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Betreff: Vorbereitende Untersuchungen "Nordstadt"
1) Einleitungsbeschluss
2) Antrag der SPD-Ratsfaktion "Städtebauliche Entwicklungsmaßnahme Nordstadt - Den Lebenswert der Nordstadt erhalten und verbessern" (RBK 1062)
Status:öffentlichVorlage-Art:Beschlussvorlage/sonstige Vorlage
Federführend:61-Fachbereich Planung, Bauordnung und Vermessung   
Beratungsfolge:
Ausschuss für Bauen, Planung und Grundstücke Vorberatung
24.01.2013 
21. öffentliche/nichtöffentliche Sitzung des Ausschusses für Bauen, Planung und Grundstücke ungeändert beschlossen   
Verwaltungsausschuss Entscheidung

Beschlussvorschlag
Sachverhalt
Finanzielle Auswirkungen
Anlage/n

Beschlussvorschlag:             

1)      Die vorbereitenden Untersuchungen „Nordstadtsollen gem. § 141 BauGB eingeleitet werden.

2)      Der im Bezug benannte überwiesene Antrag (RBK 1062) wird hiermit zunächst für erledigt erklärt – einer erneuten Beratung im Rat bedarf es zunächst nicht.

Begründung:

 

Um die städtebaulichen Strukturen im Stadtquartier „Nordstadt“ zu stärken und zu entwickeln, beabsichtigt die Stadt Göttingen einen Antrag auf Aufnahme in das Städtebauförderungsprogramm des Landes Niedersachsen zu stellen. Dazu ist die Durchführung einer „vorbereitenden Untersuchung“ (VU) im Sinne des § 141 BauGB sowie die Erstellung eines integrierten Stadtentwicklungskonzepts beabsichtigt. Die VU soll die Grundlage für eine Anmeldung voraussichtlich für die Programmkomponente „Stadtumbau West“ bzw. „Aktive Stadt- und Ortsteilzentren“ im Mai 2013 bilden.

 

Im August 2012 wurden fünf Planungsbüros zur Abgabe von Honorar- und Leistungsangeboten aufgefordert. Es ist beabsichtigt, die VU durch das Büro PlanZwei (in Kooperation mit PGT, Verkehrsplanung) erarbeiten zu lassen.

 

Das Untersuchungsgebiet umfasst eine Fläche von etwa 50 ha. Das Gebiet wurde großräumig definiert, um zunächst einen umfassenden räumlichen und funktionalen Zusammenhang herzustellen (siehe Anlage). Es grenzt unmittelbar an die östlich gelegene Universität und Universitätskliniken an. Im Westen reicht es mit gewerblichen Nutzungen bis an die Bahngleise und besteht im Kernbereich östlich der Weender Landstraße überwiegend aus Geschoßwohnungsbau. In diese Wohnbauflächen sind einzelne Nahversorger eingebettet. Hier zeigen sich Tendenzen einer Überversorgung, die u.U. zu Leerständen führen können. Das Gebiet wird im Westen von der Weender Landstraße (B3) erschlossen, die aufgrund ihrer Erschließungsfunktion stark vom Verkehr belastet ist. Im Umfeld der Universität ist ein auffälliger Parkdruck zu beobachten. Die mit der Verkehrsbelastung verbundenen Emissionen führen zu negativen Auswirkungen auf die Wohnqualität. Durch eine konzeptionelle Analyse des fließenden und ruhenden Verkehrs sollen Perspektiven für eine Neuausrichtung erarbeitet werden. Die Wohnungsbestände im Gebiet zeigen teilweise einen Modernisierungsbedarf hinsichtlich Zuschnitt, Ausstattung, Energiekonzept sowie Attraktivität des Wohnumfelds. Gewerbliche Nutzungen befinden sich in einer Umbruchphase, so dass auch hier zukunftsfähige Konzepte gefragt sind.

Der Untersuchungsbereich und die Untersuchungsinhalte können während der Bearbeitung ggf. an die Erfordernisse angepasst werden (z.B. Einbeziehung des Idunazentrums oder anderer relevanter Bereiche).

 

Im Untersuchungsgebiet leben derzeit rd. 5.557 Einwohner. Bei den Altersgruppen ist auffällig, dass die Nordstadt überwiegend von jungen Erwachsenen bewohnt wird. Der Anteil der 18-30-Jähigen liegt mit knapp 50 % deutlich höher als in der Gesamtstadt (30%), was auf den hohen Anteil studentischer Wohnbevölkerung zurück zu führen ist. Kinder und ältere Bevölkerung sind unterdurchschnittlich vertreten. Die Sozialhilfedichte liegt leicht über den Durchschnittswerten; die Anteile der Bevölkerung mit Migrationshintergrund sind eher unauffällig.

