen eingeplant. Zwischen den Gebäuden ist eine Aquaponikanlage vorgesehen.

Der Nutzungsmix ist sehr breit gestreut (viele verschiedene Gruppen). Inwieweit das Zusammenspiel derart zahlreicher verschiedener Gruppen dauerhaft trägt, bleibt abzuwarten. Hier ist Frage der Verwaltung des Gebäudes von sehr gewichtiger Bedeutung und bleibt zunächst offen. Fragen bleiben auch hinsichtlich des Betriebs eines Restaurants (Sanitär-, Neben-/Lagerräume etc.).
Der Charakter des Gebäudes wird gewahrt, da bauliche Eingriffe auf das notwendige beschränkt bleiben (barrierefreier Zugang). Das Freiflächenkonzept ist der angestrebten Nutzung angepasst und fügt sich gut in den Bestand ein. Die Stellplätze an der Gartenstraße sollen gesondert vermietet werden, Stellplätze auf für das Objekt selbst auf dem Schulhof entstehen. Leider nimmt das Konzept keine Rücksicht auf das Gebäude Nr. 13, was als Nachteil anzumerken ist.

 

Angebot Nr. 5

Das Angebot Nr. 5 beschränkt sich auf die Bürgerstraße 13. Das ehem. Kirchengebäude soll in seiner Struktur erhalten bleiben und im Bestand saniert werden. Neben Wohnnutzung im rückwärtigen Bereich sind im Erdgeschoss verschiedene Nutzungen im Bereich Verwaltung, Soziales, Sport und Kultur denkbar.

Das Nutzungskonzept erscheint für das Erdgeschoss, insbesondere für den Bereich des Kirchenraumes nicht schlüssig. Es fehlt an Plänen, die zeigen könnten, wie die beschriebenen Nutzungen aufgeteilt werden sollen, die Verträglichkeit mit der Wohnnutzung (Abgrenzung, Erschließung des Wohnbereiches). Der Freiflächenplan sieht im rückwärtigen eine Zufahrt und einige Stellplätze vor und ist mit einer Parallelnutzung im Gebäude Nr. 15 vereinbar.

 

Angebot Nr. 6

Das Angebot Nr. 6 bezieht sich ebenfalls ausschließlich auf das ehem. Kirchengebäude. Es beschreibt in Wort und Bild detailliert, wie die zur Verfügung stehenden Flächen (aus)genutzt werden sollen. Der Kirchenraum wird als Veranstaltungsraum vermietet, das Erdgeschoss wird ansonsten für notwendige Nebenräume (Sanitäranlagen, Garderobe, Treppenhaus) und einen Gastronomiebereich benötigt. In den Obergeschossen ist eine Vereinsnutzung und / oder Wohnen geplant. Der Freiflächenplan sieht im rückwärtigen Bereich Stellplätze und Lieferverkehr vor und den fußläufigen Hauptzugang an der Bürgerstraße sowie einen Seiteneingang als barrierefreien Zugang.

Das Konzept ist durchdacht, wobei die vorhandene Gebäudestruktur beibehalten wird. Insgesamt ist dies als gelungen zu bezeichnen.

 

Angebot Nr. 7

Das Angebot Nr. 7 beschreibt für die Gebäudegruppe die Einrichtung eines Gesundheitszentrums. In den Gebäuden sollen Arztpraxen, Rehabilitation, ambulante Einrichtungen, Aus- und Fortbildung sowie Veranstaltungen im medizinischen Bereich eingerichtet werden. Hierbei erfolgt eine Konzentration auf einen Bereich der Medizin.

Aufgrund der angegebenen Referenzen ist eine denkmalgerechte Umgangsweise mit den Gebäuden zu vermuten, wesentliche Eingriffe in die Gebäudesubstanz sind jeweils offenbar nicht vorgesehen, leider fehlen jedoch Planunterlagen. Auch die Beschreibung der zukünftigen Nutzung von Nr. 13 und eine mögliche Aufteilung der Flächen in Nr. 15 fehlen.

