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Betreff: Ausweichquartier Wochenmarktbetrieb
Status:öffentlichVorlage-Art:Beschlussvorlage/sonstige Vorlage
Federführend:61-Fachbereich Planung, Bauordnung und Vermessung Beteiligt:32-Fachbereich Ordnung
    67-Fachbereich Stadtgrün und Umwelt
   20-Fachbereich Finanzen
   65-Fachbereich Gebäude
   66-Fachbereich Tiefbau und Bauverwaltung (ehem. FB 60)
   37-Fachbereich Feuerwehr
Beratungsfolge:
Ausschuss für Bauen, Planung und Grundstücke Entscheidung
19.09.2019 
45. öffentliche/nichtöffentliche Sitzung des Ausschusses für Bauen, Planung und Grundstücke vertagt (zurückgestellt)   
24.10.2019 
46. öffentliche/nichtöffentliche Sitzung des Ausschusses für Bauen, Planung und Grundstücke vertagt (zurückgestellt)   

Beschlussvorschlag
Sachverhalt
Finanzielle Auswirkungen
Anlage/n

Beschlussvorschlag: 

 

  1. Der Ausschuss für Bauen, Planen und Grundstücke empfiehlt, für die Dauer der Bauarbeiten auf dem Wochenmarkplatz den Wochenmarkt-Betrieb auf den Albaniparkplatz zu verlegen.

 

  1. Außerhalb der Marktzeiten soll die Nutzung als öffentlicher Parkplatz möglich sein.

Begründung:

 

Anlass

Der Wochenmarktplatz wird im Rahmen der Städtebauförderung im Gebiet „Südliche Innenstadt“ umgestaltet. Dazu fand 2018 ein freiraumplanerisches Wettbewerbsverfahren unter umfangreicher NutzerInnen- und Öffentlichkeitsbeteiligung statt. Die bauliche Umsetzung soll im Jahr 2020 beginnen.

Parallel soll das Otfried-Müller-Haus (jt und KAZ) aus Bundesfördermitteln saniert und im Bereich des Saaltrakts durch neue Anbauten ergänzt werden. Diese Baumaßnahme soll ebenfalls ab 2020 stattfinden.

Zur Umsetzung beider Projekte sind Leitungs- und Kanalbauarbeiten auf dem Platz vorab notwendig.

Aufgrund der Verzahnung der verschiedenen Baumaßnahmen kann der Wochenmarktplatz währenddessen nicht für den Wochenmarkt oder andere Veranstaltungen genutzt werden. Ein Nebeneinander von Baumaßnahmen und Wochenmarktbetrieb ist nicht möglich aufgrund:

        hygienischer Bedenken (Verkauf offener Lebensmittel)

        Beeinträchtigung des Marktbetriebs durch Lärm und Baustellenbetrieb, geringe Aufenthaltsqualität, dadurch erwartete Kundenverluste und Standaufgaben

        Beeinträchtigung der Baustellen durch Marktbetrieb, zeitliche Verzögerungen durch aufwändige Abstimmungen

        Insgesamt hoher Organisationsaufwand bei FB 32 Marktwesen, wiederkehrend je nach Bauphasen, sowie FB 65 und 66 (Umsetzung Baumaßnahmen)

Daher ist ein alternativer Standort als Ausweichquartier für den Wochenmarkt notwendig.

Die anderen auf dem Wochenmarktplatz stattfindenden Veranstaltungen (Bürgerfrühstück etc.) stellen größtenteils ähnliche Anforderungen an den Austragungsort wie der Markt. Zum Teil haben sie aus anderen Gründen schon einen besser geeigneten Standort gefunden (z.B. Soundcheck-Festival). Da der Wochenmarkt mit drei Tagen die Woche die intensivste Nutzung darstellt, wird das Ausweichquartier primär für den Markt gesucht. Für die anderen Nutzungen kann der auszuwählende Ort auch passend sein, muss jedoch im Einzelfall geprüft werden.

Zeitplanung

Das Ausweichquartier wird ab Frühjahr 2020 für eine Dauer von min. zwei Jahren benötigt. Mit der Rückkehr der Wochenmarkt-Nutzung auf den Platz ist im Frühjahr 2022 zu rechnen.

