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Betreff: Bebauungsplan Göttingen-Grone Nr. 2, 5. Änderung "Ortszentrum am Rehbach"
- Aufstellungsbeschluss
- Frühzeitige Beteiligung der Öffentlichkeit und Behörden
Status:öffentlichVorlage-Art:Beschlussvorlage/sonstige Vorlage
Federführend:61-Fachbereich Planung, Bauordnung und Vermessung   
Beratungsfolge:
Ortsrat Grone Vorberatung
26.10.2017 
8.öffentliche/nichtöffentliche Sitzung des Ortsrates Grone ungeändert beschlossen   
Ausschuss für Bauen, Planung und Grundstücke Vorberatung
09.11.2017 
15. öffentliche/nichtöffentliche Sitzung des Ausschusses für Bauen, Planung und Grundstücke ungeändert beschlossen   
Verwaltungsausschuss Entscheidung

Beschlussvorschlag
Sachverhalt
Finanzielle Auswirkungen
Anlage/n

Beschlussvorschlag:

 

  1. Für den nachfolgend aufgeführten Geltungsbereich wird der Aufstellungsbeschluss gem. § 2 Abs. 1 BauGB für den Bebauungsplan Göttingen – Grone Nr. 2 „Ortszentrum am Rehbach“, 5. Änderung, gefasst.

 

  1. Die Verwaltung wird beauftragt, für den Bebauungsplan Göttingen – Grone Nr. 2 „Ortszentrum am Rehbach“, 5. Änderung, das erforderliche Verfahren mit Durchführung der frühzeitigen Beteiligung der Öffentlichkeit und der Behörden gem. §§ 3 Abs. 1 und 4 Abs. 1 BauGB einzuleiten.

 

  1. Ziele und Zwecke der Planung:

 

  • Anpassung des Wohnungsbestandes
  • Maßvolle Nachverdichtung
  • Festsetzung von allgemeinen Wohngebieten (WA) gem. § 4 BauGB und ggf. reinen Wohngebieten (WR) gem. § 3 BauGB
  • Festsetzung von öffentlichen Verkehrsflächen
  • Planungsrechtliche Sicherung der sozialen Infrastruktur

 

  1. Geltungsbereich:

 

Das Plangebiet liegt westlich von der Innenstadt in einer Entfernung von gut 2,8 km. Es umfasst im Wesentlichen den Geschosswohnungsbau sowie die sozialen (Kita) und kirchliche Einrichtungen (St. Heinrich und Kunigunde Kirche sowie Salam – Moschee) im Bereich der St. – Heinrich - Straße.

Das Plangebiet wird im Westen durch die rückwärtige Wohnbebauung entlang der Straße Siekweg und im Osten durch die rückwärtige Bebauung an der Krugstraße begrenzt. Die nördliche Begrenzung wird durch die Bebauung entlang der Zehntscheuerstraße vorgenommen. Der Verlauf des Rehbaches definiert die südliche Plangebietsgrenze.

 

Der Geltungsbereich hat eine Größe von ca. 9,02 ha.

 

Maßgeblich ist die zeichnerische Darstellung im Maßstab 1:1000.

 

 

 

Begründung:  

 

Planungsanlass und städtebauliche Zielsetzung

Die Adler Real Estate AG, die einen Großteil des Geschosswohnungsbaus in Grone Nord und Süd erworben hat, möchte ihre Bestandsgebäude sanieren und Maßnahmen zur Wohnumfeldverbesserung durchführen. In den kommenden zwei Jahren soll auf Grundlage einer durchgeführten Standortprüfung neben der energetischen Sanierung der Gebäude, der Einbau von Aufzügen, eine Aufstockung der Gebäude und die Aufwertung der Freiräume vorgenommen werden. Darüber hinaus sollen in Grone Nord und Süd Investitionen in die soziale Infrastruktur erfolgen und das Kita-Angebot ausgebaut werden. Mögliche Kita-Standorte werden derzeit noch geprüft.

Derzeit sind 1.098 Wohnungen mit einer Wohnfläche von 73.592 m2 im Bestand der Adler Real Estate AG. In Grone Nord und Süd sollen durch die geplante Geschossaufstockung der Bestandsgebäude ca. 200 Wohneinheiten mit den dafür notwendigen Stellplätzen entstehen. Die Bestandsgebäude erhalten neben der energetischen Gebäudesanierung ca. 1.000 Balkone und dadurch ca. 5.000 m2 zusätzliche Mietflächen. Innerhalb der Gebäude werden nur auf Wunsch der Mieterinnen und Mieter Sanierungsmaßnahmen durchgeführt. Die Investitionskosten belaufen sich auf ca. 74 Mio. €. Ein möglicher Baubeginn für erste Maßnahmen ist für 2018 vorgesehen.

