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Betreff: Umbau der Königsallee zwischen Godehardstraße und Groner Landstraße (3. BA)
Status:öffentlichVorlage-Art:Beschlussvorlage/sonstige Vorlage
Federführend:61-Fachbereich Planung, Bauordnung und Vermessung   
Beratungsfolge:
Ausschuss für Bauen, Planung und Grundstücke Vorberatung
19.01.2012 
3. öffentliche/nichtöffentliche Sitzung des Ausschusses für Bauen, Planung und Grundstücke zur Kenntnis genommen   
Ausschuss für Bauen, Planung und Grundstücke Vorberatung
09.02.2012 
4. öffentliche/nichtöffentliche Sitzung des Ausschusses für Bauen, Planung und Grundstücke vertagt (zurückgestellt)   
23.02.2012 
5. öffentliche/nichtöffentliche Sitzung des Ausschusses für Bauen, Planung und Grundstücke vertagt (zurückgestellt)   
22.03.2012 
7. öffentliche/nichtöffentliche Sitzung des Ausschusses für Bauen, Planung und Grundstücke geändert beschlossen   
Ausschuss für Bauen, Planung und Grundstücke Vorberatung
Ausschuss für Bauen, Planung und Grundstücke Vorberatung
Verwaltungsausschuss Entscheidung

Beschlussvorschlag
Sachverhalt
Finanzielle Auswirkungen
Anlage/n

Beschlussvorschlag :

Beschlussvorschlag

 

Der Planung zum Umbau der Königsallee zwischen Godehardstraße und Groner Landstraße wird zugestimmt.

Begründung:

Begründung:

 

1. Planungsanlaß und Planungsziele

 

Die Königsallee ist eine stark belastete Hauptverkehrsstraße im Nordwesten Göttingens. Sie ist für alle Verkehrsarten eine wichtige Verbindungsachse zwischen den Stadtteilen Holtensen, Holtenser Berg, Hagenberg sowie Teilen des Stadtteils Grone mit der Innenstadt und dient darüber hinaus auch dem überörtlichen Verkehr aus dem nordwestlichen Umland. Dementsprechend ist sie im Verkehrsentwicklungsplan als Hauptverkehrsstraße ausgewiesen und als Landesstraße klassifiziert (L 554).

 

Die Königsallee weist in ihrem derzeitigen Zustand erhebliche verkehrliche und gestalterische Defizite auf, die die Bedingungen für die unterschiedlichen Nutzungen in dieser Straße (Wohnen, Gewerbe/Handel, Verkehr) stark beeinträchtigen. Dies war Anlass für die Planung einer grundlegenden Neugestaltung des Straßenraums zwischen der Groner Landstraße und dem Hagenweg. Durch die Inbetriebnahme der Westumgehung im Herbst 1996 und dadurch bereits erreichte Verlagerungen im Schwerverkehr ergaben sich zusätzliche Umgestaltungsgründe und -spielräume.

 

Als 1. Bauabschnitt (BA) wurde bereits 1998 die Einmündung Königsallee/Grätzelstraße zu einem Kreisverkehr umgebaut und im Jahr 2000 als 2. BA der Abschnitt zwischen der Grätzelstraße und der Godehardstraße einschließlich der Einmündung mit der Godehardstraße (ebenfalls als Kreisverkehr) umgestaltet.

 

Nun soll als 3. BA der im Anhang dargestellte Abschnitt zwischen der Godehardstraße und der Groner Landstraße umgestaltet werden.

 

Die Verkehrsbelastung in diesem Abschnitt der Königsallee liegt derzeit (Erhebung vom Mai 2010) bei ca. 9.000 Kfz/Tag. Der Schwerverkehrsanteil liegt bei ca. 2,5 %.

 

Die Königsallee ist Bestandteil des städtischen Radroutennetzes, so dass bei der Umsetzung der Maßnahme in Anlehnung an die aktuellen Regelwerke ein besonderes Augenmerk auf die Verbesserung der Verkehrsverhältnisse für den Radverkehr gelegt wird.

