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Betreff: Bebauungsplan Göttingen Nr. 34, 3. Änderung "Ehemalige Wörthkaserne"
- Aufstellungsbeschluss
Status:öffentlichVorlage-Art:Beschlussvorlage/sonstige Vorlage
Federführend:61-Fachbereich Planung, Bauordnung und Vermessung   
Beratungsfolge:
Ausschuss für Bauen, Planung und Grundstücke Vorberatung
09.06.2011 
73. öffentliche/nichtöffentliche Sitzung des Ausschusses für Bauen, Planung und Grundstücke vertagt (zurückgestellt)   
23.06.2011 
74. öffentliche/nichtöffentliche Sitzung des Ausschusses für Bauen, Planung und Grundstücke ungeändert beschlossen   
Ausschuss für Bauen, Planung und Grundstücke Vorberatung
Verwaltungsausschuss Entscheidung

Beschlussvorschlag
Sachverhalt
Finanzielle Auswirkungen
Anlage/n

Beschlussvorschlag:

Beschlussvorschlag:             

 

Der Verwaltungsausschuss beschließt:

 

1.       Für den nachfolgend aufgeführten Geltungsbereich wird der Aufstellungsbeschluss gem. § 2 Abs. 1 BauGB für den Bebauungsplan Göttingen Nr. 34, 3. Änderung „Ehemalige Wörthkaserne“ gefasst.

Es ist beabsichtigt ein beschleunigtes Verfahren ohne Umweltprüfung gemäß   § 13a BauGB durchzuführen.

 

2.       Die Verwaltung wird beauftragt, für den o. g. Bebauungsplan das erforderliche Verfahren mit der Durchführung der frühzeitigen Beteiligung der Öffentlichkeit und der Behörden gem. §§ 3 Abs. 1 und 4 Abs. 1 BauGB einzuleiten.

 

3.       Ziele und Zwecke der Planung:

 

-            Festsetzung eines allgemeinen Wohngebietes (WA)

-            Steuerung der Bebaubarkeit der Grundstücke hinsichtlich Geschossigkeit, Gebäudehöhen und Bautiefe.

 

4.       Geltungsbereich:

 

Der Geltungsbereich wird im Norden durch die südliche Gebäudereihe der Straße „Am Feuerschanzengraben“, im Westen durch die Sternstraße, im Süden durch einen Spielplatz und im Osten durch die Wohnbebauung Ingeborg-Nahnsen-Platz 5-7 und 11.

 

Er beinhaltet die Flurstücke 20/3, 20/9, 20/10 und 20/12 der Flur 28 Göttingen.

 

Maßgeblich für die Abgrenzung ist die zeichnerische Darstellung des Bebauungsplanes im Maßstab 1:500.

Begründung:

Begründung:

 

Planungsanlass:

 

Auf dem Grundstück befindet sich derzeit ein altes Göttinger Kino - das „Sterntheater“. Dies wurde nach über sechzigjährigem Betrieb geschlossen.

 

Früher war das Grundstück Teil der Wörth-Kaserne. In diesem Teilbereich entstand 1936 das Reithaus anstelle des zuvor abgerissenen Exerzierhauses. 1949 hatte die Firma Hugo Stinnes die Reithalle zu einem modernen Lichtspieltheater umgebaut. Es war seinerzeit das größte und modernste Kino der Stadt. Im Februar dieses Jahres fand die letzte Kinovorstellung statt.

 

Das Gelände ist nunmehr verkauft und soll einer neuen Nutzung zugeführt werden. Entsprechend der näheren Umgebung sollen hier Wohngebäude entstehen

 

 

Ausgangslage und Zielsetzungen:

 

Bereits 1998 wurde mit der zweiten Änderung des Bebauungsplanes auf diesem Grundstück eine Wohnbebauung vorgesehen, da abzusehen war, dass mit den neuen Kinogenerationen ein wirtschaftliches Betreiben dieses Hauses auf Dauer nicht mehr möglich sein würde.

Im rechtsverbindlichen Bebauungsplan war die Anzahl der Wohneinheiten begrenzt worden, da im öffentlichen Straßenraum nur wenige öffentliche Stellplätze angeboten werden können.

 

Der nun vorliegende Bebauungsentwurf lehnt sich insbesondere an die nördlich angrenzende gründerzeitliche Bebauung an der Straße „Am Feuerschanzengraben“ an. Es sollen zwei Mehrfamilienhäuser entstehen, deren notwendige Stellplätze alle in einer auf dem Grundstück geplanten Tiefgarage untergebracht werden sollen.

