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Betreff: "Angebote für Kinder und Jugendliche mit Lernstörungen" (Antrag der Fraktion Bündnis90/Die Grünen vom 04.11.2008)
Status:öffentlichVorlage-Art:Beschlussvorlage/sonstige Vorlage
Federführend:51-Fachbereich Jugend   
Beratungsfolge:
Jugendhilfeausschuss Entscheidung
15.01.2009 
19. öffentliche/nichtöffentliche Sitzung des Jugendhilfeausschusses ungeändert beschlossen   

Beschlussvorschlag
Sachverhalt
Finanzielle Auswirkungen
Anlage/n

 

Stellungnahme der Verwaltung:

 

Verfahrensvorschlag:

 

Die Stadt Göttingen unterstützt den Antrag der Fraktion Bündnis 90 / Die Grünen in den Punkten 1 bis 3 des Antrags und wird:

 

Ø       den Niedersächsischen und den Deutschen Städtetag bitten, auf den Bundesgesetzgeber einzuwirken, dass bei Lernstörungen (Legasthenie und Dyskalkulie) nach dem ICD 10, die erforderlichen therapeutischen Leistungen im Rahmen der gesetzlichen Krankenversicherung nach dem SGB V erbracht werden,

 

Ø       die niedersächsische Landesregierung auffordern:

·         die Schulen sachlich, finanziell und personell so auszustatten, dass sie die ihnen im Erlass zur Förderung von Schülerinnen und Schülern mit besonderen Schwierigkeiten im Lesen, Rechtschreiben oder Rechnen zugewiesenen Aufgaben sachgerecht bewältigen können sowie

·         eine Studie über die langfristigen Kostenfolgen unbehandelter Lernstörungen im Sinne des ICD 10 im Vergleich zu den Kosten für erfolgreich durchgeführte Lerntherapien in Auftrag zu geben.

·          

Zum Punkt 4 des Antrags wird nachfolgend berichtet:

 

Wie viele Lerntherapien wurden im Bereich des JA Stadt Göttingen bewilligt?

 

In der nachfolgenden Tabelle wird die Entwicklung der Anzahl der Bewilligungen seit 2002 dargestellt. Im Oktober 2003 wurde die bei der Jugendhilfe Süd-Niedersachsen e. V. angesiedelte Gemeinsame Fachstelle Diagnostik der Städte Göttingen und Einbeck sowie der Landkreise Osteode am Harz, Northeim und Göttingen (Fachstelle) eingerichtet. Insofern stellen die Daten für 2002, den Abschluss einer Entwicklung jährlich steigender Bewilligungszahlen dar.


 

Jahr

Anträge

(Gesamt)

Bewilligungen (Erstanträge)

Bewilligungen (Wiederholungs-anträge)

Bewilligungen (Gesamt)

Ablehnungen

2002

199

95

104

199

0

2003

188

94

94

188

0

2004

191

64

70

134

57

2005

142

47

46

93

49

2006

92

32

24

56

36

2007

100

36

31

67

33

 

Wie viele Therapiestunden wurden jeweils bewilligt?

 

Über die Anzahl der jeweils bewilligten Therapiestunden gibt es keine statistischen Aufzeichnungen. In der Regel werden bei einem Erstantrag 40 Therapiestunden bewilligt, die innerhalb eines Jahres in Anspruch zu nehmen sind. In begründeten Einzelfällen werden auch weniger Therapiestunden beiwilligt.

Bei Wiederholungsanträgen werden überwiegend 20 Therapiestunden bewilligt. Im begründeten Einzelfall werden auch mehr Stunden bewilligt.

 

Wurden seit Einrichtung der Fachstelle Diagnostik Kosten im Bereich Legasthenie- und Dyskalkulie-Therapien seitens des/der öffentlichen Jugendhilfeträger/s eingespart, und wenn ja, wie hoch lässt sich die Einsparung beziffern?

 

Welche zusätzlichen Kosten sind durch die Einrichtung der gemeinsamen Fachstelle Diagnostik für den/die öffentlichen Jugendhilfeträger entstanden?

 

In der nachfolgenden Tabelle wird die Kostenentwicklung für die Stadt Göttingen seit 1998 dargestellt. Mit der Einbeziehung der Daten seit 1998 wird deutlich, dass die Kosten vor Einrichtung der Fachstelle jährlich gestiegen sind.

Die seit Oktober 2003 gestellten Anträge wurden zu einem Großteil erst im Jahr 2004 begutachtet und entschieden, so dass sich die Zahlen für die Jahre 2003 und 2004 etwas verzerrt darstellen.

Da die Therapiekosten für Psychomotorik und Heilpädagogik nicht isoliert werden können, beinhaltet die Aufstellung auch diese Kosten, die im Vergleich zu den Therapiekosten für Legasthenie und Dyskalkulie allerdings unbedeutend sind. Seit 2006 wird auch bei Psychomotorik und Heilpädagogik die Fachstelle mit der Begutachtung beauftragt.

Anzumerken ist außerdem, dass die Kosten der Therapiestunde bis 2005 jahrelang konstant bei 31 € lagen. Seit dem 01.09.2005 kostete die Therapiestunde 38 € und ab dem 01.05.2007 40,50 €.

 

Jahr

Gesamtkosten

Therapie-kosten

Kosten der Begutachtung

Kosten einer Therapie-stunde

Kosten im Vergleich zu  2002

1998

194.925 €

194.925 €

-

31 €

-

1999

200.575 €

200.575 €

-

31 €

-

2000

235.751 €

235.751 €

-

31 €

-

2001

248.779 €

248.779 €

-

31 €

-

2002

287.363 €

287.363 €

-

31 €

-

2003

271.600 €

271.600 €

 

31 €

-15.763 €

2004

292.043 €

217.035 €

75.008 €

31 €

+ 4.680 €

2005

267.573 €

196.746 €

70.827 €

38 €

-19.790 €

2006

272.522 €

169.459 €

103.063 €

38 €

-14.841 €

2007

229.401 €

160.317 €

69.084 €

40,50 €

-57.962 €

Kostenreduzierung 2003 bis 2007 insgesamt

113.036 €

 

Welche Wartezeiten entstanden für die betroffenen Eltern und Kinder von der Antragstellung bis zum Therapiebeginn bei Neuanträgen sowie bei Folgeanträgen?

Welche Maßnahmen sind vorgesehen, um evtl. lange Wartezeiten zu verkürzen?

 

Durch personelle Engpässe in der Fachstelle waren zwischen Eingang des Antrags bis zur Entscheidung zwischenzeitlich Wartezeiten von ca. 5 Monaten entstanden. Nach nunmehriger Bereinigung dürften sich Wartezeiten von ca. 3 Monaten einstellen.

 

 

Eine weitere Beratung im Rat ist nicht erforderlich.

 

 

Anlage:

Anlage:

 

Gesetzestext des § 35 a SGB VIII

Anlagen:  
  Nr. Status Name    
Anlage 1 1 öffentlich B90Die_Gruenen-11_12_2008_Angebote_bei_Lernstoerungen (1856 KB)      
 
 

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