 

Im Einzelnen werden mit der Umbauplanung (neben den übergeordneten Punkten Verbesserung der Verkehrsverhältnisse und Erhöhung der Verkehrssicherheit) folgende vorrangigen Ziele verfolgt:

·      Verbesserung der Situation für den Fußgängerverkehr (besser nutzbare Gehwege, verbesserte Querungsmöglichkeiten)

·      Verbesserungen für den Radverkehr durch Schaffung funktionsfähiger und richtlinienkonformer Radverkehrsanlagen sowie verbesserter Querungsmöglichkeiten

·      Erhalt der Funktionsfähigkeit für den Kfz-Verkehr entsprechend der Bedeutung als Hauptverkehrsstraße unter Berücksichtigung der übergeordneten Netzzusammenhänge

·      Erhöhung der Verkehrssicherheit und Gewährleistung der erforderlichen Leistungsfähigkeit an den Knotenpunkten

·      Neuordnung des ruhenden Kfz-Verkehrs

·      gestalterische Aufwertung und bessere städtebauliche Einbindung vor allem der Seitenbereiche (u.a. Begrünung)

·      möglichst kostengünstige Umgestaltung (u.a. Verzicht auf Grunderwerb)

 

2. Bestandsdarstellung / Defizite

 

Die Länge der Baustrecke des beschriebenen Abschnittes beträgt ca. 620 m, die Straßenraumbreite schwankt zwischen ca. 16,00 m und 20,00 m.

Der gesamte Straßenverlauf ist aufgrund der heutigen Straßenraumaufteilung durch folgende verkehrliche Probleme und Defizite gekennzeichnet:

 

·      Fußgängerverkehr: Teilweise schlecht nutzbare Gehwege (u.a. Behinderungen durch ruhenden Kfz-Verkehr und den zwangsläufig auf den Gehweg ausweichenden Radverkehr), z.T. schlechte Überquerbarkeit der Königsallee und der einmündenden Nebenstraßen

·      Radverkehr: Vorhandene Radwege entsprechen nicht annähernd den erforderlichen Qualitäts- und Sicherheitsstandards (Breiten teilweise unter 1,00 m, Behinderungen durch Fußgängerverkehr und den ruhenden Kfz-Verkehr, ungenügende Sicherung an Kreuzungen und Einmündungen)

·      Kfz-Verkehr: Ungeordnete Verhältnisse im ruhenden Verkehr, teilweise Behinderung des Fußgänger- und Radverkehrs)

 

Die Straße weist zudem insgesamt einen schlechten Zustand auf (Verdrückungen, Risse, unebene Fahrbahn), so dass eine Grunderneuerung zwingend erforderlich ist.

 

3. Planungskonzept ( Stand : erste Bauausschusssitzung am 19.01.2012 )

 

Aus den generellen Zielen (vgl. Punkt 1) und den konkreten Defiziten und Problemen ergibt sich folgende grundsätzliche Herangehensweise bei der Planung:

·      Neuaufteilung des Straßenquerschnitts

·      Umgestaltung der Knoten und Einmündungen (in unterschiedlichem Umfang).

 

Als neuer Regelquerschnitt ist folgende Aufteilung des Straßenraums vorgesehen:

 

·      Kfz-Fahrbahn mit einer Regelbreite von 6,50 m (Begegnungsverkehr Bus/Bus)

·      Beidseitige Radfahrstreifen (Regelbreite 1,85 m je Richtung)

·      Ein-/beidseitige(r) Längsparkstreifen von je 2,00 m Breite, durch Baumpflanzungen gegliedert

·      Beidseitige Gehwege ( Breite von ca. 1,75 m bis 2,25 m )

 

Im Einmündungsbereich zur Groner Landstraße beträgt die Breite des Links- und Rechtsabbiegers 3,00 m. Die vorhandene Dreiecksinsel im Einmündungsbereich (“freier Rechtsabbieger“) wird zugunsten einer sichereren Abwicklung des Fuß- und Radverkehrs zurückgebaut.

 

Grunderwerb ist nach derzeitigem Planungsstand nicht erforderlich.

 

Im Bereich der Straße Kogelhof, auf der Höhe des fußläufigen Verbindungsweges zur Egelsberg-Schule, ist zur sicheren Überquerung der Königsallee ein Fußgängerüberweg mit Lichtzeichenanlage angedacht. Die genaue Lage des Fußgängerüberweges wird im Rahmen der weiteren Planungen noch festgelegt.