Die geplanten Umbaumaßnahmen werden im normalen Mietbetrieb durchgeführt, d. h, die Mieterinnen und Mieter können während der Umbaumaßnahmen in Ihren Wohnungen verbleiben. Die Adler AG betont, dass mit den geplanten Maßnahmen der Standort Grone mit seinen bestehenden Mieterinnen und Mietern langfristige gesichert werden soll. Ähnliche Projekte wurden bereits in Wolfsburg und Berlin erfolgreich umgesetzt. Hier wurde durch den Einsatz eines Hausmeisterservices im Quartier ein Beitrag zur Wohnqualität, zur Nachhaltigkeit und zur Imagebildung an den Wohnstandorten geleistet.

Für das Plangebiet gelten zurzeit die Festsetzungen des Bebauungsplanes Göttingen – Grone Nr. 2 „Ortszentrum am Rehbach“ mit Rechtskraft vom 02.10.1967 sowie Teilbereiche der 3. Änderung des Bebauungsplanes Göttingen – Grone Nr. 2 „Ortszentrum am Rehbach“, Rechtskraft 01.11.1985. Die in den Bebauungsplänen getroffenen Festsetzungen stehen im Hinblick auf das Maß der baulichen Nutzung (Zahl der Vollgeschosse und Geschossflächenzahl) den geplanten Modernisierungs- und Geschosserweiterungsmaßnahmen entgegen.

 

Nutzung

Der Nutzungsschwerpunkt Wohnen bleibt durch die 5. Änderung des Bebauungsplanes unverändert. Über das Wohnen hinaus soll neben den vorhandenen sozialen Einrichtungen wie einer KiTa und der kirchlichen Einrichtungen, ein weiterer KiTa-Standort im Änderungsbereich des Bebauungsplanes etabliert werden.

 

Gebäudetypologie

Die geplanten energetischen Sanierungs- und Aufstockungsmaßnahmen werden an den Bestandsgebäuden vorgenommen. Der Geschosswohnungsbau ist der im Änderungsbereich vorherrschende Gebäudetyp. Mit der geplanten Aufstockung der Bestandsgebäude mit einem weiteren Geschoss werden im Plangebiet ca. 100 weitere  Wohneinheiten unterschiedlicher Größe und für verschiedene Nutzergruppen angeboten, sowie ein hoher Anteil an barrierefreien bzw. altersgerechten Wohnungen realisiert. Den derzeit dort lebenden Mieterinnen und Mietern soll sämtlich die Möglichkeit geboten werden, nach Umsetzung des Projektes zusätzlichen und bezahlbaren Wohnraum im vertrauten Umfeld zu finden.

 

Maß der baulichen Nutzung

Innerhalb des Bauleitplanverfahrens sollen die bisherigen Festsetzungen zum Maß der baulichen Nutzung überprüft und an das geplante Vorhaben angepasst werden, besonders im Hinblick auf die festgesetzte Geschossigkeit und die Geschossflächenzahl. Vor diesem Hintergrund wird eine maßvolle Innenentwicklung sichergestellt.

 

Stellplätze

Mit der geplanten Geschossaufstockung der Bestandsgebäude mit ca. 100 Wohneinheiten in Grone Nord steigt der Stellplatzbedarf. Die dafür notwendigen Stellplätze werden in Form von Parkpaletten  auf den bestehenden Flächen für den ruhenden Verkehrs realisiert. Des Weiteren sollen Lösungen entwickelt werden, die die zentrale Lage des Quartiers, die Bewohnerstruktur, das sehr gut ausgebaute Radwegenetz und die ÖPNV-Anbindung des Areals berücksichtigen.

 

Wohnumfeldverbesserungsmaßnahmen

Die vorhandenen öffentlichen Räume sollen weiterentwickelt und die privaten halböffentlichen Bereiche (Gebäudeabstandsflächen) aufgewertet werden. Auf den Flächen sollen generations- und geschlechtergerechte Nutzungsangebote und -qualitäten für Ruhe und Erholung, sportliche Aktivitäten, Kinderspieleinrichtungen, Treffpunkte und Kommunikationsorte entstehen.

 

Verfahren und Beteiligung

Der Bebauungsplan wird im Normalverfahren mit der Erstellung eines Umweltberichtes aufgestellt.

Bei dem Vorhaben handelt es sich um eine Maßnahme der Innenentwicklung. Da davon auszugehen ist, dass aufgrund der Größe des Plangebiets von ca. 9,02 ha der Schwellenwert des § 13 a Abs. 1 Nr. 1 BauGB überschritten wird, findet das beschleunigte Verfahren gemäß § 13 a BauGB im vorliegenden Fall keine Anwendung.

 

 

 

 

 

Finanzielle Auswirkungen:

 

Nein

 

siehe Anlage

 

Im Rahmen einer Planungskostenvereinbarung und eines städtebaulichen Vertrages werden die Kosten für das Planverfahren auf den Investor, Adler Real Estate AG, übertragen.

 

 

Anlagen:

 

  • Geltungsbereich der 5. Änderung des Bebauungsplanes Nr. 2 „Ortszentrum am Rehbach“

 

 

 

 

Anlagen:  
  Nr. Status Name    
Anlage 1 1 öffentlich Geltungsbereich (252 KB)      
 
 

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