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Betreff: Bebauungsplan Göttingen Nr. 32, 6. Änderung, "Ehem. Lüttichkaserne"
- Aufstellungsbeschluss
Status:öffentlichVorlage-Art:Beschlussvorlage/sonstige Vorlage
Federführend:61-Fachbereich Planung, Bauordnung und Vermessung   
Beratungsfolge:
Ausschuss für Bauen, Planung und Grundstücke Vorberatung
23.06.2011 
74. öffentliche/nichtöffentliche Sitzung des Ausschusses für Bauen, Planung und Grundstücke ungeändert beschlossen   
Verwaltungsausschuss Entscheidung

Beschlussvorschlag
Sachverhalt
Finanzielle Auswirkungen
Anlage/n

Beschlussvorschlag:

Beschlussvorschlag:

 

Der Verwaltungsausschuss beschließt:

 

1.       Für den nachfolgend aufgeführten Geltungsbereich wird der Aufstellungsbeschluss gem. § 2 Abs. 1 BauGB für den Bebauungsplan Göttingen Nr. 32, 6. Änderung, “Ehem. Lüttichkaserne“ mit örtlicher Bauvorschrift über Gestaltung (ÖBV) gefasst.

 

2.       Das Verfahren soll gemäß § 13a Abs. 1 Satz 2 Nr. 2 BauGB durchgeführt werden. Die Verwaltung wird beauftragt, die überschlägige Prüfung der zu erwartenden Umweltauswirkungen unter Berücksichtigung der Anlage 2 zum BauGB sowie gemäß § 3c des UVPG durchzuführen.

 

3.       Die Verwaltung wird beauftragt, für den o. g. Bebauungsplan das erforderliche Verfahren mit Durchführung der frühzeitigen Beteiligung der Öffentlichkeit und der Behörden gem. §§ 3 Abs. 1 und 4 Abs. 1 BauGB einzuleiten.

 

4.       Die Verwaltung wird beauftragt, für den o. g. Bebauungsplan den Entwurf zu erarbeiten.

 

5.       Ziele und Zwecke der Planung:

 

§         Umsetzung der Ziele aus dem städtebaulichen Leitbild 2020

§         Aktivierung innerstädtischer Baulandpotentiale und Sicherung einer städtebaulich geordneten Entwicklung

§         Festsetzung eines sonstigen Sondergebietes gem. § 11 BauNVO mit der Zweckbestimmung für Büro- und Verwaltungsgebäude

§         Festsetzung eines allgemeinen Wohngebietes gem. § 4 BauNVO unter Ausschluss von Tankstellen und Gartenbaubetrieben

§         Festsetzung eines Mischgebietes gem. § 6 BauNVO unter Ausschluss von Gartenbaubetrieben, Tankstellen und Vergnügungsstätten.

§         Festsetzung von öffentlichen Straßenverkehrsflächen sowie einer Versorgungsanlage

 

6.       Geltungsbereich:

 

Der Geltungsbereich der 6. Änderung umfasst im Wesentlichen die Flächen der Gothaer Versicherung sowie der westlich angrenzenden Geismar Landstraße, die zuletzt mit der rechtsgültigen 2. Änderung des Bebauungsplanes überplant wurden.

Der Geltungsbereich schließt im Westen an die westlich der Geismar Landstraße liegende Wohnbebauung an. Im Norden grenzt er an die südlich der Straße Am Weißen Steine liegende Wohnbebauung an. Im Osten grenzt der Geltungsbereich an die Wörthstraße an. Im südöstlichen Bereich schließt er Teile der Breslauer Straße ein und grenzt an den Standort der Feuerwehr an. Gegenüber dem Feuerwehrgebäude verläuft die Grenze des Geltungsbereiches Richtung Norden und schließt dann in westlicher Richtung wieder an der Geismar Landstraße an.

Begründung:

 

Begründung:

 

Planungsanlass:

 

In Folge von Umstrukturierungsmaßnahmen wurde der Standort der Gothaer Versicherung in Göttingen verkleinert. Der zwischen Geismar Landstraße und Wörthstraße liegende Gebäudekomplex wird nur noch in Teilen durch die Gothaer genutzt. Mehrheitlich befinden sich hier bereits andere Büro-, Dienstleistung- und Verwaltungseinrichtungen.

Die Hauptgebäude sind im westlichen und nördlichen Grundstücksbereich konzentriert. Im Innenbereich befindet sich ein qualitätvoll gestalteter Freiraum mit Wasserfläche. Die weiteren Grundstücksflächen sind in großen Teilen mit weitläufig organisierten Stellplatzflächen sowie verschiedenen Nebengebäuden, die teils ungenutzt sind, belegt.

Der Grundstückseigentümer sieht diesbezüglich eine Neuorganisation der letztgenannten Anlagen vor, was zu einer Freisetzung von Flächenpotentialen führt. Diese sollen einer neuen Nutzung zugeführt werden.

