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Betreff: Raumordnungsverfahren 380 kV Höchstspannungsverbindung Wahle - Mecklar
- Ergänzende Untersuchungen zur Machbarkeit der Erdverkabelung
Status:öffentlichVorlage-Art:Beschlussvorlage/sonstige Vorlage
Federführend:61-Fachbereich Planung, Bauordnung und Vermessung   
Beratungsfolge:
Ortsrat Holtensen Anhörung
23.11.2010 
26.öffentliche Sitzung des Ortsrates Holtensen ungeändert beschlossen   
Ortsrat Grone Anhörung
25.11.2010 
39. öffentliche/nichtöffentliche Sitzung des Ortsrates Grone ungeändert beschlossen   
Ortsrat Elliehausen/Esebeck Anhörung
30.11.2010 
31. -außerordentliche(n)- öffentliche Sitzung des Ortsrates Elliehausen/Esebeck zur Kenntnis genommen   
Ortsrat Groß Ellershausen/Hetjershausen/Knutbühren Anhörung
01.12.2010 
-außerordentliche(n)- 28.öffentliche/nichtöffentliche Sitzung des Ortsrates Groß Ellershausen/Hetjershausen/Knutbühren ungeändert beschlossen   
Verwaltungsausschuss Vorberatung
Ausschuss für Bauen, Planung und Grundstücke Vorberatung
09.12.2010 
66. öffentliche/nichtöffentliche Sitzung des Ausschusses für Bauen, Planung und Grundstücke ungeändert beschlossen   
Rat Entscheidung
10.12.2010 
34. öffentliche/nichtöffentliche Sitzung des Rates der Stadt Göttingen ungeändert beschlossen   

Beschlussvorschlag
Sachverhalt
Finanzielle Auswirkungen
Anlage/n

Beschlussvorschlag:

Beschlussvorschlag:

 

1. Die Stadt Göttingen forderte im Ratsbeschluss vom 09.09.2010 die Erdverkabelung der 380 kV Höchstspannungsverbindung im Verlauf des Göttinger Stadtgebiets. Sie begrüßt daher die Absicht des Vorhabenträgers, nunmehr die Trassen im Stadtgebiet der Universitätsstadt Göttingen auch in Form einer Erdverkabelung zu untersuchen.

 

2. Dem skizzierten Trassenkorridor der ergänzenden Unterlagen wird im wesentlichen zugestimmt. Der Korridor soll im südlichen Bereich nach Westen ausgedehnt werden, um hier der Führung einer Erdverkabelung mehrere Möglichkeiten zu eröffnen.

 

 

Zu 1. Die raumordnerischen Vorgaben zu den Mindestabständen einer 380 kV Freileitung zur Wohnbebauung können in Teilbereichen des Göttinger Stadtgebiets nicht eingehalten werden. Das Landschaftsbild erfährt eine starke Beeinträchtigung.  Die Lösung des sehr hohen Konfliktpotentials in Bezug auf das Schutzgut Mensch und das Schutzgut Landschaft kann konsequenterweise nur die Erdverkabelung der geplanten Stromtrasse im Göttinger Stadtgebiet sein.

 

Zu 2. Durch den gewählten Trassenkorridor können Mindestabstände von 100 – 150 m zur Wohnbebauung eingehalten werden. Der Eingriff in die Landschaft ist im Suchraum beidseitig der Autobahn geringer als bei einer weiter westlich geführten Trasse. Zur Erleichterung der endgültigen Trassenfindung sollte der Suchkorridor im Süden / Höhe Autobahnanschluss Göttingen, bis westlich des Ortsteils Groß-Ellershausen ausgedehnt werden. Im Bereich des Autobahnanschlusses westlich der Autobahn droht sonst ein „Nadelöhr“ für die verschiedenen Nutzungsanforderungen an den Raum.

Begründung:

Begründung:

 

Am 25. Mai 2010 wurde das Raumordnungsverfahren für die 380 kV Höchstspannungsverbindung Wahle-Mecklar durch Verfügung des Niedersächsischen Ministeriums für Ernährung, Landwirtschaft, Verbraucherschutz und Landesentwicklung - Regierungsvertretung Braunschweig – eingeleitet. Die Verfahrensunterlagen zur Unterrichtung und Anhörung der Öffentlichkeit lagen im Sommer dieses Jahres aus.

 

Der Rat hat am 09.09.2010 die Stellungnahme der Stadt Göttingen zum Raumordnungsverfahren für die 380 kV Höchstspannungsverbindung beschlossen. Darin wurde u. a. gefordert, auf dem gesamten Trassenabschnitt im Göttinger Stadtgebiet die Erdverkabelung anzuwenden und die Verfahrensunterlagen um Aussagen zu den Auswirkungen der Erdverkabelung zu ergänzen.

 

Die Regierungsvertretung Braunschweig hat diese Forderungen aufgegriffen und den Träger des Vorhabens aufgefordert, sich in den Abschnitten von Siedlungsannäherungen mit der Machbarkeit von Teilverkabelungen auseinander zu setzen. Das Netzbetreiber Unternehmen TenneT TSO GmbH (vormals transpower stromübertragungs gmbh) ist dieser Aufforderung mit der „Untersuchung der Machbarkeit möglicher Teilerdverkabelungen in Ilsede, Delligsen und Göttingen“ gefolgt. Die ergänzenden Antragsunterlagen zum Raumordnungsverfahren für den niedersächsischen Abschnitt (Band F) wurden der Stadt Göttingen zugesandt mit der Aufforderung zur Abgabe einer Stellungnahme bis zum 23.12.2010.
 

