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Betreff: Fortschreibung der Kindertagesstättenbedarfsplanung 2017 - 2023
Status:öffentlichVorlage-Art:Beschlussvorlage/sonstige Vorlage
Federführend:51-Fachbereich Jugend   
Beratungsfolge:
Verwaltungsausschuss Vorberatung
Jugendhilfeausschuss Vorberatung
10.04.2018 
14. öffentliche/nichtöffentliche Sitzung des Jugendhilfeausschusses geändert beschlossen   
Rat Entscheidung
13.04.2018 
12. öffentliche/nichtöffentliche Sitzung des Rates der Stadt Göttingen ungeändert beschlossen   

Beschlussvorschlag
Sachverhalt
Finanzielle Auswirkungen
Anlage/n

Beschlussvorschlag:

 

  1. Der in der Anlage dargestellte Bedarf an Betreuungsplätzen für Kinder bis zur Vollendung des 10. Lebensjahres wird festgestellt.
  2. Der beigefügten Fortschreibung der Kindertagesstättenbedarfsplanung wird zugestimmt.

 

Begründung:  

 

Nach § 24 Abs. 3 des Achten Buchs Sozialgesetzbuch (SGB VIII) haben Kinder vom vollendeten dritten Lebensjahr bis zum Schuleintritt einen Anspruch auf Förderung in einer Tageseinrichtung. Die Träger der öffentlichen Jugendhilfe haben darauf hinzuwirken, dass für diese Altersgruppe ein bedarfsgerechtes Angebot an Ganztagsplätzen zur Verfügung steht. Bei besonderem Bedarf oder ergänzend können Kinder auch in Kindertagespflege gefördert werden. Auch für Kinder im schulpflichtigen Alter ist gemäß § 24 Abs. 4 SGB VIII ein bedarfsgerechtes Angebot in Tageseinrichtungen vorzuhalten.

 

Zudem haben nach § 24 Abs. 2 SGB VIII alle Kinder, die das erste Lebensjahr vollendet haben, bis zur Vollendung des dritten Lebensjahres Anspruch auf Förderung in einer Tageseinrichtung oder Kindertagespflege. Kinder, die das erste Lebensjahr noch nicht vollendet haben, sind zu fördern, wenn eine der Voraussetzungen des § 24 Abs. 1 Nr. 1 und 2 erfüllt ist.

 

Die Fortschreibung der Kindertagesstättenbedarfsplanung findet ihre Grundlage in § 13 des Niedersächsischen Kindertagesstättengesetzes (KiTaG).

 

Die Ermittlung des bestehenden Bedarfs an Betreuungsplätzen in Kindertagesstätten basiert auf der Auswertung der Belegungs- und Wartelisten der Kindertagesstätten in Göttingen. Im Ergebnis zeigt sich trotz des bislang erfolgten Ausbaus weiterhin ein Bedarf an zusätzlichen Krippen- und Hortplätzen.

 

Bei der Schaffung weiterer Betreuungsplätze beabsichtigt die Verwaltung derzeit im innerstädtischen Vergleich gering versorgte Stadtteile prioritär zu versorgen. Dies sind insbesondere der Stadtteil Grone sowie die Bereiche Holtenser Berg und Hagenberg.

 

a)      Bedarf an Betreuungsplätzen für unter Dreijährige

 

Im Planungszeitraum (01.08.2017 - 31.07.2023) ist die Schaffung weiterer 312 Krippenplätze vorgesehen. Zum 01.08.2023 werden dann 1.853 U3-Betreuungsplätze zur Verfügung stehen. Demgegenüber werden 1.868 Plätze benötigt, was einem Bedarf für 55,9% aller unter Dreijährigen entspricht. Es fehlen demnach weitere 15 Plätze.

 

Trotz der noch fehlenden Plätze gehört die Stadt Göttingen landesweit zu den Kommunen, die die höchsten Versorgungsquoten für unter Dreijährige sicherstellen. Zum 01.08.2017 standen für 46,8% aller unter dreijährigen Kinder in Göttingen Betreuungsplätze in Kindertagesstätten und Tagespflege bereit. Im Vergleich dazu beträgt der Versorgungsgrad nur 29,6% auf Landesebene und 33,1% auf Bundesebene. Zum selben Zeitpunkt betrug der Versorgungsgrad bei den 1- und 2-jährigen Kindern, die einen Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz haben, in Göttingen 70,9%.

 

Die Schaffung weiterer Plätze steht laut Ratsentscheidung vom 11.12.2009 unter dem Vorbehalt, dass sich Bund und Land stärker an den laufenden Betriebskosten der U3-Betreuung beteiligen. Dies erfolgte in 2013 durch die Erhöhung der Finanzhilfe des Landes von ursprünglich 43% auf 46% (ab 01.02.2013) bzw. 52% (ab 01.08.2013). Zudem übernimmt das Land 100% der Personalkosten (bis 20 Wochenstunden) für Drittkräfte in Krippengruppen.