Auch wenn bei der beabsichtigten Nutzung von einem nachhaltigen wirtschaftlichen Betrieb ausgegangen werden kann, sind die eingereichten Unterlangen - auch im Vergleich zu den Alternativen - leider unvollständig. Auch das Freiflächenkonzept überzeugt nicht, auch wenn eine weitere Begrünung angestrebt wird, fehlen doch Angaben beispielsweise zu Stellplätzen. Es sind Zufahrten von der Bürgerstraße wie auch der Gartenstraße vorgesehen.

 

Angebot Nr. 8

Das Angebot Nr. 8 strebt die Einrichtung eines „internationalen interkulturellen Inklusionszentrum“ an. Hier sollen Menschen mit Betreuungs- und Pflegebedarf an kulturellen Aktivitäten teilhaben können, die in öffentlichen Veranstaltungen vornehmlich im ehem. Kirchensaal und der Aula stattfinden sollen. Weiterhin ist in beiden Gebäuden die Einrichtung von Proberäumen, Ateliers, Unterrichtsräumen, Ton- und Videostudios vorgesehen. Ergänzend sollen Wohnungen für Hausmeister sowie Gäste und Künstler bereitgestellt werden. Dieses Gebot ist zweigeteilt - sollte der Erwerb als Paket nicht möglich sein, würde auch das Gebäude Nr. 15 einzeln angekauft, wobei das Nutzungskonzept dann etwas reduziert gleich bliebe.

Das Nutzungskonzept beschreibt einen breiten Mix von kulturellen Nutzungen, die möglicherweise vereinbar sind. Offen bleibt die Frage, wer die Verwaltung der Gebäude übernehmen soll, um die verschiedene Einrichtungen und „konkurrierende“ Nutzungen zu koordinieren und auch die angestrebten Vermietungen vorzunehmen. Umbauten und Renovierungsmaßnahmen sollen sukzessive erfolgen, ein klares Konzept für Nr. 13 fehlt leider ebenso, wie Pläne für eine Nutzungsaufteilung. Dies macht die Beurteilung nicht leicht. Die Umsetzung eines - zwar gewünschten - barrierefreien Zugangs ist für beide Gebäude nicht dargelegt. Auch der Freiflächenplan ist eher rudimentär.

 

Angebot Nr. 9

Das Angebot Nr. 9 bietet sowohl den Erwerb als Paket als auch der Einzelgebäude an. Das ehem. Kirchengebäude soll im Erdgeschoss für musikalische Zwecke genutzt werden, wobei im ehem. Kirchensaal auch öffentliche Veranstaltungen - ebenso möglicherweise Filmvorführungen - vorgesehen sind. In den Obergeschossen sind Wohnungen, auch eine Hausmeisterwohnung, geplant. Das Gebäude Nr. 15 soll insgesamt für kulturelle, soziale, pädagogische und integrative Aktivitäten genutzt werden; bei einem Einzelankauf würde die Hausmeisterwohnung hier vorgesehen. Insofern würden neben Übungsräumen für Musiker im Keller- und Obergeschossen, in der Aula auch Theaternutzungen und im 1. Obergeschoss Übernachtungsmöglichkeiten im Niedrigpreissektor geschaffen; im Erdgeschoss ist zudem die Einrichtung einer Kita sowie ein „Café Inklusion“ geplant.

Das Konzept scheint zunächst aufgrund der verbalen Erläuterung umsetzbar zu sein. Leider fehlen alle geforderten Pläne. Allerdings ist fraglich, ob (zeitgleich) klassische Musik im Obergeschoss und Rockbands im Kellergeschoss und eine Kita im Erdgeschoss vereinbar sind. Offen bleibt auch hier die Frage, wer die Verwaltung der Gebäude übernehmen soll, um die verschiedenen Nutzungen zu koordinieren. Kritisch wird darüber hinaus die Übernachtungsmöglichkeit in 1. OG („mittendrin“) gesehen sowie das (im Grunde fehlende) Freiflächenkonzept, das die Fragen nach Zu- und Abfahrten, Stellplätze für Fahrräder und PKW und einen Außenbereich für die vorgesehene Kita nicht beantwortet.

