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Betreff: Integriertes städtisches Entwicklungs-/ Wachstumskonzept (ISEK) - Zentrales Innenstadtquartier
Neugestaltung der Innenstadtstraßen
Status:öffentlichVorlage-Art:Beschlussvorlage/sonstige Vorlage
Federführend:61-Fachbereich Planung, Bauordnung und Vermessung   
Beratungsfolge:
Ausschuss für Bauen, Planung und Grundstücke Vorberatung
30.10.2008 
34. öffentliche/nichtöffentliche Sitzung des Ausschusses für Bauen, Planung und Grundstücke vertagt (zurückgestellt)   
20.11.2008 
35. öffentliche/nichtöffentliche Sitzung des Ausschusses für Bauen, Planung und Grundstücke geändert beschlossen   
Verwaltungsausschuss Entscheidung
Ausschuss für Bauen, Planung und Grundstücke Vorberatung
Verwaltungsausschuss Entscheidung

Beschlussvorschlag
Sachverhalt
Finanzielle Auswirkungen
Anlage/n

Beschlussvorschlag:

 

Beschlussvorschlag:

 

1.         Die Verwaltung wird beauftragt das Integrierte städtische Entwicklungs-/ Wachstumskonzept (ISEK) – Zentrales Innenstadtquartier – umzusetzen.

2.         Für die Weender Straße soll der Entwurf des Planungsbüros WES & Partner aus Hamburg Grundlage für die weiteren Planungsschritte sein.

Begründung:

 

Begründung:

 

I.                     ISEK

 

Die Stadt Göttingen ist in das EU-Förderprogramm „Regionale Wettbewerbsfähigkeit und Beschäftigung RWB“ mit dem Integrierten städtischen Entwicklungs-/ Wachstumskonzept (ISEK) – Zentrales Innenstadtquartier – aufgenommen worden.

 

1.        Bewilligungsgebiet

 

Der dem Bewilligungsbescheid zugrunde liegende Bereich des Zentralen Innenstadtquartiers umfasst den Kernbereich der Göttinger Fußgängerzone. Das Quartier wird begrenzt durch die Weender Straße im Westen, den Jacobikirchhof im

 

Norden, die Jüdenstraße und Burgstraße im Osten sowie die Barfüßerstraße und den Kornmarkt im Süden einschl. der jeweiligen Blockränder.

Der Planbereich hat eine Größe ca. 6,0 ha.

 

 

2.        Bereiche außerhalb des Bewilligungsgebietes

 

Der Bereich der „Nördlichen Altstadt“ liegt außerhalb dieses Programmbereiches. Hierfür wird die Aufnahme als Sanierungsgebiet (Aktive Stadt- und Ortsteilzentren) angestrebt.

 

Das südlich angrenzende ehemalige Sanierungsgebiet „Mauerstraße“ wird von dieser Gebietsabgrenzung nicht tangiert, da eine „Doppelförderung“ ausgeschlossen ist.

 

3.        Ziele, Maßnahmen und Förderzeitraum

 

Folgende Zielvorstellungen werden u.a. mit dem Integrierten städtischen Entwicklungs-/ Wachstumskonzept (ISEK) „Zentrales Innenstadtquartier verfolgt:

 

Die Aufwertung des Erscheinungsbildes des Haupteinkaufsbereiches ist von zentraler Bedeutung für die Göttinger Innenstadt. Mit einer besseren Gestaltung dieses Stadtraumes soll ein Umfeld geschaffen werden, in dem sich zum einen das vorhandene vielfältige und hochwertige Einkaufsangebot weiter entwickeln kann und das andererseits zum Bummeln und Verweilen einlädt.

Ein weiteres Ziel ist die Beseitigung des hohen Investitionsstaus im Bereich der Beläge sowie der unterirdischen Infrastruktur.

Für die Umsetzung der Umgestaltungsmaßnahmen im öffentlichen Raum wurde eine Liste (Anlage) erarbeitet, die sämtliche geplante Umgestaltungsmaßnahmen des Planbereiches enthält.

Hiernach sind folgende Umgestaltungsmaßnahmen vorgesehen:

 

-          Theaterstraße West im2009;

-          Theaterstraße Ost zwischen Jüdenstraße und Burgstraße, Burgstraße zwischen Theaterstraße und Wilhelmsplatz, Barfüßer Straße West sowie Barfüßer Straße Ost zwischen Jüdenstraße und Wilhelmsplatz in 2010,

-          Markt/ Kornmarkt, Weender Straße Süd bis zum Jacobikirchhof, Jüdenstraße Nord zwischen Jacobikirchhof und Theaterstraße sowie Jüdenstraße Mitte zwischen Theaterstraße und Barfüßerstraße in 2011 – 2013.

