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Betreff: Trägerauswahl im Rahmen des Interessenbekundungsverfahrens zur Einrichtung einer zusätzlichen Hortgruppe in Geismar oder der Südstadt
Status:öffentlichVorlage-Art:Beschlussvorlage/sonstige Vorlage
Federführend:51-Fachbereich Jugend   
Beratungsfolge:
Jugendhilfeausschuss Entscheidung
15.04.2010 
30. öffentliche/nichtöffentliche Sitzung des Jugendhilfeausschusses ungeändert beschlossen   

Beschlussvorschlag
Sachverhalt
Finanzielle Auswirkungen
Anlage/n

Beschlussvorschlag:

Beschlussvorschlag:

 

„Die ASC-gGmbH erhält den Zuschlag für die Trägerschaft einer zusätzlichen Hortgruppe am Standort Ehrengard-Schramm-Weg 11 auf den Zietenterassen zum 01.08.2010 unter der Bedingung der Einrichtung der Gruppe zu diesem Zeitpunkt. Die Verwaltung wird um weitere Veranlassung gebeten.“

 

Begründung:

Begründung:

 

Der Jugendhilfeausschuss hat die Verwaltung in seiner Sitzung am 14.01.2010 beauftragt, in 2010 eine über die aktuelle Hortausbaustufenplanung hinausgehende Hortgruppe in einem Stadtteil mit besonders hohem Bedarf an Hortplätzen einzurichten. Hierfür hat er entsprechende Haushaltsmittel zusätzlich in den Haushalt 2010 eingestellt.

 

Laut Kita-Bedarfsplanung 2009 ist der Bedarf an Hortplätzen in Geismar und der Südstadt am größten. Aus diesem Grund hat die Verwaltung die Göttinger Kita-Träger mit Schreiben vom 11.02. um Interessenbekundungen bezüglich der Übernahme der Trägerschaft für eine entsprechende Hortgruppe gebeten (siehe Anlage 1).

 

Im Rahmen des Interessenbekundungsverfahrens wurden nachstehende Kriterien benannt, die zwingend erfüllt sein müssen:

 

·          Träger verfügt über Erfahrungen

·          in der institutionellen Kinderbetreuung in Göttingen, vorzugsweise in der Schulkindbetreuung

·          in Hinblick auf multikulturelle und genderorientierte Arbeitsansätze

·          in Hinblick auf Netwerkarbeit mit Vereinen, Verbänden und außerschulischen Partnern der Jugendhilfe

·          Erfahrungen in der integrativen Arbeit mit Kindern mit Handicaps sind von Vorteil.

 

 

·          Der Träger stellt für Grundschulkinder an fünf Tagen in der Woche eine Betreuung bis 17:00 Uhr sowie bei Bedarf ganztägige Ferienbetreuung sicher. Das Angebot umfasst einen pädagogischen Mittagstisch, Hausaufgabenhilfe und altersentsprechende Freizeitangebote.

·          Eine Betriebserlaubnis ist in Aussicht gestellt.

·          Investitionskostenzuschüsse der Stadt für Neubau, Umbau und Erstausstattung werden nicht benötigt.

·          Die laufenden Betriebskosten werden städtischerseits über Leistungs- und Budgetvertrag finanziert.

 

Nachstehende Träger haben fristgerecht eine Bewerbungen für die Trägerschaft einer zusätzlichen Hortgruppe eingereicht (siehe Anlagen 2 - 4):

 

  • ASC-Kinderbetreuungs-gGmbH, Göttingen
  • ASG, Anerkannte Schulgesellschaft mbH, Annaberg-Buchholz
  • Kinderhaus e.V., Göttingen

 

In Anlage 5 werden die Interessenbekundungen hinsichtlich der Erfüllung oben genannter Kriterien verglichen. Dazu ist Folgendes anzumerken:

 

Die ASG-mbH plant in den vorhandenen Räumen der Montessorischule eine zweite Hortgruppe vornehmlich für Kinder, die nicht die Montessorischule besuchen, einzurichten. Laut Warteliste liegen Anmeldungen von Kindern der Herman-Nohl-, der Adolf-Reichwein- und der Albanischule vor. Angemerkt sei, dass nach Auswertung der Wartelisten zumindest der Bedarf der Kinder der Herman-Nohl-Schule am Schulstandort gedeckt werden kann. Für Kinder, die nicht die Montessorischule besuchen, will der Träger einen Fahrdienst einrichten (entweder sollen die Kinder bei der Nutzung des öffentlichen Personennahverkehrs durch Hortpersonal begleitet werden oder es wird ein PKW-Abholdienst eingerichtet).

Der Träger verfügt mit Ausnahme der im Sommer 2009 übernommenen Hortgruppe nicht über die geforderten Erfahrungen in institutioneller Kinderbetreuung in Göttingen. Auch hat er keine Netzwerkerfahrungen mit anderen Göttinger Schulen und nur geringe Netzwerkerfahrungen mit außerschulischen Partnern in Göttingen.

