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Betreff: "Schulbibliothek der IGS soll Stadtteilbibliothek werden" (Antrag der Bündnis 90/Die Grünen-Ratsfraktion vom 06.08.2010)
Status:öffentlichVorlage-Art:Beschlussvorlage/sonstige Vorlage
Federführend:40-Fachbereich Schule   
Beratungsfolge:
Schulausschuss Kenntnisnahme
26.05.2011 
28. öffentliche/nichtöffentliche Sitzung des Schulausschusses ungeändert beschlossen   
Ortsrat Geismar Kenntnisnahme
26.05.2011 
36. öffentliche/nichtöffentliche Sitzung des Ortsrates Geismar zur Kenntnis genommen   

Beschlussvorschlag
Sachverhalt
Finanzielle Auswirkungen
Anlage/n

Beschlussvorschlag:             

 

Der Bericht der Verwaltung zum Thema „Schulbibliothek der IGS soll Stadtteilbibliothek werden“ wird zur Kenntnis genommen. Eine Zusammenlegung wird derzeit nicht weiter verfolgt.

Bericht der Verwaltung:

Bericht der Verwaltung:

 

Aufgrund des Antrags der Bündnis 90/Die Grünen-Ratsfraktion vom 06.08.2010 hat der Schulausschuss in seiner Sitzung am 26.08.2010 empfohlen, dass die Verwaltung gemeinsam mit den beiden betroffenen Bibliotheken die Möglichkeiten einer Zusammenlegung der Zweigstelle Geismar der Stadtbibliothek mit der Schulbibliothek der Georg-Christoph-Lichtenberg-Gesamtschule (IGS) in den Räumen der bestehenden Schulbibliothek prüfen und das Ergebnis im Schulausschuss und im Ortsrat Geismar vorstellen soll. Dieser Empfehlung kommt die Verwaltung mit diesem Bericht nach:

 

Bei der Bauplanung vor mehr als 30 Jahren waren in der IGS ursprünglich Räume im Erd- und Obergeschoss für eine Schulbibliothek und eine Stadtteilbibliothek vorgesehen, eingerichtet wurde jedoch nur die Schulbibliothek im Erdgeschoss. Im Obergeschoss ist seit ihrem Ausbau die gymnasiale Oberstufe untergebracht. Durch die Größe der Schule und die Unterbringung der gymnasialen Oberstufe in diesem Bereich sind die Räumlichkeiten der IGS inzwischen mehr als ausgelastet.

 

Die IGS verfügt als Gesamtschule mit ca. 1.500 Schülern über eine umfangreiche Bibliothek mit einem Bestand von mehr als 35.000 Medien, die zum Teil bereits älter sind. Die Bibliothek im Erdgeschoss umfasst eine Fläche von ca. 130qm. Sie kann von den Schüler/-innen zu festgelegten Öffnungszeiten (Montag von 8:00 bis 10:30 Uhr und Donnerstag/Freitag von 8:00 bis 14:00 Uhr) genutzt werden. Die regulären Öffnungszeiten umfassen somit 14,5 Wochenstunden während der Schulzeit. Der Buchbestand umfasst die Schwerpunkte Jugend- und Sachbücher sowie unterrichtsrelevante Literatur. Während der Unterrichtszeiten wird die Bibliothek für Arbeiten vor Ort genutzt, für die Zeiten außerhalb des Unterrichts gibt es eine Buchausleihe für häusliche Arbeiten.

 

Die Zweigstelle Geismar der Stadtteilbibliothek bemisst zurzeit ebenfalls knapp 130qm. Ihre ca. 17.000 Medieneinheiten umfassen im Schwerpunkt Kinder-, Jugend- und Erwachsenenmedien. Die Zweigstelle erzielte in 2009 über 100.000 Ausleihen und setzt den Bestand im Schnitt 6,8-mal um. Die wöchentliche Öffnungszeit beträgt 10 Stunden, am Montag von 15:00 bis 18:00 Uhr sowie am Donnerstag von 11:00 bis 18:00 Uhr.