 

Der Umbau dieses Abschnittes der Königsallee soll im Frühjahr 2012 beginnen. Aufgrund der Länge des Abschnittes wird von einer Bauzeit von rund zwei Jahren ausgegangen.

 

 

4. Anliegerinformation ( Vorstellung des Planungskonzeptes am 24.01.2012 )

 

Am 24.01.2012 wurde seitens der Verwaltung die Straßenplanung in einer Anliegerversammlung vorgestellt. Hierbei wurden von den Anliegern insbesondere folgende Punkte angesprochen:

 

·                Die bereits heute angespannte Parksituation darf sich nicht verschlechtern, gegenüber dem heutigen Bestand sind zu wenig Stellplätze geplant. Daher sollen durchgehende Parkbuchten ohne Schrägen (also keine bauliche Abtrennung im Bereich der Grundstückszufahrten) angelegt werden. Die Anlieger sprechen sich für die Ausweisung von Bewohnerparken in der Königsallee aus.

·                Die Notwendigkeit von Radverkehrsanlagen wurde angezweifelt.

·                Hochbordradwege wurden vom überwiegenden Teil der Anwesenden als sicherer empfunden als von der Fahrbahn abmarkierte Radfahrstreifen (in der Vorzugsvariante der Verwaltung vorgesehen).

·                Die Querungshilfe im Bereich Kogelhof wurde kontrovers diskutiert, hier gab es kein einheitliches Meinungsbild.

·                Die Anlieger kritisieren den ihrer Meinung nach zu hohen finanziellen Beitrag der Anlieger an den Baukosten.

 

Zu den Anmerkungen der Anlieger hat die Verwaltung wie folgt Stellung genommen :

 

·                Durchgehende Parkbuchten ohne Schrägen sind prinzipiell natürlich möglich, aber hier besteht aus Sicht der Verwaltung die Gefahr, dass die Grundstückszufahrten durch parkende Fahrzeuge sehr eingeengt werden, sodass das Ein – und Ausfahren ( auf das Grundstück / vom Grundstück ) schwierig werden kann. Auch die Sichtbeziehungen können beim Ausfahren vom Grundstück durch das beengte Parken beeinträchtigt werden. Die Anregung – insbesondere aufgrund der breiten Zustimmung seitens der anwesenden Anlieger - wird aber von der Verwaltung bei den weiteren Planungen berücksichtigt, um die Anzahl der Stellplätze zu optimieren. Zusätzlich wird versucht, auf der Ostseite der Königsallee im Bereich der Häuser Nr. 6- 8 eine weitere Parkbucht mit vier bis fünf Stellplätzen anzulegen. Außerdem wird die Möglichkeit in Betracht gezogen, in diesem Bereich Bewohnerparken einzurichten.

·                Die Königsallee ist Bestandteil des städtischen Radroutennetzes. Die Radverkehrsanlagen (Hochbordradweg oder Radfahrstreifen) sind als Angebotsplanung zu verstehen (die Straße wird nach dem Umbau voraussichtlich die nächsten 15 bis 20 Jahre hinsichtlich ihrer Straßenraumaufteilung nicht mehr verändert, so dass man vorausschauend planen muss), um den Radverkehrsanteil zu erhöhen. Zurzeit benutzen nur wenige RadfahrerInnen die Königsallee. Dies liegt aber auch in den derzeit schlechten Bedingungen für den Radverkehr (zu enge Radwege, durch Autos beparkt) begründet.

·                Nach der aktuellen ERA (Empfehlungen für Radverkehrsanlagen) sind – so die neuesten Forschungsergebnisse - Radfahrstreifen sicherer als Hochbordradwege. Die Breite mit 1,85 m entspricht diesen Empfehlungen (Regelmaß). Die Anliegervariante mit Hochbordradwegen entspricht allerdings auch den aktuellen Regelwerken, so dass auch diese Variante als umsetzbar anzusehen ist und im Sinne der Anlieger dem Bauausschuss zum Beschluss vorgeschlagen werden kann.