Da die alten Baugrenzen, Festsetzungen zur Geschossigkeit, Geschossflächen und auch die Begrenzung der Tiefgarage nicht mit den für die beiden Stadtvillen notwendigen Grenzen übereinstimmen, ist die Änderung des Bebauungsplanes in diesem Bereich erforderlich.

 

Es soll ein allgemeines Wohngebiet (WA) gem. § 4 BauNVO festgesetzt werden.

Die ausnahmsweise zulässigen Nutzungen nach § 4 (3) BauNVO sollen nicht zugelassen werden, da diese von ihrem Störgrad in dieser „engen“ städtischen Situation zu ungewollten Konflikten führen würden.

 

Energetisches Konzept:

1.       Im Bebauungsplan sollen Vorgaben zur Energieversorgung vorgesehen werden. Hier sind insbesondere Aspekte der Energieeffizienz oder der Nutzung regenerativer Energiequellen zu berücksichtigen. Zur Wärmeversorgung soll eine umweltschonende Technik mit geringen CO2-Emissionen zum Einsatz kommen. Zusätzlich ist der Einsatz von Photovoltaik zu prüfen. Zur genauen Vorgehensweise werden Vorgaben im Städtebaulichen Vertrag getroffen.

2.       Zudem werden Festsetzungen zur Ausgestaltung der energetischen Standards der Hochbauten getroffen. Diese sollen mindestens der EnEV 2009 entsprechen; angestrebt wird der Standard eines KfW-Effizienzhauses 85, soweit wirtschaftlich vertretbar. Hierbei können auch Maßnahmen der Dachbegrünung zum Einsatz kommen.

3.       Es soll verpflichtend festgesetzt werden, dass im Vorfeld ein Energienachweis zu erstellen ist.

4.       Falls die Vorhabenträgerin die Dachflächen nicht selbst nutzen will, ist zu prüfen, ob die Dachflächen dritten Betreibern für den Betrieb von Photovoltaik-Anlagen zur Verfügung gestellt werden können, soweit der Betrieb derartiger Anlagen  technisch und wirtschaftlich sinnvoll ist.

 

Verfahren:

 

Der Geltungsbereich umfasst eine Größe von 3072 m², so dass der Schwellenwert von 20.000 m² bebaute Fläche gem. § 13a BauGB nicht erreicht werden kann.

 

Das Aufstellungsverfahren soll daher gemäß § 13a BauGB durchgeführt werden. Die Durchführung einer Vorprüfung i. S. des § 13a Abs. 1 Satz 2 Nr. 2 BauGB ist nicht erforderlich. Bei der vorliegenden Planung handelt es sich um eine planungsrechtliche Änderung im beplanten Innenbereich des bebauten Siedlungsgebiets der Stadt, die weniger als 20.000 m² Grundfläche festsetzt.

 

Weiterhin wird der Bebauungsplan voraussichtlich keine Zulässigkeit von Vorhaben, die einer Pflicht zur Durchführung einer Umweltverträglichkeitsprüfung unterliegen oder die die Erhaltungsziele und den Schutzzweck von Gebieten von gemeinschaftlicher Bedeutung und der Europäischen Vogelschutzgebiete im Sinne des Bundesnaturschutzgesetzes beeinträchtigen (§ 13a Abs. 2 i.V.m. § 1 Abs. 6 Nr. 7 Buchstabe b BauGB), begründen.

 

Damit werden voraussichtlich alle Anforderungen, die an die Zulässigkeit der Aufstellung eines Bebauungsplanes gemäß des Verfahrens nach § 13a BauGB gestellt werden, erfüllt.

 

Finanzielle Auswirkungen:

Finanzielle Auswirkungen:

 

Durch die Aufstellung des Bebauungsplanes entstehen der Stadt Göttingen keine Kosten. Kosten für das Planungsbüro und eventuell notwendige Gutachten werden vom Eigentümer übernommen. Mit diesem wird zur Kostenübernahme ein städtebaulicher Vertrag geschlossen.

 

Anlagen:

Anlagen:

 

·           Übersichtsplan Geltungsbereich

·           Städtebaulicher Entwurf

·           Ost- und Westansicht

 

Anlagen:  
  Nr. Status Name    
Anlage 1 1 öffentlich Goe 34_03_Übersichtsplan Geltungsbereich_AB (210 KB)      
Anlage 2 2 öffentlich Städtebaulicher Entwurf (272 KB)      
Anlage 3 3 öffentlich Ansicht Osten (703 KB)      
Anlage 4 4 öffentlich Ansicht Westen (381 KB)      
 
 

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