Darüber hinaus sollen laut pädagogischem Konzept im Rahmen des Nachmittagsangebots in den beiden Hortgruppen neben Kindern anderer Schulen auch Kinder der eigenen Schule, und zwar der Jahrgänge 1 bis 8 betreut werden. Dies entspricht nicht den Kriterien des Interessenbekundungsverfahrens, die sich auf die Betreuung von Grundschulkindern beschränken. Aus diesem Grund sollte die Bewerbung der ASG-mbH bei der Trägerauswahl keine weitere Berücksichtigung finden.

 

Der Kinderhaus e.V. beabsichtigt, seine Kindertagesstätte in der Schöneberger Straße baulich zu einem Familienzentrum zu erweitern, das unter anderem Hortbetreuungsmöglichkeiten vornehmlich für Kinder der Wilhelm-Busch-Schule - die fußläufig zu erreichen ist - bietet. Der Bedarf an Hortbetreuungsmöglichkeiten für Kinder im Einzugsbereich der Wilhelm-Busch-Schule beträgt derzeit 11 Plätze und rechtfertigt damit maximal die Einrichtung einer halben Hortgruppe mit bis zu 12 Plätzen. Im Konzept weist der Träger darauf hin, dass der hohe Bedarf an Hortplätzen an der Adolf-Reichwein-Schule und der Lohbergschule möglicherweise planerische Überlegungen notwendig mache, um Kinder dieser Schulen aufnehmen zu können. Vorstellbar wäre eventuell die Organisation eines Fahrdienstes.

Der Einrichtung der neuen Gruppe kann voraussichtlich nicht zum 01.08., sondern erst zum Beginn der Herbstferien erfolgen.

 

 

Ansonsten entspricht die Interessenbekundung den Ausschreibungskriterien.

Der Kinderhaus e.V. ist nach Leistungs- und Budgetvertrag in Trägergruppe 5 eingruppiert

 

Die ASC-gGmbH plant die Schaffung von Hortplätzen durch Anbau an das ASC-Sportzentrum im Ehrengard-Schramm-Weg 11 auf den Zietenterassen, Geismar. Die Interessenbekundung entspricht den Ausschreibungskriterien im vollen Umfang. Angesprochen sind Kinder aus dem Einzugsbereich der Lohberg- und der Wilhelm-Busch-Schule. Der Träger beabsichtigt, von den beiden Grundschulen aus einen Fahrdienst zum Hortstandort einzurichten. Mit dem Angebot könnte der Bedarf an beiden Schulstandorten gedeckt werden.

Die ASC-gGmbH ist nach Leistungs- und Budgetvertrag in Trägergruppe 2 eingruppiert

 

Letztere beiden Interessenbekundungen sind qualitativ als gleichwertig zu betrachten. Lediglich im Bereich Integration verfügt der Träger Kinderhaus über größere Erfahrungen. Laut Interessenbekundungsverfahren ist Integrationserfahrung jedoch nicht zwingend erforderlich, sondern vorteilhaft für die Bewerbung. Fehlende Integrationserfahrung ist somit kein Ausschlusskriterium.

 

Zu Beginn des Verfahrens wurden seitens der Verwaltung für den Fall mehrerer  qualitativ gleichwertiger Bewerbungen die Trägerauswahl nach nachstehenden Kriterien vorgesehen  (Reihenfolge der Kriterien gibt Priorität wieder):

 

  1. Höchster Bedarf an Hortplätzen
  2. Schulortnähe, d.h. fußläufige Erreichbarkeit oder Sicherstellung der Erreichbarkeit mittels Transport
  3. Einhaltung des Starttermin zum neuen Schuljahr
  4. bei gleichwertigen Bewerbungen nach den Kriterien 1 - 3: Kostengünstigstes Angebot erhält den Zuschlag

 

zu 1:  Die Verwaltung hat parallel zum laufenden Interessenbekundungsverfahren die Wartelisten aller bestehenden Horteinrichtungen in der Südstadt und Geismar zum Stichtag 15.03.2010 unterjährig ausgewertet. Nach Abgleich von Doppelanmeldungen und unbelegten Plätzen besteht zum 01.08.2010 voraussichtlich ein ungedeckter Bedarf an Hortplätzen an nachstehenden Schulen:

 

·         Wilhelm-Busch-Schule:         11 Plätze

·         Lohbergschule:                        7 Plätze

·         Adolf-Reichwein-Schule:       11 Plätze

·         Herman-Nohl-Schule:            -6 Plätze

·         Leinebergschule:                     2 Plätze

 

Aus dieser Auswertung wird deutlich, dass an keinem Schulstandort ein Bedarf für eine ganze Hortgruppe mit 20 Plätzen besteht. Angemerkt sei, dass von den benötigten Plätzen im Einzugsbereich der Wilhelm-Busch- und der Lohbergschule 6 Plätze von Kindern mit Wohnsitz auf den Zietenterassen benötigt werden.

