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Betreff: Integriertes städtisches Entwicklungs-/Wachstumskonzept (ISEK) - Zentrales Innenstadtquartier
Umgestaltung der Theaterstraße Ost zwischen Jüdenstraße und Burgstraße und der Burgstraße zwischen Theaterstraße und Wilhelmsplatz
Status:öffentlichVorlage-Art:Beschlussvorlage/sonstige Vorlage
Federführend:61-Fachbereich Planung, Bauordnung und Vermessung   
Beratungsfolge:
Ausschuss für Bauen, Planung und Grundstücke Vorberatung
10.09.2009 
46. öffentliche/nichtöffentliche Sitzung des Ausschusses für Bauen, Planung und Grundstücke vertagt (zurückgestellt)   
24.09.2009 
47. öffentliche/nichtöffentliche Sitzung des Ausschusses für Bauen, Planung und Grundstücke geändert beschlossen   
Ausschuss für Bauen, Planung und Grundstücke Vorberatung
Verwaltungsausschuss Entscheidung

Beschlussvorschlag
Sachverhalt
Finanzielle Auswirkungen
Anlage/n

Beschlussvorschlag:

Beschlussvorschlag:

 

Dem Vorschlag zur Umgestaltung der Theaterstraße zwischen Jüdenstraße und Burgstraße und der Burgstraße zwischen Theaterstraße und Wilhelmsplatz (Variante 2) wird zugestimmt. *)

 

*)

Der Ausschuss für Bauen, Planung und Grundstücke hat der Vorlage unter nachfolgender Maßgabe einstimmig zugestimmt:

- der auszubauende Straßenabschnitt der Burgstraße wird als „Verkehrsberuhigter Bereich“ gestaltet;

- die Anzahl der Kfz-Stellplätze wird reduziert, um entwicklungspotentiale zur Verbesserung der Aufenthaltsqualität zu erhalten;

- die Fahrradabstellanlagen werden optimiert

 

 

Begründung:

Begründung:

 

 

Hinweis:

 

Die in Ausschuss am 10.09.2009 vorgestellte Beschlussvorlage sah die Verlegung der Bushaltestelle aus der Theaterstraße in die Jüdenstraße vor.

Es wird nunmehr vorgeschlagen die Haltestelle nicht zu verlegen, sondern in der Theaterstraße zu belassen. Der entsprechend geänderte Abschnitt ist im Text „fett“ kenntlich gemacht.

 

 

1. Anlass

 

Die Maßnahme „Zentrales Innenstadtquartier“ zwischen Weender Straße im Westen, Jacobikirchhof im Norden, Jüdenstraße und Burgstraße im Osten sowie Barfüßerstraße und Kornmarkt im Süden mit einer Größe von 6 ha wurde auf der Grundlage des eingereichten städtischen Entwicklungs-/ Wachstumskonzepts grundsätzlich für eine Förderung im Rahmen des Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) berücksichtigt.

Als weitere Maßnahmen innerhalb des „Zentralen Innenstadtquartiers“ sollen die Theaterstraße Ost zwischen Jüdenstraße und Burgstraße und die Burgstraße zwischen Theaterstraße und Wilhelmsplatz in 2010 umgestaltet werden. Ursprünglich war auch die Burgstraße zwischen Ritterplan und Theaterstraße für die Umgestaltung im gleichen Jahr vorgesehen.

Hierzu wurde ein Antrag auf Erweiterung des Bewilligungsgebietes an die Regierungsvertretung gestellt. Mittlerweile ist klar, dass das Ministerium dem Antrag nicht zustimmen wird, so dass der nördliche Teil der Burgstraße nicht im Rahmen des ISEK-Programms umgestaltet werden kann.

 

Die Umgestaltung der Theaterstraße Ost zur Fußgängerzone liegt mittlerweile mehr als 30 Jahre zurück. Die Materialwahl sowie die gewählte Formensprache sind nicht mehr zeitgemäß. Darüber hinaus ist die Unterhaltung der Oberfläche wegen baulicher Mängel (Wasserführung, Pfützenbildung bei Regen, fehlende Tragfähigkeit des Untergrundes) sehr aufwändig. In diesem Zusammenhang sollen auch dringende Kanalsanierungsarbeiten (Schmutzwasser und Oberflächenwasser) am Hauptkanal und an den Anschlussleitungen zu den Gebäuden durchgeführt werden.

Die Burgstraße ist in dem betreffenden Abschnitt Bestandteil des innerstädtischen Erschließungsringes mit öffentlichen Stellplätzen .

In beiden Straßen wirkt die vorhandene Beleuchtung negativ; sie wird hinsichtlich Optik, Lichtfarbe, Ausleuchtung und Energieverbrauch schon seit längerem kritisiert. Auch Interessen von Senioren oder von Menschen mit Behinderungen (z.B. Barrierefreiheit, Beleuchtung) kann nur teilweise gefolgt werden.

