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Betreff: Bebauungsplan Göttingen Nr. 244 "Zwischen GVZ und Weender Landstraße"
- Aufstellungsbeschluss
Status:öffentlichVorlage-Art:Beschlussvorlage/sonstige Vorlage
Federführend:61-Fachbereich Planung, Bauordnung und Vermessung   
Beratungsfolge:
Ausschuss für Bauen, Planung und Grundstücke Vorberatung
08.03.2012 
6. öffentliche/nichtöffentliche Sitzung des Ausschusses für Bauen, Planung und Grundstücke ungeändert beschlossen   
Verwaltungsausschuss Entscheidung

Beschlussvorschlag
Sachverhalt
Finanzielle Auswirkungen
Anlage/n

Beschlussvorschlag:

Beschlussvorschlag:             

 

1. Für den nachfolgend aufgeführten Geltungsbereich wird der Aufstellungsbeschluss gem. § 2 Abs. 1 BauGB für den Bebauungsplan Göttingen Nr. 244 „Zw. GVZ und Weender Landstraße“ gefasst.

 

2. Die Verwaltung wird beauftragt, für den o. g. Bebauungsplan das erforderliche Verfahren mit Durchführung der frühzeitigen Beteiligung der Öffentlichkeit und der Behörden gem. §§ 3 Abs. 1 und 4 Abs. 1 BauGB einzuleiten.

 

3. Ziele und Zwecke der Planung:
- Neuordnung der Gewerbe- und Mischgebietsflächen
- Festsetzung von Gewerbegebieten, eingeschränkten Gewerbegebieten, Mischgebieten, Sondergebiet Einzelhandel (Gallus-Park), öffentlichen und privaten Grünflächen, Verkehrsflächen

- Regelung der Zulässigkeit von Einzelhandel nach Flächen und Sortimenten entsprechend dem Einzelhandelskonzept der Stadt Göttingen

- Berücksichtigung der von den Gebieten ausgehenden Emissionen und der auf sie einwirkenden Immissionen und Festsetzung flächenbezogener Schalleistungspegel

- Festsetzung der überbaubaren Flächen und Gebäudehöhen

 

4. Geltungsbereich:
Vom Bartholomäusfriedhof im Süden bis an die Liebrechtstraße im Norden mit einer Ausdehnung von rd. 900 m, vom Grundstück Güterbahnhofstr. 8 -10 (ehem. Bahngebäude) im äußersten Westen über die östlich des Güterverkehrszentrums liegenden Flächen bis an die Weender Landstraße in einer Ausdehnung von rd. 250 m. Die Fläche beträgt rd. 11,2 ha.

Begründung:

Begründung:

 

Das wie im Geltungsbereich beschriebene Gebiet zwischen Bartholomäusfriedhof im Süden, stillgelegtem Mehle Fabrik-Gelände im Norden, GVZ im Westen und Weender Landstraße im Osten unterliegt einem starken Veränderungsdruck. Mit diesem Veränderungsdruck drohen Gefahren wechselseitiger Störungen, die einzelne Nutzungen in ihrer Ausübung gefährden.

 

-            Im Süden bildet der Bartholomäusfriedhof als denkmalgeschütztes Ensemble den grünen Ruhepol des Areals.

-            Zwischen Bartholomäusfriedhof und Güterbahnhofstraße drohen Nutzungskonflikte zwischen Wohn- und Gewerbenutzung. Das Gebiet ist bislang nicht bauleitplanerisch abgesichert. Durch die Spielräume, die sich mit der Bewertung von Vorhaben im Rahmen des Einfügens nach § 34 BauGB ergeben, zeichnen sich bodenrechtliche Spannungen ab, zu deren Bewältigung eine Bauleitplanung erforderlich wird.

-            Westlich des Bartholomäusfriedhofs zeichnet sich auf dem Gelände des ehem. Lokschuppens am Maschmühlenweg mit dem Bau eines Rundbogens für Wohn- und Gewerbenutzung eine positive städtebauliche Entwicklung ab. Diese Nutzungen werden als Mischgebiet in der Bauleitplanung in einem eigenen Verfahren berücksichtigt.

-            In den ehem. Bahngebäuden Güterbahnhofstraße 8 – 10, die im rechtskräftigen Bebauungsplan als Gewerbegebiet festgesetzt sind, sind durch neue Nutzungen Konflikte mit dem unmittelbar nordöstlich angrenzenden Güterverkehrszentrum (GVZ)  und der Verladeanlage für den kombinierten Verkehr nicht ausgeschlossen. Neu hinzukommende Nutzungen können u. U. Einschränkungen für bereits vorhandene Nutzungen, insbesondere des GVZ, bis hin zu Betriebseinschränkungen bedeuten. Aufgrund der hohen Bedeutung des GVZ für die Wirtschaft und die Verkehrsinfrastruktur müssen hier Regelungen getroffen werden, die den Betrieb des GVZ sichern.

