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Betreff: Umsetzung der Machbarkeitsstudie zur Elektromobilität im Stadtbusverkehr Göttingen: Errichtung einer Ladestation für Elektrobusse an der Grete-Henry-Straße
Status:öffentlichVorlage-Art:Beschlussvorlage SmartDoc
Federführend:61-Fachbereich Planung, Bauordnung und Vermessung Beteiligt:67-Fachbereich Stadtgrün und Umwelt
    20-Fachbereich Finanzen
Beratungsfolge:
Ausschuss für Umwelt, Klimaschutz und Mobilität Vorberatung
26.06.2018 
16. öffentliche/nichtöffentliche Sitzung des Ausschusses für Umwelt, Klimaschutz und Mobilität ungeändert beschlossen   
Ortsrat Geismar Kenntnisnahme
30.08.2018 
12. öffentliche/nichtöffentliche Sitzung des Ortsrates Geismar ungeändert beschlossen   
Verwaltungsausschuss Entscheidung

Beschlussvorschlag
Sachverhalt
Finanzielle Auswirkungen
Anlage/n

Beschlussvorschlag:

 

Der Errichtung einer Ladestation für Elektrobusse an der Grete-Henry-Straße wird zugestimmt.

 

 

Begründung:

In der Sitzung des Ausschusses für Umwelt, Klimaschutz und Mobilität am 23.05.2017 wurden durch die Göttinger Verkehrsbetriebe GmbH (GöVB) und einem beauftragten Gutachter (Fraunhofer-Institut für Verkehrs- und Infrastruktursysteme IVI in Dresden) die Ergebnisse der Machbarkeitsstudie zur Einführung der Elektromobilität im Stadtbusverkehr Göttingen vorgestellt.

Im Anschluss an die Sitzung des Mobilitätsausschusses (sowie des Finanzausschusses am 20.06.2017) hat der Rat den Bericht über die Ergebnisse der Machbarkeitsstudie zur Kenntnis genommen und der vorgeschlagenen Einführung der Elektromobilität im Stadtbusverkehr gemäß Strategie 2 (Einsatz von Batteriebussen mit Nachladung auf dem Betriebshof und an den Endhaltestellen) der Machbarkeitsstudie zugestimmt.

Die Vorteile dieser Strategie/Technik liegen u.a. darin, dass

  • für den Elektrobusbetrieb nur relativ kleine (leichte) Batterien benötigt werden und die Reichweite durch Zwischenladung an Lademasten mit Pantographen theoretisch unbegrenzt ist (und dadurch weniger abhängig von der Entwicklung der Energiespeicher),
  • eine geringere Anschlussleistung am Betriebshof erforderlich ist,
  • die Einführung der Elektrobusflotte entsprechend schneller erfolgen kann sowie
  • reine E-Buslinien möglich sind.

Die Beschaffung von Elektrohybridbussen, als erster Zwischenschritt zur Einführung des Elektrobusses, erfolgte bereits auf Grundlage der Beratungen im Mobilitäts- und Finanzausschuss sowie der parallel verlaufenden Diskussionen im Aufsichtsrat der GöVB. Die ersten drei Hybridbusse haben Anfang 2018 ihren Betrieb aufgenommen. Drei weitere Elektrohybridbusse werden in 2018 beschafft (Vergabe erfolgte am 06.02.2018). Die dafür notwendige Ladeinfrastruktur wurde auf dem Betriebshof der GöVB bereits errichtet.

Ab 2019 sollen gemäß beschlossenem Wirtschaftsplan der GöVB vom 20.11.2017 nur noch reine Elektrobusse angeschafft werden. Gestartet werden soll mit 6 Solowagen (12m Bus), die auf den 70er“-Linien eingesetzt werden. In den folgenden Jahren werden die 10er“- und 20er“-Linien mit Elektrobussen ausgestattet (14 Gelenkzüge). All diese Linien enden auf den Zietenterrassen bzw. an der Charlottenburger Straße.

Die Ladeinfrastruktur soll in diesem Zielbereich an einer Stelle errichtet werden, die von mehreren Bussen gleichzeitig genutzt werden kann. Wie bereits in der Machbarkeitsstudie ausgeführt bietet sich dafür eine Fläche östlich der Endhaltestelle Grete-Henry-Straße an, die zwischen der Zufahrt zum Kehr (Vor dem Walde) und der alten Zufahrt zum ehemaligen Schießstand liegt (siehe Anlage 1).

Geplant ist eine Ladestation mit bis zu 4 Lademasten. Mit dem derzeitigen Fahrplanstand sind es jeweils nur drei Busse, die gleichzeitig an den Lademasten stehen. Der vierte dient als Sicherheit, um im Falle einer Störung an einem der Masten den Betriebsablauf nicht zu gefährden. Der Vorentwurf für die geplante Ladestation ist als Anlage 2 der Vorlage beigefügt.

An dem geplanten Standort sind in Absprache mit dem Netzbetreiber ENM insgesamt bis zu 1.900 kVA Leistung möglich. Der gleichzeitige Betrieb aller vier Lademasten ist möglich. Der Standort ist insofern geeignet für die Errichtung der erforderlichen Ladeinfrastruktur.

Die Fläche wird so geplant, dass weiterhin der forstwirtschaftliche Verkehr aufrechterhalten werden kann. Die Ladeflächen und die Lademasten werden als Betriebsgelände eingezäunt und sind nicht öffentlich zugänglich.

Die Anwohnerinnen und Anwohner im näheren Umfeld der Ladestation werden vor der baulichen Umsetzung im Rahmen einer öffentlichen Veranstaltung durch GöVB und Verwaltung über das Vorhaben informiert.