 

 

2. Umfang der Maßnahme, Gestaltungskonzept

 

Neben der Erneuerung der technischen Infrastruktur (Kanal, Hausanschlüsse, Eon, Telekom, etc.) soll der Untergrund in den Straßen wegen der zunehmenden Belastungen u.a. durch den Lieferverkehr grundlegend ertüchtigt werden. Darüber hinaus ist vorgesehen eine bessere funktionale Aufteilung des Straßenraumes und eine auch an behinderten Menschen ausgerichtete Oberflächengestaltung zu erzielen.

 

Für die Umgestaltung wurden zwei unterschiedliche Varianten erarbeitet.

 

Variante 1

 

Die Burgstraße zwischen Theaterstraße und Wilhelmsplatz ist in der Variante 1 nicht mehr Bestandteil des innerstädtischen Erschließungsringes, sondern bekommt die straßenrechtliche Ausweisung als Fußgängerzone. Die vorhandenen 11 öffentlichen Stellplätze entfallen. Der Individualverkehr wird über die Theaterstraße, Obere Karspüle und Friedrichstraße geführt.

Die Theaterstraße bleibt Fußgängerzone mit Busverkehr. Die Haltestelle bleibt in der Theaterstraße und wird behindertengerecht ausgebaut. Die im Ausschuss am 10.09.2009 vorgestellte Verlegung der Haltestelle in die Jüdenstraße soll aufgrund der Ergebnisse einer Probefahrt mit einem Gelenkbus nicht mehr erfolgen. Die Nachteile, die sich bei einer Verlegung ergeben würden (zusätzliche Haltestelle in der Jüdenstraße, breites Fahrbahnprofil von 6,0 m auf einer Länge von ca. 70 m – dadurch schmale Gehwegbreite auf der westlichen Seite, der Verlust von vorhandener Außengastronomie auf der östlichen Seite), sind im Vergleich zu dem Flächengewinn in der Theaterstraße wesentlich höher.

 

Gestaltung

 

Theaterstraße:

Die vorgesehene Aufteilung des Straßenraumes geht auch hier von einer Dreiteilung der Straße aus; die Mitte der Straße, die eine Breite von 3,50 m erhalten soll, wird durch einen Plattenstreifen mit kleinformatigen Platten und beidseitigen Pflasterrinnen betont; die Seitenbereiche vor den Schaufenstern bekommen einen Plattenstreifen mit großformatigen Platten. Wegen der Belastungen durch den Busverkehr muss der mittige Bereich mit einem Betonunterbau ausgeführt werden. Es ist vorgesehen die Vorfläche der Universität in die Umgestaltung des Straßenraumes mit einzubeziehen.

Burgstraße:

Auch hier wird von einer Aufteilung des Straßenraumes wie in der Theaterstraße ausgegangen.

 

Konsequenzen und Bewertung

 

Aufgrund der straßenrechtlichen Ausweisung der Burgstraße zwischen Theaterstraße und Wilhelmsplatz als Fußgängerzone enden die sich östlich anschließenden Straßen Theaterstraße und Friedrichstraße als Sackgassen. Hierfür bieten sich zwei Lösungsmöglichkeiten an:

a) Ausweisung und Umgestaltung der Theaterstraße und der Friedrichstraße zwischen Burgstraße und Obere Karspüle als Fußgängerzone. Hierfür wären zusätzliche Mittel erforderlich. Zudem würden die 30 öffentlichen Stellplätze in der Theaterstraße und der Friedrichstraße entfallen.

b) Die Theaterstraße und die Friedrichstraße zwischen Burgstraße und Obere Karspüle bleiben für den Individualverkehr befahrbar. In diesem Fall müssten problematische Wendebereiche in den Einmündungen zur Burgstraße geschaffen werden. Zusätzlich entfallen wegen des Zweirichtungsverkehrs 15 öffentliche Stellplätze in der Theaterstraße und der Friedrichstraße.

 

Alternativ könnte statt der Ausweisung der Burgstraße zwischen Theaterstraße und Wilhelmsplatz als Fußgängerzone auch eine Umgestaltung im Sinne des Shared Space in Betracht kommen. Das würde bedeuten, dass der Straßenabschnitt weiterhin vom Individualverkehr befahren werden kann und hinsichtlich der Gestaltung wie eine Fußgängerzone umgestaltet werden könnte. Da das Prinzip Shared Space keine verkehrsregelnden Maßnahmen erlaubt, kann das Parken im Straßenraum nicht gesteuert werden mit der Folge, dass der Bewegungsraum für andere Verkehrsteilnehmer eingeschränkt würde. In der Literatur wird deshalb auch von der Anwendung des Shared Space Prinzips in Straßen mit hohem Parkdruck abgeraten.