 

Darüber hinaus stellen Bund und Land von 2012 bis 2022 zusätzliche Mittel im Rahmen der Richtlinie Ausbau Tagesbetreuung (RAT) als Investitionskostenförderung bereit.

 

Zum 01.08.2013 trat der individuelle Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz in einer Kindertagesstätte oder in Kindertagespflege für alle Kinder, die das erste Lebensjahr vollendet haben, in Kraft. Die vorliegende Kindertagesstättenbedarfsplanung zeigt, dass der diesbezügliche Bedarf noch nicht vollständig gedeckt ist.

 

 

 

Die Verwaltung hat im Rahmen des Leistungs- und Budgetvertrags mit den freien Trägern vereinbart, dass Krippenplätze vorrangig mit ein- und zweijährigen Kindern zu belegen sind, die ihren Hauptwohnsitz in Göttingen haben. Kinder, die das erste Lebensjahr noch nicht vollendet haben, können grundsätzlich nur aufgenommen werden, wenn mindestens eine der Voraussetzungen gemäß § 24 Abs. 1 SGB VIII in der Fassung vom 01.08.2013 erfüllt ist.

 

b)     Bedarf an Betreuungsplätzen für 3- bis 5-jährige

 

Zum 31.12.2017 betrug die Versorgungsquote 99,7 %. Durch den kontinuierlichen Krippenausbau und der sich daraus ergebenden anschließenden Betreuung in Kindergärten wird die Vollversorgung zukünftig geringfügig abnehmen. Dieser Effekt wird durch den Anstieg der Geburten verstärkt.

 

Um dem zu begegnen und weiterhin ein bedarfsgerechtes Angebot an Betreuungsplätzen bereit zu stellen, wird sich die Anzahl der Betreuungsplätze im Planungszeitraum um 155 erhöhen.

 

c)      Bedarf an Betreuungsplätzen für Grundschüler/-innen

 

Zum 01.08.2023 werden 978 Betreuungsplätze benötigt. Das entspricht einem Bedarf von 26,8% aller 6- bis 9-Jährigen. Zum 01.08.2023 werden 909 Betreuungsplätze bereitgestellt. Demzufolge fehlen noch 69 Betreuungsplätze.

 

Der Bedarf an Nachmittagsbetreuung für Schulkinder wird zunehmend durch Ganztagsangebote an Schulen gedeckt. Zum 01.08.2017 standen insgesamt 2.689 Plätze zur Verfügung. Davon sind 1.783 Plätze im außerunterrichtlichen Angebot (13.00 Uhr – 15.30 Uhr), 619 Plätze im Junior-Club (15.30 Uhr – 17.00 Uhr) sowie 287 Hortplätze.

 

 

 

Finanzielle Auswirkungen:

 

Sofern die Ausbaustufenplanung Krippe wie vorgeschlagen umgesetzt wird, ergeben sich Aufwendungen für Kinderbetreuung insgesamt (um Einnahmen bereinigte Ausgaben für Kindertagesstätten in städtischer und freier Trägerschaft sowie für Tagespflege) laut nachstehender Tabelle.

 

 

2017

2018

2019

2020

2021

Nettoaufwendungen laut HH-2017/2018, mittelfristiger Finanzplanung und voraussichtliche Mehrkosten gem. Ausbaustufenplanung

 

 

29.798.000 €

 

 

33.310.900

 

 

34.715.300

 

 

34.564.500

 

 

35.088.900

Eine detaillierte Aufstellung aller Aufwendungen und Erträge ist dieser Vorlage beigefügt.

 

Erläuterung der Zahlen:

 

Personalkostensteigerungen sind beim städtischen Personal mittels Berechnungen seitens des Fachbereichs Personal berücksichtigt worden. Analog hierzu werden auch bei den Betriebskostenzuschüssen an freie Träger diese erhöhten Personalkosten sowie ein Inflationsausgleich einkalkuliert.

 

 

Anlagen:

 

- Fortschreibung der Kindertagesstättenbedarfsplanung

- Aufstellung der Aufwendungen und Erträge für Kinderbetreuung

Anlagen:  
  Nr. Status Name    
Anlage 1 1 öffentlich Fortschreibung Kitabedarfsplanung 2017 (405 KB)      
Anlage 2 2 öffentlich Daten 2017 (369 KB)      
Anlage 3 3 öffentlich Anlage Erträge und Aufwendungen f. Kitabedarfsplanung 2017-11-08 (69 KB)      
 
 

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