Hierfür sollen die planungsrechtlichen Voraussetzungen geschaffen werden, welche eine adäquate Nutzung im Rahmen einer zu präferierenden Innenentwicklung ermöglichen und eine städtebaulich geordnete Entwicklung gewährleisten.

 

 

Städtebauliches Konzept:

 

Das der Planung zugrunde liegende städtebauliche Konzept wurde im Rahmen eines städtebaulichen Gutachterverfahrens ermittelt. Der ausgewählte Entwurf der ARGE Bankert, Linker & Hupfeld mit Foundation 5+ Architekten BDA, beide Kassel, erhält wie gefordert die wesentlichen Strukturen der Verwaltungsbauten auf der Westseite des Plangebietes sowie die Teichanlage. Im östlichen und südlichen Bereich, bis hin zur Breslauer Straße, sind Arrondierungen des Verwaltungsstandortes vorgesehen. Hier sollen bei Bedarf im Wesentlichen Büro- und Dienstleistungsflächen entstehen, im südlichen Bereich ist aber auch Wohnen denkbar.
Auf der zur Wörthstraße orientierten östlichen Seite des Areals, auf dem sich bisher im Wesentlichen Parkplätze sowie vereinzelte ein- bis zweigeschossige Gebäude befinden, sollen vier Baufelder entstehen. Diese sind jeweils getrennt voneinander entwickelbar und sollen unterschiedliche Gebäudetypologien ermöglichen. Entlang der Wörthstraße sind Geschosswohnungsbauten mit drei bis vier Geschossen, nach Westen hin Stadthäuser mit zwei bis drei Geschossen vorgesehen. Die Gebäude gruppieren sich um Wohnhöfe, die der Erschließung sowie dem Aufenthalt dienen. Vorwiegend sollen hier Wohnnutzungen in unterschiedlichen Arten und Eigentumsformen untergebracht werden. In Teilen der Erdgeschosszonen schlagen die Entwurfsverfasser Nicht-Wohn-Nutzungen (Dienstleistung, Kleingewerbe, Läden, Gastronomie) vor. Mit dieser kleinteiligen Nutzungsmischung soll eine Vielfalt und Lebendigkeit im Quartier gefördert werden.
Mittig zwischen den beiden o.g. Bereichen wird ein zentraler Park vorgeschlagen. Dieser soll als Bindeglied fungieren und der Öffentlichkeit zu Verfügung stehen. Die Wegeflächen umschließen intarsienartige Grünbereiche, die unterschiedliche Nutzungen aufnehmen sollen.

 

Die Erschließung der östlichen Bebauung erfolgt von der Wörthstraße aus. Die Wohnhöfe werden über die Stichwege erschlossen. Der ruhende Verkehr für die einzelnen Baufelder soll jeweils in dem an der Wörthstraße anliegenden Geschosswohnungsbau untergebracht werden.
Durch die hier vorgesehene Neubebauung, muss eine Neuorganisation der Stellplatzanlagen des Verwaltungsstandortes erfolgen. Eine Vielzahl der Stellplätze sollen in einem zweigeschossigen Parkhaus im Norden des Areals untergebracht werden. Die bisherige Zufahrt an der Wörthstraße wird weiter Richtung Norden verlegt. Weiterhin werden wie bisher auch oberirdische Stellplätze zur Verfügung stehen. Bei den vorgesehenen Neubauten sind Tiefgaragen vorgesehen. Eine Zufahrt von der Geismar Landstraße aus kann aus verkehrlichen Gründen nicht erfolgen. Die bisherige Ausfahrt soll bestehen bleiben.

 

 

Nutzungskonzept:

 

Die Hauptgebäude sollen in ihrem derzeitigen Bestand erhalten werden und auch weiterhin im Wesentlichen ausschließlich Büro-, Dienstleistungs- und Verwaltungsnutzungen aufnehmen. Demzufolge sollen die Flächen weiterhin als sonstiges Sondergebiet gemäß § 11 BauNVO mit entsprechender Zweckbestimmung für Büro- und Verwaltungsgebäude festgesetzt werden.

 

Der Großteil der entstehenden Flächenpotentiale befindet sich in den östlichen Randbereichen der Liegenschaft, die hier an Wörthstraße anschließt. Östlich der Wörthstraße befindet sich im Wesentlichen Wohnbebauung. Entsprechend der hier vorhandenen Nutzungsstruktur sowie dem o.g. städtebaulichen Konzept, soll hier vorwiegend Wohnungsbau entwickelt werden. Dies soll über die Festsetzung eines Allgemeinen Wohngebietes gemäß § 4 BauNVO planungsrechtlich vorbereitet werden. Der Katalog der zulässigen Nutzung wird hierbei jedoch eingeschränkt werden, um dem Konzept entgegenstehende Nutzungen wie z.B. Tankstellen und Gartenbaubetriebe auszuschließen.
In einem allgemeinen Wohngebiet sind gemäß § 4 Abs. 2 BauNVO der Versorgung des Gebietes dienende Läden zulässig. Die Vereinbarkeit der im städtebaulichen Konzept der ARGE vorgeschlagenen Handelsnutzungen mit den Zielsetzungen des Einzelhandelskonzeptes der Stadt Göttingen soll im Rahmen des Änderungsverfahrens geprüft werden.