·                Die Höhe der Anliegerbeiträge ergeben sich aus den Vorgaben des Niedersächsischen Kommunalabgabegesetzes ( NKAG ) in Verbindung mit der Straßenausbaubeitragssatzung der Stadt. Hierbei wird die Funktion der Straße ( z. B. reine Wohnstraße oder stark belastete Durchgangsstraße ) berücksichtigt und die Beitragshöhe entsprechend festgesetzt. Der Anliegeranteil in einer Wohnstraße ist somit höher als der in einer Durchgangsstraße. Diese rechtlichen Vorgaben lassen keine weitere Reduzierung der Anliegerbeiträge zu.

 

5. Überarbeitetes Planungskonzept ( aufbauend auf den Ergebnissen der Anliegerinformation vom 24.01.2012, vorgestellt in der Bauausschusssitzung am 09.02.2012 )

 

Abweichend vom ursprünglichen Verwaltungsvorschlag ( Bauausschusssitzung 19.01.2012 ) ergaben sich nach der Anliegerinformation am 24.01.2012 folgende Änderungen in der Planung:

 

·                Die Straße erhält beidseitig Hochbordradwege mit einer Breite von 1,60 m zuzüglich Schutzstreifen von 0,50 m entlang der Fahrbahn bzw. 0,75 m entlang der Parkbuchten. Als Konsequenz wird sich die Gehwegbreite auf der Ostseite hierdurch in Teilbereichen von 1,75 m auf 1,58 m reduzieren.

·                Die Parkbuchten werden ohne bauliche Abgrenzung der Grundstückszufahrten hergestellt ( Folge : Schaffung einer höheren Stellplatzanzahl ).

·                Im Bereich der Häuser Nr. 6 – 8 wird eine zusätzliche Parkbucht mit vier bis fünf Stellplätzen errichtet. Hierdurch wird sich in diesem Bereich die Gehwegbreite zwangsläufig auf 1,50 m reduzieren.

·                Eine Mittelinsel in Höhe Hausnr. 45 wird als Querungshilfe für Fußgänger angelegt.

 

 

6. Endgültiges Planungskonzept ( Stand : Bauausschusssitzung am 22.03.2012 )

 

Im Rahmen der intensiven Beratungen im Bauausschuss am 09.02.2012, 23.02.2012 und 22.03.2012 sowie im Dialog mit den Anwohnern am 28.02.2012 und 13.03.2012 ergaben sich noch folgende zusätzliche Änderungen / Ergänzungen:

 

·                Von der Mittelinsel im Bereich Kogelhof bis zum Kreisel an der Godehardstraße wird eine Geschwindigkeitsbeschränkung auf 30 km/h als Streckengebot eingerichtet.

·                In Höhe Hausnr. 35 / 36 wird eine Engstelle zur Verkehrsberuhigung und als weitere Querungshilfe angelegt.

·                Vor den Treppen auf der Westseite ( Hausnr. 27/29 und 35/37 ) wird die Radwegführung verdeutlicht.

·                Im südlichen Bereich wird eine Fahrbahnverschwenkung zur weiteren Verkehrsberuhigung eingerichtet.

·                Die Stellplätze vor der Fa. Qioptiq werden gleichzeitig als zeitlich befristete Ladezone für die hier ansässigen Firmen vorgesehen.

·                Für die Königsallee zwischen Godehardstraße und Groner Landstraße und die noch festzulegenden angrenzenden Straßen wird ein Konzept zur Einrichtung des Bewohnerparkens entwickelt.

 

Die Fahrbahnbreite wird wie ursprünglich geplant 6,50 m betragen.

Finanzielle Auswirkungen:

 

 

Die Baukosten betragen ca. 2.100.000,- € (brutto), die Planungskosten ca. 170.000,-- €.

Die Baukosten sind nach dem Entflechtungsgesetz (EntfG) förderfähig. Die Fördersumme beträgt ca. 726.000,-- €. Als NKAG-Beiträge sind 807.000,- € veranschlagt.

 

Anlagen:

Anlagen:

 

aktualisierter Lageplan Variante 1e1

Protokoll der Anliegerinformation am 24.01.2012

Anlagen:  
  Nr. Status Name    
Anlage 1 1 öffentlich Variante 1e.1,Fahrbahnversatz und Einengung (1477 KB)      
Anlage 2 2 öffentlich Protokoll Bürgerinformation 24 01 12 (29 KB)      
 
 

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