 

Angebot 10

Das Angebot 10 differenziert verschiedene Ankaufsszenarien, im Wesentlichen ist jedoch ein Ankauf als Paket oder nur die Bürgerstraße 13 angeboten.

Es werden sehr ausführlich die Bandbreite an theoretischen Nutzungsmöglichen darstellt und schließlich auch zahlreiche angestrebte Nutzungen erläutert.

In der Bürgerstraße 13 soll der ehm. Kirchenraum als (religiöse) Begegnungsstätte („Drei-Religionen-Haus“), als Versammlungsstätte, als Ausstellungsraum, als Wirtschaftsfläche für Gaststätten, Einzelhandel, Büros und Praxen, als Wohnraum oder für „andere Nutzungen“ (Probebühnen, Aktenräume, Urnenbegräbnisstätte) genutzt werden. Der rückwärtige Bereich würde für Wohnungen ausgebaut. Das Gebäude soll insgesamt erhalten bleiben, Nebengebäude abgerissen und der Bestand saniert werden. Sollte der Kirchenraum wirtschaftlich nicht zu betreiben sein, würden Zwischendecken eingezogen und Wohnungen entstehen.

In der Bürgerstraße 15 im Erdgeschoss und 1. Obergeschoss ist Büronutzung vorgesehen, im 2. Obergeschoss eine gemischt kulturell-soziale Nutzung oder Beherbergungsgewerbe, Call - Center (Aula) oder Gastronomie; denkbar sind auch hier Wohnungen.

Die Festlegung auf eine oder einige Nutzungen erfolgt explizit nicht.

Auch zum Freiflächenkonzept wird sehr ausführlich erläutert und verschiedene Möglichkeiten aufgezeigt; ein Übersichtsplan zeichnet einen Vorschlag auf.

Ein gezielter Vorschlag bleibt im gesamten Angebot offen. Ein schlüssiges Konzept oder konkretes Vorhaben wird nicht beschrieben und ist nicht erkennbar, insofern bleibt das Angebot in Bezug auf Nutzungskonzept trotz sehr ausführliche Erläuterungen sehr vage; auch die Grundrisspläne helfen hier nicht weiter.

 

Angebot 11

Das Angebot 11 umfasst beide Gebäude. Die ehem. Kirche wird im Bestand erhalten und saniert. Im rückwärtigen Bereich sollen Übungsräume für Musiker entstehen, der Kirchenraum als Veranstaltungsraum hergerichtet werden, wo auf Mietbasis auch andere Nutzungen möglich wären (Kino). Als Nutzer für das Gebäude gibt es Gespräche mit einer Stiftung. Die planerische Darstellung bei Nr. 13 fehlt.

Das Gebäude Nr. 15 wird im Erdgeschoss und 1. Obergeschoss durch Büronutzung geprägt, wobei im 1. OG ein privater Kindergarten hinzukommt. Im 2. Oberschoss und im Dachgeschoss ist die Einrichtung von Wohnungen vorgesehen; in die Aula sollen 3 Maisonettwohnungen integriert werden. Das Nebengebäude am Wall wird als Musik- und Veranstaltungsraum ausgebaut.

Das Freiflächenkonzept sieht die Schaffung eines begrünten Parkdecks im süd-östlichen Grundstücksbereich vor, das über Brücken mit dem Wall und dem 1. OG des Gebäudes verbunden werden. Der ehemalige Schulhofbereich wird ansonsten weitgehend begrünt, die Stellplatzanlage an der Gartenstraße bleibt einseitig erhalten.

Das Konzept trennt einen kulturellen Teil in der ehem. Kirche und einen Bereich für Dienstleistungen und Wohnen, was insgesamt gelungen ist. Inwieweit eine Kindergartennutzung integrierbar ist, bleibt intensiver zu prüfen.

 

Angebot 12

Das Angebot 12 sieht die ehem. Kirche als sanierungsfähig an, daher wird eine solche angestrebt, die im rückwärtigen Bereich in den Obergeschossen Wohnen vorsieht. Das Erdgeschoss mit Kirchensaal soll für Veranstaltungen (auch Kino) mit Gastronomie und Nebenräumen zur Verfügung gestellt werden. Eine planerische Darstellung fehlt.

