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Betreff: „Kitabau im Westen der Stadt vorantreiben" (SPD-Ratsantrag vom 26.06.2020)
Status:öffentlichVorlage-Art:Beschlussvorlage/sonstige Vorlage
Federführend:51-Fachbereich Jugend   
Beratungsfolge:
Jugendhilfeausschuss Kenntnisnahme
12.11.2020 
33. öffentliche/nichtöffentliche Sitzung des Jugendhilfeausschusses zur Kenntnis genommen   

Beschlussvorschlag
Sachverhalt
Finanzielle Auswirkungen
Anlage/n

Beschlussvorschlag: 

 

Der Bericht der Verwaltung wird zur Kenntnis genommen.

 

Begründung:

 

Der Ausbau an Kita-Plätzen stellt einen Beitrag zur gesamtstädtischen Strategie des gleichberechtigten Zugangs zu Bildung und Betreuung und der Vereinbarkeit von Familie und Beruf dar und sichert die wohnortnahe Versorgung mit Betreuungsplätzen. Er erfolgt zumeist über die Erweiterung bestehender Kitas oder in Zusammenhang mit der Entwicklung neuer Wohnbaugebiete. Schwierigkeiten beim Ausbau der Platzkapazitäten ergeben sich jedoch aufgrund einer unsicheren Datengrundlage, immer weniger zur Verfügung stehender Bauflächen sowie durch den Zeitablauf zwischen der Bau-Planung und der Bau-Realisierung. Weitere Hemmnisse beruhen darauf, dass Fördermittel zu gering sind und sich die Gewinnung zusätzlichen Personals als äußerst schwierig erweist.

 

Bei der Versorgung von Kindern mit Kita-Plätzen im Göttinger Westen sind die Stadtteile Weststadt und Grone, mit einem Teil der Südstadt, sowie die Ortsteile Groß Ellershausen, Hetjershausen/ Knutbühren, Elliehausen/Esebeck und Holtensen in den Blick zu nehmen.

 

Konkret bestehen für den Westen Göttingens die im Folgenden dargestellten Ausbauvorhaben.

 

 

Göttingen-Grone
 

Aufgrund der seit Jahren in der Kita-Bedarfsplanung ausgewiesenen geringen Versorgungsquote von Kindern mit Kita-Plätzen in Grone und der damit einhergehenden Benachteiligungen bei der sozialen Integration, Bildung und Teilhabe, liegt in diesem Stadtteil ein Schwerpunkt für den Kita-Ausbau. Der Ausbau des Betreuungsangebotes findet überwiegend in Verbindung mit dem Ausbau des Wohnraumangebotes statt.

 

ADLER Real Estate AG:
Derzeit befinden sich 1.098 Wohnungen im Bestand des Investors. In Grone-Nord und Grone-Süd sollen durch Geschossaufstockung der Bestandsgebäude ca. 227 weitere Wohneinheiten entstehen. Im Stadtteil Grone Süd errichtet die Adler Real Estate AG darüber hinaus ein Wohnhaus mit einer Kindertagesstätte mit 30 Krippenplätzen, 25 Regel-Kindergartenplätzen und eine integrativen Kindergartengruppe mit 10 – 12 Plätzen bis 2022/23.

 

Lange Reekesweg:
Auf einer städtischen Fläche im Lange Reekesweg entsteht ein weiteres Neubaugebiet mit ca. 300 Wohneinheiten. In der Umgebung, nahe des Kaufparks, ist die Errichtung einer Sport-Kindertagesstätte mit 30 Krippenplätzen und 50 Kindergartenplätzen in Planung, die bis 2021/22 fertiggestellt und vom ASC Göttingen betrieben werden soll. Im Vorfeld wurden bereits in diesem Jahr zwei ASC Kindergartengruppen in der ehemaligen Heinrich-Heine-Schule mit 50 Kindergartenplätzen eingerichtet. Dort werden auch 10 Kinder aus dem Wohnkomplex der Groner-Landstr. betreut.

 

Martin-Luther- Straße:
Die vormalige Industrie- und Gewerbefläche am Hasenweg/ Martin-Luther-Str. soll einer Wohnnutzung in Form von Geschosswohnungsbau zugeführt werden. Auf einer Fläche östlich der Martin-Luther-Straße soll eine Kindertagesstätte mit 30 Krippenplätzen und 50 Kindergartenplätzen bis spätestens 2024 errichtet werden.

 

EAM-Gebäude: Bis 2022 soll der Umbau des ehemaligen EAM –Gebäudes zu einem Wohnhaus mit Kindertagesstätte (35 Krippenplätze, 15 Kindergartenplätze) erfolgen.

 

Über das reguläre Kita-Angebot hinaus ist Grone, neben dem Iduna- Zentrum, einer von zwei Standorten für das Projekt Kita-Einstieg mit 6 Plätzen. Erklärtes Projektziel ist es, Bildungshemmnisse abzubauen und Kindern den Zugang zur Regelkita zu erleichtern. Dieses Projekt, das mit Bundesmitteln gefördert wird, soll ab 2021 mit einer zweijährigen Laufzeit bis Ende 2022 fortgeführt werden (Förderung vorausgesetzt).