In dieser Vorlage geht es primär um die Festlegung des benötigten Ortes. Der genaue Umzugszeitpunkt hängt vom weiteren Verlauf der Planungen Otfried Müller Haus sowie der Platzumgestaltung ab, sodass zum aktuellen Zeitpunkt kein festes Datum des Umzugs angegeben werden kann.

Die Festlegung des Ortes ist notwendig, um die nötigen organisatorischen Schritte vorzubereiten. Dies sind z.B. Ergänzung der Infrastruktur (wie Stromversorgung, Beschilderung, Stellplatzregulierung), Information der Betroffenen (vor allem Marktbeschicker*innen, später Anwohner*innen und Marktgäste) sowie Organisation der Öffentlichkeitsinformation.

 

Grundannahmen:

Folgende Grundsätze liegen der Suche zugrunde:

         Der Wochenmarktbetrieb soll voll funktionsfähig an den bekannten Markttagen weitergeführt werden.

         Alle Stände sollen Platz finden. Der bewährte Marktcharakter soll weitestmöglich erhalten werden.

         Durch die Verlagerung des Wochenmarktbetriebs werden zwangsläufig andere Nutzungen verdrängt, die aktuell auf den in Frage kommenden Flächen stattfinden. Die Stadt ist bestrebt, insgesamt möglichst wenig nachteilige Nebeneffekte zu erzeugen, es muss jedoch eine Abwägung erfolgen, da keine ungenutzten Flächen in der Innenstadt vorhanden sind.

         Weitere Aspekte wie (verkehrliche) Sicherheit, Kosten und andere Beschränkungen sowie die Abstimmung mit anderen (Groß-)projekten fließen ebenso ein wie die Belange der MarktbeschickerInnen.

 

Suche nach einem Ausweichquartier

 

Ein für den Wochenmarktbetrieb geeigneter Platz muss bestimmte Voraussetzungen erfüllen, u.a.

-          Flächengröße für bis zu 76 Stände (Samstagsmarkt) und BesucherInnen

-          Flächenlage und -Zugänglichkeit

-          Technische Aspekte (Oberflächeneignung, Tragfähigkeit, Infrastruktur…)

 

(Die vollständige Kriterienliste s. Steckbrief Anlage 2)
 

 

Verfahren

Die Suche wurde in mehreren Stufen durchgeführt:
 

Insgesamt wurden alle größeren Flächen in der Innenstadt und im direkten Wallvorfeld (insg. 13) anhand von Steckbriefen, Kriterien und einer Stärken-Schwächen-Analyse geprüft.
Sechs der 13 Flächen sind aus verschiedenen Gründen (z.B. zu klein, durch den Weihnachtsmarkt belegt) ungeeignet.

 

Für sieben der Flächen, die grundsätzlich denkbar wären, wurde detailliert zeichnerisch überprüft, ob sie ausreichend Platz für die Wochenmarktstände bieten. Fünf dieser so überprüften Flächen sind zu klein.
(s. Übersichtskarten Prüfflächen und Vorauswahl im Anhang 1)

 

Es verbleiben zwei Standorte, die sich aufgrund der untersuchten Kriterien und der im Plan getesteten Standaufstellung für den Wochenmarktbetrieb eignen:
Der Albaniparkplatz gegenüber der Stadthalle und der Parkplatz Rosengarten am Geismar Tor hinter der Bonifatiusschule II.
(s. Übersichtskarte Engere Wahl und detaillierte Gegenüberstellung der Steckbriefe in Anlage 2+3)

 

Für die Nutzung des Parkplatzes Rosengarten als Marktstandort müsste vom geltenden Bebauungsplan befristet befreit werden. Dieser setzt dort Grünfläche fest.

Die Verwaltung hat ein Lärmschutzgutachten erstellen lassen, um die Möglichkeit der Befreiung zu prüfen. Im Gutachten werden die Lärmemissionen des Wochenmarktbetriebs untersucht und für den Ort Rosengarten und die angrenzende Schule sowie Wohnbebauung simuliert.

Das Gutachten vom April 2019 kommt zu dem Schluss, dass die Lärmemissionen des Wochenmarktbetriebs die zulässigen Immissionsrichtwerte der angrenzenden Wohnbebauung überschreiten. Damit ist eine Befreiung vom Bebauungsplan (Grünfläche) nicht zulässig. Dadurch fällt der Rosengarten als Ausweichstandort für den Marktbetrieb aus.


