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Betreff: Modellprojekt Tempo 30 auf Hauptverkehrsstraßen: Teilnahme am Interessensbekundungsverfahren des Niedersächsischen Ministeriums für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr
Status:öffentlichVorlage-Art:Beschlussvorlage SmartDoc
Federführend:61-Fachbereich Planung, Bauordnung und Vermessung Beteiligt:67-Fachbereich Stadtgrün und Umwelt
Beratungsfolge:
Ausschuss für Umwelt, Klimaschutz und Mobilität Vorberatung
28.11.2017 
10. öffentliche/nichtöffentliche Sitzung des Ausschusses für Umwelt, Klimaschutz und Mobilität geändert beschlossen   
Rat Entscheidung
15.12.2017 
9. öffentliche/nichtöffentliche Sitzung des Rates der Stadt Göttingen ungeändert beschlossen   

Beschlussvorschlag
Sachverhalt
Finanzielle Auswirkungen
Anlage/n

Beschlussvorschlag:

Der Rat stimmt dem Bericht der Verwaltung zu.

Die Verwaltung wird beauftragt, das Interesse der Stadt Göttingen an der Teilnahme am Modellprojekt “Tempo 30 auf Hauptverkehrsstraßen“ zu bekunden.

Für das Auswahlverfahren des Niedersächsischen Ministeriums für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr sind die Streckenabschnitte Reinhäuser Landstraße (vom Geismar Tor bis zur Kiesseestraße), sowie Königsallee (von der Groner Landstraße bis zur Godehardstraße) sowie Düstere-Eichen-Weg (von der Herzberger Landstraße bis zum Nikolausberger Weg)  zu beantragen.

Der Antrag der Bündnis90/Die Grünen-Ratsfraktion „Modellversuch zu Tempo 30 in Göttingen“ und der Änderungsantrag zur Sitzung des Rates am 15.02.2013 können damit für erledigt erklärt werden. Einer weiteren Befassung im Rat bedarf es nicht.

(Änderung/Ergänzung des Beschlussvorschlags nach Beratung im Ausschuss für Umwelt, Klimaschutz und Mobilität am 28.11.2017)

 

Begründung:

 

Hinweis: Die rot gekennzeichneten Ergänzungen/Änderungen resultieren aus den Ergebnissen der Beratung im Ausschuss für Umwelt, Klimaschutz und Mobilität vom 28.11.2017 (Prüfauftrag an die Verwaltung, den Düstere-Eichen-Weg ebenfalls für den Modellversuch des MW zu beantragen).

 

Ausgangssituation und Zielsetzung des Modellversuchs

 

Die Stadt Göttingen hat sich im integrierten Klimaschutzkonzept für das Stadtgebiet verpflichtet, entsprechend der Zielvorgaben der Bundesregierung die CO2-Emissionen bis 2020 um 40% zu reduzieren. Über das Jahr 2020 hinaus soll eine Reduzierung der CO2-Emissionen bis 2030 um 50% und bis 2050 um annähernd 100% (jeweils gegenüber dem Basisjahr 1990) erreicht werden. Die langfristige Zielsetzung für das Jahr 2050 beruht auf dem Beschluss zur Aufstellung des Masterplans 100% Klimaschutz, der vom Rat der Stadt Göttingen am 14. März 2014 beschlossen wurde.

Die notwendigen Strategien und Maßnahmen zur Reduzierung der verkehrsbedingten CO2-Emissionen wurden im Zuge der Erarbeitung des Klimaplans Verkehrsentwicklung definiert und festgelegt. Auf kommunaler Ebene bergen insbesondere Maßnahmen zur Vermeidung bzw. Verlagerung von Pkw-Fahrten auf die Verkehrsmittel des Umweltverbundes Minderungspotentiale im Verkehrssektor.

Planungshorizont für den am 30.01.2015 vom Rat beschlossenen Klimaplan Verkehrsentwicklung ist das Jahr 2025.

Die Erarbeitung des Klimaplans Verkehrsentwicklung erfolgte unter Berücksichtigung von bzw. in Abstimmung mit anderen städtischen (Rahmen-)Planungen mit Bezug zum Thema Verkehr. Der städtische Luftreinhalteplan, Lärmaktionsplan sowie Masterplan 100 % Klimaschutz sind hierbei an erster Stelle zu nennen.

