zurück
 
 
Betreff: Aufstellung einer Erinnerungsstele für die NS-Opfer von Justiz und Strafvollzug in der Göttinger Anatomie
Antrag der Gedenkstätte in der JVA Wolfenbüttel und des Instituts für Anatomie und Embryologie, Universitätsmedizin Göttingen
Status:öffentlichVorlage-Art:Beschlussvorlage/sonstige Vorlage
Federführend:41-Fachbereich Kultur   
Beratungsfolge:
Ausschuss für Kultur und Wissenschaft/Betriebsausschuss Stadthalle
20.04.2021 
Beschluss des Ausschusses für Kultur und Wissenschaft im Umlaufverfahren gem. § 182 Abs. 2 Ziff. 1 NKomVG (offen)   
Verwaltungsausschuss

Beschlussvorschlag
Sachverhalt
Finanzielle Auswirkungen
Anlage/n

Beschlussvorschlag: 

 

Der Aufstellung einer Gedenkstele am Ort des früheren Anatomischen Institutes der Universität Göttingen für die 233 in Wolfenbüttel hingerichteten oder verstorbenen Opfer der NS-Justiz, deren Leichen zwischen 1939-1944 in der Göttinger Anatomie zu Forschungs- und Ausbildungszwecken verwendet wurden, wird zugestimmt.

Begründung:

 

Dem Antrag der Gedenkstätte in der JVA Wolfenbüttel und des Instituts für Anatomie und Embryologie der Universitätsmedizin Göttingen auf Errichtung einer Informations-Stele zum Gedenken daran, dass die Leichen von Opfern des Nationalsozialismus im Göttinger Präparierkurs seziert worden sind, hat der Fakultätsrat der Medizinischen Fakultät der Georg-August-Universität Göttingen am 25.01.2021 einstimmig zugestimmt.

 

In den Jahren 1939 bis 1944 wurden die Leichen von 233 in Wolfenbüttel hingerichteten oder verstorbenen Opfern der NS-Justiz ohne Einwilligung der Getöteten oder deren Angehörigen an die Göttinger Anatomie zu Zwecken der medizinischen Ausbildung und universitären Forschung übergeben.

 

Das frühere Anatomische Institut der Universität Göttingen (Theatrum Anatomicum) wurde 1827-1829 erbaut und ist 1885 erweitert worden. Der Standort lag in der verlängerten Achse der Goethe-Allee. Das Gebäude wurde am 7. April 1945 durch einen Bombenangriff der US Air Force, einen Tag vor der Übergabe der Stadt an die Amerikaner, zerstört.

 

Die heutige Goethe-Allee existierte als Weg „Auf der Masch“ bereits zu Zeiten der Universitätsgründung 1734. Im Zuge der Eröffnung der Universität 1737 ist der Weg „Auf der Masch“ in „Allee“ umbenannt und ausgebaut worden. Die Straßenseiten wurden mit Bäumen bepflanzt und das gesamte Viertel durch Universitätsbauten aufgewertet. Beispielsweise entstanden dort 1742 der Fechtboden (Goethe-Alle Ecke Neustadt) und 1737 die Londonschänke (Michaelishaus). Die Allee endete bis 1765 direkt am Wall. Erst ab 1765 wurde der Wall abgetragen.

 

Der Standort der Anatomie ist 1827 sehr bewusst gewählt worden. Die Anatomie bildete einen Point de vue in der Achse der Allee bis zum heutigen Bahnhof. 1885 wurde die Anatomie durch zwei Flügelbauten erweitert und bildete dann ein Ensemble mit der 1873 errichteten Zoologie (heutiges „Forum Wissen). Die Umbenennung der „Allee“ in „Goethe-Allee“ erfolgte 1932.

 

Der vorgeschlagene Standort für die Errichtung der Gedenkstele am Wallaufgang in der Goetheallee neben dem Hotel Gebhards wird wegen des in unmittelbarer Nähe platzierten Verteilerkastens, einer Litfaßsäule, einer Wall-Infotafel und einer Fußgänger-Leitstele nicht favorisiert. Stattdessen wird ein Standort neben dem Forum Wissen in Nähe des Info-Pavillons am Busbahnhof vorgeschlagen.

 

Dieser wird mit den Initiatoren ebenso abgestimmt wie die Frage, ob im Text der auf öffentlich-rechtlicher Fläche errichteten Stele als ein weiteres Bekenntnis der Stadt Göttingen zur Übernahme von Verantwortung für die unselige Vergangenheit neben der Gedenkstätte Wolfenbüttel und Universitätsmedizin auch die Stadt Göttingen erwähnt werden kann.

 

 

 

 

Finanzielle Auswirkungen:

 

 Nein

 

 siehe Anlage

 

evtl. Fundamentierungsarbeiten über ILV Baubetriebshof im Budget von 41 vorhanden

 

 

Anlagen:

 

   Klima-Checkliste   oder       Klima neutral

 

weitere Anlagen:

 

  1. Antragsschreiben des Anatomischen Instituts der UMG vom 04.01.2021 und der Gedenkstätte in der JVA Wolfenbüttel vom 16.11.2020 für eine Gedenkstele
  2. Textentwurf der Gedenkstele
  3. Historische Ansicht des ehem. Anatomischen Instituts der Universität Göttingen
  4. Standortvorschlag Gedenkstele Wallaufgang Goetheallee
  5. Fotos Wallaufgang Goetheallee und Info-Pavillon
  6. Stellungnahme Fachdienst 61.1 Stadtplanung

 

 

 

Anlagen:  
  Nr. Status Name    
Anlage 1 1 öffentlich Antrag InformationsSteleWolfenbüttelAnatGö_SchreibenAnDekan040121 (3029 KB)      
Anlage 5 2 öffentlich Stelentext Anatomie Göttingen (137 KB)      
Anlage 4 3 öffentlich historische Ansicht ehem. Anatomisches Institut der Universität (648 KB)      
Anlage 2 4 öffentlich StandortvorschlagGoetheAlleeRichtungWesten (333 KB)      
Anlage 3 5 öffentlich Fotos unmittelbare Umgebung Wallaufgang Goetheallee u. Info-Pavillon ZOB (31401 KB)      
Anlage 6 6 öffentlich 20210311_61-1_Stellungnahme Aufstellung Erinnerungsstele NS-Opfer (630 KB)      
 
 

zurück