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Betreff: „Verbesserung der Servicequalität bei den KiTa-Anmeldungen“ (Antrag der SPD-Ratsfraktion vom 01.09.2017)
Status:öffentlichVorlage-Art:Beschlussvorlage/sonstige Vorlage
Federführend:51-Fachbereich Jugend   
Beratungsfolge:
Jugendhilfeausschuss Entscheidung
16.11.2017 
10. öffentliche/nichtöffentliche Sitzung des Jugendhilfeausschusses ungeändert beschlossen   

Beschlussvorschlag
Sachverhalt
Finanzielle Auswirkungen
Anlage/n

Beschlussvorschlag:

 

Der Jugendhilfeausschuss nimmt zur Kenntnis, dass die Verwaltung beabsichtigt, ein internetbasiertes Fachverfahren für die Kita-Platz-Anmeldung anzuschaffen und stadtweit einzuführen. Die freien Träger von Kitas sind zu beteiligen. Einer erneuten Beratung im Rat der Stadt Göttingen bedarf es nicht.

 

Begründung:  

 

Die SPD-Ratsfraktion fordert in ihrem zur Beratung in den JHA überwiesenen Antrag vom 01.09.2017 die Umsetzung folgender Maßnahmen, um die Servicequalität bei den Anmeldungen zu einem Platz in einer Kindertagesstätte in der Stadt Göttingen zu verbessern:

 

1.Einrichtung eines zentralen Kita-ServiceCenters

2.Einrichtung einer zentralen Vergabestelle für Kita-Plätze in Zusammenarbeit mit

den freien Trägern

3.Abschaffung der Anmelde- und Aufnahmefristen für unter Zweijährige.

 

Die Stadt Göttingen hat vor Jahren ein Kinderservicebüro eingerichtet, dass u. a. zur Aufgabe hat, Erziehungsberechtigte  zu allen Themen rund um die Kindertagesbetreuung zu informieren und zu unterstützen. Dort wird bereits heute über die im Antrag aufgeführten Punkte informiert. Es werden Unterstützungsangebote vorgehalten mit der Einschränkung, dass Hilfe lediglich bei Anmeldungen zu einer städtischen Einrichtung geleistet werden kann und Anmeldeformulare der freien Träger nur dann zur Verfügung gestellt werden können, wenn sie von diesen im Internet bereitgestellt sind. Ebenfalls können detaillierte Informationen über die Einrichtungen der freien Träger nur dann weitergegeben werden, wenn die Internetseite aktuell gepflegt wird oder die freien Träger das Kinderservicebüro regelmäßig und umfassend informieren.

 

Vor mehreren Jahren wurde auf der HHomepage der Stadt Göttingen ein Portal rund um die Kita-Angebote installiert. Dort war es möglich, je nach Betreuungsform (Krippe, Kindergarten oder Hort) und je nach Stadtgebiet Einrichtungen zu suchen und sich mit der jeweiligen Kita zu verlinken. Nach einer Systemumstellung steht dieses Angebot den Erziehungsberechtigten aktuell nicht zur Verfügung; an  einer Lösung des Problems wird gearbeitet. Die Verwaltung informiert in diesem Portal monatlich über freie Plätze in den Einrichtungen, getrennt nach Stadtgebiet und Betreuungsform.

 

Göttingen zeichnet sich durch eine überdurchschnittlich große Trägervielfalt aus. Neben der Stadt Göttingen selbst, der Kirchen, der Arbeiterwohlfahrt und dem Studentenwerk haben sich zahlreiche Vereine gegründet und dem Betrieb einer oder mehrerer KiTas verschrieben. Damit einher geht aber auch eine Vielzahl unterschiedlicher Konzeptionen der Einrichtungen. Dies macht eine Information und Beratung der Eltern nahezu unmöglich. Deshalb ist man in der Stadt Göttingen den Weg gegangen, dass die Träger der Kindertagesstätten selbst über die Platzvergabe entscheiden.

 

Um das Anmeldeverfahren für die Erziehungsberechtigten zu vereinfachen, schlägt die Verwaltung die Einführung eines Internetportals vor. Sie hat bereits vor mehreren Monaten Kontakt zu Anbietern aufgenommen. Ein Anbieter hat sein Produkt in der letzten Sitzung des Arbeitskreises „Kinderbetreuung in Göttingen“ am 24.10.2017 präsentiert. Produkte anderer Anbieter werden geprüft. Ggf. ist ein Ausschreibungsverfahren notwendig.

 

Mit einem solchen Verfahren können Erziehungsberechtigte eine oder mehrere Kitas über verschiedene Suchfunktionen auswählen, die Stammdaten des Kindes erfassen und bei der Auswahl mehrerer Kitas eine Priorisierung vornehmen. Die Zuweisung des Platzes erfolgt über die Kita bzw. den Träger der Kita. Erziehungsberechtigte ohne Internetzugang können von den Kitas oder dem städtischen Kinderservicebüro unterstützt werden.

 

Um ein solches Verfahren für die KiTa-Anmeldungen im Jahr 2019 einzusetzen, müsste es im Lauf des nächsten Jahres installiert werden. Mittel sind zu dieser Phase der Beratung noch nicht für den Nachtragshaushalt vorgesehen, da die Diskussion mit den freien Trägern noch keine Tendenz erkennen lässt, ob sie einem solchen Verfahren zustimmen werden.

 

 

Was die Abschaffung der Anmelde- und Aufnahmefristen für unter zweijährige Kinder betrifft, ist festzustellen, dass viele Erziehungsberechtigte ihre Kinder zum Teil schon vor der Geburt, sehr oft aber unmittelbar danach bei den Einrichtungen mit Krippenplätzen anmelden. Dies ergibt sich aus den Auswertungen der Wartelisten anlässlich der Kindertagesstättenbedarfsplanung. Soweit Krippenplätze nicht belegt sind, ist eine Aufnahme eines Kindes auch im laufenden Kindergartenjahr möglich (betriebsnahe Kitas halten die Plätze in aller Regel frei, bis das Kind eines/einer Betriebsangehörigen in die Betreuung aufgenommen werden soll). Da in der Stadt Göttingen ein bedarfsgerechtes Angebot an Plätzen für unter dreijährige Kinder noch nicht besteht, reduziert sich die Neuaufnahme von Krippenkindern weitestgehend auf den Beginn des Kindergartenjahres, weil überwiegend durch den Wechsel ehemaliger Krippenkinder in die Kindergärten freie Plätze vorhanden sind.

 

 

 

 

Finanzielle Auswirkungen:

 

Die Kosten für die Bereitstellung eines internetbasierten Fachverfahrens würden sich auf ca. 30.000 € belaufen. Sie sind im Nachtragshaushalt 2018 nicht vorgesehen.

 

In den Folgejahren würden Nutzungs- und Wartungskosten von circa 8.000,- € entstehen.

 

 

Anlagen:

 

Antrag der SPD-Ratsfraktion

 

Anlagen:  
  Nr. Status Name    
Anlage 1 1 öffentlich SPD-15-09-2017-Verbesserung-Servicequalitaet-b (163 KB)      
 
 

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