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Betreff: Radschnellweg Göttingen - Rosdorf - Vorstellung der Planungen im Bereich des Leineviertels
Status:öffentlichVorlage-Art:Beschlussvorlage/sonstige Vorlage
Federführend:61-Fachbereich Planung, Bauordnung und Vermessung Beteiligt:20-Fachbereich Finanzen
    32-Fachbereich Ordnung
   67-Fachbereich Stadtgrün und Umwelt
   66-FB Tiefbau und Bauverwaltung
Beratungsfolge:
Ausschuss für Bauen, Planung und Grundstücke
19.09.2019 
45. öffentliche/nichtöffentliche Sitzung des Ausschusses für Bauen, Planung und Grundstücke geändert beschlossen   

Beschlussvorschlag
Sachverhalt
Finanzielle Auswirkungen
Anlage/n

Beschlussvorschlag: 

 

  1. Der Ausschuss nimmt den Bericht der Verwaltung zur Kenntnis.

 

  1. Die Verwaltung empfiehlt in der Betrachtung der Varianten die Führung über Leinestraße und Eisenbahnstraße.

 

  1. Der Durchführung einer Informationsveranstaltung mit den Anliegern und Eigentümern der Häuser entlang der Trasse wird zugestimmt.

Begründung:  

 

Anlass:

 

Die Verwaltung plant und baut derzeit den Radschnellwegabschnitt zwischen dem Bahnhof Göttingen und der Gemeinde Rosdorf. Die Routenführung wurde bereits abschließend beraten und beschlossen (Ds. FB61/1216/15 u. Ds. FB61/1216/15-1). Der Verlauf kann der Anlage 1 (Variante 2) entnommen werden.

 

In den Jahren 2017 bis 2019 wurden die Abschnitte vor dem ZOB, dem Groner Tor, entlang der Groner Landstraße und der Bahnlinie bis zum Straßenzug Am Hasengraben fertiggestellt. Die Verwaltung plant nun den Abschnitt zwischen Am Hasengraben und der Leinebrücke am Rosdorfer Kreisel. Die Verwaltung wurde beauftragt, diese Routenführung detaillierter auszuarbeiten. Im Zuge dieser detaillierten Ausarbeitung stellt sich heraus, dass für eine regelkonforme Führung des Radschnellwegs erhebliche Eingriffe in die Verkehrsführung sowie der Organisation des ruhenden Verkehrs notwendig werden. Aus diesem Grund ist es sinnvoll, die alternative Routenführung über die Leinebrücke Schiefer Weg und weiter entlang des westlichen Leineufers genauer zu betrachten und gegenüberzustellen.

 

Variante 1 (Schiefer Weg – Leinebrücke – Weg westlich der Leine):

 

Die Route (s. Anlage 1) führt über die Leinebrücke (Geh- und Radweg) am Schiefen Weg und knickt dann in Richtung Süden ab und führt entlang einer Baumreihe und Kleingärten zum Rosdorfer Kreisel. Um eine Trennung zwischen Fußgängern und Radfahrern sicherzustellen, ist eine Verbreiterung des vorhandenen asphaltierten Wegs erforderlich. Um die Verbreiterung zu realisieren, müssten auf der westlichen Seite Kleingartenparzellen erheblich verkleinert werden und ggf. die Baumreihe zwischen vorhandenem Weg und dem Leinebett gefällt werden. Für eine regelkonforme Führung des Radschnellwegs sind zusätzliche Flächen erforderlich. Auf beigefügtem Lageplan (Anlage 2) ist der Umfang des notwendigen Flächenverbrauchs ersichtlich.

 

 

Variante 2 (Leinestraße - Eisenbahnstraße):

 

Es ist vorgesehen, den Radschnellweg auf den vorb. Straßen auf der vorhandenen Fahrbahn zu führen. Für eine unabhängige Führung des Radschnellwegs abseits der Straßen fehlt der Raum. Die Straßen sollen als Fahrradstraßen ausgewiesen werden. Das Befahren durch Kfz wird weiterhin ermöglicht. Die regelkonforme Straßenraumaufteilung ist beispielhaft in der folgenden Abbildung dargestellt.

