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Betreff: Fortschreibung des Regionalen Konzeptes
"Gemeinsame Erziehung
für Kinder mit und ohne Behinderung in Kindertagesstätten in Göttingen";
Einrichtung zusätzlicher Integrationsgruppen
Status:öffentlichVorlage-Art:Beschlussvorlage/sonstige Vorlage
Federführend:51-Fachbereich Jugend   
Beratungsfolge:
Jugendhilfeausschuss Vorberatung
13.09.2012 
8. öffentliche/nichtöffentliche Sitzung des Jugendhilfeausschusses ungeändert beschlossen   
Rat Entscheidung
14.09.2012 
9.öffentliche/nichtöffentliche Sitzung des Rates der Stadt Göttingen ungeändert beschlossen   

Beschlussvorschlag
Sachverhalt
Finanzielle Auswirkungen
Anlage/n

Beschlussvorschlag des Jugendhilfeausschusses:

 

„Der Rat möge beschließen:

 

Der Fortschreibung des Regionalen Konzeptes Gemeinsame Erziehung für Kinder mit und ohne Behinderung in Kindertagesstätten in Göttingenwird zugestimmt.

 

Im Einzelnen wird

 

·         der Einrichtung einer  zweiten Integrationsgruppe in der ev.-luth. Kindertagesstätte Petri-Haus,

  • der Umwandlung der Integrationsgruppe in der ev.-luth. Kindertagesstätte St.
    Martin in eine Krippengruppe,
  • der Einrichtung von Integrationskrippengruppen in der ev.-luth. Kindertagesstätte Petri-Haus, in der Kindertagesstätte Bunte Welt, in der Kindertagesstätte Bunsenstraße sowie
  • der Umwandlung der Krippe Löwenkinder des CVJM in eine Integrationskrippe

    

zugestimmt.“

 

Begründung:

 

Nach dem Sozialgesetzbuch XII und dem Kinder- und Jugendhilfegesetz – Sozialgesetzbuch VIII - ist Kindern, die sowohl nicht nur vorübergehend als auch wesentlich in ihrer sozialen Integration behindert sind bzw. denen eine solche Behinderung ohne helfende Maßnahme droht, Eingliederungshilfe zu gewähren.

 

Kinder mit Körperbehinderungen und mit geistig und seelischen Behinderungen, Kinder mit Sprach- oder Mehrfachbehinderungen, Kinder mit Teilleistungsschwächen sind im gleichen Sinne wie Kinder mit Seh- und Hörstörungen auf körperlichem Gebiet behindert. Als Auswirkungen von Teilleistungsstörungen droht ihnen eine wesentliche seelische Behinderung.

 

Festzustellen ist, dass diese Kinder einen Rechtsanspruch auf Eingliederung (Rehabilitation) haben und im Zusammenhang mit dem Rechtsanspruch auf einen Kindergartenplatz, ab 01.08.2013 auch auf einen Betreuungsplatz für Kinder ab Vollendung des ersten Lebensjahres, ist die Integration in einer Tageseinrichtung für Kinder durchzuführen.

 

             

Nach den rechtlichen Vorgaben sollen Integrationsplätze

 

·                     wohnortnah (§ 3 Abs. 6 KiTaG)

·                     und vorrangig in Integrationsgruppen (§ 1 Abs. 3 der 2. DVO KiTaG)

 

bereitgestellt werden.

 

Im Regionalen Konzept „Gemeinsame Erziehung für Kinder mit und ohne Behinderung in Kindertagesstätten in Göttingen“ wird die wohnortnahe Versorgung mit Integrationsplätzen mit oberster Priorität verfolgt. Eltern wünschen sich zunehmend eine wohnortnahe Betreuung ihrer Kinder mit besonderem Förder- und Betreuungsbedarf.

 

             

Derzeitige Situation in Göttingen

 

Im Stadtgebiet beteiligen sich zurzeit 21 Einrichtungen mit 29 Integrationsgruppen am Regionalen Konzept. Aktuell werden 104 Kinder auf Integrationsplätzen betreut.

 

In den letzten Jahren hat sich der Bedarf an integrativer Betreuung in den einzelnen Stadtgebieten unterschiedlich entwickelt.

 

St. Martin:

Da wenig Nachfrage aus den umliegenden Wohngebieten (Geismar) bestand, wurden in den letzten Jahren Kinder aus anderen Stadtgebieten von ihren Eltern oder einem Fahrdienst in die Einrichtung gebracht. In diesem Jahr gab es keine Anfrage aus dem Einzugsgebiet.

 

Derzeit verfügt die Einrichtung über

·         1 Regelgruppe mit 25 Plätzen ganztags

·         1 Regelgruppe Mit 25 Plätzen 3/4tags

·         1 Integrationsgruppe mit 18 Plätzen 3/4tags

·         2 Hortgruppen mit je 20 Plätzen

 

Mangels Nachfrage nach Integrationsplätzen aus Geismar soll die Integrationsgruppe in eine Krippengruppe umgewandelt werden.