Die Unterlagen stellen einen Trassenkorridor dar, der das Stadtgebiet von Nord nach Süd beidseitig der Autobahn quert. Der mögliche Trassenverlauf ist nicht zeichnerisch dargestellt sondern in Textform beschrieben. Die Trasse könnte demnach von Norden kommend entlang der Autobahn (beide Seiten sind möglich) geführt werden bis oberhalb des Autobahnanschlusspunktes Göttingen-Nord. Hier verschwenkt die Trasse Richtung Westen bis in Höhe der dort vorhandenen 110 kV Leitungen, von dort nach Süden, westlich an Elliehausen vorbei, östlich von Hetjershausen und westlich von der Springmühle und der dortigen Bebauung. Am Autobahnanschluss Göttingen erreicht die Erdkabeltrasse wieder Autobahnnähe und verlässt von dort aus nach Süden verlaufend das Stadtgebiet.

 

Vorteile dieser Trassenführung in Erdverkabelung sind das geringe Konfliktpotential auf die Schutzgüter Mensch und Landschaft. Mit der möglichen Trassenführung wird zu Wohnhäusern an allen Stellen ein Abstand von 100 bis 150 m gewahrt. Es bestehen keine elektrischen Felder, da diese von der Isolierung absorbiert werden. Der Eingriff in das Landschaftsbild wird im Vergleich zur Freileitung minimiert. Nachteile gegenüber der Freileitung bestehen im erhöhten technischen Aufwand für die Querung von anderen Infrastruktureinrichtungen wie Straßen und Wege, Bachläufe, Gasleitung, Bahntrasse u. a. Berührt wird auch der Belang des Trinkwasserschutzes, da die Trasse teilweise im Wasserschutzgebiet der Stufe III A  / II liegt. Auch ist die Nutzbarkeit der Flächen eingeschränkt, da diese nicht überbaut werden dürfen und die landwirtschaftliche Nutzung eingeschränkt wird. Die Konflikte können durch entsprechende Maßnahmen gelöst bzw. minimiert werden. Die Details einer solchen Planung sind dem Planfeststellungsverfahren vorbehalten, da es im vorliegenden Verfahren nur um die Raumordnerische- und Umweltbewertung der Trassenführung / Trassenkorridor geht.

 

In Abwägung der Vor- und Nachteile der Trassenführung als Freileitung oder Erdverkabelung ist der Variante der Trassenführung in Erdverkabelung aufgrund der geringeren negativen Wirkungen auf den Menschen und das Landschaftsbild der Vorzug zu geben. Daher unterstreicht die Stadt mit ihrer Beschlussfassung nochmals ihre Forderung nach Anwendung der Erdverkabelung im gesamten Göttingen Stadtgebiet.

 

Mit der beschriebenen möglichen Trassenführung werden insbesondere die Auswirkungen auf den Menschen durch Einhaltung von Abständen zur Wohnbebauung von mind. 100 – 150 m minimiert. Daher kann grundsätzlich eine Zustimmung auch zur Wahl der Trasse gegeben werden. Da jedoch im Bereich des Autobahnanschlusspunktes Göttingen bereits heute eine Vielzahl von konkurrierenden Nutzungen an die vorhandenen Flächen bestehen (Straßen, Gasleitung, Freileitungen, Gewerbegebiete) ist es aus Sicht der Stadt erforderlich, den Suchraum hier nach Westen (Groß-Ellershausen) zu erweitern. Damit soll erreicht werden, dass in der nachfolgenden Detailplanung ein größerer Raum für Lösungsansätze zur Verfügung steht. Die Beschlussformulierung berücksichtigt diesen Umstand.

 

Es muss darauf hingewiesen werden, dass mit den jetzt zur Beurteilung vorgelegten ergänzenden Unterlagen zu den Wirkungen einer Erdverkabelung noch keine Entscheidung über die Art der Kabelverlegung (Freileitung / Erdverkabelung) oder der Trassenführung verbunden ist. Die aktuellen Unterlagen bilden lediglich eine Ergänzung der bereits vorgestellten möglichen Varianten. Der Ausgang des Raumordnungsverfahrens und die Entscheidung der Regierungsvertretung bleiben abzuwarten. Als nächster Verfahrensschritt schließt sich ein Anhörungstermin bei der Regierungsvertretung mit den Verfahrensbeteiligten an, bei dem den Einwendern mitgeteilt wird, wie die Regierungsvertretung die Einwendungen in ihrer Entscheidung zu berücksichtigen gedenkt.

Finanzielle Auswirkungen:

Finanzielle Auswirkungen:

 

Keine.

Anlagen:

Anlagen:

 

Darstellung des untersuchten Trassenkorridors

Anlagen:  
  Nr. Status Name    
Anlage 1 1 öffentlich Trassenkorridor Göttingen (435 KB)      
 
 

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