 

Im Falle einer Zusammenlegung der beiden Bibliotheken wären folgende Punkte zu klären bzw. zu beachten:

                                                          

Schulbibliothek der IGS

Stadtteilbibliothek Geismar

Struktur:

§         ist  überwiegend eine Arbeitsbibliothek mit 80 Arbeitsplätzen für Arbeiten der Schüler/-innen vor Ort

§         die Räume werden nur von „Schüler/-innen“ genutzt

§         die Schüler/-innen der Sek. II arbeiten – bedingt durch die räumliche Enge- dort  in den Freistunden

§         Zielgruppe sind die Schüler/-innen der Schule

 

Struktur:

§         ist keine Präsenzbibliothek

§         wird überwiegend für die Buchausleihe für zu Hause genutzt

§         die Räumlichkeiten werden von der Öffentlichkeit genutzt

§         Zielgruppe sind Kinder, Jugendliche und Erwachsene aus dem Stadtteil

Fazit:

Durch die unterschiedlichen Nutzer und das dadurch bedingte Nutzerverhalten gäbe es Störungen bei einer gemeinsamen Nutzung. Dies gilt insbesondere für die Nutzung der Stadtteilbibliotheksmedien durch Schüler/-innen zu Zeiten, in denen kein Personal der Stadtteilbibliothek vor Ort ist, sowie für die zu erhaltenden  Schülerarbeitsplätze während des öffentlichen Publikumsverkehrs. Eine Trennung zwischen Schule und Öffentlichkeit während gemeinsamer Öffnungszeiten könnte deshalb erforderlich sein.

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Buchbestand/Bedarf an Räumen:

§         es gibt einen hohen  Präsenzbestand mit zum Teil älteren Medien

§         der Bestand besteht aus Jugend- und Sachbücher sowie unterrichtsrelevanter Literatur

§         die vorhandenen qm werden vollständig genutzt
 

 

Buchbestand/Bedarf an Räumen:

§         die Bestände sind reiner Ausleihbestand

§         der Bestand ist im Schwerpunkt auf Familien und ältere Menschen ausgerichtet

§         die vorhandenen qm werden vollständig genutzt

 

Fazit:

Der Buchbestand ergänzt sich nicht. Präsenz- und Ausleihbestand bedienen  unterschiedliche Bedürfnisse. Bei einer Zusammenlegung würde allenfalls in einem kleinen Bereich der Jugend- und Sachliteratur ein Synergieeffekt erzielt werden können. Die Systematiken sind sehr unterschiedlich, der komplette Bestand der IGS würde überarbeitet werden müssen, um in einem gemeinsamen Katalog übernommen werden zu können. Alle vorhandenen Medien müssten gesichtet und bewertet werden, bevor über eine Übernahme entschieden wird. Für die Zukunft wäre ein gemeinsames Medienkonzept erforderlich.

Es ergibt sich eine leichte Qualitätssteigerung für die IGS sowie eine leichte Quantitätssteigerung für die bisherigen Nutzer/-innen der Stadtteilbibliothek. Der Medienbestand sollte für beide Nutzergruppen, aber vor allem für die Schüler/-innen ausgebaut werden und auch die Bereiche der Online-Angebote, Zeitschriften und Datenbanken enthalten.

Bei einer Zusammenlegung der beiden Bibliotheken am Standort der IGS ist zusätzlicher Raumbedarf erforderlich. Dieser ist derzeit nicht im Bestand des Schulgebäudes vorhanden.

Sollten die ursprünglich vorgesehenen Räume im Obergeschoss für die Bibliothek in Anspruch genommen werden, muss für die Oberstufe Ersatz geschaffen werden. Dies wäre nur durch einen Anbau oder Nutzung von Räumen in unmittelbarer Nähe, die jedoch in öffentlichen Gebäuden derzeit nicht zur Verfügung stehen, möglich. Sollte die Bibliothek auf zwei Ebenen untergebracht werden müssen, wäre zudem zusätzliches Personal während der Öffnungszeiten für das allgemeine Publikum notwendig.

 

Öffnungszeiten:

§         die Öffnungszeiten sind auf den Schulbetrieb abgestimmt und knapp bemessen

§         die Schüler/-innen arbeiten mit den Medien in den Räumen der
Bibliothek

§         die Bibliothek wird auch zu „Stillarbeiten“ oder als Aufenthaltsbereich genutzt

 

Öffnungszeiten:

§         die Öffnungszeiten sind auf die Nutzer/-innen abgestimmt und liegen auch außerhalb der Schulzeiten

§         Öffnungszeiten sollten ausgeweitet werden

§         die Besucher/-innen wollen Medien ausleihen und halten sich nur kurz in den Räumlichkeiten auf
 

Fazit:

Beide Bibliotheken wünschen eine Ausweitung ihrer Öffnungszeiten: die IGS an vier Tagen von 9:30 bis 16:00 Uhr sowie am Mittwoch über 4,5 Zeitstunden und die Stadtteilbibliothek mindestens eine Ausweitung auf einen weiteren Nachmittag in der Zeit von 15:00 bis 18:00 Uhr. Während gemeinsamer Öffnungszeiten sind im Falle einer Zusammenlegung  Regelungen für die Schüler/-innen und die „öffentlichen“ Nutzer/-innen erforderlich, dies gilt insbesondere für Öffnungszeiten außerhalb der Schul- und Ferienzeiten.