 

Darüber hinaus soll geprüft werden, ob im Rahmen des Bewilligungsbescheides auch Maßnahmen außerhalb des Bewilligungsgebietes – z.B. Burgstraße zwischen Theaterstraße und Ritterplan und/oder Rote Straße - gefördert werden können.

Geprüft werden soll außerdem, ob für die Weender Straße die Neumöblierung als Teilmaßnahme zeitlich vorgezogen werden kann.

 

Förderfähig sind die anrechenbaren Kosten der Umgestaltungsmaßnahmen bis zu einer Höhe von 50%. Für die Umsetzung aller Maßnahmen im Bewilligungsgebiet werden Fördermittel bis zur Höhe von insgesamt 1.300.000,- EUR zur Verfügung gestellt.

Zum Abrufen der Förderung muss für jede einzelne Maßnahme ein gesonderter Antrag gestellt werden. Der Förderzeitraum des Programms erstreckt sich von 2009 bis 2013.

 

4.        Weitere Vorgehensweise

 

Um die geplanten Maßnahmen dieses umfangreichen Programms in der zur Verfügung stehenden Zeit umsetzen zu können, ist es erforderlich in 2009 mit der ersten Maßnahme zu starten.

Im Hinblick auf die Bedeutung des Kernbereichs der Fußgängerzone war ursprünglich vorgesehen mit der Umgestaltung der Weender Straße zwischen Kornmarkt und Barfüßer Straße als erste Maßnahme zu beginnen. Vor dem Hintergrund, dass für die Weender Straße noch umfangreiche Planungen und Abstimmungen hinsichtlich der Bodenbeläge und der Möblierung erfolgen und die Anlieger und Gewerbetreibenden über die Planungen informiert werden müssen, kommt die Weender Straße aus Zeitgründen für eine Umgestaltung ab 2009 nicht in Betracht.

Deshalb ist vorgesehen mit der Theaterstraße West – als Fortsetzung der Ost-West-Achse Prinzenstraße – zu beginnen. Die Entwurfsplanung der Theaterstraße soll auf der Basis des Konzeptes für die Göttinger Innenstadtstraßen vom Planungsbüro Pesch und Partner aus Herdecke (Lösung Prinzenstraße) erarbeitet werden.

 

 

II. Weender Straße

 

1. Wettbewerb

 

Für den Bereich der Weender Straße ist ein Realisierungswettbewerb durchgeführt worden. Der Geltungsbereich ist im Süden begrenzt durch die Groner Straße, die bereits in den letzten Jahren umgestaltet wurde. Im Norden endet der Planungsbereich am Stadtwall.

Neun renommierte Planungsbüros haben hierzu Entwürfe erarbeitet. Die eingereichten Arbeiten wurden von einem Fachgremium unter Vorsitz von Prof. Pesch aus Herdecke beurteilt und mit einer Rangfolge versehen. Die nachfolgenden Beurteilungen sind aus dem Protokoll der Preisgerichtssitzung entnommen.

 

„Auf Rang 1 wurde der Entwurf des Planungsbüros WES und Partner aus Hamburg gesetzt. Die Arbeit zeichnet sich aus durch eine sehr einheitliche und homogene Gestaltung der Weender Straße. Die gewählte Dreierzonierung ermöglicht eine sehr flexible Nutzung des Straßenraumes.

Wichtige Stationen des historischen Stadtgrundrisses hebt der Entwurf behutsam und trotzdem sichtbar hervor.

 

1. Schaffung einer Torsituation in Höhe des Stadtwalls (äußeres Weender Tor)

 

2. Stadteingangsymbol (inneres Weender Tor)

 

3. räumliche Abgrenzung des Jacobikirchhofes zur Weender Straße

 

Die Bäume stehen in einem Band auf der Westseite. Einige Bäume werden entfernt, in anderen Bereichen dafür ergänzt. Dadurch gelingt ein spannungsvoller Rhythmus von freigestellten Abschnitten mit freiem Blick auf die historischen Häuserfassaden, Sehr gelungen ist die Einbindung des Altes Rathauses in den öffentlichen Bereich: ein vorgelagerter Pflasterteppich in der Größe des Grundrisses des Alten Rathauses gliedert den Platzbereich, ohne auf Großzügigkeit zu verzichten.

Betont wird dieser Teppich durch ein im Pflaster eingelassenes dünnes Lichtband. Hervorzuheben ist die sehr zurückhaltende und minimalistische Möblierung. Die Arbeit zeichnet sich durch qualitätvolle Details aus: So ist die Skulptur „Die Tanzenden“ am angestammten Standtort auf einem erhöhten Sockel ganz neu dargestellt.