 

Petri-Haus:

Seit jeher besteht in Grone ein überdurchschnittlich hoher Bedarf an Integrationsplätzen. Auch seit der Einrichtung einer weiteren Integrationsgruppe im letzten Jahr im Paritätischen Kindergarten Grone hat sich die Situation nicht verändert. Im Petri-Haus wurden zum Teil ausnahmsweise 5 Kinder mit besonderem Förder- und Betreuungsbedarf betreut, andere Kinder aus dem Einzugsgebiet werden in Kitas in entfernten Stadtgebieten betreut.

 

Die Einrichtung verfügt derzeit über

·         1 Integrationsgruppe mit 18 Plätzen

·         1 Regelgruppe mit 25 Plätzen

·         1 Integrationskrippengruppe mit 12 Plätzen

 

Die Regelgruppe soll dem örtlichen Bedarf entsprechend in eine Integrationsgruppe umgewandelt werden.

 

Integration in der Krippe:

Das Modellvorhaben des Landes endete am 31.7.2012. Inzwischen sind die künftigen Leistungen der Eingliederungshilfe seitens des Landesamtes für Soziales, Jugend und Familie per Rundschreiben geregelt. Für die ergänzenden Leistungen der Jugendhilfe liegt ein Entwurf zur Änderung der 2. Durchführungsverordnung zum KitaG vor. Danach bleiben die landesseitig festgelegten Rahmenbedingungen künftig in Hinblick auf Personalausstattung und finanzielle Förderung von I-Krippenbetreuung hinter den Vorgaben des Modellvorhabens zurück. So ist beispielsweise in I-Krippengruppen, in denen zwei Kinder mit Behinderung betreut werden, nicht mehr die Beschäftigung einer heilpädagogischen Fachkraft im Umfang einer vollen Stelle, sondern nur noch über 25 Wochenstunden vorgesehen. Die Finanzpauschalen des überörtlichen Sozialhilfeträgers sind nach Anzahl der Kinder mit Integrationsbedarf differenziert und sollen neben der heilpädagogischen Förderung auch sämtliche behinderungsbedingt anfallenden zusätzlichen Sachkosten des Trägers einschließlich der Fahrtkosten der Kinder zur Kindertagesstätte decken. Dafür sind sie jedoch nicht hoch genug. Die anteilige Mitfinanzierung der heilpädagogischen Fachkraft aus Mitteln des MK entfällt.

 

Die Verwaltung hat den NST gebeten, beim Land darauf hinzuwirken, dass zumindest die Qualitäts- und Finanzierungsstandards des Modellvorhabens erhalten bleiben.

 

Folgende Krippengruppen, die bereits am Modellvorhaben teilgenommen haben, werden in Integrationskrippengruppen umgewandelt:

 

-          Krippe der Kita Petri-Haus (Träger: ev.-luth. Kirchengemeinde St. Petri, Grone)

-          Krippe der Kita „Bunte Welt (Träger: Studentenwerk)

-          Krippe Löwenkinder (Träger: CVJM)

-          Krippe der Kita Bunsenstraße (Träger: Kinderhaus e.V.)

 

In den ersten drei genannten Gruppen werden jeweils zwei Integrationskinder betreut, in der Krippe der Kita Bunsenstraße ein Kind.

 

 

 

 

Finanzielle Auswirkungen:

Finanzielle Auswirkungen:

 

a) Finanzhaushalt

 

Für die Umwandlung der I-Gruppe in eine Krippengruppe in der ev. Kita St. Martin ist ein Umbau erforderlich, der sich auf 105.000 € belaufen wird. Hierfür hat das Land bereits einen Investitionskostenzuschuss in gleicher Höhe bewilligt.

 

b) Ergebnishaushalt

 

Die finanziellen Auswirkungen sind in nachstehender Tabelle dargestellt:

 

Kita

Änderung

bisheriger jährlicher BKZ

künftiger jährlicher BKZ

Differenz

Petri Haus

Umwandlung KiGa in I-KiGa

       81.800 €

      110.300 €

     28.500 €

ev. Kita St. Martin

Umwandlung I-KiGa in Krippe

       83.300 €

        66.500 €

-    16.800 €

Petri Haus

I-Krippe

       54.700 €

       73.540 €

     18.840 €

Bunte Welt, SW

I-Krippe

       62.650 €

        81.490 €

     18.840 €

Löwenkinder, CVJM

I-Krippe

       39.000 €

        48.200 €

      9.200 €

Bunsenstr., KH

I-Krippe

       90.500 €

      109.340 €

     18.840 €

Summe

 

     411.950 €

     489.370 €

     77.420 €

 

Die Kalkulationen der Betriebskostenzuschüsse für die I-Krippen ab dem 01.08.2012 beruhen auf einer Hochrechnung, der die neuen Fördermodalitäten zu Grunde gelegt worden sind. Sobald die 2. DVO KitaG in Kraft getreten ist, werden die Kita-Träger um eine Vorschaukalkulation gebeten.

 

Anlagen:

 

Fortschreibung des Regionalen Konzeptes „Gemeinsame Erziehung für Kinder mit und ohne Behinderung in Kindertagesstätten in Göttingen“ (Änderungen sind blau hervorgehoben)

 

 

 

Anlagen:  
  Nr. Status Name    
Anlage 1 1 öffentlich Deckblatt Regionales Konzept (10 KB)      
Anlage 2 2 öffentlich Regionales Konzept (183 KB)      
 
 

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