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Betreff: Rahmenkonzept für Nachmittagsangebote an Ganztagsgrundschulen
Status:öffentlichVorlage-Art:Beschlussvorlage/sonstige Vorlage
Federführend:51-Fachbereich Jugend   
Beratungsfolge:
Jugendhilfeausschuss Vorberatung
27.05.2010 
-außerordentliche(n)- öffentliche/nichtöffentliche Sitzung des Jugendhilfeausschusses geändert beschlossen   
Schulausschuss Vorberatung
27.05.2010 
22. öffentliche/nichtöffentliche Sitzung des Schulausschusses geändert beschlossen   
Rat Entscheidung
09.06.2010 
30. öffentliche/nichtöffentliche Sitzung des Rates der Stadt Göttingen ungeändert beschlossen   

Beschlussvorschlag
Sachverhalt
Finanzielle Auswirkungen
Anlage/n

Beschlussvorschlag:             

 

Der Rat möge beschließen:

 

Dem als Anlage beigefügten Rahmenkonzept für Nachmittagsangebote an Ganztagsgrundschulen wird zugestimmt.

Über die Finanzierbarkeit der Errichtung weiterer Ganztagsgrundschulen wird jeweils im Rahmen der Haushaltplanberatungen der Jahre 2011 bis 2013 entschieden.

 

Begründung:

Begründung:

 

Laut der vom Rat der Stadt Göttingen am 06.06.2008 verabschiedeten Schulstandortentwicklungsplanung sollen nachstehende fünf Grundschulen in den kommenden Jahren zu Ganztagsgrundschulen ausgebaut werden:

 

1.       Brüder-Grimm-Schule               ab 01.08.2010

2.       Hainbundschule                             ab 01.08.2011

3.       Hagenbergschule                            ab 01.08.2011

4.       Egelsbergschule                            ab 01.08.2012

5.       Höltyschule                                          ab 01.08.2013

 

Die derzeitige Personal- und Finanzausstattung des Landes ist jedoch für den Ganztagsbetrieb nicht auskömmlich. Bereits jetzt finanziert die Stadt als Schul- und Jugendhilfeträger die Nachmittagsangebote bestehender Ganztagsgrundschulen aus den Budgets der Fachbereiche 40 und 51 anteilig mit.

 

Mit dem in der Anlage befindlichen Rahmenkonzept werden pädagogische und finanzielle Eckpunkte für die Nachmittagsangebote an den künftigen Ganztagsgrundschulen festgelegt. Diese sind im Rahmen eines  pädagogischen Feinkonzepts von der Schule und den jeweiligen Kooperationspartnern auf die Situation und den Bedarf der konkreten Schule anzupassen.

 

Das Rahmenkonzept soll gleichzeitig dem Umstand Rechnung tragen, dass der Bedarf an ganztägigen Betreuungsangeboten für Schulkinder auch in Göttingen stetig steigt (vgl. Kita-Bedarfsplanung). Vor dem Hintergrund der angespannten Haushaltslage der Stadt Göttingen zeigt das Konzept einen Lösungsweg auf, wie künftig für mehr Kinder als bisher mit einem möglichst geringen finanziellen Aufwand ein bedarfsgerechtes und pädagogisch sinnvolles Angebot vorgehalten werden kann.

 

Ziel ist es insbesondere,

 

·         ein bedarfsgerechtes, ganztägiges Betreuungs-, Bildungs- und Erziehungsangebot bis zum Ende der Grundschulzeit sicherzustellen. Dabei wird dem in der kindlichen Entwicklung zwischen dem 6. und 10. Lebensjahr steigenden Grad an Selbständigkeit und Eigenverantwortung durch ein abgestuftes Betreuungssetting aus Hort und offener Arbeit mit Kindern im Rahmen der Kinder- und Jugendhilfe Rechnung getragen.

·         die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu verbessern.

·         einen Beitrag zur Verbesserung des Bildungsangebots durch eine Verzahnung von Jugendhilfe und Schule zu leisten.

·         durch passgenaue Förder- und Betreuungsangebote gerade auch Kinder aus bildungsfernen Schichten, vor allem aus sozial benachteiligten Familien und Familien mit Migrationshintergrund zu erreichen und gezielt zu fördern.

 

Bisherige Vorgehensweise:

Ein Vorentwurf des Rahmenkonzepts wurde am 07.04. im UA BKZ, am 15.04. im Jugendhilfeausschuss und am 26.04. bei den Schulleitungen der bisherigen und künftigen Ganztagsgrundschulen präsentiert. Die Eckpunkte sind dabei einhellig auf Zustimmung gestoßen. Erfolgte Ergänzungen und Anregungen wurden zwischenzeitlich eingearbeitet. Die freien Kita-Träger haben angeregt, in einem zweiten Schritt das Konzept auch auf bestehende Ganztagsschulstandorte zu übertragen. Außerdem wurde empfohlen, alle vorhandenen Möglichkeiten auszuschöpfen, Elternbeiträge für die Inanspruchnahme des Ganztagsangebots zu erheben.

Die  Beteiligung des Stadtelternrates und des Kita-Elternrates erfolgt derzeit.

