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Betreff:
Ausbau der Straße Am Leinekanal sowie der angrenzenden Freifläche bis zur neuen Fußgängerbrücke
Status:öffentlichVorlage-Art:Beschlussvorlage/sonstige Vorlage
Federführend:61-Fachbereich Planung, Bauordnung und Vermessung   
Beratungsfolge:
Ausschuss für Bauen, Planung und Grundstücke Entscheidung
09.01.2020 
49. öffentliche/nichtöffentliche Sitzung des Ausschusses für Bauen, Planung und Grundstücke ungeändert beschlossen   

Beschlussvorschlag
Sachverhalt
Finanzielle Auswirkungen
Anlage/n

Beschlussvorschlag: 

 

Der Ausschuss stimmt der Durchführung einer Informationsveranstaltung mit den Anliegern und Eigentümern der Straße am Leinekanal zu.

 

Die in der in der Vorlage erläuterten Varianten 1 für den nördlichen als auch südlichen Bereich, der Straße Am Leinekanal sowie der angrenzenden Freifläche bis zur neuen Fußgängerbrücke werden als Vorzugsvariante vorgestellt.

 

Begründung:

 

1. Ausgangslage

 

Im Rahmen der Neubebauung des ehemaligen Stadtbadgeländes sind 2013 im nördlichen Abschnitt die Freiflächen am Leinekanal zwischen Reitstallstraße und der neuen Fußgängerbrücke ausgebaut worden.

Die Herstellung einer durchgängigen Wegeführung entlang des Leinekanals war bereits Ziel des Innenstadtleitbildes von 1988. Bisher wurde jedoch nur das südliche Teilstück im mittleren Bereich zwischen Groner-Tor-Straße und Goetheallee fertiggestellt. Im jetzigen Abschnitt sollen der Ausbau der Freiflächen im Bereich der Stockleffmühle und der sich anschließende Bereich der Straße Am Leinekanal bis zur Prinzenstraße erfolgen.

 

Da Göttinger Leitungsträger in naher Zukunft Arbeiten in der Straße Am Leinekanal verrichten werden bietet es sich an die Straße in diesem Zuge zu sanieren.

 

Zudem soll sich die Straße an das Erscheinungsbild der bereits umgebauten Innenstadtstraßen und unmittelbar angrenzenden Bereiche angleichen. Die Funktionsfähigkeit der öffentlichen Straße wird dabei verbessert, das Erscheinungsbild weiter aufgewertet sowie die örtliche Qualität hervorgehoben.

 

Die Stadt Göttingen wurde in das Förderprogramm "Soziale Stadt" mit dem Sanierungsgebiet "Nördliche Innenstadt" aufgenommen. Dadurch erhalten Maßnahmen in diesem Bereich eine

2/3 Förderung durch das Land.

 

Die HH-Mittel i.H.v. 1.100.000 € sind für 2020 eingestellt. Der Ausbau Am Leinekanal wird nur eine von mehreren Maßnahmen aus dem Sanierungsgebiet "Nördliche Innenstadt" sein. 

 

2. Bestandssituation

 

Aktuell ist die Straße als asphaltierte Fahrbahn mit separaten Gehweg, getrennt durch ein Hochbord, ausgebaut. Der Gehweg verläuft im gesamten Straßenabschnitt auf der östlichen Seite. Zehn Stellplätze befinden sich gegenwärtig im nördlichen Abschnitt zwischen Stockleffmühle und Mühlenstraße auf westlicher Seite zwischen den Bestandsbäumen sowie auf der Fahrbahn auf der östlichen Straßenseite. Im südlichen Straßenabschnitt ist das Parken für drei PKW auf der westlichen Fahrbahn mit entsprechendem Anwohnerparkausweis gestattet. Zusätzlich befinden sich im Übergang zur Prinzenstraße ausgewiesene Motorrad-Abstellplätze, auf der östlichen Seite befinden sich sechs Fahrradbügel.

Der auszubauende Bereich soll zukünftig dem Fuß- und Radverkehr vorbehalten sein. Ausnahmen gelten für den Anliefer- und Rettungsverkehr sowie für das Anfahren der Anwohnerstellplätze in der Straße Am Leinekanal. Demnach erfolgt eine Ausweisung des nördlichen Abschnitts zwischen Stockleffmühle und der Mühlenstraße als verkehrsberuhigter Bereich sowie des südlichen Abschnitts zwischen Mühlenstraße und Prinzenstraße als Anliegerstraße.