Insgesamt führt die Realisierung des oben dargestellten Ausbaus zu einem Zuwachs von 125 Krippenplätzen und etwa 100 Kindergartenplätzen innerhalb der nächsten 3 – 4 Jahre, womit bei etwa gleichbleibenden Kinderzahlen die Vollversorgung im Kindergartenbereich erreicht würde.

 

Die Realisierung eines Quartierszentrums mit angeschlossener Kindertagesstätte im Wohnumfeld der Groner Landstr. befindet sich derzeit in der planungsrechtlichen Prüfung.  Für eine Interimsphase ist ein Beratungs- und Betreuungsangebot im Innenhof des Wohnkomplexes Groner Landstr. vorgesehen (s. JHA vom 14.09.2020). Hier soll auch ein dritter Standort des Projekts „Kita-Einstieg“ eingerichtet werden.

 

 

Weststadt
 

Zu den Ausbaumaßnahmen in der Weststadt gehören die Schaffung einer neuen Krippengruppe in der Kita der Caritas (Godehardstraße) im Jahr 2021. Der Kinderhaus e. V. plant die Errichtung einer 3-gruppigen Kita mit einer Krippengruppe, einer altersübergreifenden und einer integrativen Kindergartengruppe. Im Zuge des Ausbaus der Kita Pfalz- Grona-Breite in ein Familienzentrum soll die Hortgruppe in eine Krippengruppe umgewandelt werden.

Flächen, die die planungsrechtlichen Voraussetzungen zur Errichtung neuer Kindertagesstätten erfüllen, stehen ansonsten in der Weststadt leider nicht zur Verfügung.

 

Holtenser Berg:
Mit der Entwicklung des Europaquartiers auf dem Holtenser Berg werden dort 639 Wohneinheiten entstehen. Nach Berechnungen des Fachbereichs Jugend hat dieses einen Zuwachs von insgesamt 96 Kindern im Alter von unter sechs Jahren zur Folge, davon 49 im Krippenalter und 47 im Kindergartenalter. Deshalb ist im Zuge der Errichtung des Europaquartiers die Errichtung von zwei 4-gruppigen Kitas vorgesehen.

 

 

Holtensen

Mit dem Ausbau der evangelischen Kita Holtensen werden 15 Krippenplätze und 25 Kindergartenplätze neu geschaffen. Ob mit der Errichtung des Neubaugebiets „Eisenbreite West“ mit 120 Wohneinheiten weitere Kita-Plätze geschaffen werden müssen, wird geprüft.

 

 

Groß Ellershausen/Hetjershausen
 

Der Kindertagesstätten- Verband im Kirchenkreis Göttingen plant den Neubau einer fünfgruppigen Kita in Hetjershausen. In der neuen Kita sollen die Kindergartengruppe der evangelischen Kita Groß-Ellershausen und die Kindergartengruppe des städtischen Kindergartens Hetjershausen zusammengeführt werden. Zusätzlich sollen an dem neuen Standort eine Kindergartengruppe und zwei Integrations-Kindergartengruppen (20 -24 Plätze) geschaffen werden. Die evangelische Kita in Groß Ellershausen wird ausschließlich als Krippe weitergeführt und kann nach der Auslagerung der Kindergartengruppe um noch eine Krippengruppe erweitert werden. Als Betriebsbeginn ist das Kindergartenjahr 2023/24 vorgesehen. Die zuziehenden Kinder in das Neubaugebiet Wiesenthal-Süd/ Hetjershausen können mit dem neu geschaffenen Angebot versorgt werden.


Elliehausen/Esebeck

 

Im Zuge der geplanten Schulerweiterung in Elliehausen könnten sich Möglichkeiten ergeben, eine weitere Kindertagesstätte für Elliehausen zu bauen. Zum jetzigen Zeitpunkt handelt es sich hierbei jedoch erst um eine Idee, der noch keine konkreten Planungen zugrunde liegen.

Für Esebeck zeichnet sich derzeit - auch unter Berücksichtigung des geplanten Neubaugebiets „Kleehöfen-Süd“ mit ca. 40 Wohneinheiten - kein Zuwachs an Kinderzahlen ab, der die Errichtung einer Kita in diesem Ortsteil erforderlich machen würde.

 

Auf der Grundlage der in der Kita-Bedarfsplanung zugrunde gelegten Geburtenentwicklung kann nach der Vollendung der beschriebenen Maßnahmen im Göttinger Westen ein nahezu bedarfsgerechtes Angebot vorgehalten werden. Die enge Abstimmung zwischen den städtischen Fachbereichen Jugend, Planung, Bauordnung, Vermessung und Gebäude, bietet zudem Möglichkeiten der ganzheitlichen Infrastrukturentwicklung und Steuerung. Die Ausbauplanung für die übrigen Stadtteile ist im Kindertagesstätten-Bedarfsplan der Stadt Göttingen von 01.08.2019 -31.07.2025 dargestellt.

 

 

 

 

Finanzielle Auswirkungen:

 

 Nein

 

 siehe Anlage

 

 

 

Anlagen:

 

SPD-Ratsantrag

 

 

Anlagen:  
  Nr. Status Name    
Anlage 1 1 öffentlich SPD-Ratsantrag (102 KB)      
 
 

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