Insgesamt ist der Entwurf auch im Detail durchgehend eine Arbeit, die mit überragenden Qualitäten überzeugt.

 

Rang 2 belegt das Planungsbüro Wich Architekten aus München.

Die Verfasser schlagen eine homogene – von Hauskante zu Hauskante reichende – Flächengestaltung vor. Hierdurch entsteht ein ruhiger und großzügiger Eindruck der Weender Straße.

Als Leitidee wird dieser Raum durch ein „modulares Band“ aus Natursteinplatten gegliedert; dieses Band nimmt die Begrünung und Möblierung auf und ist im Bereich der einmündenen Straßen unterbrochen. Hierdurch entsteht ein funktionaler, flexibel zu nutzender Raum. Außengastronomieflächen können z. B. auf beiden Seiten der Straße angeordnet werden.

Eine weitere Stärke des Entwurfs  ist der Vorschlag für eine  einheitliche  Gestaltung der Warenauslagen und der Vordächer.

 

Auf Rang 3 wurde das Planungsbüro Club L 94 aus Köln gesetzt. Die Arbeit besticht durch ihren konsequenten Ansatz, die Fußgängerzone von allen verstellenden Objekten zu befreien und durch einen einheitlichen Belag die historische Stadt wieder zu inszenieren.

Demgegenüber stehen grüne Orte, die als atmosphärische Inseln zum Verweilen einladen. Durch die Wegnahme der Bäume wird der leicht schwingende, sich aufweitende und verengende Stadtraum wieder klar ablesbar. Ein öffentlicher Raum entsteht, der eine wohltuende, zurückhaltende Benutzeroberfläche für Flanieren und Konsumieren bietet.

Es bleibt die Frage, ob dieser radikale Ansatz in seiner Reinheit realisierbar ist. Ebenso, ob nicht eine zu große Weitläufigkeit inszeniert wird, die dem Grundcharakter der kleinteiligen Stadtstruktur nicht gerecht wird.

Auch wenn das Konzept des Lichtdaches und die Wegnahme der vorhandenen Bäume vom Preisgericht als nicht realisierbar eingestuft werden, wird die Arbeit als konstruktiver Beitrag gewürdigt; zeigt sich doch hier deutlich, wie eine Gestaltung ohne die vorhandene Möblierung und Bäume aussehen könnte.“

 

 

2. Bürgerbeteiligung

 

Im Rahmen des Wettbewerbes hat es eine umfangreiche Bürgerbeteiligung gegeben. So wurden vor der endgültigen Fertigstellung der Auslobung zwei Werkstattabende (22.04. und 28.04.2008) mit Eigentümern und Kaufleuten sowie mit der Öffentlichkeit durchgeführt. Die vorgetragenen Wünsche und Anregungen wurden soweit möglich in der Auslobung berücksichtigt.

 

Unmittelbar nach der Preisgerichtssitzung am 08.09.2008 gab es am 10.09.2008 eine Bürgerinformation und Erörterung Im Foyer des Neuen Rathauses. Alle eingereichten Entwürfe konnten und können dort im Rahmen einer Ausstellung besichtigt werden. Die Bürgerinformation war sehr gut besucht. Ca. 60 Personen waren zur Veranstaltung erschienen und äußerten große Zustimmung zu den Lösungen und zur Rangfolge der Preisträger.

Daneben gab es auch vereinzelt Kritik. So wurde u.a. die Notwendigkeit einer Umgestaltung generell in Frage gestellt und auf die schlechte Haushaltslage der Stadt verwiesen. Des weiteren wurde bei den zwei ersten Preisträgern der Wegfall der Sitzmöglichkeiten unmittelbar am Nabel bemängelt. Wenige empfanden die ruhige Gestaltung der Oberflächen als zu „langweilig“.

 

Neben der Ausstellung im Foyer sind ab dem 10.09.2008 am Nabel und am Markt perspektivische Darstellungen der drei Preisträger montiert mit dem Ziel auch Laien und Nichtfachleuten die verschiedenen Lösungen näher zu bringen. Die Reaktionen hierauf sind sehr unterschiedlich. Neben viel Zustimmung gibt es auch Stimmen, die eine Umgestaltung grundlegend ablehnen. Die häufigsten Äußerungen befassen sich mit den Sitzmöglichkeiten; es werden mehr Angebote gewünscht als auf den perspektivischen Zeichnungen dargestellt sind. Weitere Anregungen befassen sich mit den Oberflächenmaterialien, die wegen der Verschmutzungsanfälligkeit nicht zu hell ausfallen dürften. Auch die Belange der Behinderten sollten bei einer Umgestaltung ausreichend berücksichtigt werden.