 

Im an die Breslauer Straße angrenzenden südlichen Bereich tritt das Wohnen weniger in Erscheinung und der Standort wird neben den Büro- und Verwaltungsnutzungen auch durch den Feuerwehrstandort geprägt. Daher soll dieser Bereich als Mischgebiet gemäß § 6 BauNVO festgesetzt werden, wobei auch hier das zur Verfügung stehende Nutzungsspektrum eingeschränkt werden soll. Zielsetzung ist es, den hier vorhandenen Nutzungscharakter zu sichern und weiter zu entwickeln. Eine weitere Diversifizierung der Nutzungsarten mit potentiell nicht standortverträglichen Nutzungen soll jedoch ausgeschlossen werden. Daher sollen die Nutzungsarten Gartenbaubetriebe, Tankstellen und Vergnügungsstätten hier nicht Bestandteil des Bebauungsplanes werden. Auch hier soll die Vereinbarkeit von Einzelhandel an diesem Standort mit den Zielsetzungen des Einzelhandelskonzeptes der Stadt Göttingen geprüft werden.

 

 

Planverfahren:

 

Das Änderungsverfahren soll im sog. beschleunigten Verfahren gemäß § 13a BauGB erfolgen. Da die festzusetzende Grundfläche i.S. des § 19 Abs. 2 BauNVO eine Größe von 20.000 m² überschreitend wird, ist eine überschlägige Vorprüfung zur Ermittlung der zu erwartenden Umweltauswirkungen gemäß BauGB und UVPG erforderlich. Die Verwaltung wird diese Prüfung durchführen.

 

Ergibt sich aus der Vorprüfung, dass durch die Änderung des Bebauungsplanes keine erheblichen Umweltauswirkungen zu erwarten sind, so wird das Verfahren wie vorgesehen gemäß § 13a BauGB fortgeführt und der Planentwurf durch die Verwaltung vorbereitet.

Im Verfahren nach § 13a BauGB kann lt. Abs. 2 Nr. 1 i.V.m. § 13 Abs. 2 Nr. 1 BauGB von der frühzeitigen Beteiligung der Bürger nach § 3 Abs. 1 BauGB sowie der Träger öffentlicher Belange nach § 4 Abs. 1 BauGB abgesehen werden. Aufgrund der städtebaulichen Bedeutsamkeit dieses Projektes soll dieser Verfahrensschritt jedoch durchgeführt werden.

Der Flächennutzungsplan stellt den Gesamtstandort als Sonderbaufläche dar. In den Bereichen für die Festsetzungen zur Art der baulichen Nutzung gemäß § 4 und 6 BauNVO vorgesehen sind, ist eine Änderung der Darstellung im Flächennutzungsplan erforderlich, um dem Entwicklungsgebot nach § 8 Abs. 2 BauGB Rechnung zu tragen. Dies erfolgt im Rahmen der Berichtigung nach § 13a Abs. 2 Nr. 2 BauGB.

 

Ergibt sich aus der Vorprüfung, dass durch die Änderung des Bebauungsplanes erhebliche Umweltauswirkungen zu erwarten sind, so wird das Verfahren im Regelverfahren fortgeführt. Auch hierfür werden die frühzeitigen Beteiligungen gemäß § 3 Abs. 1 und 4 Abs. 1 BauGB durchgeführt und der Entwurf der Planänderung sowie des zusätzlich erforderlichen Umweltberichtes gemäß § 2a BauGB vorbereitet.

Weiterhin ist dann auch ein eigenständiges Verfahren zur Änderung des Flächennutzungsplanes erforderlich.

Finanzielle Auswirkungen:

 

Der Stadt Göttingen entstehen durch die Änderung des Bebauungsplanes keine Kosten. Das Verfahren wird im Auftrag des Grundeigentümers von einem Fachbüro durchgeführt. Hierzu wird ein städtebaulicher Vertrag zwischen der Stadt Göttingen sowie dem Grundeigentümer geschlossen.

Anlagen:

 

-            Übersicht Geltungsbereich

-            Städtebaulicher Entwurf (ARGE)

Anlagen:  
  Nr. Status Name    
Anlage 1 1 öffentlich goe032_06_Geltungsbereich_ohne Maßstab (788 KB)      
Anlage 2 2 öffentlich goe032_06_Städtebauliches Konzept (1831 KB)      
 
 

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