Die Überschreitung der Grenzwerte läge auch vor, würde man den Marktbeginn (Aufbau) so spät ansetzen, dass die besonders schutzwürdigen Tageszeiten früh morgens frei gehalten würden. Daher wäre eine zeitliche Verschiebung des Marktbetriebs keine Lösung, den Rosengarten als Option zu erhalten.

 

Weitere Standortvarianten:

Um eine Fläche in der Nähe des jetzigen Wochenmarkts zu finden, wurden zusätzlich zur oben beschriebenen Systematik geprüft:

        Aufstellung auf Parkplatz Geismar Tor und Hiroshima-Platz

        Aufstellung in Kurzer Straße, auf Parkplatz Geismar Tor und dem verbindenden Wallabschnitt „Gauß-Weber-Wall“.


Beide Optionen haben gravierende Nachteile und kommen nicht in Frage (Verkehrssicherheit bei Markt, Erschließung und Oberflächenstabilität sowie feuerwehrliche Erschließung, Verlust des räumlichen Marktzusammenhangs, gravierende Bedenken von Seiten der Marktbeschicker*innen).

 

 

Ergebnis

Als Ergebnis dieser Prüfung und des Lärmschutzgutachtens bleibt als Ausweichstandort lediglich der Albaniparkplatz.

Der Platz hat als Ausweichplatz Stärken und Schwächen, mit denen in der Umsetzung umgegangen werden muss. Diese sind in der tabellarischen Analyse dargestellt.

 

 

Fläche

Albaniplatz

Stärken

• großes Platzangebot
• Zuschnitt der Fläche günstig für effiziente und bei Bedarf variable   Marktaufstellung

• Kompakte, zusammenhängende Standaufstellung möglich

• Favorit der Wochenmarktbeschicker*innen (Mehrheitsbeschluss Verein)
• geringer Herrichtungsaufwand

• geringer Organisationsaufwand (baurechtlich, Ordnungsamt, Verkehr)
• eingeschränktes Parkpl.Angebot für Beschicker anbei

• evt. ebenfalls geeignet f. andere Nutzungen des WoMaPlatzes (Bürgerfrühstück, Flohmarkt etc.)

Schwächen

• mäßiges öff. Parkpl.Angebot im Umfeld
• große Entfernung in der Wahrnehmung (jedoch nur 500 m vom Wochenmarktplatz, 400 m vom Parkplatz Rosengarten entfernt)
• hohe Parkeinnahmeausfälle von ca. 180 TEURO/a,
beliebt zur Weihnachtszeit
• vorauss. große anfängliche Schwierigkeit, die Marktfläche von Parkern freizuhalten (bei gleichzeitiger Nutzung als Parkplatz)
• Umbau Stadthalle & Umfeld: Koordination nötig

Unsicherheiten, Gefahren
= mögliche negative Entwicklungen

• unsicher, wie Markt in veränderter Standanordnung und Ort angenommen wird (gilt für alle geprüften Flächen)

• öffentliche Akzeptanz bei Wegfall der öff. Parkplätze
• ggf. zeitliche Überlappung mit Umgestaltung Stadthallenumfeld archäol. Untersuchungen, falls dort Fortschritt

 

Hinweise:

 

  1. Die Nutzung des Albaniparkplatzes als Ausweichquartier wäre mit dem Stadthallenumbau verträglich: Für die Hochbauaktivitäten wird der Parkplatz nach den vorliegenden Planungen nicht benötigt. Dort sind nur evt. temporär einige Stellplätze für beauftragte Firmen genutzt, die auch bei Markt verfügbar wären.
    Vorbereitende Arbeiten für die Umfeldumgestaltung, insb. archäologische Grabungen vor 2022 aber würden dem Ausweichquartier entgegen stehen.

 

  1. Der Albaniplatz wird aktuell als öff. Parkplatz genutzt. Dies ist auch grundsätzlich außerhalb der Marktzeiten denkbar. Aus Verwaltungssicht wird dies jedoch vor allem in den ersten Wochen schwierig in der Umsetzung. An jedem Markttag müssen frühmorgens (vor 6 Uhr) ggf. falsch parkende Fahrzeuge konsequent abgeschleppt werden. Das wird vor allem in der Anfangszeit zu hohem Personalaufwand (FB 32 Ordnung), Störungen des Marktablaufs und vorauss. wenig Akzeptanz in der Öffentlichkeit führen.
    Alternativ könnte der Albaniplatz während der Nutzung als Ausweichquartier komplett als öffentlicher Parkplatz aufgegeben werden und der Parkraumbewirtschaftung entzogen werden. Dies würde die Einnahmeausfälle aus der Parkplatzbewirtschaftung im Vergleich zur Parallelnutzung erhöhen.