-            In dem Bereich nördlich der Güterbahnhofstraße wurden in den letzten Jahren zwei große Gebäude mit Studentenwohnungen gebaut, diese entsprachen dem Planungsrecht. Der Bau eines dritten Gebäudes war beabsichtigt, konnte aber nicht realisiert werden, weil das Planungsrecht dem entgegen stand und eine Planänderung abgelehnt wurde. Eine weitere Verdichtung der Wohnbebauung musste abgelehnt werden, weil mit der Tendenz zur Entwicklung eines Wohngebiets eine Verschärfung der Konfliktlage zwischen Wohn- und Gewerbenutzung die Folge wäre.

-            Im Westen des Gebietes entwickelt sich das Güterverkehrszentrum zu einem neuen, sich täglich Rund-um-die-Uhr in Betrieb befindlichen gewerblichen Nutzungsschwerpunkt. Die Bahn hat ihre Verladeanlage für den kombinierten Verkehr erneuert und vergrößert. Mit Bau der nördlichen Anbindung des GVZ an den Autobahnzubringer Göttingen-Nord wird sich die Entwicklung verstärkt fortsetzen. Mit der Intensivierung der gewerblichen Nutzung steigen die damit verbundenen Auswirkungen und lösen Regelungsbedarf für die zulässigen Nutzungen, etwa in Bezug auf die zulässigen Lärmkontingente aus.

-            Im Bereich der ehemaligen Spielzeugfabrik zwischen Fabrikweg und Boieweg ruht seit vielen Jahren jegliche Aktivität. Das Areal hat städtebauliche Potentiale, die es zu nutzen gilt. Das Gebiet ist bis heute planungsrechtlich nicht erfasst. Mit einer Überplanung werden Impulse für eine mögliche Entwicklung gegeben.

-            Im Bereich des Gallus-Park wurde nach Schließung des Baumarktes, die in dichter zeitlicher Abfolge mit der Eröffnung des Kaufparks eintrat, mit einem Bebauungsplan eine Regelung für neue Einzelhandelsnutzungen getroffen. Diese gilt es zu überprüfen und ggfls. anzupassen.

-            Die Werkhallen des Büroartikelherstellers Mehle sind seit der Betriebsaufgabe vor einigen Jahren ungenutzt. Auch hier bestehen Potentiale für eine Umnutzung und bauliche Veränderungen. Mit einer Überplanung wird hier der mögliche Rahmen vorgegeben werden.

-            Mit der Planung wird auch die Wohnbebauung an der Liebrechtstraße, die zwischen Gewerbe- und Industrieflächen sowie Hauptverkehrsstraße liegt, in angemessener Form zu berücksichtigen sein, auch wenn die Fläche nicht im Geltungsbereich dieser Planung liegt.

 

Während auf der Ebene des Flächennutzungsplanes eine grobe Gliederung der Nutzungsarten erfolgt, setzt der Bebauungsplan darauf aufbauend die Details der Planung fest.

Dementsprechend werden die zulässigen Nutzungsarten festgesetzt als Sondergebiete Einzelhandel, Gewerbegebiete, eingeschränkte Gewerbegebiete (Beschränkung auf solche Gewerbebetriebe, die wie jene in Mischgebieten das Wohnen nicht wesentlich stören) und Mischgebiete. Das Maß der baulichen Nutzung wird festgesetzt mit Angabe der Faktoren zur Grundflächenzahl, Geschossflächenzahl, Anzahl der Vollgeschosse, Gebäudehöhen usw., die überbaubaren Flächen werden mit Baugrenzen festgesetzt. Nach Untersuchung des Bodens bzw. der Altlastenverdachtsfälle, werden ggfls. Kennzeichnungen über verunreinigten Boden in den Plan aufgenommen. Zur Wahrung des Immissionsschutzes werden Werte über die höchstzulässigen Schalleistungspegel festgesetzt, weiter erfolgen Festsetzungen der vorhandenen, zu erhaltenden Grünflächen und Bäume und der neu zu entwickelnden.

Der Aufstellungsbeschluss ist der Auftrag an die Verwaltung, die Bürger gem. § 3 Abs. 1 BauGB frühzeitig an der Planaufstellung zu beteiligen, einen Planentwurf auszuarbeiten und damit gem. § 4 Abs. 1 BauGB auch die frühzeitige Beteiligung der Behörden, Träger öffentlicher Belange, Verbände und städtischer Fachdienste durchzuführen. Die politischen Gremien werden danach wieder am Beschluss über die Zustimmung zum Entwurf und zur öffentlichen Auslegung beteiligt.

Finanzielle Auswirkungen:

Finanzielle Auswirkungen:

Die Kosten für erforderliche Boden- bzw. Altlastengutachten können noch nicht beziffert werden.

Anlagen:

Anlagen:

Übersichtsplan mit Geltungsbereich

Anlagen:  
  Nr. Status Name    
Anlage 1 1 öffentlich Übersichtsplan Geltungsbereich (494 KB)      
 
 

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