 

 

3. Weitere Vorgehensweise

 

Aufgrund der überzeugenden Lösung soll der Entwurf des Planungsbüros WES & Partner aus Hamburg Grundlage für die weiteren Planungsschritte sein. Hierbei geht es um eine Entscheidung hinsichtlich der grundsätzlichen Lösung (Aufteilung Straßenraum, Vorschläge für Materialien und Formate, Lösungsvorschläge für die Plätze und Stadteingänge).

Eine Festlegung auf die Wahl der Bodenbeläge, der Möblierung und der Beleuchtung ist damit nicht verbunden und wird ausdrücklich ausgeklammert. Hierzu sollen – wie seinerzeit in der Prinzenstraße – verschiedene Platten- und Pflasterbeläge ausgelegt sowie Leuchten, Bänke, Papierkörbe, etc. aufgestellt werden. Die Auswahl der Beläge und der Möblierung soll darüber hinaus unter Beteiligung des Arbeitskreises Innenstadt, der Politik, den Anliegern und den Bürgern erfolgen.

 

Finanzielle Auswirkungen:

 

Finanzielle Auswirkungen:

 

1. ISEK

 

Die unter I. 3. Ziele, Maßnahmen und Förderzeitraum aufgeführten Umbaumaßnahmen

 

-          Theaterstraße West im2009;

-          Theaterstraße Ost zwischen Jüdenstraße und Burgstraße, Burgstraße zwischen Theaterstraße und Wilhelmsplatz, Barfüßer Straße West sowie Barfüßer Straße Ost zwischen Jüdenstraße und Wilhelmsplatz in 2010,

-          Markt/ Kornmarkt, Weender Straße Süd bis zum Jacobikirchhof; Jüdenstraße Nord zwischen Jacobikirchhof und Theaterstraße sowie Jüdenstraße Mitte zwischen Theaterstraße und Barfüßerstraße in 2011 - 2013,

 

mit Gesamtkosten von ca. 5.865.500,- EUR (Kostenstand 2008) sollen vorbehaltlich der noch jeweils ausstehenden Prüfung der Beitragsfähigkeit nach dem NKAG folgendermaßen finanziert werden:

 

-          NKAG-Beiträge zwischen 40 und 50% in der Höhe von ca. 2.788.926;- EUR

 

-          EU-Förderprogramm mit 50% der anrechenbaren Kosten (Gesamtkosten abz. NKAG-Beiträge) bis zur Höhe von ca. 1.300.000,- EUR

 

-          Städtischer Anteil als verbleibender Rest in der Höhe von ca. 1.776.574,- EUR

 

Die Umsetzung der Maßnahmen ist von der jeweils aktuellen Haushaltslage der Stadt Göttingen abhängig.

 

2. Theaterstraße West

 

Für die erste Maßnahme in 2009 – Theaterstraße West – sind Baukosten in Höhe von 293.100,- EUR geschätzt worden. Diese Summe müsste im Investitionshaushalt für 2009 etatisiert werden.

 

Anlagen:

 

Anlagen:

 

-          Maßnahmen und Bauabschnitte

-         Weender Straße – Preisträger (sind im Ratsinformationssystem allris hinterlegt)

Anlagen:  
  Nr. Status Name    
Anlage 1 1 öffentlich Bauabschnitte ISEK (1549 KB)      
Anlage 2 2 öffentlich blatt1_clubL94-raumwerk-1 (1388 KB)      
Anlage 4 3 öffentlich blatt2_clubL94-raumwerk-2 (382 KB)      
Anlage 5 4 öffentlich blatt3_clubL94-raumwerk-3 (209 KB)      
Anlage 6 5 öffentlich blatt4_clubL94-raumwerk-4 (190 KB)      
Anlage 9 6 öffentlich wich_1_500er (4074 KB)      
Anlage 10 7 öffentlich wich_2_200er_Details (6284 KB)      
Anlage 11 8 öffentlich wich_3_perspektiven (4753 KB)      
Anlage 7 9 öffentlich WES_Erlaeuterungsbericht (12 KB)      
Anlage 8 10 öffentlich WES_Praesentationsplaene-1 (655 KB)      
Stammbaum:
FB61/623/08   Integriertes städtisches Entwicklungs-/ Wachstumskonzept (ISEK) - Zentrales Innenstadtquartier Neugestaltung der Innenstadtstraßen   61-Fachbereich Planung, Bauordnung und Vermessung   Beschlussvorlage/sonstige Vorlage
FB61/623/08-1   Integriertes städtisches Entwicklungs-/ Wachstumskonzept (ISEK) - Zentrales Innenstadtquartier Neugestaltung der Innenstadtstraßen   61-Fachbereich Planung, Bauordnung und Vermessung   Beschlussvorlage/sonstige Vorlage
 
 

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