 

  1. Statt Albaniplatz (131 Stellplätze) können folgende öff. Parkplätze in Parkzone II genutzt werden:

    230 Stellplätze auf Parkplatz Nikolausberger Weg/SUB
    (Samstags <1 % Auslastung, nur ca. 500 m Distanz zu Weender Tor, 700 m zu Stadthalle) sowie
    177 Stellplätze auf Parkdecks Neues Rathaus UG 1 & 2
    (Samstags <1 % Auslastung, ca. 100 m Distanz zu Geismar Tor, 700 m zu Stadthalle).
    163 Stellplätze im Rosengarten und Parkplatz Geismar Tor (vor allem Rosengarten Samstags noch Kapazitäten, 400 m zu Albaniplatz)

    Weitere Parkgelegenheiten sind:
    privates Parkhaus Lange Geismar-Straße, Parkhaus Kurze Geismar-Straße (Kaufland), wochenends Stellplätze am Max-Planck-Gymnasium,

    Albaniplatz und Deutsches Theater sind für Markt und Veranstaltungen in Theater/Stadthalle gut über das Busliniennetz angeschlossen.
     
  2. Die Marktbeschicker*innen wurden während der Standortsuche intensiv beteiligt. Es liegt ein vom Wochenmarktverein anlässlich der Vollversammlung 2019 gefasster Mehrheitsbeschluss pro Albaniplatz (4 Gegenstimmen) vor. Die Marktbeschicker*innen bitten um schnelle Festlegung des Ausweichstandorts.

Die marktplatznahe Variante Kurze Straße-Wöhlerplatz-Wall-Parkplatz Geismar Tor wurde vom Vereinsvorstand abgelehnt (Gründe: Auf- und Abfahrt vor allem auf Wallweg, fehlende Infrastruktur, Verlust des Markzusammenhangs, Kaufkraftabflüsse.)

Finanzielle Auswirkungen:

 

Es fallen einmalige Kosten an, die mit dem Umzug des Marktbetriebs zusammenhängen (Werbung, Ausschilderung etc.). Die Stadt stellt dem Wochenmarktverein regelhaft Mittel für Öffentlichkeitsarbeit zur Verfügung, die hierzu aufgewendet werden sollten. Die übrigen Kosten werden aus Städtebaufördermitteln bestritten = keine weiteren Mittel einzustellen.

Auf dem Albaniparkplatz muss die Stromversorgung der Marktstände hergestellt werden (Stromverteilerkästen). Diese Kosten sind voraussichtlich auch förderfähig.

 

Wiederkehrende Kosten = die Parkeinnahmeausfälle: Für zwei Jahre betragen diese insgesamt beim Albaniparkplatz ca. 360 TEURO.

Diese können durch das Parken außerhalb der Marktzeiten verringert werden (nicht im Voraus bezifferbar). Diese Einnahmeausfälle können nicht durch Städtebaufördermittel ausgeglichen werden.

Anlagen:

Anlage 1: Übersichtskarte Prüfflächen, Vorauswahl und Engere Wahl

Anlage 2: Steckbrief Albaniplatz

Anlage 3: Standaufstellung Albaniplatz (beispielhaft)

Anlagen:  
  Nr. Status Name    
Anlage 4 1 öffentlich Anl1_Ausweichstandorte_Übersicht_09.09.2019 (473 KB)      
Anlage 1 2 öffentlich Anl2_Ausweichquartier WoMa_Steckbrief Albani_20190816 (474 KB)      
Anlage 2 3 öffentlich Anl3-Albaniplatz_WoMa-Platz-Ausweichst_M1-200_18.12.2018 (308 KB)      
Stammbaum:
FB61/1658/19   Ausweichquartier Wochenmarktbetrieb   61-Fachbereich Planung, Bauordnung und Vermessung   Beschlussvorlage/sonstige Vorlage
FB61/1736/19   Ausweichquartier Wochenmarktbetrieb   61-Fachbereich Planung, Bauordnung und Vermessung   Beschlussvorlage/sonstige Vorlage
 
 

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