 

 

Im Rahmen der Planungen hat sich gezeigt, dass für eine regelkonforme Führung des Radverkehrs der ruhende Verkehr teilweise neu zu organisieren ist. Das gesamte Gebiet ist Bestandteil der städtischen Parkraumbewirtschaftung. Es herrscht augenscheinlich ein hoher Parkdruck. Um die Parksituation besser einschätzen zu können, hat die Verwaltung eine Parkraumerhebung durchgeführt. Die Ergebnisse flossen in die weiteren Planungen ein. Im Folgenden wird für jeden Abschnitt die Planung vorgestellt.

 

Am Gartetalbahnhof (nördlicher Teil):

 

Die durchschnittliche Auslastung der vorhandenen Stellplätze liegt bei 33 %. Auf der Westseite bieten Senkrechtstellplätze Reserven. Um einen regelkonformen Querschnitt herzustellen, sollen die Stellplätze (18 Plätze) auf der Fahrbahn entfallen. Die Fahrzeuge können die Senkrechtstellplätze auf der Westseite der Straße nutzen. Der Bestandsquerschnitt und die Planung (Lösungsvorschlag 1) sind nachfolgend dargestellt.

 

Am Gartetalbahnhof Nördlicher Teil:

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Am Gartetalbahnhof Südlicher Teil:

 

 

Leinestraße:

 

Die durchschnittliche Parkraumauslastung liegt hier bei 64 %. In den Nachtstunden sind die Stellplätze nahezu voll ausgelastet. Um einen regelkonformen Querschnitt herstellen zu können, müssten ca. 18 Längsstellplätze entfallen. Vor dem Hintergrund des geschilderten hohen Parkdrucks scheidet diese Lösung aus Sicht der Verwaltung aus. Ersatzstellplätze stehen in unmittelbarer Umgebung nicht zur Verfügung und können auch nicht hergestellt werden, da hierfür die Flächen fehlen.

Aus diesen Gründen wird vorgeschlagen, den 2,40 m breiten Gehweg auf der Ostseite um 60 cm auf 1,80 m zu verschmälern und den Fahrzeugen das halbseitige Parken auf dem Hochbord zu gestatten. Dadurch würde sich die Fahrgasse auf dann 4,20 m verbreitern. Auf Grund der niedrigen Fußgängerverkehrsfrequenz (56 FG/24 h) auf dem Gehweg ist diese Lösung vertretbar.

 

 

 

 

Lösungsvorschlag:

 

 

Eisenbahnstraße:

 

Auch hier liegt die durchschnittliche Auslastung des Parkraums bei 66 %. In den Nachtstunden sind die Stellplätze nahezu voll ausgelastet. Um die Fahrgasse zu verbreitern wäre der Entfall von ca. 6 Stellplätzen erforderlich. Für diese entfallenen Stellplätze gäbe es keine Kompensationsmöglichkeiten. Allerdings ist auch ohne den Entfall der Stellplätze ein regelkonformer Querschnitt gegeben.

Daher soll auf den Entfall der Stellplätze verzichtet werden, allerdings ist vorgesehen, in den Bereichen von Grundstückszufahrten längere Ausweichstellen einzurichten.

 

 

 

 

 

 

 

Aus Gründen der Verkehrssicherheit ist vorgesehen, eine Einbahnstraßenregelung für die Eisenbahnstraße und die südliche Leinestraße einzurichten. Hintergrund ist die für Autofahrerinnen und Autofahrer aus der Eisenbahnstraße unübersichtlichen Situation am Einmündungsbereich Eisenbahnstraße/Rosdorfer Weg. Hier hätte das aus der Eisenbahnstraße kommende Fahrzeug bei Inbetriebnahme des Radschnellwegs nach Rosdorf auch von der Leinebrücke kommende Radfahrerinnen und Radfahrer zu beachten (Stichwort Zweirichtungsradweg). Mit der Einrichtung einer Einbahnstraßenregelung in der Eisenbahnstraße (Fahrtrichtung Norden) entfiele diese Gefahrensituation. Um in Fahrtrichtung Süden das Quartier verlassen zu können, soll die Leinestraße eine Einbahnstraßenregelung mit Fahrtrichtung Süden erhalten. Beide Einbahnstraßen werden für den Radverkehr in Gegenrichtung freigegeben.