 

Zugang:

§         die Räumlichkeiten sind für die Schüler/-innen innerhalb des Gebäudes zugänglich, für die externen Nutzer kann und muss ein direkter Zugang ermöglicht werden

§         die fußläufige Erreichbarkeit erfolgt vom Parkplatz aus

§         eine direkte Busanbindung besteht nicht

§         im Umfeld der Schule befinden sich keine zusätzlichen Nutzungsmöglichkeiten

§         die IGS liegt eher am Rande des Einzugsgebietes der Stadtteilbibliothek  

 

Zugang:

§         die Benutzer/-innen können die Bibliothek gut zu Fuß, mit Auto oder Bus erreichen

§         in unmittelbarer Nähe befinden sich die Verwaltungsstelle und weitere Geschäfte, was für die Nutzer zu Synergieeffekten führt

§         die Lage im Altdorf wird von den Nutzern sehr geschätzt

Fazit:

Bei einer Zusammenlegung ergibt sich für die bisherigen Besucher/-innen der Stadtteilbibliothek eine schlechtere Erreichbarkeit und damit verbunden eine Qualitätsverschlechterung. Die Verlagerung der Stadtteilbibliothek würde die Wege der meisten Besucher/-innen verlängern und die Akzeptanz vermindern.

 

Personal:

§         der Schulbibliothek steht eine Verwaltungskraft mit 19,5 Wochenstunden zur Verfügung

§         darüber hinaus wird zurzeit befristet eine ABM-Kraft mit 38,00 Wochenstunden über das Jobcenter eingesetzt

 

Personal:

§         zurzeit stellt die Stadtbibliothek anteilig 6,5 Wochenstunden einer Assistenzkraft und 15 Wochenstunden einer/s Bibliothekarin/s (einschließlich für die Bestandspflege) bereit

Fazit:

Der erforderliche Personalbedarf ist bei einer Zusammenlegung neu zu berechnen und festzulegen. Für mehr und andere Nutzer sowie für die Aufgabenbereiche Beratung, Leseförderung, Führung, Bestandspflege und Kundenverwaltung erhöht sich der Personalbedarf.  Der bisherige Personaleinsatz wird für die Zusammenarbeit nicht ausreichen, insbesondere nicht wenn die gemeinsame Bibliothek auf zwei Ebenen angesiedelt sein sollte. Die gewünschte Erweiterung der Öffnungszeiten ist hierbei noch nicht berücksichtigt.

Ausleihbedingungen:

§         die Nutzung der Bibliothek ist kostenfrei und regelt sich nach schulinternen Vorgaben

Ausleihbedingungen:

§         für eine öffentliche Bibliothek gibt es vorgegebene Regelungen über Ausleihverfahren, Gebühren usw.

Fazit:

Zwischen Nutzern „Schule“ und „Öffentlichkeit“ ist bei einer Zusammenlegung strikt zu trennen, klare Regelungen sind festzulegen z. B. über Ausleihsysteme, Gebühren, Mahnwesen usw..

 

Anschaffungen:

§         der Medienbestand wird aus dem Schulbudget der Schule eigenverantwortlich bestritten und ist auf die Bedürfnisse der Schule abgestimmt

 

Anschaffungen:

§         der Bestand wird aus dem Budget der Stadtbibliothek bestritten, es gibt darüber hinaus z. B. einen Zuschuss aus Ortsratsmitteln

§         der Bestand orientiert sich an den Freizeit- und Informationsbedürfnissen der Zielgruppen

 

Fazit:

Synergieeffekte würden nur bei konsequenter Umsetzung eines Bibliotheksystems entstehen. Es ist festzulegen, ob bei einer Zusammenlegung ein gemeinsames

Budget zur Verfügung stehen soll, wer darüber entscheiden soll und wie und für was die Gelder eingesetzt werden, eine Abstimmung zur Einarbeitung und Pflege des Bestandes ist ebenfalls erforderlich. Beide Bibliotheken wünschen sich eine Erhöhung des bisherigen Etats.

 

 

Unter den genannten Gesichtspunkten schlägt die Verwaltung derzeit keine Zusammenlegung vor.

 

 

 

Finanzielle Auswirkungen:

 

Durch eine Zusammenlegung würden derzeit zusätzliche Kosten für Räume und voraussichtlich ein Personalmehrbedarf entstehen.

Anlagen:

 

Antrag der Bündnis 90/Die Grünen-Ratsfraktion vom 06.08.2010

Anlagen:  
  Nr. Status Name    
Anlage 1 1 öffentlich TOP 5 Antrag B90-26-8-2010-Stadtteilbibliothek-IGS (639 KB)      
 
 

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