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Betreff: Bewertung der verkehrlichen Situation östlich der Göttinger Innenstadt
(Verkehrsgutachten zum städtebaulichen Rahmenplan zwischen Theater und Cheltenhampark)
Status:öffentlichVorlage-Art:Beschlussvorlage/sonstige Vorlage
Federführend:61-Fachbereich Planung, Bauordnung und Vermessung Beteiligt:65-Fachbereich Gebäude
    67-Fachbereich Stadtgrün und Umwelt
Beratungsfolge:
Ausschuss für Bauen, Planung und Grundstücke Anhörung
22.11.2018 
30. öffentliche/nichtöffentliche Sitzung des Ausschusses für Bauen, Planung und Grundstücke zur Kenntnis genommen   
Ausschuss für Bauen, Planung und Grundstücke Entscheidung
06.12.2018 
31. öffentliche/nichtöffentliche Sitzung des Ausschusses für Bauen, Planung und Grundstücke vertagt (zurückgestellt)   
Verwaltungsausschuss Entscheidung

Beschlussvorschlag
Sachverhalt
Finanzielle Auswirkungen
Anlage/n

Beschlussvorschlag: 

 

Der Ausschuss nimmt den Bericht der Verwaltung zustimmend zur Kenntnis.

 

Auf Grundlage des vorliegenden Verkehrsgutachten werden unter Berücksichtigung der verkehrlichen Aspekte die Varianten 2b und 3 nicht weiterverfolgt, da diese verkehrlich ungünstiger als die Bestandsituation sind.

 

Die Varianten 1 und 2a sind unter Bezugnahme der verkehrlichen Belange grundsätzlich möglich.

Begründung

 

Im Rahmen eines städtebaulichen Rahmenplans im Zusammenhang mit der Sanierung der Stadthalle Göttingen wurden Ideen zur Aufwertung des östlich an die Innenstadt angrenzenden Areals zwischen Theaterplatz und Cheltenhampark entwickelt. Die Planung konkretisiert sich zwischenzeitlich immer mehr, so dass auch verkehrliche Belange in den Fokus der Betrachtungen rücken. Im Zuge dieses Wettbewerbsverfahrens wurden unterschiedliche Varianten zur zukünftigen Verkehrsführung im Bereich des Stadthallenareals aufgezeigt (s. Anlage Übersichtslageplan). Es hat sich gezeigt, dass das Erfordernis besteht, die unterschiedlichen Auswirkungen verschiedener Varianten im Vergleich zur Bestandssituation gutachterlich zu untersuchen und zu bewerten. Hierbei wurden fachübergreifende planungsrelevante Kriterien zugrunde gelegt. Auf Grundlage dieser Ergebnisse wird die Variante der Führung entlang der St.-Albani-Kirche und der Albanischule als Vorzugsvariante identifiziert und für die Umsetzung vom Gutachter empfohlen.

 

In der Untersuchung wurden an acht Knotenpunkten im direkten Umfeld der Stadthalle Verkehrszählungen durchgeführt, auf deren Grundlage die Leistungsfähigkeit des Bestands und der Varianten beurteilt wurde. Die Vorauswahl der Varianten erfolgte in einem zweistufigen Verfahren und die Bewertung nach folgenden Kriterien:

- Leistungsfähigkeit

- Einflüsse auf Nachbarknoten

- Veränderung der Verkehrsleistung

- Auswirkungen auf das Umfeld im Untersuchungsgebiet

- Auswirkungen auf die Grünanlagen

- Auswirkungen auf den Radverkehr

- Sicherheitsaspekte

- Möglichkeiten der Platzgestaltung

Aufgrund der negativen Auswirkungen auf den Cheltenhampark u.a. erforderliche Fällung von wertvollem gesunden Baumbestand, der als Naturdenkmal eingestuft ist, sowie der zusätzlichen Lärm- und Abgasbelastungen der Wohnbebauung am Hainholzweg wird die Variante 1 mit Führung durch den Cheltenhampark in der ersten Bewertungsrunde durch den Gutachter ausgeschieden. Maßgeblich dazu beigetragen haben auch die Konflikte der Querung der Nord-Süd-Radverkehrsachse von und zur Universität. Verkehrlich führt diese Variante zu keinen Verbesserungen gegenüber der Bestandsituation und führt zu Umwegfahrten.

 

Die verbliebenen Kriterien Leistungsfähigkeit, Einflüsse auf Nachbarknoten, Veränderung der Verkehrsleistung, Auswirkungen auf das Umfeld, Sicherheitsaspekte und Möglichkeiten der Platzgestaltung wurden für eine Rangreihung der drei Varianten ohne Wichtung analysiert.

 

Nach diesem Bewertungssystem erreicht Variante 2a mit Führung der Straße entlang der St.-Albani-Kirche und der Albanischule die höchste Punktbewertung und wird vom Gutachter somit als Vorzugsvariante empfohlen. Diese Variante führt zur Verbesserung der Verkehrsqualität und Verkehrssicherheit durch den Entfall des Knotenpunktes an der Bühlstraße und der Bündelung der Verkehrsströme am Knotenpunkt Friedrichstraße.

 

Aus städtebaulicher Sicht sind grundsätzlich die Varianten 1 und 2a möglich. Vorteil der Variante 1 wäre, dass der Platzbereich zwischen westlich angrenzender Bebauung (Schule, Kirche) und Stadthalle vom motorisierten Verkehr freigehalten wird (der Radverkehr würde über den Platz geführt werden). Die Nachteile der Variante wurden oben bereits dargelegt. Die Variante 2a führt zu einer Erhöhung der Verkehrssicherheit und ermöglicht einen vom motorisierten Verkehr befreiten Übergang der beiden wichtigen öffentlichen Bereiche Albaniplatz und dem Naturdenkmal Cheltenhampark. Bei Weiterverfolgung dieser Variante sind die Auswirkungen auf die Albanischule zu berücksichtigen und ggf. geeignete Maßnahmen zur Gewährleistung der Verkehrssicherheit (Gehwegbreiten, Querungen, Kurzzeitparkplätze etc.) vorzusehen. Die Art der Ausführung ist im Rahmen der Detailplanung zu konkretisieren. Die in der Verkehrszählung ermittelte Verkehrsmenge von 258 Kfz/ Spitzenstunde (einschließlich der Erschließung des Parkplatzes) liegt deutlich unter einer für Wohnstraßen empfohlenen Verkehrsstärke von max. 400 Kfz/ h. Bei einem, wie in der Rahmenplanung vorgesehenen, Entfall des oberirdischen Parkplatzes reduziert sich die Verkehrsstärke voraussichtlich auf unter 150 Kfz/ h und entspräche somit dem Charakter eines Wohnwegs.

Finanzielle Auswirkungen:

 

× Ja

 

Bei Weiterverfolgung der Planung einer Umlegung der Straße entstehen Planungs- und Baukosten; die Höhe ist noch nicht absehbar.

Anlagen:

 

-          Übersichtslageplan „Untersuchungsbereich“ (Darstellung der vers. Varianten)

Anlagen:  
  Nr. Status Name    
Anlage 1 1 öffentlich 2018-11-01_ Anlage Übersichtslageplan (2043 KB)      
 
 

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