zurück
 
 
Betreff: "Kitas zu Familienzentren ausbauen" Antrag der Ratsfraktionen von SPD und Bündnis 90 / DIE GRÜNEN vom 20.08.08
Status:öffentlichVorlage-Art:Beschlussvorlage/sonstige Vorlage
Federführend:51-Fachbereich Jugend   
Beratungsfolge:
Jugendhilfeausschuss Entscheidung
13.11.2008 
17. öffentliche/nichtöffentliche Sitzung des Jugendhilfeausschusses vertagt (zurückgestellt)   

Beschlussvorschlag
Sachverhalt
Finanzielle Auswirkungen
Anlage/n

Beschlussvorschlag:

Stellungnahme der Verwaltung:

 

Als Standort für mögliche Familienzentren in der Stadt Göttingen kommt vor allem die Weststadt (schwerpunktmäßig Maschmühlenweg, Pfalz-Grona-Breite und Holtenser Berg) in Frage. Sofern bestehende Kindertagesstätten zu Familienzentren weiterentwickelt werden sollen, sollte dies vorrangig an diesen Standorten geschehen. Um die mögliche Bereitschaft von Kita-Trägern zu erfragen, sollte ein Interessenbekundungsverfahren durchgeführt werden. Die Verwaltung schlägt jedoch vor, hiermit zu warten, bis erste Ergebnisse des Pilotprojektes „Eltern-Kind-Zentrum St. Petri, Grone“ nach einem Jahr nach Inbetriebnahme vorliegen. Der Antrag sollte bis dahin zurückgestellt werden.

 

Begründung:

 

Begründung:

 

Die Förderung eines gleichberechtigten Bildungszugangs für alle Kinder im Vor- und Grundschulalter ist als die zentrale Herausforderung zur präventiven Bekämpfung von Kinderarmut anzusehen. Der Stärkung der Erziehungskompetenz von Eltern kommt dabei besondere Bedeutung zu. Familienzentren können hier einen entscheidenden Beitrag leisten. Deshalb wird die konzeptionelle Weiterentwicklung von Kindertagesstätten zu niedrigschwelligen Bildungs-, Erziehungs- und Unterstützungseinrichtungen für Familien, die die Infrastrukturangebote im jeweiligen Stadtteil miteinander vernetzen, seitens der Verwaltung ausdrücklich begrüßt.

 

Aus diesem Grund fördert die Stadt Göttingen seit dem 01.04.08 sowohl aus städtischen Mitteln als auch im Rahmen des Programms Soziale Stadt die modellhafte Entwicklung eines Eltern-Kind-Zentrums in Anlehnung an die Kindertagesstätte  St. Petri Gemeinde in Grone. Das Eltern-Kind-Zentrum ist als Anlaufstelle für Eltern und Kinder aus dem Stadtteil konzipiert. Es bietet neben der Erstberatung von Eltern zu Erziehungs-, Bildungs- und Alltagsfragen sowie zu einer gelingenden Integration eine Vermittlung zu passgenauen Hilfs- und Unterstützungsangeboten anderer Einrichtungen. Darüber hinaus hält es eine umfassende, sich an den Bedürfnissen und Wünschen der Eltern orientierende Angebotsstruktur zu nachstehenden Themenfeldern vor:

 

·         kindbezogene Gesundheitsförderung und Erziehung

·         Alltagskompetenz und Beratung

·         Kultur, Freizeit, Bildung

 

Parallel dazu arbeitet die Kindertagesstätte nach dem Vorbild des „Early-Excellence-Centers“, d.h. die Gestaltung einer komplexen Lern- und Erfahrungswelt für Kinder und die fortlaufende Dokumentation ihrer Bildungsprozesse sind genauso fester Bestandteil des Kita-Alltags wie die intensive Zusammenarbeit mit Familien. Eltern werden als Experten für die Erziehung und Bildung ihrer Kinder anerkannt und unterstützt.

 

Die Modellprojektförderung ist auf den Zeitraum 2008 bis 2011 befristet. Es ist geplant, ein auf andere Kindertagesstätten übertragbares Konzept zu entwickeln und zu erproben. Die Verwaltung schlägt vor, zunächst die Erfahrungen des Eltern-Kind-Zentrums im ersten Förderjahr auszuwerten, um anschließend über die Einrichtung weiterer Familienzentren zu entscheiden.

 

Bezüglich möglicher Standorte für weitere Familienzentren sollten vorrangig Stadtteile mit einer besonderen Häufung von Risiken in Hinblick auf den frühkindlichen Bildungszugang in Betracht kommen. Dazu zählen:

 

a)      hoher Anteil an kinderreichen Familien

b)      hoher Anteil an Alleinerziehenden

c)      hoher Anteil an Familien mit Migrationshintergrund

d)      hoher Anteil an Familien mit sozialen und/oder wirtschaftlichen Benachteiligungen, z.B.

o        fehlende oder geringe Bildungsabschlüsse der Eltern

o        überdurchschnittlich hohe Arbeitslosenquote

o        hoher Anteil an Familien mit Sozialleistungsbezug

 

Wertet man das in der Göttinger Statistik vorhandene Datenmaterial unter Berücksichtigung dieser Kriterien aus, wird bei der möglichen kleinräumigen Betrachtung deutlich, dass schwerpunktmäßig Kindertagesstätten in der Weststadt und Grone zu Familienzentren weiterentwickelt werden sollten. Da es in Grone bereits das Pilotvorhaben der St. Petri Gemeinde gibt, sollten sich weitere Bemühungen auf die Weststadt und den Holtenser Berg konzentrieren. Dies bietet sich auch auf dem Hintergrund der Bewerbung eines Teilbereichs der Weststadt im Rahmen des Programms Soziale Stadt an.

 

Nach Auswertung der Erfahrungen des Eltern-Kind-Zentrums Grone sollte ein Interessenbekundungsverfahren mit den Kindertagesstätten der Weststadt durchgeführt werden.

Finanzielle Auswirkungen:

 

Finanzielle Auswirkungen:

 

Keine

Anlagen:

 

Anlagen:

 

Antrag der Ratsfraktionen von SPD und Bündnis 90 / DIE GRÜNEN vom 20.08.08

Anlagen:  
  Nr. Status Name    
Anlage 1 1 öffentlich Inter-5-9-08-Familienzentren (40 KB)      
 
 

zurück