Im Rahmen der Erarbeitung des Klimaplans Verkehrsentwicklung konnten mit Hilfe eines speziell für das Projekt entwickelten Verkehrsmodells die Zusammensetzung des Kfz-Verkehrs in Göttingen abgebildet sowie CO2-(Entwicklungs-)Berechnungen für verschiedenste Szenarien vorgenommen werden.

Ein Szenario (Szenario T30) befasste sich dabei mit der Simulation einer flächendeckenden Reduzierung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit im Innerortsbereich auf 30 km/h. Das Simulationsergebnis zeigte, dass mit der Reduzierung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit im Stadtstraßennetz deutliche CO2-Minderungseffekte erzielt werden können.

Auch aus diesem Grund wurde am Ende des Planungs-/Diskussionsprozesses die Durchführung eines Modellversuchs zur Reduzierung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit im Stadtgebiet als ein Initialprojekt festgelegt.

Bei der Diskussion um die Reduzierung von heutigen Tempo 50-Straßen auf ein Tempo 30-Geschwindigkeitsniveau (ggf. als Regelgeschwindigkeit im innerstädtischen Straßennetz) gilt es zu ergänzen, dass mit Absenkung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit neben der CO2-Minderungswirkung weitere positive Effekte im Hinblick auf andere Zielsetzungen des Klimaplans Verkehrsentwicklung bzw. der weiteren städtischen Rahmenpläne (u.a. Lärmaktionsplan, Luftreinhalteplan) zu erwarten sind. Zu nennen sind dabei:

  • Die Erhöhung der Verkehrssicherheit
  • Die Reduzierung der Lärm- und Luftschadstoffbelastung
  • Die Verbesserung der Aufenthaltsqualität und Schaffung neuer Möglichkeiten für die Aufteilung des Straßenraums

Die nachfolgend beschriebene aktuelle Ausschreibung des Niedersächsischen Ministeriums für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr (MW) greift auf Beschluss des Niedersächsischen Landtags nun erfreulicherweise das Tempo 30-Thema auf. Es räumt interessierten Kommunen die Möglichkeit ein, an einem Auswahlverfahren für ein auf drei Jahre angelegten Modellprojektes des Landes teilzunehmen, das die Veränderungen einer Geschwindigkeitsbeschränkung von 50 km/h (Regelgeschwindigkeit) auf 30 km/h auf innerörtlichen Hauptverkehrsstraßen untersuchen soll. Hierbei geht es insbesondere um die Auswirkungen und Veränderungen von Tempo 30 gegenüber bisher Tempo 50 bezogen auf die Indikatoren Luft, Lärm, Verkehrssicherheit und verkehrliche Belange.

Weitere Zielsetzungen des Modellversuchs sind Aussagen zur Übertragbarkeit der festgestellten Veränderungen sowie die Erarbeitung von Empfehlungen möglicher Kriterien für die Anordnung von Tempo 30 mit geringeren Voraussetzungen als von der bisher geltenden Rechtslage (gemäß Straßenverkehrsordnung –StVO-) vorgegeben.

 

 

Kriterien für die Auswahl der Kommunen im Rahmen des Modellprojekts

Für das Modellprojekt Tempo 30 auf innerörtlichen Hauptverkehrsstraßen sollen im Zuge eines definierten Auswahlverfahrens vereinzelte Streckenabschnitte in verschiedenen Kommunen in Niedersachsen ausgewählt werden, die unterschiedliche typische verkehrliche und städtebauliche Problemlagen umfassen und die die besondere räumliche Struktur und Vielfalt in Niedersachsen berücksichtigen.

Es wurden seitens des Ministeriums im Ausschreibungstext MUSS-Kriterien definiert sowie optionale Kriterien, die dazu dienen sollen, die Auswahl an Kommunen bzw. Untersuchungsstrecken einzugrenzen.