 

Vorbereitende Untersuchungen

Die vorbereitenden Untersuchungen sollen hinsichtlich ihrer programmatischen Schwerpunktsetzung, hinsichtlich des anzustrebenden Maßnahmenkonzeptes und des Finanzrahmens und schließlich der abschließenden Gebietsabgrenzung für eine entsprechende Antragstellung beim Land Niedersachsen ausgearbeitet werden. Dazu sind Analysen und Begründungen für die Aufnahme als Programmgebiet zusammenzustellen. Hierbei soll besonderer Wert auf die Stärken-Schwächen Analyse und die Aussagen für ein umsetzungsorientiertes integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept gelegt werden. Da die Auswahl des Programmtyps noch nicht erfolgt ist und von den Erhebungen vor Ort abhängig ist, ergeben sich ggf. unterschiedliche inhaltliche Schwerpunktsetzungen, die zu diesem Zeitpunkt noch nicht zu bestimmen und werden im Zusammenhang mit der Bearbeitung abgestimmt. Dabei werden die auszuarbeitenden Entwicklungskonzepte an die jeweilig anzustrebende Programmkulisse anzupassen sein. Zur Diskussion stehen die Gebietstypen:

-          Aktive Stadt- und Ortsteilzentren bzw.

-          Stadtumbau West

 

Integriertes Handlungs- und Entwicklungskonzept

Integrierte Handlungs- und Entwicklungskonzepte sind essenzielle Voraussetzungen für die Programmförderung. Sie gehen über baulich-investive Maßnahmen deutlich hinaus. Sie nehmen den Stadtteil als Ganzes mit seinen Querschnittsthemen der ökonomischen, sozialen und ökologischen Rahmenbedingungen in den Fokus (z.B. Wirtschaft und Beschäftigung; Bildung, Soziales, Integration; generationengerechte Quartiersentwicklung und Kultur; klimagerechte Stadtteilentwicklung) und bündeln ressortübergreifend Ressourcen.

Im integrierten Handlungskonzept werden wichtige lokale Partner und die die Bürgerinnen und Bürger aktiv in den Planungsprozess eingebunden.

 

Partizipation und Erhebung der Mitwirkungsbereitschaft

Im Dialog mit örtlichen Kooperationspartnern und der Bewohnerschaft werden die strategischen Entwicklungsziele und daraus das integrierte Entwicklungskonzept abgeleitet. Zentraler Erfolgsfaktor eines integrierten Entwicklungskonzeptes ist die Beteiligung der Bewohnerschaft. Vorgesehen ist eine Verknüpfung von Bewohneraktivierung und förmlicher Erhebung der Mitwirkungsbereitschaft: Zunächst werden die Träger öffentlicher Belange in einer schriftlichen Abfrage ihrer Interessen zu möglicherweise betroffenen Belangen im Sanierungsgebiet befragt. Ferner erfolgt eine Abfrage der Interessen der lokalen Akteure wie z.B. Wohnungswirtschaft und Betriebe des Gewerbes und Handels. Der Beteiligung der Bewohnerinnen und Bewohner wird eine besondere Bedeutung beigemessen. In einem öffentlichen Stadtteilgespräch / Zukunftswerkstatt (voraussichtlich am 08.03.) sollen die Bewohnerinnen und Bewohnern durch die Mitwirkung an der Bestandsaufnahme und Bestandsbeurteilung und der Diskussion des Entwicklungskonzeptes beteiligt werden. Darüber hinaus soll ein projektbegleitender Arbeitskreis zur Vernetzung der Handlungsfelder Wohnen – Infrastruktur – Verkehr - öffentlicher Raum die vorbereitenden Untersuchungen flankieren.

 

Zusammenfassender Bericht

Im zusammenfassenden Bericht werden die Ergebnisse der vorbereitenden Untersuchungen dokumentiert. Es werden die Sanierungsziele in sozialer, struktureller und städtebaulicher Hinsicht zusammengefasst. Es wird auf mögliche Nachteile für die Bewohner hingewiesen und Hinweise zur Durchführung gegeben. Auf der Grundlage der Ergebnisse der Vorbereitenden Untersuchungen kann die Stadt die förmliche Festsetzung des Sanierungsgebietes treffen.

Finanzielle Auswirkungen:

Für die VU „Nordstadt“ werden Honorarkosten von rd. 35.000 € erforderlich. Die Mittel stehen im Haushalt 2013 zur Verfügung.  (Kostenstelle: 6111100/ Kostenträger: 5112300/ Sachkonto: 4291200)

Anlagen:

 

1)      Übersichtsplan mit Untersuchungsbereich

2)      Ablaufplanung

3)      Antrag der SPD-Ratsfaktion v. 16.11.12 „Städtebauliche Entwicklungsmaßnahme Nordstadt – Den Lebenswert der Nordstadt erhalten und verbessern“ (RBK 1062)

Anlagen:  
  Nr. Status Name    
Anlage 1 1 öffentlich Anlage 1 Übersichtsplan NOS (441 KB)      
Anlage 3 2 öffentlich Zeitplan_VU_Nordstadt (54 KB)      
Anlage 2 3 öffentlich SPD-Antrag RBK 1062 (787 KB)      
 
 

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