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Betreff: "Denkmäler für verdienstvolle Bürgerinnen der Stadt Göttingen"
Antrag der Bündnis 90/Die Grünen-Ratsfraktion vom 23.05.2019
Status:öffentlichVorlage-Art:Beschlussvorlage/sonstige Vorlage
Federführend:41-Fachbereich Kultur   
Beratungsfolge:
Ausschuss für Kultur und Wissenschaft/Betriebsausschuss Stadthalle
19.09.2019 
24. öffentliche/nichtöffentliche Sitzung des Ausschusses für Kultur und Wissenschaft/Betriebsausschusses der Stadthalle (offen)   

Beschlussvorschlag
Sachverhalt
Finanzielle Auswirkungen
Anlage/n

Beschlussvorschlag: 

 

Das in der Anlage beigefügte Konzept für Denkmäler für verdienstvolle Bürgerinnen der Stadt Göttingen“ wird inklusive der Kriterien zur Auswahl von verdienstvollen Frauen, die für ein Denkmal ausgewählt werden sollen, zustimmend zur Kenntnis genommen.

 

Mangels zur Verfügung stehender Haushaltsmittel wird von einer Umsetzung derzeit abgesehen. Das Konzept und insbesondere die Idee eines „Göttinger*innen-Wall-Halls“ dient als Grundlage für mögliche Förderanträge, sofern entsprechende Drittmittelprogramme von Land, Bund oder EU aufgelegt werden, sowie ergänzende Sponsoringakquisen.

 

Die Reihenfolge der mit Denkmälern zu ehrenden Frauen wird von der Höhe der generierten Mittel abhängig gemacht. Zunächst werden folgende, im Konzept beschriebene Frauenpersönlichkeiten priorisiert:

 

  • Else Bräutigam, Förderung des Gemeinwohls
  • Elsa Hoppe, Kunst
  • Dorothea Schlözer, Literatur  - stv. für die „5 Göttinger Universitätsmamsellen“
  • Barbara, Musik
  • Emmy Noether, Naturwissenschaften
  • Minna Specht, Pädagoik
  • Hannah Vogt, Politik
  • Lou Andreas-Salomé, Psychoanalyse
  • Edith Stein, Philosophie, Religion
  • Elise Bürger, Theater
  • Hedwig Gerke, Meta Kamp-Steinmann, Hildegard Schaeder, Widerstand gegen das NS-Regime
  • Anna Vandenhoeck, Wirtschaft

 

 

Begründung:

 

Der Antrag der Bündnis 90/Die Grünen-Ratsfraktion „Denkmäler für verdienstvolle Bürgerinnen der Stadt Göttingen“ wurde am 23.05.2019 im Ausschuss für Kultur und Wissenschaft der Stadt Göttingen beraten und einstimmig befürwortet. Die Verwaltung wurde beauftragt, zu einer der nächsten Sitzungen des Ausschusses eine Stellungnahme zu erarbeiten. Diese sollte Überlegungen zur Steigerung der Repräsentanz von Frauen-Denkmälern, eine Liste der ggf. mit einem Denkmal zu ehrenden bedeutenden Göttingerinnen sowie einen Finanzierungsvorschlag für die Realisierung der Denkmäler beinhalten.

 

Mit dem in der Anlage befindlichen Konzept werden Kriterien zur Auswahl von namhaften Göttingerinnen benannt. Vorgeschlagen wird, perspektivisch einen Wandelgang von Denkmälern entlang des Walls, den Göttinger*innen-Wall-Hall(a), zu planen und zu realisieren, sofern Dritt- und Sponsorenmittel hierfür akquiriert werden können.

 

Das Konzept schließt mit einer (nicht abschließenden) Liste von Frauen, die mit einem Denkmal geehrt werden könnten. Entsprechend der Auswahlkriterien wird vorgeschlagen, die im Beschlussvorschlag genannten Frauen in erster Priorität mit einem Denkmal zu würdigen.

 

Bezüglich des Standortes gibt es unterschiedliche Positionen in der Verwaltung. Der FB 67 Stadtgrün und Umwelt spricht sich wegen des stark frequentierten flächenhaften Naturdenkmals Wall, des häufugen Vandalismus und Beschmiererein in Grünanlagen und der Bäume, deren Wurzelwerk durch Fundamentierungen geschädigt werden könnten, gegen einen „Wandelgang auf dem Wall“ aus und plädiert stattdessen für einen Standort im Wallvorfeld außerhalb des Naturdenkmals.