 

Zu 2:  Die geplanten Hortstandorte sind wie folgt von den Schulstandorten mit dem höchsten Bedarf entfernt (Angaben beziehen sich auf Fußwege):


 

Entfernung

Von der …

Zum …

ASC-Sportzentrum, Ehrengard-Schramm-Weg 11

Kinderhaus-Kita, Schöneberger Straße 6

Lohbergschule

1.800 m

2.300 m

Adolf-Reichwein-Schule

2.300 m

2.100 m

Wilhelm-Busch-Schule

1.200 m

   800 m

 

Beide Kita-Standorte sind fußläufig von der Wilhelm-Busch-Schule aus zu erreichen.  Die Entfernung zum Kinderhaus-Standort ist um 400 m kürzer.

Die Fußwege von der Lohberg- und der Adolf-Reichwein-Schule sind Grundschulkindern nicht zumutbar, zumal von der Adolf-Reichwein-Schule kommend in beiden Fällen noch die Querung der vielbefahrenen Hauptstraße erforderlich ist. Aus diesem Grund haben beide Kita-Träger angegeben, einen Fahrdienst einrichten zu wollen.

Ansonsten besteht auch die Möglichkeit, beide Kita-Standorte mit dem öffentlichen Personennahverkehr zu erreichen. Von der Lohbergschule aus fährt die Buslinie 4 (Haltestelle Görlitzer Straße an der Schule) zur Schöneberger Straße, die Linie 7 von der Haltestelle Lönsweg (an der Von-Ossietzky-Straße) in den Ehrengard-Schramm-Weg. Von der Adolf-Reichwein-Schule aus kann man ab Kiesseestraße mit der Buslinie 1 über die Schöneberger Straße zur Grete-Henry-Straße (Endstation) auf die Zietenterrassen gelangen.

 

Zu 3: Die ASC-gGmbH erklärt in Ihrem Anschreiben, bei normalem Bauverlauf sei mit einer Fertigstellung bis August 2010 zu rechnen. Der Kinderhaus e.V. sagt einen Starttermin bis spätestens zu den Herbstferien 2010 (09.10.10) zu.

 

Demnach ergibt sich nach den aufgestellten Kriterien bei der Erreichbarkeit ein minimaler Vorteil zugunsten des Kinderhaus e.V., in Hinblick auf den Fertigstellungstermin zugunsten der ASC-gGmbH.

 

Deshalb wird noch das vierte Kriterium hinzugezogen.

 

Zu 4: Der Kinderhaus e.V. ist in Trägergruppe 5 eingruppiert, die ASC-gGmbH in Trägergruppe 2. Damit ist das ASC-Angebot für die Stadt rund 14.400 € jährlich günstiger als das Kinderhaus-Angebot.

 

Unter Berücksichtigung aller Kriterien schlägt die Verwaltung vor, der ASC-gGmbH den Zuschlag für die Trägerschaft zu erteilen

Finanzielle Auswirkungen:

Finanzielle Auswirkungen:

 

Entsprechende Haushaltsmittel wurden seitens der Politik gesondert bereitgestellt und stehen im Budget „Kitas freier Träger“ zur Verfügung.

Anlagen:

Anlagen:

 

  • Interessenbekundungsverfahren der Stadt Göttingen
  • Interessenbekundungen nachstehender Kita-Träger
    • ASC-Kinderbetreuungs-gGmbH, Göttingen
    • Kinderhaus e.V., Göttingen
    • ASG, Anerkannte Schulgesellschaft mbH, Annaberg-Buchholz
  • Vergleich der eingegangenen Interessenbekundungen
Anlagen:  
  Nr. Status Name    
Anlage 1 1 öffentlich Anlage 1 Aufruf zur Interessenbekundung (43 KB)      
Anlage 2 2 öffentlich Anlage 2 ASG-Konzept (614 KB)      
Anlage 3 3 öffentlich Anlage 2 ASG-Anschreiben (94 KB)      
Anlage 4 4 öffentlich Anlage 3 Anschreiben Kinderhaus Seite 1 (314 KB)      
Anlage 5 5 öffentlich Anlage 3 Anschreiben Kinderhaus Seite 2 (238 KB)      
Anlage 6 6 öffentlich Anlage 3 Konzept Kinderhaus (158 KB) PDF-Dokument (102 KB)    
Anlage 7 7 öffentlich Anlage 3 Inaussichtstellung Betriebserlaubnis Kinderhaus (13 KB)      
Anlage 8 8 öffentlich Anlage 4 Anschreiben ASC (21 KB) PDF-Dokument (19 KB)    
Anlage 9 9 öffentlich Anlage 4 Konzept ASC (124 KB) PDF-Dokument (116 KB)    
Anlage 10 10 öffentlich Anlage 4 Inaussichtstellung Betriebserlaubnis ASC (21 KB) PDF-Dokument (11 KB)    
Anlage 11 11 öffentlich Anlage 5 Vergleich Trägerbewerbungen II (37 KB)      
Anlage 12 12 öffentlich Anlage 2 Betriebserlaubnis ASG (40 KB)      
 
 

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