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Betreff: "Elternbriefe" (Antrag der CDU-/FDP-Ratsfraktion vom 27.01.2006)
Status:öffentlichVorlage-Art:Beschlussvorlage/sonstige Vorlage
Federführend:51-Fachbereich Jugend   
Beratungsfolge:
Jugendhilfeausschuss Vorberatung
15.04.2010 
30. öffentliche/nichtöffentliche Sitzung des Jugendhilfeausschusses geändert beschlossen   
Rat Entscheidung
07.05.2010 
28. öffentliche/nichtöffentliche Sitzung des Rates der Stadt Göttingen ungeändert beschlossen   

Beschlussvorschlag
Sachverhalt
Finanzielle Auswirkungen
Anlage/n

Beschlussvorschlag:

Beschlussvorschlag des Jugendhilfeausschusses

 

„Der Rat möge beschließen:

 

Von einem Versand von Elternbriefen wird Abstand genommen.“

 

Begründung:

Begründung:

 

Der Antrag der Fraktionen von CDU und FDP zielt auf einen für die Empfänger  kostenfreien Versand von Elternbriefen an Eltern mit Erstgeburten (siehe Anlage). In der Stadt Göttingen gibt es zur Zeit ca. 1.000 Geburten pro Jahr, davon ca. 600 Erstgeburten.

 

Die Verwaltung hat bei zwei Anbietern von Elternbriefen die Kosten für einen Versand an Göttinger Eltern ermittelt:

 

Der preisgünstigste und bundesweit am weitesten verbreitete Anbieter und Kooperationspartner für Elternbriefe ist der Arbeitskreis Neue Erziehung (ANE) in Berlin. Die dortigen Elternbriefe bestehen aus 46 Exemplaren, die den Eltern der Kinder zeitlich gestaffelt bis zum 8. Lebensjahr übersandt werden. Bei Anwendung dieses Verfahrens in der Stadt Göttingen würden sich die Kosten - angesichts des sich jährlich vergrößernden Personenkreises  - stetig erhöhen und (nach Erreichen des maximalen Adressatenkreises nach acht Jahren) nach jetzigem Stand ca. 17.500,- € im Jahr betragen.

 

Ein weiterer Anbieter von Elternbriefen ist der Verein Peter Pelikan e.V., der eine Serie von 52 Elternbriefen anbietet, die sich über einen Zeitraum von 11 Jahren erstrecken. Langfristig würden sich die jährlichen Kosten hier auf ca. 24.500,- € (für die Elternbriefe sowie Versand ohne Personalkosten für den Fachbereich Jugend) im Jahr belaufen.

 

In beiden Fällen stehen für diesen Zweck im Haushalt keine Mittel zur Verfügung.

 

Angemerkt sei, dass Erfahrungen anderer großer Städte zeigen, dass mit der Versendung von Elternbriefen gerade die Zielgruppen, die vor allem erreicht werden sollen (sozial benachteiligte / bildungsferne Familien oder Familien mit Migrationshintergrund), nicht erreicht werden. Die Stadt Dortmund hat aus diesen Gründen den Versand von Elternbriefen wieder eingestellt.

 

Im Sinne des Anliegens zielorientierter aber auch deutlich personalintensiver wären hingegen Hausbesuche bei jungen Eltern.

 

Zum 1.04.2010 ist das Gesetz zur Förderung der Gesundheit und Verbesserung des Schutzes von Kindern in Niedersachsen (NFrüherkUG) in Kraft getreten Darin wird geregelt, dass die Daten der Kinder bzw. deren gesetzlichen Vertreter, die auch nach einer Erinnerung ihr Kind / ihre Kinder nicht zu einer Früherkennungsuntersuchung bei einem Arzt / einer Ärztin vorgestellt haben, dem Träger der öffentlichen Kinder- und Jugendhilfe übermittelt werden. Vorgesehen ist, sich daraufhin bei bestimmten Fallkonstellationen mit den gesetzlichen Vertretern in Verbindung zu setzen. 

 

Über die Erfahrungen mit der Umsetzung des NFrüherkUG, und sich in diesem Zusammenhang ergebender Zugangsmöglichkeiten zu jungen Eltern wird die Verwaltung zu gegebener Zeit im Jugendhilfeausschuss berichten.

 

Der Jugendhilfeausschuss hat in seiner Sitzung vom 15.04.2010 mit 11 Ja- gegen 3-Neinstimmen beschlossen, der Beschlussempfehlung der Verwaltung dahingehend zu folgen, von einer Versendung von Elternbriefen Abstand zu nehmen. Die weitergehende Empfehlung, den Antrag als erledigt anzusehen, wurde nicht beschlossen. Allerdings sieht die Verwaltung vor allem aufgrund der gegenwärtigen finanziellen Lage keine Möglichkeit, dem ursprünglichen Antrag sinnvoll zu entsprechen und sieht es daher als angemessen an, den Antrag als erledigt anzusehen.

 

Finanzielle Auswirkungen:

 

Finanzielle Auswirkungen:

 

 

Anlagen:

 

 

Anlagen:  
  Nr. Status Name    
Anlage 1 1 öffentlich CDU-FDP-Gruppe-Rat-10-2-06-Elternbirefe (17 KB)      
 
 

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