 

Als mögliche Standorte wurden von FB 41 Kultur auch andere wie die Pergola vor dem Bahnhof oder der hinter der Lokhalle an der Leine entwickelte Skulpturenweg geprüft. Aufgrund anderweitiger, mit der Stadt abgestimmter Planungen des Forums Wissens ist die Pergola vor dem Bahnhof aber bereits verplant. Der Skulpturenweg an der Leine käme grundsätzlich in Frage, wird aber wegen seiner periphere Lage vermutlich dem Ansinnen der Antragsteller und der Thematik nicht gerecht.

 

Das Gleichstellungsbüro wird in Ergänzung des vorgelegten Konzeptes in 2020 einen zweiteiligen Kreativworkshop „Repräsentation von Frauen im öffentlichen Raum“ für Kulturschaffende, Kulturinteressierte und Politiker*innen anbieten. In einem ersten Teil werden in einem angeleiteten Brainstorming Ideen zu Themen und Methoden gesammelt – welcher Einsatz von welcher Frau, welche Frauen sollen wie gewürdigt werden z.B. Wissenschaftlerinnen mit einer Lichtinstallation am Wilhelmsplatz; darauf aufbauend werden die Ideen im zweiten Teil auf ihre Realisierbarkeit und Finanzierbarkeit geprüft.

Der Kreativworkshop in 2020 kann voraussichtlich über das Landesprogramm „CEDAW in Niedersachsen - Gleichstellung sichtbar machen“ finanziert werden. Eine Antragstellung würde Ende 2019 über Ref. 02 erfolgen.

 

Zeitnah wird als sichtbares Zeichen für Frauenengagement vorgeschlagen, am Alten Rathaus eine Tafel mit den Namen der ersten vier demokratisch in das Göttinger Bügervorsteherkollegium gewählten Frauen (Henriette „Henni“ Lehmann, Luise Stegen, Dorothea vor Mohr, Elisabeth Freitag-Winter) anzubringen. Das Anbringen der Gedenktafel wird verbunden mit dem (öffentlichen) Stadtrundgang „Lernet Wählen!“. Der vom Rat am 17.05.19 gefasste Beschluss soll entsprechend geändert werden (siehe Allris-Vorlage FB41/0433/19 „100 Jahre Frauenwahlrecht – Gedenktafel am Alten Rathaus).

 

Des Weiteren sollen die neuen Wege in der Grünen Mitte Ebertal ausschließlich nach Frauennamen benannt werden. Die Verwaltung wird entsprechenden Beschlussvorlagen vorlegen.

 

Finanzielle Auswirkungen:

 

 Nein

 

 siehe Anlage

 

Für das im Konzept beschriebene künstlerische Wettbewerbsverfahren sowie die Umsetzung von 12 Frauen-Denkmälern in einem ersten Schritt wären nach ersten groben Schätzungen – in Abhängigkeit von der Bekanntheit der beauftragten Künstlerinnen und der Materialität der Denkmäler – zwischen 150.000 € und 350.000 € investiv zu veranschlagen.

 

Eine Umsetzung des Antrages ist derzeit aus Haushaltsgründen nicht darstellbar. Im laufenden Doppelhaushalt 2019/20 sind nur Mittel für die bauliche Unterhaltung der rund 200 Brunnen, Denkmäler und Kunstwerke im öffentlichen Raum etatisiert, jedoch keine zur Finanzierung und Aufstellung neuer Skulpturen.

 

Für die aktive Einwerbung von Sponsoringmitteln im sechsstelligen Umfang bestehen derzeit in der Verwaltung keine personellen Ressourcen. Sie würde derzeit auch mit der Akquise von Sponsoringmitteln für andere Projekte (z.B. Forum Wissen) konkurrieren. Sollte es perspektivisch gelingen zusätzliche Finanzmittel, z.B. über öffentliche Förderprogramme und/oder eine öffentlichkeitswirksame Crowdfunding-Kampagne zu generieren, wird das Projekt nach Maßgabe der akquirierten Mittel sukzessive umgesetzt.

 

Anlagen:

 

1.      Antrag der Bündnis 90/Die Grünen-Ratsfraktion vom 04.04.2019

2.      Protokollauszug Ausschuss für Kultur und Wissenschaft vom 23.05.2019

3.      Konzept Denkmäler für verdienstvolle Bürgerinnen der Stadt Göttingen, FB Kultur, 22.08.2019

 

 

Anlagen:  
  Nr. Status Name    
Anlage 1 1 öffentlich B90-25-04-2019- Denkmäler für verdienstvolle Bürgerinnen der Stadt Göttingen (208 KB)      
Anlage 3 2 öffentlich Protokollauszug FrauenDenkmäler KWA 23.05.2019 (66 KB)      
Anlage 4 3 öffentlich Konzept Frauen Denkmäler Göttingen_FB 41_22-08-2019 (433 KB)      
 
 

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