 

 

Knotenpunktbereiche:

 

Die Knotenpunktbereiche werden analog zu den Kreuzungs- und Einmündungsbereichen entlang der Sternstraße ausgebildet. D. h. der Radschnellweg erhält an den Knotenpunkten eine Vorfahrtberechtigung. Die untergeordneten Knotenpunktzufahrten werden mit einer Tiefe von 5 m gepflastert ausgeführt und mit Rampensteinen ausgestattet (Beispiel s. Anlage 3). Am Knotenpunkt mit dem Schiefer Weg ist alternativ als Variante eine Kreisverkehrslösung zu betrachten.

 

 

Bewertung der beiden Varianten:

 


 

Variante 1

Variante 2

Länge der Route
 

640 m

493 m

Ruhender Verkehr
 

--

Verlagerung von Stellplätzen in der Straße Am Gartetal-bahnhof

Eingriff in die Landschaft
 

Erheblich. Es müssen Bäume gefällt werden

--

Eingriff in die Flächen anderer

Es werden Flächen der benachbarten Kleingartenanlage benötigt.

--

Streckencharakteristik

Route führt entlang der Leine durch Grünanlagen

Route führt durch ein Wohngebiet

 

Die Gegenüberstellung beider Varianten zeigt deutlich, dass die Eingriffe und Hürden in die vorhandenen Strukturen bei der Variante Schiefer Weg – Leinebrücke - Weg westlich der Leine (Variante 1) erheblich größer sind als bei der Routenführung über Leinebrücke – Eisenbahnstraße (Variante 2). Zudem ist die Route der Variante 1 deutlich umwegiger. Daher empfiehlt die Verwaltung die Realisierung der Variante 2.

 

 

Weiteres Vorgehen:

 

Es ist geplant, im Oktober eine Anliegerinformation durchzuführen. Geladen werden Anwohner und Eigentümer der Häuser in den Straßen Am Gartetalbahnhof, Leinestraße und Eisenbahnstraße. Die Ergebnisse der Veranstaltung werden dem Ausschuss voraussichtlich in der Sitzung am 07.11.2019 mit einem Entscheidungsvorschlag der Verwaltung vorgestellt.

Finanzielle Auswirkungen:

 

 Nein

 

X siehe Anlage

 

 

 

Anlagen:

 

  1. Verlauf des Radschnellwegs im Leineviertel
  2. Darstellung Flächenverbrauch am Leineufer (Variante 1)
  3. Lageplan Knotenpunktbereich
  4. Darstellung der finanziellen Auswirkungen

 

Anlagen:  
  Nr. Status Name    
Anlage 1 1 öffentlich Lageplan Routenführung (1276 KB)      
Anlage 4 2 öffentlich A014-RSW3BA_Uebersicht_Leinebereich_2019-09-10 (476 KB)      
Anlage 2 3 öffentlich Lageplan Knotenpunktbeispiel (478 KB)      
Anlage 3 4 öffentlich Finanzielle Auswirkungen (399 KB)      
Stammbaum:
FB61/1699/19   Radschnellweg Göttingen - Rosdorf - Vorstellung der Planungen im Bereich des Leineviertels   61-Fachbereich Planung, Bauordnung und Vermessung   Beschlussvorlage/sonstige Vorlage
FB61/1699/19-1   Radschnellweg Göttingen - Rosdorf - Ergebnisse der Anliegerinformationsveranstaltung im Leineviertel und Beschluss über die Umsetzung   61-Fachbereich Planung, Bauordnung und Vermessung   Beschlussvorlage/sonstige Vorlage
 
 

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