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Betreff: "Aufbau eines Archivs der Göttinger Migrationsgeschichte" (RBK lfd. Nr. 1047)
Überweisungsbeschluss des Rates vom 13.07.2012
Status:öffentlichVorlage-Art:Beschlussvorlage/sonstige Vorlage
Federführend:41-Fachbereich Kultur   
Beratungsfolge:
Ausschuss für Kultur und Wissenschaft/Betriebsausschuss Stadthalle Vorberatung
18.09.2012 
7. öffentliche/nichtöffentliche Sitzung des Ausschusses für Kultur und Wissenschaft/Betriebsausschusses der Stadthalle (offen)   

Beschlussvorschlag
Sachverhalt
Finanzielle Auswirkungen
Anlage/n

Stellungnahme der Verwaltung

 

Die Entscheidung über den Antrag wird zunächst bis zum Abschluss des Forschungs- und Ausstellungsprojekts des Instituts für Kulturanthropologie/Europäische  Ethnologie der Universität Göttingen „Movements of Migration. Ein Göttinger Wissensarchiv der Migration“ zurückgestellt. Dieses interaktive und partizipatorische digital gestützte „Wissensarchiv der Migration“ soll schließlich an das Stadtarchiv Göttingen übergeben werden. Im Zusammenhang mit der Übertragung dieses Wissensarchivs müssen die Bedingungen im einzelnen geklärt werden.

 

 

Begründung:

 

Die Verwaltung begrüßt den Antrag in der Sache, sieht sich aber ohne eine entsprechende Aufstockung der Personal- und Sachmittel nicht in der Lage, ein Konzept zum Aufbau und Betrieb eines Archivs der Göttinger Migrationsgeschichte vorzulegen. Dies würde aber im Widerspruch stehen zu dem vom Rat beschlossenen EHP-Programm.

 

Die Verwaltung unterstützt stattdessen das Forschungs- und Ausstellungsprojekt des Instituts für Kulturanthropologie/Europäische Ethnologie der Universität Göttingen „Movements of Migration. Ein Göttinger Wissensarchiv der Migration“.

 

Darüber hinaus gibt die Verwaltung Folgendes zu bedenken:

 

Zunächst ist festzustellen, dass der Begriff Migration nicht auf Zuwanderung von Arbeitskräften nach 1955 (sog. Gastarbeiter) beschränkt werden sollte. Zumindest die Flüchtlinge und Vertriebenen nach dem Zweiten Weltkrieg sind mit in den Blick zu nehmen, da sich durch sie die sozialen, konfessionellen und allgemein gesellschaftlichen Verhältnisse in Göttingen mindestens so stark geändert haben wie durch den Zuzug der „Gastarbeiter“. In diesem Zusammenhang ist für Göttingen das Lager Friedland bis in die Gegenwart von überragender Bedeutung.

 

Sowohl im Museum wie auch vor allem im Stadtarchiv liegen Objekte bzw. Dokumente zur Geschichte der Migration in Göttingen.  Museum und Archiv sind jetzt und in Zukunft bestrebt, neben anderen gesellschaftlichen Entwicklungen auch das Thema Migration durch Sammlung und Übernahme schriftlicher und dinglicher historischer Zeugnisse angemessen zu dokumentieren. In der Dauerausstellung des Museums wird im Raum der Religionen das Thema „Migration“ angesprochen und präsentiert. Das ist auch der Grund, warum der „Runde Tisch Abraham“, ein Arbeitskreis der beiden christlichen Konfessionen, der Jüdischen Gemeinde und der Ditib-Moschee, seinen jährlichen Tag der offenen Tür im Museum durchführt.

 

Die im Antrag gestellten Fragen werden wie folgt beantwortet:

 

zu 1)

Die im Museum und im Stadtarchiv vorhandenen zahlreichen Dokumente und dinglichen Zeugnisse zur Göttinger Migrationsgeschichte sind nicht speziell zu diesem Thema erschlossen. Sie daraufhin zu sichten, zusammenzustellen und auszuwerten erfordert daher einen beträchtlichen Rechercheaufwand, der ohne zusätzliche Personal- und Finanzmittel weder vom Museum noch vom Archiv geleistet werden kann.

 

Zu 2)

Das Gleiche gilt für die Beteiligung anderen Einrichtungen an einem solchen Projekt, da diese Arbeit koordiniert und organisiert werden muss.

 

Finanzielle Auswirkungen:

 

Personal- und Sachmittel in derzeit nicht abschätzbarer Höhe

Finanzieller Spielraum für die Aufnahme neuer Aufgaben besteht nicht.

Anlage:

 

Antrag der Bündnis 90/Die Grünen-Ratsfraktion vom 27.06.2012

 

Anlagen:  
  Nr. Status Name    
Anlage 1 1 öffentlich B90-13-7-2012-Archiv-der-Goettinger-Migrations (461 KB)      
 
 

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