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Betreff: Antrag der CDU-Ratsfraktion betr.: 'Einführung eines Fahrradleihsystemes'
Status:öffentlichVorlage-Art:Tischvorlage
Federführend:61-Fachbereich Planung, Bauordnung und Vermessung   
Beratungsfolge:
Ausschuss für Bauen, Planung und Grundstücke Entscheidung
04.09.2008 
31. öffentliche/nichtöffentliche Sitzung des Ausschusses für Bauen, Planung und Grundstücke ungeändert beschlossen   

Beschlussvorschlag
Sachverhalt
Finanzielle Auswirkungen
Anlage/n

Beschlussvorschlag:

Beschlussvorschlag:

 

Der Ausschuss für Bauen, Planung und Grundstücke nimmt zustimmend zur Kenntnis, dass die Verwaltung Anbieter und Rahmenbedingungen für einen weiteren Fahrradverleih recherchieren und den Ausschuss über die Ergebnisse informieren wird. Einer Vorlage im Rat bedarf es insofern zunächst nicht.

Begründung:

 

Begründung:

 

Fahrradleihsysteme gibt es von verschiedenen überregionalen und lokalen Anbietern zu unterschiedlichsten Konditionen. Das wohl größte Angebot  „Call a bike“ als handybasiertes Ausleih- und Abrechnungssystem gibt es seit dem Jahr 2000 in einer Reihe bundesdeutscher Großstädte, angeboten von der DB Rent; die Vermarktung liegt exklusiv bei der Firma Ströer. Das Projekt läuft nach eigenen Angaben der Betreiber an den bisherigen Standorten mit gutem Erfolg; nach Einführung zunächst in großen Großstädten werden offenbar nun auch kleinere Städte für das Angebot in den Blick genommen.  Das System wird stationsgebunden und / oder stationsungebunden angeboten. Der stationsgebundene Verleih ist gebunden an (i.d.R. mindestens vier – fünf) feste Fahrradabstellanlagen an jeweils mehreren Standorten im Stadtgebiet (vorzugsweise an Fernverkehrs-, S- und U-Bahnhöfen sowie in Innenstädten).  Die stationsungebundenen Systeme zeichnen sich dadurch aus, dass die Leihfahrräder in definierten Kerngebieten der Innenstädte bereit stehen. Die Rückholung der Räder erfolgt täglich durch ein Service-Team.

 

Die Realisierung vor Ort läuft über Verträge mit den Kommunen, die der Firma Ströer als Gegenleistung für die Bereitstellung der Räder und der „Docking“-Stationen  die Abstellflächen und insbesondere großflächige Werbeanlagen zur Verfügung stellen. Der operative Betrieb vor Ort erfolgt i.d.R. über örtliche Subunternehmer.

 

Für Göttingen ist aufgrund der städtebaulichen und verkehrlichen Situation der Innenstadt sowie der relativ geringen Größe der Stadt ein standortungebundenes System vermutlich weniger geeignet.  Für ein stationäres System kommt insbesondere der Bahnhofsbereich in Betracht, da hier wesentliche Schnittstellen zum öffentlichen Verkehr (Bus und Bahn) sowie eine kurze Anbindung an die Innenstadt bestehen. Hier bietet auch das Fahrradparkhaus am Bahnhof bereits seit langem technisch hochwertige und funktionale Leihfahrräder an. Insgesamt stehen 44 Räder zur Verfügung, die während der Öffnungszeiten des Parkhauses zwischen 5.30 Uhr und 22.30 Uhr (bzw. 23.00 Uhr) zu einem Preis von 11 € / 24 Std. (Rabatte für Gruppen und längere Ausleihzeiten) ausgeliehen werden können. Die Einrichtung weiterer Docking-Stationen v.a. in der Innenstadt ist u.U. aufgrund der kurzen Entfernung zum Bahnhof und der mangelnden Flächenverfügbarkeit schwierig; hier ist – auch in Abwägung mit Fußgängern, ÖPNV und Lieferverkehr – schon die Ausweitung der eigentlich wünschenswerten Fahrradabstellanlagen für den privaten Fahrradverkehr schwierig (so kollidieren bspw. immer wieder potentiell mögliche Flächen mit Bushaltestellen, Außengastronomie und Anlieferzonen).

 

Bei den Überlegungen zu einem weiteren professionellen Fahrradverleih sind neben den Ansprüchen an Größe, Lage und Anzahl der Docking-Stationen  auch die möglichen Zielgruppen auszuloten. So wird abzuschätzen sein, ob diejenigen, die bereits das private Fahrrad als Verkehrsmittel für den Weg zur Uni oder zur Arbeit nutzen bereit sind, auf ein kostenpflichtig angebotenes Fahrrad umzusteigen (aus der Zielgruppe der Studierenden dürfte hier keine allzu große Nachfrage zu erwarten sein). Ob die touristische Nachfrage ein  wirtschaftlich auskömmliches Potential für einen professionellen Anbieter mit eigenem Servicepersonal darstellen kann, wird ebenfalls mit den in Frage kommenden Betreibern zu klären sein. Möglicherweise bieten sich für solch ein professionelles Leihsystem aber auch Perspektiven im Rahmen eines betrieblichen Mobilitätsmanagements. Ein entsprechendes Projekt ist derzeit unter Mitarbeit der Stadt Göttingen im VSN (Verkehrsverbund Südniedersachsen) in Vorbereitung. Hier sollen kurzfristig Entscheidungen über Art und Umfang eines professionellen betrieblichen Mobilitätsmanagements in der Gesellschafterversammlung des VSN getroffen werden. Unabhängig davon wird die Verwaltung mit möglichen Betreibern das Gespräch suchen. Neben den genannten Rahmenbedingungen wird insbesondere mit der Firma Ströer als Exklusivpartner der Bahn zu klären sein, inwieweit die derzeit laufende Ausschreibung der Werbeanlagen durch die GöVB hier einschränkend wirken kann, sollten die entsprechenden Ausschreibungslose nicht Ströer zufallen. Zu fragen ist ebenso, inwieweit die Bahn auf ihren Flächen im Bahnhofsumfeld auch andere Anbieter akzeptiert und entsprechend bewerben würde.

 

Die Verwaltung wird den Ausschuss über den Fortgang der Recherchen und Verhandlungen zeitnah informieren.

Finanzielle Auswirkungen:

 

Finanzielle Auswirkungen:

 

 

Anlagen:

 

Anlagen:

 

Antrag der CDU-Ratsfraktion zur Sitzung des Ausschusses für Bauen, Planung und Grundstücke am 04.09.08

Anlagen:  
  Nr. Status Name    
Anlage 1 1 öffentlich Antrag CDU f. BA 04.09.08 'Fahrradleihsystem' (77 KB)      
 
 

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