zurück
 
 
Betreff: Sanierung und Umbau des Otfried-Müller-Hauses – Raumprogramm für die zukünftige Nutzung
Status:öffentlichVorlage-Art:Beschlussvorlage/sonstige Vorlage
Federführend:65-Fachbereich Gebäude Beteiligt:41-Fachbereich Kultur
    20-Fachbereich Finanzen
Beratungsfolge:
Ausschuss für Kultur und Wissenschaft/Betriebsausschuss Stadthalle
25.04.2019 
21. -außerordentliche(n)- öffentliche Sitzung des Ausschusses für Kultur und Wissenschaft/Betriebsausschusses der Stadthalle (gemeinsam mit A.f. Bauen, Planung und Grundstücke) (offen)   
Ausschuss für Bauen, Planung und Grundstücke
25.04.2019 
39. -außerordentliche(n)- öffentliche Sitzung des Ausschusses für Bauen, Planung und Grundstücke (gemeinsam mit A.f. Kultur und Wissenschaft) vertagt (zurückgestellt)   
Ausschuss für Kultur und Wissenschaft/Betriebsausschuss Stadthalle
23.05.2019 
22. öffentliche/nichtöffentliche Sitzung des Ausschusses für Kultur und Wissenschaft/Betriebsausschusses der Stadthalle ungeändert beschlossen   
Verwaltungsausschuss

Beschlussvorschlag
Sachverhalt
Finanzielle Auswirkungen
Anlage/n

Beschlussvorschlag: 

 

Der geplante Verzicht auf die beiden derzeitigen Gastronomieeinrichtungen im Otfried-Müller-Haus wird zustimmend zur Kenntnis genommen.

Begründung:

 

Das Otfried-Müller-Haus soll in den nächsten Jahren umfassend saniert, umgebaut und erweitert werden. Hierfür sind im Investitionsprogramm Mittel in Höhe von 6 Mio. € bereitgestellt. Der Deutsche Bundestag hat am 25.11.2016 im Rahmen der Verabschiedung des Bundeshaushaltes investiv bis zu 3 Mio. € für das OMH als Förderung in Höhe von 50% bereitgestellt.

 

Das Projekt wird intensiv vom Niedersächsischen Landesamt für Denkmalschutz (NLD) begleitet. Im letzten Jahr wurden die Bauforschung und die bauhistorische Befunderfassung durchgeführt, die Grundlage für das Denkmalschutzkonzept sein wird.

 

Ebenfalls im letzten Jahr wurden die VgV-Vergaben für die Planungsleistungen durchgeführt, die aktuell abgeschlossen werden. Ab Mitte April 2019 werden der ausgewählte Architekt und die Fachplaner mit der Grundlagenermittlung und Vorentwurfsplanung beginnen.

 

Vorab wurde im letzten halben Jahr eine umfassende Bedarfsermittlung (Phase 0) vorgenommen. Derzeit befindet sich das Bedarfskonzept kurz vor der Fertigstellung. Bei der Erarbeitung konnte bereits festgestellt und durch genaue Analyse belegt werden, dass das Otfried-Müller-Haus mit seinen vielfältigen Einrichtungen und Angeboten deutlich "übernutzt" ist.

 

Wenn man alle derzeit bestehenden Nutzungen nach der Sanierung und Erweiterung wieder anbieten und dafür den entsprechend erforderlichen Raumbedarf zur Verfügung stellen will, so müsste das Raumangebot um eine Fläche von etwa 1050 850 m² erweitert werden. Ein derart großer Erweiterungsbau würde nicht nur finanziell den Rahmen sprengen, sondern stünde im deutlichen Konflikt mit der Nutzung Wochenmarkt und mit den Denkmalschutzanforderungen an das Ensemble und damit der Förderung als national bedeutsames Gebäude. Sie wäre im Rahmen des Projekts nicht realisierbar. Vielmehr wird derzeit von einer realisierbaren Erweiterung i.H.v. etwa 350 qm ausgegangen. Daher müssen Lösungen zur Reduktion des Raumbedarfs gesucht werden.

 

 

Derzeit sind in dem Gebäude folgende Nutzungen vertreten:

- Junges Theater

- KAZ

- Gastronomie im Erdgeschoss (Fancis Drake)

- Gastronomie bzw. Club im Keller (JT-Keller)

 

Um den beiden Einrichtungen Junges Theater und KAZ ein möglichst hohes Raumangebot zur Verfügung stellen zu können, wird vorgeschlagen, dass das Gastronomieangebot zukünftig deutlich eingeschränkt und nur noch ein Veranstaltungscatering für das Theater im Foyer vorgesehen wird. Dadurch könnte der Flächenbedarf um etwa 340 m² reduziert werden.

