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Betreff: "Sicherheit an der B 27 in Roringen" (Antrag der SPD-Ratsfraktion sowie Änderungsantrag der Ratsfraktion Bündnis 90/Die Grünen zur Sitzung des Rates am 05.03.2010)
Status:öffentlichVorlage-Art:Beschlussvorlage/sonstige Vorlage
Federführend:61-Fachbereich Planung, Bauordnung und Vermessung   
Beratungsfolge:
Ausschuss für Bauen, Planung und Grundstücke Entscheidung
22.04.2010 
57. öffentliche/nichtöffentliche Sitzung des Ausschusses für Bauen, Planung und Grundstücke geändert beschlossen   

Beschlussvorschlag
Sachverhalt
Finanzielle Auswirkungen
Anlage/n

Beschlussvorschlag:

Beschlussvorschlag:

 

Der Bericht der Verwaltung wird zustimmend zur Kenntnis genommen.

Einer weiteren Beratung im Rat bedarf es nicht.

Begründung:

 

Begründung:

 

Zu 1.

 

a)

Allgemein kommt die Errichtung einer Lichtsignalanlage dann in Frage, wenn sich wiederholt  Unfälle ereignet haben, die durch eine Lichtsignalsteuerung hätten ver­mie­den werden können. Auch wenn an Knotenpunkten ohne Lichtsignalanlage Verkehrs­­ströme nicht mehr ohne erhebliche Zeitverluste bewältigt werden können, kann eine Lichtsignalanlage in Verbindung mit einer entsprechenden baulichen Gestaltung des Knotenpunkts eine Verbesserung des Verkehrsablaufs bewirken.

 

Die B27 in der Ortschaft Roringen weist derzeit einen DTV von ca. 16.000 bis 18.000 Kfz/24h auf. Da der Verwaltung keine aktuellen Verkehrswerte für die Straßen Baumgarten und Hohler Graben im Zufahrtsbereich zur B27 vorliegen (insbesondere die Linkseinbiegevorgänge auf die B27 und die Geradeausfahrten über die B27 sind für die aufgeworfene Fragestellung interessant), wird sie kurzfristig eine Verkehrs­zählung an der Kreuzung durchführen, um auch für die einmündenden Straßen aktuelle Verkehrsmengen zu erhalten. Nach der Auswertung der Verkehrszahlen kann die Verwaltung abschließend eine verlässliche Aussage  tätigen, ob der Knoten­punkt Leistungsfähigkeitsdefizite aufweist.

 

Erste Beobachtungen vor Ort (ohne Verkehrsmengenzählung) lassen jedoch vermu­ten, dass die Kreuzung keine so relevanten Verkehrsmengen zu verzeichnen hat, die gemäß dem Handbuch für die Bemessung von Straßenverkehrsanlagen (HBS) eine Signalisierung erforderlich machen würde.

 

Die örtlichen Unfalluntersuchungen in den letzten Jahren haben zudem gezeigt, dass der Knotenpunktsbereich auch keine Unfallhäufungsstelle ist. Die 5-Jahres-Unfallsta­ti­stik der Polizeiinspektion Göttingen besagt, dass es am Knotenpunkt B27/Baum­garten zu keinem Unfall gekommen ist. Aus Verkehrssicherheitsgründen ist daher die Errichtung einer Bedarfsampel nicht erforderlich.

 

Der Straßenbaulastträger für die B27 in der Ortschaft Roringen, die Niedersächsi­sche Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr (GB Gandersheim), sieht ebenfalls keine verkehrliche Notwendigkeit, an der Kreuzung B27/Hohler Graben/Baumgarten eine Lichtsignalanlage zu errichten.

 

b)

Die bestehende Fußgänger-LSA an der B27 in Roringen schaltet 10 Sekunden "Grün" für die Querung der Fußgänger über die B27 (Querungsstrecke für die Fuß­gän­ger zwischen den Borden: ca. 12 m) . Nach Grünende besitzt der Fußgänger noch 10 Sekunden Schutzzeit.

Unter der verkehrssicherheitsrelevanten Schutzzeit versteht man die Zeit, die an signalisierten Knotenpunkten zwischen dem Ende der Grünzeit (Freigabezeit) des räumenden Verkehrsstroms (i.d.F. des querenden Fußgängers) und dem Beginn der Grünzeit des einfahrenden Verkehrsstroms (i.d.F. der KFZ-Verkehr auf der B27) verstreichen muss. Durch das Vorsehen einer Schutzzeit wird sichergestellt, dass der noch bei "Rot" querende Fußgänger (nach den Richtlinien für Lichtsignalanlagen (RiLSA) bewegt sich ein gehbehinderter Fußgänger mit einer Geschwindigkeit von 1,2 m/s, ein schneller Fußgänger mit 1,5 m/s) nicht in Konflikt mit dem einfahrenden Verkehr gerät.

Es ist natürlich nicht zu gewährleisten, dass Fußgänger ausschließlich bei "Grün" die gesamte Fahrbahn queren, da auch noch in der letzten "Grünsekunde" die Fahrbahn zum Querungsvorgang betreten werden kann. Die Sicherheit für querende Fußgän­ger wird somit allein durch die Schutzzeit, nicht durch die reine Grünzeit, gewähr­lei­stet.