Das Gebäude Nr. 15 wird in den Obergeschossen als Hostel und Wohnbereich ausgebaut, wobei die Aula als „Frühstücks“- und Veranstaltungsraum dienen soll. Im Keller- und Erdgeschoss sind Übungsräume, Büros und Ateliers für Freiberufler und Künstler wie auch für soziale Einrichtungen vorgesehen. Auch fehlt die planerische Darstellung.

Das Nebengebäude am Wall soll als Gartenhaus dienen.

Das Freiflächenkonzept sieht eine klare Trennung von Verkehrs- und Grün-/Aufenthaltsflächen vor; es überzeugt insgesamt.

Insgesamt scheint das Konzept hinsichtlich der klaren Struktur für das Gebäude Nr. 13 gelungen, während die Vielzahl der Nutzungen für Nr. 15 auch im Hinblick auf die angestrebte Hostelnutzung überdacht werden könnte. Auch wegen der fehlenden Pläne zum Nutzungskonzept bleiben insgesamt Bedenken.

 

Das Angebot 13 sieht eine Neukonzeption für das ehem. Kirchengebäude vor: während der Kirchensaal saniert und zu einem kulturellem Begegnungsort ausgebaut wird - der weitgehend kostenfrei zur Verfügung gestellt werden soll -, wird der rückwärtige Teil des Gebäudes abgerissen und als Wohnraum neu errichtet.

Das Gebäude Nr. 15 wird im Erd- und 1. Obergeschoss mit Büros und Praxen ausgestaltet und in den Obergeschossen zu Wohnzwecken. Das Kellergeschoss soll mit einer Zufahrt vom Schulhof aus als Tiefgarage dienen und steht für Nebenräume zur Verfügung.

Das Nebengebäude am Wall wird als Atelierhaus gesondert vermietet.

Die Freiflächen sind klar gegliedert - die Grün-, Spielplatz und Aufenthaltsflächen befinden sich im Süd-Osten und vor dem Gebäude Nr. 15, der fließende Verkehr soll über die Gartenstraße aber auch von der Bürgerstraße aus zwischen den Gebäuden geführt werden; hierüber wird auch die Tiefgarage erschlossen.

Das Nutzungskonzept ist für Nr. 15 insgesamt schlüssig. Die Neugestaltung des Kirchengebäudes ist in architektonischer Hinsicht sicher streitbar, die angestrebten Nutzungen erscheinen jedoch vereinbar.

Das Nebengebäude am Wall soll als Musik- und Veranstaltungsraum ausgebaut werden.

Die Einrichtung einer Tiefgarage im Kellerschoss des Gebäudes Nr. 15 dürfte ebenso umstritten sein wie die Gestaltung des geplanten neuen Anbaus an das ehem. Kirchengebäude.

Finanzielle Auswirkungen:

Finanzielle Auswirkungen:

 

Kaufpreiseinnahme

 

Wegfall der laufenden Kosten

Anlagen:

Anlagen:

 

Anlage 1:              Bewertungsmatrix

 

Anlage 2:              Übersicht Nutzungskonzepte mit Bewertung

Anlagen:  
  Nr. Status Name    
Anlage 1 1 öffentlich Anlage 1 Auswahlmatrix Vorlage 2013-06-20 (19 KB)      
Anlage 2 2 öffentlich Anlage 2 Übersicht Nutzungskonzepte mit Bewertung Vorlage 2013-06-20 (37 KB)      
Stammbaum:
FB80/433/13   Verkauf der Immobilien 'Bürgerstraße 15 und 13' Vorstellung Verkaufsunterlagen   80-Fachbereich Gebäude und Immobilien   Beschlussvorlage/sonstige Vorlage
    Dezernentenkonferenz   DK-Vorlage
FB80/0452/13   Verkauf der Immobilien Bürgerstraße 13 und 15: Vorstellung und Beratung der angebotenen Nutzungskonzepte - EHP V 043 -   80-Fachbereich Gebäude und Immobilien   Beschlussvorlage/sonstige Vorlage
 
 

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