 

Mit den derzeitigen Gastronomie-Pächtern wurden Auslösungsverträge geschlossen, die kein Rückrecht enthalten. Der Verzicht auf die zukünftigen gastronomischen Nutzungen hätte folgende Vor- und Nachteile.

 

Vorteile eines Verzichts auf die gastronomischen Nutzungen

  • Die Flächen der derzeitigen gastronomischen Einrichtungen könnten für den Bedarf von Jungem Theaters und KAZ genutzt werden. Dadurch würde sich der Erweiterungsbedarf um ca. 340 qm reduzieren, ohne dass Nutzungen dieser beiden Einrichtungen eingeschränkt werden müssen.
  •  
  • Für den Betrieb eines Clubs oder einer Gastronomie wie den JT-Keller im Kellerbereich wären überproportional hohe Aufwendungen für Maßnahmen zum Brandschutz oder Versammlungsstätte notwendig, da kein Bestandschutz geltend gemacht werden kann.
  • Diese Aufwendungen wären zudem seitens des Bundes nicht förderfähig und müssten zusätzlich zum städtischen Eigenanteil in Höhe von 3 Mio. € vollständig durch die Stadt finanziert werden.
  • Bisher war ein dauerhafter Betrieb der Gastronomie im EG nicht wirtschaftlich darstellbar, so dass es in der Vergangenheit mehrmals zu Insolvenzen kam.
  • Ein Verbleib der Gastronomie-Einrichtungen würde außerdem zu einem noch höheren Raumbedarf führen, da relevante Nebenräume (Personalraum, Umkleiden, Vorgabe gem. ASR) zusätzlich geschaffen werden müssten. Diese Raume sind im dem o.g. Ansatz nicht enthalten.

 

Nachteile eines Verzichts auf die gastronomischen Nutzungen

  • Das Junge Theater würde bei einem Verzicht auf die gastronomischen Einrichtungen Pachteinnahmen in Höhe von jährlich 50.000 Euro verlieren.
  • Zudem würde insbesondere das Junge Theater bei Wegfall der Gastronomie im Erdgeschoss einen Attraktor zur Steigerung der Besucher/innenzahl und zur Gästebewirtung verlieren. Die Lösung der bedarfsgerechten Pausenbewirtung würde dies nur teilweise kompensieren.
  • Mit dem JT-Keller würde ein Szenelokal verloren gehen.

 

Trotz der Nachteile wird der Verzicht vorgeschlagen, da die Vorteile deutlich überwiegen. Mit den beiden Einrichtungen Junges Theater und KAZ wurde dieser Vorschlag abgestimmt. Das Junge Theater kann nur zustimmen, wenn der Verlust der Pachteinnahmen durch einen erhöhten Zuschuss der Stadt ausgeglichen würde.

 

Zusätzlich zu diesem Vorschlag wird versucht, mit Hilfe einer Priorisierung der einzelnen Nutzungen weitere Potenziale zur Verringerung des Raumbedarfs zu finden. Dabei handelt es sich um vergleichsweise kleine Flächen, im Rahmen der Vorentwurfsplanung konkretisiert werden sollen.

 

Finanzielle Auswirkungen:

 

 Nein

 

 siehe Anlage

 

Eine Zusicherung gegenüber dem JT, dass die wegfallenden Erträge aus der Vermietung 1:1 durch den Zuschussgeber Stadt Göttingen ersetzt werden, würde bereits jetzt eine Anpassung künftiger Haushaltsansätze präjudizieren. Dabei würde die finanzielle Situation des JT ab dem Jahr der Wiederbetriebsaufnahme außer Betracht bleiben. Diesem Automatismus sollte daher nicht gefolgt werden. Dem JT könnte im Zuge der Verhandlungen allenfalls eine In-Aussicht-Stellung eines wirtschaftlich erforderlichen Zuschusses signalisiert werden. Entsprechende Nachweise müssten jährlich überprüft werden. Eine vorsorgliche Anpassung der Haushaltsansätze für den Fall ausreichender Nachweise zur wirtschaftlichen Unterdeckung würde erst im Zuge des Haushaltsaufstellungsverfahrens 2021 vorgenommen werden.

 

Es ist eine Erhöhung des jährlichen finanziellen Zuschusses des JT um 50.000 Euro erforderlich, um die bisher erzielten Einnahmen aus der Verpachtung der Flächen an die Gastronomie zu kompensieren.

Die Anpassung der Haushaltsansätze für die Zuschüsse an das JT ist erst ab dem Jahr 2021 notwendig und wird im Zuge des Haushaltsaufstellungsverfahrens 2021 angemeldet werden.

 

Anlagen:

 

keine

 
 

zurück