 

Entlassung aus dem Landschaftsschutzgebiet:

Die Fläche liegt im Geltungsbereich der Landschaftsschutzgebietsverordnung Leinetal. Das dortige verankerte Bauverbot steht der Nutzung der Fläche als Verkehrsfläche mit Ladestation entgegen. Die Entlassung der Fläche aus dem Landschaftsschutzgebiet ist daher Voraussetzung für die Genehmigungsfähigkeit des Vorhabens (Anlage 3), ebenso wie die Aufstellung eines Bebauungsplans. Das Aufstellungsverfahren soll in Kürze eingeleitet werden (Beratung im Ausschuss für Bauen, Planung und Grundstücke).

 

Die naturschutzfachliche Bewertung (Anlage 4) kommt zu dem Ergebnis, dass die Entlassung der Teilfläche nicht zu einer gravierenden Beeinträchtigung des Schutzgebietscharakters führen würde. Die Verwaltung schlägt daher unter Abwägung mit den klimapolitischen Zielen der Stadt Göttingen eine Entlassung der Fläche aus dem Landschaftsschutzgebiet Leinetal vor (thematische Beratung ebenfalls im Ausschuss für Bauen, Planung und Grundstücke im Zuge des Bebauungsplanverfahrens).

 

 

Parallel zur Planung der Ladeinfrastruktur wird derzeit durch die GöVB geprüft, welche Vorteile ein Depot für Elektrobusse in der Nähe der geplanten Ladeinfrastruktur haben könnte. Bei der Bewertung der Standorte muss geprüft werden, welche Vorteile eine Reduzierung der Leerkilometer durch einen verkürzten Einsatzweg zu den Endhaltestellen in Geismar entstehen. Die Prüfung muss zum einen die Kostenersparnis berücksichtigen zum anderen aber auch die Einsparung von klimaschädlichen Emissionen (z.B. CO2).

Der Nutzen eines Depots für Elektrobusse im Umfeld der Ladeinfrastruktur ergibt sich aus der Reduzierung der Einsatzwege der Busse. Derzeit sind alle Busse zentral auf dem Betriebshof der Göttinger Verkehrsbetriebe an der Gustav-Bielefeld-Straße in Grone Nord deponiert. Dieser Standort liegt im äußersten Nordwesten Göttingens. Die Lage verursacht insbesondere für in Geismar startende Linien lange Einsatzwege mit entsprechend hohen Betriebskosten.

Nach Abschluss der Prüfung wird die GöVB das Ergebnis dem Ausschuss für Umwelt, Klimaschutz und Mobilität vorstellen.

 

 

 

Finanzielle Auswirkungen:

 

Nein

 

Ja

 

 

Für den Bau der Ladestation für Elektrobusse an der Grete-Henry-Station fallen nach derzeitiger Schätzung nachfolgende Kosten an (Bruttoinvestitionen):

 

Straßenbauarbeiten   805.000

Ausstattung E-Ladestation1.300.000

Netzanschluss   411.000

Betriebs-/Aufenthaltsraum     80.000 €

 

Für den städtischen Haushalt hat der Bau der Ladestation folgende Auswirkungen:

 

Beschlossener städtischer Haushalt 2017/18 (ÖPNV-Aufgabenträgerschaft, Produkt 5470000, Sachkonto 4315000):

 

 

2018

2019

2020

2021

2022

2023

in Mio. EUR

8,2

8,2

8,2

8,2

 

 

 

Infolge des Baus der Ladestation an der Grete-Henry-Straße gem. Umsetzung der Machbarkeitsstudie sind nach derzeitigem Stand folgende Auswirkungen auf die Ergebnisbelastung der GöVB zu erwarten (Abschreibung und Zinsaufwand):

 

 

2018

2019

2020

2021

2022

2023

in EUR


 

35.000

124.000

143.000

188.000

188.000

 

Hierbei ist nach derzeitigem Stand von folgenden Annahmen auszugehen:

- Keine Fahrzeugförderung durch das Land ab 2020 (derzeit ist das bestehende Förderprogramm noch nicht verlängert)

- Keine Fördermöglichkeit für die Ladestation(en)

 

Die Erhöhung des Defizits der GöVB wirkt sich unmittelbar auf den städtischen Haushalt aus. Gemäß § 5 des öffentlichen Dienstleistungsauftrags wird das entstehende Defizit durch die Stadt ausgeglichen. Demzufolge sind bei den Haushaltsplanberatungen2019 ff. entsprechende Mittel zu berücksichtigen.

 

Anzumerken ist hierbei, dass GöVB und Verwaltung weiterhin Anstrengungen unternehmen werden, um eine Co-Finanzierung durch Bund oder Land für die anstehenden Investitionen zu erhalten.

 

Anlagen:

 

- 1. Übersichtsplan mit Darstellung der Lage der Ladestation

- 2. Vorentwurf der geplanten Ladestation

- 3. Detailplan Entlassungsfläche E-Ladestation

- 4. Steckbrief Entlassungsfläche E-Ladestation

- 5. Biotopkarte Entlassungsfläche E-Ladestation

 

Anlagen:  
  Nr. Status Name    
Anlage 2 1 öffentlich Anlage 1 Übersichtsplan (4065 KB)      
Anlage 1 2 öffentlich Anlage 2 Lageplan (1471 KB)      
Anlage 3 3 öffentlich Anlage 3 Detailplan E-Ladestation (1986 KB)      
Anlage 4 4 öffentlich Anlage 4 Steckbrief E-Ladestation (2388 KB)      
Anlage 5 5 öffentlich Anlage 5 Biotopkarte E-Ladestation (2003 KB)      
 
 

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