Aufgrund des niedrigen Verkehrsaufkommen (siehe Anlage 3) besteht die Möglichkeit die Verkehrsorganisation zu verändern. Es soll eine Einbahnstraßenregelung von der Mühlenstraße aus kommend in Richtung Prinzenstraße/Goethe-Allee/Papendiek erfolgen.

Am Dienstag, den 12.03.2018 wurden zu zwei verschiedenen Zeitpunkten, von 06:45 Uhr bis 08:45 Uhr und von 11:00 Uhr bis 13:00 Uhr Verkehrszählungen durchgeführt.

Das höchste Verkehrsaufkommen ist mit acht PKW zwischen 07:45 Uhr und 08:00 Uhr zu verzeichnen. Zwischen 08:30 Uhr bis 08:45 Uhr wurden zwei LKW gezählt. Zwischen 07:00 Uhr bis 17:15 Uhr und 12:45 Uhr bis 12:45 bis 13:00 Uhr waren kein MIV zu verzeichnen.

 

Die Zählungen ergeben, dass die gegenwärtig vorhandene Zweirichtungsfahrbahn ohne Bedenken in eine Einrichtungsfahrbahn umgewandelt werden könnte. Der Lieferverkehr erfolge dann stadteinwärts über die Straße Stumpfebiel und stadtauswärts über die Goethe-Allee.

 

3. Planung

 

Aufgrund notwendiger Kanalsanierungen sowie der Überarbeitung der bestehenden Straßenquerschnitte werden beide Straßenabschnitte umfassend saniert und dabei an das „Gestaltungskonzept für die Straßen der Göttinger Innenstadt“ angepasst.

 

Der Untergrund soll wegen der zunehmenden Belastungen grundlegend ertüchtigt werden. Darüber hinaus ist vorgesehen eine bessere funktionale Aufteilung des Straßenraumes und eine auch an behinderten Menschen ausgerichtete Oberflächengestaltung zu erzielen.

 

Für den Ausbau wurden unterschiedliche Varianten erarbeitet.

 

Nördlicher Abschnitt zwischen Stockleffmühle und Mühlenstraße

 

Der nördliche Abschnitt der Straße Am Leinekanal soll als verkehrsberuhigter Bereich ausgebaut werden. In Verbindung mit der nördlich der Stockleffmühle gelegenen Platzfläche soll dieser Bereich als Aufenthaltsbereich nutzbar gemacht und Teil der durchgängigen Wegeverbindung entlang des Leinekanals werden. Dazu wurden zwei Entwurfsvarianten entwickelt. Beide Entwurfsvarianten sehen eine Aufhebung der Hochborde sowie eine durchgehende Pflasterung mit dem bewährten Striegauer Granit vor.

 

Variante 1 sieht einen zweiteiligen Straßenquerschnitt ohne Stellplätze vor. Der Straßenraum wird durch eine Mittelrinne gegliedert und mit großformatigem Pflaster ausgebaut.  Zwischen den Bestandsbäumen werden Aufenthaltsbereiche geschaffen, die durch Mastleuchten, Bänken und Fahrradbügeln geschützt werden. Die PKW-Stellplätze entfallen, auf der westlichen Seite werden fünf Fahrradbügel angebracht.

 

Variante 2 orientiert sich an der bestehenden Straßenraumaufteilung, verlegt jedoch Stellplatzflächen für fünf PKW östlich der neuen Fahrspur. Die Fahrspur wird durch beidseitige Rinnen von den Seitenbereichen separiert. Die Fahrbahnbreite wird auf 3,5 m reduziert, mit einer Aufweitung in Richtung Stockleffmühle aufgrund der Notwendigkeit einer Wendemöglichkeit. Durch die Verlegung der Stellplatzflächen können, wie in Variante 1, Aufenthaltsbereiche zwischen den Bestandsbäumen entstehen. Östlich der fünf Stellplatzflächen verbleibt zusätzlich ein schmaler Seitenbereich. Auf der westlichen Seite werden fünf Fahrradbügel angebracht.