 

Finanzielle Auswirkungen:

Finanzielle Auswirkungen:

 

Für die Umsetzung des Rahmenkonzepts an den fünf künftigen Ganztagsgrundschulen wird ein durchschnittlicher jährlicher Zuschussbedarf aus städtischen Mitteln in Höhe von 734 € pro Betreuungswunsch benötigt (Durchschnittswert aller Bertreuungswünsche im Rahmen des Ganztagsbetriebs, des Hortangebots, der offenen Arbeit mit Kindern und der Ferienbetreuung). Die Kalkulation geht dabei von folgender Teilnahme aus:

 

·         60 % der Kinder an vier Tagen in der Woche am Ganztagsbetrieb

·         25 % der Kinder an fünf Tagen in der Woche am darüber hinausgehenden Betreuungsangebot bis 17:00 Uhr und

·         25 % der Kinder an der Ferienbetreuung.

 

Da die Eltern die Möglichkeit haben, pro Schulhalbjahr festzulegen, ob ihr Kind das gesamte Angebot oder nur einzelne Tage in der Woche in Anspruch nimmt, wird nach den bisherigen Erfahrungen von eher teilweise geringeren Inanspruchnahme und damit  eher geringeren Kosten ausgegangen.

Das konkrete Angebot soll sich an dem jeweiligen Bedarf der einzelnen  Schulstandorte orientieren. Dadurch können die Kosten pro Platz variieren.

 

Bei der Kostenermittlung wurden Einnahmen aus Elternbeiträgen für das Angebot nach 15:30 Uhr sowie Landesmittel für kapitalisierte Lehrerstunden an Ganztagsschulen von den Ausgaben abgezogen. Das Ganztagsangebot bis 15:30 Uhr ist für Eltern kostenfrei kalkuliert, da nach derzeitiger Rechtslage für Schulangebote keine Beiträge erhoben werden dürfen. Der NST setzt sich derzeit dafür ein, die Erhebung von Beiträgen zuzulassen.

 

Zum Vergleich: Für das Betreuungsangebot an den Ganztagsstandorten Herman-Nohl-Schule und Leinebergschule beträgt der Zuschussbedarf aus städtischen Mitteln derzeit durchschnittlich 845 € pro Jahr und Betreuungswunsch.

 

Anzumerken ist hierbei, dass

 

·         das kostenlose Betreuungsangebot im Rahmen der Ganztagsschule an diesen beiden Schulstandorten nur an drei Tagen in der Woche besteht, während nach dem Rahmenkonzept eine Betreuung an vier Tagen in der Woche sichergestellt wird.

·         an der Herman-Nohl-Schule bereits Elternbeiträge für den vierten Betreuungstag erhoben werden.

·         sich das Ganztagsangebot an der Leinebergschule erst in der Einführungsphase befindet und ab Sommer 2010 lediglich die Klassenstufen 1 bis 3 umfasst. Bei Übernahme auf Klasse 4 entsteht ein weiterer Zuschussbedarf, da keine weiteren Landesmittel zur Verfügung stehen.

 

Bei Umsetzung des Rahmenkonzepts an den fünf neuen Ganztagsgrundschulen wird der städtische Zuschussbedarf nach Einführung in allen Klassenstufen 555.573 € pro Jahr betragen. Bei Übertragung der bisherigen Modelle an der Herman-Nohl- oder der Leinebergschule beliefe sich der Zuschussbedarf aus städtischen Mitteln auf 639.627 € pro Jahr. Die Umsetzung des vorgelegten Rahmenkonzepts ist also um ca. 84.000 € jährlich günstiger.

 

Aus der Gegenüberstellung wird deutlich, dass auf der Basis des Rahmenkonzepts Schulkindbetreuung zukünftig ein umfassenderes Betreuungsangebot mit weniger Mitteln pro Kind sichergestellt werden kann.

 

Ein normaler Hortplatz wird gegenwärtig mit 2.288 € pro Jahr (mittlere Trägergruppe) bezuschusst. Würde der Betreuungsbedarf an den fünf künftigen Ganztagsschulen ausschließlich über Hortangebote abgedeckt werden, entstünden für die Stadt sogar Kosten in Höhe von 1.222.000 €. Diese Variante wäre um 666.000 € teurer als das Rahmenkonzept.

 

Bei Umsetzung des Rahmenkonzepts ab dem 01.08.2011 an den geplanten fünf künftigen Ganztagsschulen und jahrgangsweise aufsteigender Einführung ist in den Folgejahren zusätzlich mit nachstehenden Zuschussbedarfen zu rechnen (mögliche Tarifsteigerungen bleiben unberücksichtigt):

 

2011

2012

2013

2014

2015

2016

2017

      89.000 €

259.000 €

  369.500 €

460.500 €

  501.500 €

  535.000 €

         556.000 €

 

 

 

Anlagen:

Anlagen:

 

·         Rahmenkonzept für Nachmittagsangebote an künftigen Ganztagsgrundschulen in der Stadt Göttingen

·         Vergleich der Schulkindbetreuung in ausgewählten Städten

 

Anlagen:  
  Nr. Status Name    
Anlage 1 1 öffentlich Rahmenkonzept Schulkindbetreuung Stand (82 KB)      
Anlage 2 2 öffentlich 10-05-06 Anlage Vergleich Schulkindbetreuung (12 KB)      
Anlage 3 3 öffentlich Änderungsantrag-Rahmenkonzept (169 KB)      
 
 

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