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Betreff: Elektromobilität im Stadtbusverkehr Göttingen: Umsetzung der Machbarkeitsstudie/Konzept Ladeinfrastruktur
Status:öffentlichVorlage-Art:Beschlussvorlage SmartDoc
Federführend:61-Fachbereich Planung, Bauordnung und Vermessung Beteiligt:67-Fachbereich Stadtgrün und Umwelt
Beratungsfolge:
Ausschuss für Umwelt, Klimaschutz und Mobilität Vorberatung
28.01.2020 
29. öffentliche/nichtöffentliche Sitzung des Ausschusses für Umwelt, Klimaschutz und Mobilität ungeändert beschlossen   
A.f. Finanzen, Wirtschaft,allg. Verwaltungsangelegenheiten u. Feuerwehr Vorberatung
04.02.2020 
26. öffentliche/nichtöffentliche Sitzung des Ausschusses für Finanzen, Wirtschaft, allgemeine Verwaltungsangelegenheiten und Feuerwehr ungeändert beschlossen   
Rat Entscheidung
14.02.2020 
26. öffentliche/nichtöffentliche Sitzung des Rates der Stadt Göttingen ungeändert beschlossen   

Beschlussvorschlag
Sachverhalt
Finanzielle Auswirkungen
Anlage/n

Beschlussvorschlag: 

 

1. Die Stellungnahme der Verwaltung wird zur Kenntnis genommen. Den geplanten neuen Standorten für den Aufbau der ÖPNV-Ladeinfrastruktur wird zugestimmt.

2. Der Wirtschaftsplan der Göttinger Verkehrsbetriebe für die nächsten Jahre wird unter der Berücksichtigung der Umsetzung der Machbarkeitsstudie (einschl. Umsetzung des hier beschriebenen Ladeinfrastrukturkonzeptes) fortgeschrieben. Der Rat nimmt zur Kenntnis, dass mit der Einführung der Elektromobilität eine erhöhte Verlustabdeckung verbunden ist, die auf Grundlage des öffentlichen Dienstleistungsauftrags vom 01.01.2015 aus zusätzlich bereitzustellenden Haushaltsmitteln auszugleichen ist.

Begründung:  

 

 

Seit 2018 werden die Dieselbusse im Stadtbusverkehr Göttingen sukzessive durch Plug-In-Hybridbusse und (perspektivisch) vollelektrische Busse ersetzt.

Der Rat hat in seiner Sitzung am 18.08.2017 (Ds. FB61/1396/17) die Umsetzung der Strategie 2 (Einsatz von Batteriebussen mit Nachladung auf dem Betriebshof und ausgewählten Endhaltestellen) aus der Machbarkeitsstudie “Elektromobilität im Stadtbusverkehr Göttingen“ des Fraunhofer Instituts Dresden beschlossen.

Aufgrund der derzeitigen technologischen Rahmenbedingungen (begrenzte Batteriekapazitäten) werden die ersten vollelektrischen Busse sog. Gelegenheitslader sein. Die Fahrzeuge werden mit einer kleinen, ressourcenschonenden Batterie ausgestattet sein und müssen an ausgewählten Endhaltestellen wieder aufgeladen werden.

Bis 2020 ist die Beschaffung von zunächst zwölf Plug-In Hybridbussen geplant. Die Fahrzeuge werden über die Richtlinie über die Gewährung von Zuwendungen für die Beschaffung von Omnibussen für den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) des Landes Niedersachsen gefördert.

Die ebenfalls im Jahr 2018 errichtete Ladeinfrastruktur auf dem Betriebshof der Göttinger Verkehrsbetriebe wurde über die N-Bank des Landes Niedersachsen mit Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) über die Richtlinie über die Gewährung von Zuwendungen zur Verbesserung der Versorgung mit alternativen Treibstoffen in Niedersachsen gefördert.

Die im Jahr 2018 in Betrieb genommenen (Hybrid-) Busse laufen auf den Linien 41/42.

In den Jahren 2021 bis 2024 sollen insgesamt 24 Elektrobusse mit Gelegenheitsladung beschafft werden. Vorgesehen ist die Busse auf den Linien 11/12, 21/22 und 71/72/73 einzusetzen.

Alle oben genannten Linien sollen an der gemeinsamen Endhaltestelle Grete Henry Straße geladen werden. Die Linien 11/12 sollen zusätzlich an der Endhaltestelle Europaallee (bzw. im Neubaugebiet Europaquartier) geladen werden.

Für die Linien 21/22 soll es einen zusätzlichen Lademast in Nikolausberg an der Endhaltestelle Auf der Lieth geben.

Die Lademasten an der Europaallee (bzw. Europaquartier) und Auf der Lieth sind wichtig, um die Ladezeiten insgesamt zu verkürzen und somit zu ermöglichen, die heutigen Umläufe beizubehalten. Die Verteilung der Ladezeit auf beide Endhaltestellen ermöglicht es auch, die Batterien schonender zu beladen, mit geringerer Leistung. Außerdem kann der Ladehub pro Ladevorgang klein gehalten werden, was die Lebenszeit der Batterien verlängert.

Für die 70er Linien soll es am ZOB eine Ladestation geben, die gleichzeitig als Rückfallebene für die anderen Elektrobuslinien dient.

Die geplanten Ladestationen für die Elektrobusse sind in der nachfolgenden Abbildung grafisch dargestellt.

 

 

Abb.1: Standorte für die geplante ÖPNV-Ladestationen (Anm.: Lademast am Betriebshof der GöVB bereits realisiert)

 

 

 

 

 

 

 

 

Finanzielle Auswirkungen:

 

 Nein

 

 Ja

 

Die Kosten für alle vier Ladestationen betragen in Summe gerundet 3,3 Mio. € (netto). 

Es ist beantragt, die Maßnahme über die N-Bank des Landes Niedersachsen, mit Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) über die Richtlinie über die Gewährung von Zuwendungen zur Verbesserung der Versorgung mit alternativen Treibstoffen in Niedersachsen, fördern zu lassen. Die maximale Fördersumme beträgt 50% der gesamten Kosten.

Der ursprünglich beschlossene städtische Haushalt 2019/2020 (ÖPNV-Aufgabenträgerschaft, Produkt 5470000, Sachkonto 4315000) beinhaltet für die HH-Jahre 2019 und 2020 (sowie in der Mittelfristigen Finanzplanung) nachfolgenden Defizitausgleich, der sich mit der neuen Wirtschaftsplanung der GöVB deutlich verändern wird:

 

 

Abb. 1 Defizitausgleich gem. aktuellem Haushaltsplan (HH 2019/2020)

 

Der im Verwaltungsausschuss am 09.12.2019 beschlossene Wirtschaftsplan der GöVB sieht für die Realisierung der ÖPNV-Ladeinfrastruktur finanzielle Aufwendungen in Höhe von 2,34 Mio. € in 2020, 1,06 Mio. € in 2021 und 0,6 Mio. € in 2022 vor.

Die eingeplanten landesseitigen Zuschüsse sind derzeit mit 0,725 Mio.€ in 2020, 0,35 Mio.€ in 2021 und 0,3 Mio.€ in 2022 kalkuliert.

Das Gesamtergebnis der GöVB verändert sich laut aktuellem Wirtschaftsplan 2020 wie folgt:

2020: Defizit in Höhe von 10,51 Mio. €,

2021: Defizit in Höhe von 11,562 Mio.€ und

2022: Defizit in Höhe von 12,412 Mio.€.

 

 

Anlagen:

 

-

 

 

 
 

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