 

 

Variante 2

 

Die Burgstraße zwischen Theaterstraße und Wilhelmsplatz bleibt Bestandteil des innerstädtischen Erschließungsringes in der vorhandenen Fahrtrichtung. Die Theaterstraße bleibt Fußgängerzone; sie soll jedoch wegen des Busverkehrs im Mittenbereich der Straße einen Belag mit aufgehelltem .Asphalt bekommen. Die Haltestelle bleibt in der Theaterstraße und wird behindertengerecht ausgebaut.

 

 

 

 

Gestaltung

 

Theaterstraße:

Die vorgesehene Aufteilung des Straßenraumes geht auch hier von einer Dreiteilung der Straße aus; die Mitte der Straße, die eine Breite von 3,50 m erhalten soll, bekommt wegen der besseren Haltbarkeit und Unterhaltung einen aufgehellten Asphaltbelag, der durch beidseitige Pflasterrinnen betont wird; auf einen Bordstein wurde verzichtet; die Seitenbereiche vor den Schaufenstern erhalten einen Plattenstreifen mit großformatigen Platten.

 

Burgstraße:

Für die Burgstraße wird der gleiche Ausbaustandart wie in der Lange-Geismar-Straße Ost vorgeschlagen; d. h. eine Fahrbahnbreite von 3,50 Meter mit hellem Asphaltbelag begrenzt durch Natursteinborde mit einer Ansichtshöhe von 2 cm und beidseitigen Gehwegen mit Natursteinplatten. Stellplätze sollen in verringerter Anzahl auf der östlichen Seite im Gehwegbereich untergebracht werden. In Höhe des gestalteten Vorbereichs der Universität soll der Asphaltbelag durch Natursteinplatten unterbrochen werden. Zur Erhöhung der Aufenthaltsqualität und der Verkehrssicherheit bekommen die Kreuzungsbereiche Natursteinplatten.

 

Bei der Möblierung ist an die gleichen Poller, Papierkörbe, Fahrradständer und Leuchten wie in den kürzlich umgestalteten Straßen gedacht.

 

Konsequenzen und Bewertung

 

Der aufgehellte Asphalt in der Theaterstraße und in der Burgstraße führt zu keinen Defiziten in der Gestalt- und Aufenthaltsqualität; wie die Erfahrungen bei den bisher umgesetzten Beispielen zeigen.

 

 

3. Empfehlung

 

Hinsichtlich der Gestalt- und Aufenthaltsqualität, der Haltbarkeit, der Kosten für die Unterhaltung der Oberflächen und der Herstellungskosten bietet sich die Variante 2 an. Sie ist auch gegenüber der Variante 1 schlüssiger in der Verkehrsführung und verbindet in der gewählten Gestaltung ein hohes Maß an Funktionalität mit Aufenthaltsqualität. Vor allem vor dem Hintergrund, dass sich zukünftig straßenrechtliche Ausweisungen oder Bustrassen verändern können, bietet die Variante 2 mit einer einheitlichen Oberfläche alle Optionen.

 

Die Variante 2 wird deshalb zur Ausführung empfohlen.

 

 

4. Beteiligung

 

Gespräche mit den Eigentümern und Geschäftsleuten sowie eine Bürgerversammlung sind für Oktober vorgesehen.

 

 

Finanzielle Auswirkungen:

Finanzielle Auswirkungen:

 

Die Varianten unterscheiden sich kostenmäßig nicht unerheblich (ca. 194.000,- EUR zwischen der günstigeren Variante 2 und Variante 1).

Die Kosten der Umgestaltung der Variante 2 (Tragschichten, Oberflächen, Möblierung, Planungskosten) belaufen sich auf 894.000,- EUR (813.000,- EUR Baukosten und 81.000,- EUR Planungskosten).

Baukosten in Höhe von 900.500,- EUR (Theaterstraße Ost 500.500,- EUR, und Burgstraße zwischen Theaterstraße und Wilhelmsplatz 400.000,- EUR) sind im Entwurf des Investitionshaushaltes von 66 für 2010 etatisiert. Planungskosten in Höhe von 115.000,- EUR sind im Entwurf des Investitionshaushaltes von 61 etatisiert.

Von den Gesamtkosten in Höhe von 894.000,- EUR sollen ca. 380.000,- EUR - nach dem NKAG auf die Anlieger umgelegt werden, so dass förderfähige Kosten in Höhe von ca. 514.000,- EUR verbleiben.

Bei einer Förderhöhe von 50% sollen hiernach ca. 257.000,- EUR aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) finanziert werden.

Die Restsumme in Höhe von ca. 257.000,- EUR muss von der Stadt Göttingen aufgebracht werden.

 

Anlagen:

Anlagen:

 

Varianten Vorentwürfe Theaterstraße Ost und Burgstraße zwischen Theaterstraße und Wilhelmsplatz M. 1:200 (die Anlagen wurden überarbeitet)

 

Anlagen:  
  Nr. Status Name    
Anlage 1 1 öffentlich Goettingen_Vorentwurf 1_09_09_11 (388 KB)      
Anlage 2 2 öffentlich Goettingen_Vorentwurf 2_09_09_11 (365 KB)      
 
 

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