 

Südlicher Abschnitt zwischen Mühlenstraße und Prinzenstraße

 

Der südliche Abschnitt der Straße Am Leinekanal soll als Anliegerstraße ausgebaut werden. Für diesen Bereich wurden zwei Entwurfsvarianten entwickelt. Alle Entwurfsvarianten sehen eine asphaltierte Fahrbahn vor, welche durch ein Flachbord von den Seitenbereichen getrennt ist. Die Seitenbereiche sowie teilweise vorhandene Stellplatzflächen werden mit Striegauer Granit gepflastert und somit dem Gestaltungskanon der Innenstadt angepasst.

 

Variante 1 sieht eine Veränderung der Verkehrsorganisation vor. Die gegenwärtig vorhandene Zweirichtungsfahrbahn wird in eine Einrichtungsfahrbahn umgewandelt, wodurch eine Reduzierung der Fahrbahnbreite auf 3,5 m ermöglicht wird. Im Übergang zur Prinzenstraße ist eine Anpassung der Bestandsflächen aufgrund der Reduzierung der Fahrbahnbreite notwendig. Die Seitenbereiche werden beidseitig als Gehwege genutzt. Der westliche Gehwegbereich führt die Baumreihe aus Norden kommend fort. Die Baumbeete sind mit Baumscheiben aus massivem Gusseisen vorgesehen, um eine Begehbarkeit zu sichern. Um die Räume zwischen den Bäumen vor widerrechtlich parkenden Fahrzeugen zu schützen, werden dort Mastleuchten sowie Bankelemente untergebracht. Der östlich verbleibende Seitenbereich wird als Gehweg genutzt und mit acht Fahrradbügeln ausgestattet. Um die Radien im Einmündungsbereich mit der Mühlenstraße sicherzustellen, wird der Gehwegbereich in diesem Abschnitt ohne Flachbord und mit farbigem Asphalt ausgebaut. Dadurch ist eine Befahrbarkeit möglich sowie eine optische Abtrennung zur Fahrbahn erkennbar. Die Rinne wird als Abgrenzung zwischen Fahrbahn und Gehweg geführt.

 

Variante 2 behält die bestehende Verkehrsorganisation bei. Die Fahrbahnbreite beträgt

5,0 m und orientiert sich an der westlichen Mauerkante. Der östlich verbleibende Seitenbereich wird als Gehweg genutzt und mit Mastleuchten sowie acht Fahrradbügeln ausgestattet. Stellplätze werden nicht gesondert ausgewiesen.

 

Hinweis

Die Maßnahme ist in beiden Varianten von dem geplanten „Pollerkonzept“ nicht betroffen, da der Verkehr stadtauswärts fließt und außerhalb der abgepollerten Innenstadt liegt. Das Pollerkonzept kann Am Leinekanal nicht umgesetzt werden, da es sich bei der Straße um einen Teil einer Erschließungsschleife handelt.

Finanzielle Auswirkungen:

 

X Ja

 

X siehe Anlage

Anlagen:

 

  • Variante 1
  • Variante 2
  • Verkehrszählung
  • Finanzielle Auswirkungen
Anlagen:  
  Nr. Status Name    
Anlage 1 1 öffentlich Anlage1_AmLeinekanal_V1 (2546 KB)      
Anlage 2 2 öffentlich Anlage2_AmLeinekanal_V2 (1728 KB)      
Anlage 3 3 öffentlich Anlage 3_ZaehlstellenGroner-Tor_Tabelle (102 KB)      
Anlage 4 4 öffentlich FinanzielleAuswirkungen2020AmLeinekanal_neu (832 KB)      
Stammbaum:
FB61/1664/19   Ausbau der Straße Am Leinekanal sowie der angrenzenden Freifläche bis zur neuen Fußgängerbrücke   61-Fachbereich Planung, Bauordnung und Vermessung   Beschlussvorlage/sonstige Vorlage
FB61/1664/19-1   Ausbau der Straße Am Leinekanal sowie der angrenzenden Freifläche bis zur neuen Fußgängerbrücke   61-Fachbereich Planung, Bauordnung und Vermessung   Beschlussvorlage/sonstige Vorlage
 
 

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