Eine Verlängerung der Querungszeiten ist an der bestehenden LSA nicht erforder­lich. Die Vorgaben der RiLSA werden mehr als erfüllt.

 

c)

Der Bereich der Ortschaft Roringen an der B 27 kann nicht durch das Anordnen von Ortstafeln als geschlossene Ortschaft (Geschwindigkeitsbegrenzung auf 50 km/h) ausgewiesen werden. Die Ortslage ist gemäß der Definition in der Straßenver­kehrs­ord­nung baulich nicht geschlossen, da sie nur einseitig bebaut ist und die anlie­genden Grundsstücke nicht direkt von der B27 erschlossen sind.

 

d)

Der Standort ist aus folgenden Gründen bewusst so gewählt worden:

1. Die Autofahrer begegnen auf dem Weg bis zur Radaranlage drei Geschwindig­keits­schilder (1 x 80 km/h, 2 x 60 km/h). Dies ist in hohem Maße gerichtsfest, wobei bei einem Verstoß auch Vorsatz vorgeworfen werden kann.

2. Die Geschwindigkeit soll möglichst frühzeitig zu Beginn der Ortslage gedrosselt werden. Sollte ein Autofahrer aufgrund von Geschwindigkeitsüberschreitung zu Be­ginn der Ortslage "geblitzt" werden, hat dies zur Folge, dass er zumindest für einen gewissen Zeitraum mit angemessener Geschwindigkeit weiter fährt. Ein Versetzen zur Fußgängerampel würde diesen Effekt verhindern, da dann die Ortslage nahezu schon durchfahren ist.

Die Versetzung wird daher nicht empfohlen.

 

Zu 2.

 

a)

Der Beurteilungspegel ist nach der 16. BImSchV nicht durch örtliche Schall­mes­sun­gen zu ermitteln, sondern nach den "Richtlinien für den Lärmschutz an Straßen (RLS-90)" zu berechnen. Das Straßenbauamt in Gandersheim hat bereits in 2006 und 2009 für Teilbereiche in Roringen neue Lärmuntersuchungen durchgeführt mit dem Ergebnis, dass alle in der 16.BImSchV festgelegten Grenzwerte unterschritten wurden.

 

Der Geschäftsbereich Gandersheim führt in diesem Jahr auf den Bundesfernstraßen seines Verantwortungsbereiches neue Verkehrszählungen durch (die letzte Ver­kehrs­­zäh­lung stammt aus dem Jahr 2005). Sollten die in 2011 vorliegenden Zähler­geb­nisse für die B27 in der Ortschaft Roringen signifikante Verkehrsmengen­erhöhun­gen (Grenzwert­über­schreitungen) ergeben, könnte in Teilbereichen ein Anspruch auf Lärmschutz entstehen.

 

Darüber hinaus überlegt das Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadt­entwicklung auf Grundlage des Nationalen Lärmschutzpaketes II, die Sanierungs­grenzwerte um 3 dB(A) zu senken. Dem Deutschen Bundestag wird vorgeschlagen, die gesetzliche Grundlage dazu (Haushaltsgesetz) spätestens in 2011 zu schaffen.

Inwieweit Roringen von dieser Novellierung profitieren könnte, kann zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht abgeschätzt werden. Folglich ist es ratsam, vor der Beauftra­gung eines neuen Lärmgutachtens neben den Zählungen in 2010 auch die gesetz­liche Umsetzung abzuwarten, um dann die Auswirkungen für Roringen konkret mit dem Geschäftsbereich Gandersheim abzustimmen.

 

b und c)

- Errichtung einer Bedarfsampel an der Kreuzung B27/Baumgarten:

     Finanzierungsverantwortung: bei Notwendigkeit der Maßname (z.B. bei Vorliegen 

     einer Unfallgefahrenstelle): GB Gandersheim; ansonsten die Stadt Göttingen mit

     Zustimmung des Straßenbaulastträgers

     Finanzbedarf: ca. 150.000,- €

- Beauftragung eines Lärmgutachtens für die Lärmsanierung:

     Finanzierungsverantwortung: NLStBV GB Gandersheim

     Finanzbedarf: ca. 2.500,- €

Die Kosten für die Errichtung der Bedarfsampel sind im Haushalt 2010 nicht vorgesehen.

 

 

Finanzielle Auswirkungen:

 

Finanzielle Auswirkungen:

 

Bei Verzicht auf die Errichtung einer Lichtsignalanlage an der Kreuzung B27/Baumgar­ten/Hoh­ler Graben: keine

Anlagen:

 

Anlagen:

 

Antrag der SPD – Ratsfraktion vom 4.03.2010 sowie

Änderungsantrag der Ratsfraktion Bündnis 90/Die Grünen vom 05.03.2010

Anlagen:  
  Nr. Status Name    
Anlage 1 1 öffentlich B90-5-3-2010-Aenderungsantrag-Sicherheit_an_de (524 KB)      
Anlage 2 2 öffentlich Sicherheit B 27 3 (117 KB)      
 
 

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