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Betreff: Eilentscheidung gemäß § 66 Satz 1 NGO
Insolvenzantragsverfahren Junges Theater in Göttingen gGmbH
Status:öffentlichVorlage-Art:Beschlussvorlage/sonstige Vorlage
Federführend:41-Fachbereich Kultur Beteiligt:Dezernat A - Finanzen, Ordnung und Feuerwehr
    20-Fachbereich Finanzen
Beratungsfolge:
Ausschuss für Kultur und Wissenschaft/Betriebsausschuss Stadthalle Vorberatung
12.08.2010 
30. -außerordentliche - öffentliche Sitzung des Ausschusses für Kultur und Wissenschaft/Werksausschusses der Stadthalle (offen)   
Verwaltungsausschuss Vorberatung
Rat Entscheidung
10.09.2010 
32. öffentliche/nichtöffentliche Sitzung des Rates der Stadt Göttingen zur Kenntnis genommen   

Beschlussvorschlag
Sachverhalt
Finanzielle Auswirkungen
Anlage/n

Beschlussvorschlag:

Beschlussvorschlag:

 

Für eine vorläufige Weiterführung des Spielbetriebs des Jungen Theaters wird ab August bis zum Jahresende 2010 ein monatlicher Gesamtzuschuss von 59.224,45 EURO bereitgestellt. Davon wird die monatliche Zuwendung i. H. v. 49.301,12 EURO an den vorläufigen Insolvenzverwalter ausgezahlt, der die Leitung des JT in dieser Zeit übernimmt. Die monatliche Miete i. H. v. 9.923,33 EURO für die Monate August - Dezember 2010 wird im Rahmen der internen Verrechnung an den Fachbereich Gebäude und Immobilien geleistet.

Begründung:

Begründung:

 

Aufgrund des Schreibens des vorläufigen Insolvenzverwalters Herrn Wegener vom 4.8.2010  ist unverzichtbare Voraussetzung zur Fortführung des Spielbetriebs 2010/2011 des Jungen Theaters ab 1.9.2010, zur Sicherung der Arbeitsplätze der Beschäftigten als auch zum Erhalt der Theatereinrichtung  für die Zukunft, eine Fortzahlung des städtischen Zuschusses in der bisherigen Höhe. Der vorläufige Insolvenzverwalter sichert der Stadt Göttingen zu, dass der städtische Zuschuss ausschließlich zur Fortführung des Theaterbetriebes verwendet wird und nicht in das laufende Insolvenzverfahren einbezogen wird. Ein gleichlautender Antrag wurde auch an den Landkreis Göttingen gerichtet.

 

Der vorl. Insolvenzverwalter geht von einer Eröffnung des Insolvenzverfahrens der „Junges Theater in Göttingen gGmbH“ aus, das nach seiner Einschätzung noch längere Zeit in Anspruch nehmen wird. Im Rahmen des Insolvenzverfahrens werden durch den Insolvenzverwalter auch mögliche Schadensersatzforderungen geprüft.

 

Da das Insolvenzgeld an die Beschäftigten von der Agentur für Arbeit nur noch für den Monat August gezahlt wird, kann der vorl. Insolvenzverwalter den Theaterspielbetrieb ab 1.9.2010 nur dann fortführen, wenn der monatliche Zuschuss der Stadt Göttingen noch im Monat August 2010 an den vorläufigen Insolvenzverwalter ausgezahlt wird. Der vorläufige Insolvenzverwalter Herr Wegener ist bereit, das Junge Theater während der Insolvenz weiterzuführen. Nach seiner Einschätzung ist ein kostendeckender Betrieb des Jungen Theaters bei gleichbleibender Bezuschussung durch Stadt und Landkreis Göttingen möglich.

Bis zur Mitte der Spielzeit (Anfang 2011) soll unter der Geschäftsführung von Herrn Rechtsanwalt Wegener mit der vorhandenen Belegschaft die Spielzeit 2010/11 wie geplant, durchgeführt werden.

 

Daneben wird eine Arbeitsgruppe unter Mitwirkung von Herrn Wegener, des bisherigen und voraussichtlich künftigen Hauptgesellschafters des Fördervereins des Jungen Theaters, eines Wirtschaftsprüferbüros, der Verwaltung, von Vertretern der Fraktionen, des Ministeriums für Wissenschaft und Kultur, des Deutschen Bühnenvereins ein Zukunftskonzept erarbeiten. In einer künftigen Rechtsform müssen entsprechende Sicherheiten und Controlling-Verfahren implementiert werden, die die bisherigen Missstände im kaufmännischen Betrieb künftig ausschließen. Der Förderverein des Jungen Theaters „Freunde des Jungen Theaters Göttingen e.V.“ hat seine Bereitschaft zur Neugründung einer neuen Trägergesellschaft für das Junge Theater erklärt. Eine solche neue Gesellschaft wird Lehren aus der Vorgeschichte ziehen und die künstlerische Intendanz von der kaufmännischen Geschäftsführung trennen.

Die Buchhaltung soll extern vergeben werden. Die regelmäßige Prüfung der wirtschaftlichen Situation der neu zu gründenden Gesellschaft muss durch einen Steuerberater  oder eine andere geeignete Person sichergestellt werden.

Rechtliche Strukturen und kaufmännische Abläufe müssen Sicherheit dafür bieten, dass die Verwendung der öffentlichen  Zuschüsse ordnungsgemäß verläuft.

 

Die Stadt Göttingen legt Wert auf die Fortführung der erfolgreichen Schauspielkunst des Jungen Theaters, dass seit 1957 zu einer der wichtigen Kultureinrichtungen in Göttingen und in der Region Südniedersachsen gehört. In den letzten fünf Jahren konnten die jährlichen Besucherzahlen von ca. 10.000 auf über 30.000 gesteigert werden. Mit Engagement und Idealismus hat das Junge Theater insbesondere ein jüngeres Publikum von Schülern und Studierenden erreicht und nicht nur die Vielfalt des kulturellen Angebots in der Universitätsstadt Göttingen bereichert, sondern gerade auch erfolgreiche Angebote im Umland platziert.

 

Es wird Mitte der Spielzeit 2010/2011 auf der Grundlage der vom Insolvenzverwalter ermittelten Zahlen zu bewerten sein, ob ein kostendeckender Betrieb des JT mit den derzeit gezahlten Zuschüssen möglich ist.

 

Eine über den bisherigen Zuwendungsvertrag hinausgehende Förderung durch die Stadt Göttingen ist zukünftig ausgeschlossen.

Finanzielle Auswirkungen:

Finanzielle Auswirkungen:

 

Wiederaufnahme der ab August 2010 ausgesetzten Zahlung der monatlichen Zuwendung i. H. v. 49.301,12 EURO zzgl. der intern verrechneten Miete i. H. v. 9.923,33 € bis zum Jahresende 2010

Anlage:

Anlage:

 

Schreiben des vorläufigen Insolvenzverwalters Rechtsanwalt Wegener vom 04.08.2010.

 

Anlagen:  
  Nr. Status Name    
Anlage 1 1 öffentlich Anschreiben Insolvenzverwalter 04.08.10 (69 KB)      
 
 

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