Kriterien, die seitens der Kommunen für eine Teilnahme zwingend erfüllt sein müssen, sind:

          Die Benennung und Darstellung der Untersuchungsabschnitte (Mindestlänge 500 m)

          Die Darstellung der evtl. bestehenden Gefahrenlage für die in Frage kommenden Streckenabschnitte (in Bezug auf Lärm, Luftschadstoffe, Unfallgefahr)

          Ein Ratsbeschluss zur Teilnahme an dem Modellprojekt.

 

Kriterien, deren Vorliegen dazu führt, dass eine Kommune / ein Streckenabschnitt vorzugsweise ausgewählt wird, sind:

          Ein DTV von mindestens 5.000 Kfz/ 24 h (LKW-Anteil 3% - 15 %) und durchgehender Randbebauung

          Eine Anzahl von mindestens 100 Personen, die von Überschreitungen der Im-missionsgrenzwerte der 16. BImSchV (Lärm) Tag und/oder Nacht betroffen sind

          Ein aktuelles Verkehrskonzept, das die Untersuchungsstrecke beinhaltet.

          Ein städtebauliches Konzept (z. B. ein Dorfentwicklungsplan oder städtebauliches Sanierungskonzept), das die Bedeutung des Abschnittes erkennbar macht

          Unfalldaten sowie Berichte der Unfallkommissionen für den betreffenden Abschnitt über einen Zeitraum von 3 Jahren

          Beschreibungen weiterer Maßnahmen

          Ideen zum Beteiligungsprozess (Arbeitskreise, Runde Tische)

Die Auswahl der Kommunen und Streckenabschnitte erfolgt bei dem zweistufigen Verfahren im ersten Schritt durch ein Ranking (ggf. mit einer Vorauswahl, sofern die Zahl der Bewerbungen die Teilnahmeplätze deutlich übersteigen sollte).

Nähere Informationen zum Auswahlverfahren bzw. Ranking können dem angehängten Ausschreibungstext in Anlage 1 entnommen werden.

Wichtig zu erwähnen ist dabei, dass eine Unterscheidung in Größenklassen der Kommunen (Großstädte, Mittel-/Kleinstädte sowie kleine Orte) erfolgen wird, wobei pro Größenkategorie mindestens zwei Streckenabschnitte in Niedersachsen untersucht werden sollen.

Die endgültige Streckenauswahl erfolgt dann im zweiten Schritt durch ein noch zu beauftragendes Gutachterbüro. Maßgeblich bei der letztendlichen Entscheidung ist die Frage, an welcher Strecke der größte Erkenntnisgewinn im Sinne der Untersuchung zu erwarten ist.

 

Aufgabe der Kommunen im Rahmen des Modellprojekts

Im Rahmen der Projektdurchführung ist gemäß Ausschreibungstext des Ministeriums eine kommunale Unterstützung bei den nachfolgenden Aufgaben erforderlich:

Möglichst Mitwirkung bei der Verkehrsüberwachung im Rahmen des Modellprojekts - soweit der Kommune die Zuständigkeit für die Verkehrsüberwachung obliegt

• Mitwirkung bei der Einschätzung und ggf. Vervollständigung von erforderlichen Eingangsdaten, insbesondere wenn dabei Kenntnisse der örtlichen Besonderheiten erforderlich sind

• ggf. Anpassungen der LSA-Steuerungen auf 30 km/h in den Untersuchungsabschnitten

• Beteiligung an einer begleitenden Öffentlichkeitsarbeit sowohl vor Ort als auch für das Gesamtprojekt

• Bereitschaft, sich mit assoziierten Kommunen auszutauschen.

Die hier aufgeführten Aufgaben der Kommune zur Mitarbeit beim Projekt können verwaltungsseitig erfüllt werden. Anzumerken ist dabei, dass selbstverständlich die LSA-Steuerungen auf 30 km/h anzupassen sind, um eine bestmögliche Koordinierung für den Untersuchungsabschnitt sicherzustellen. Die Änderungen der LSA-Steuerungen sind dabei genauso mit finanziellen Aufwendungen verbunden wie ein erforderliches Kommunikationskonzept.

 

Auswahl der Untersuchungsstrecken

Bei Betrachtung der Lärmbelastung-/betroffenheiten entlang des Göttinger Stadtstraßennetzes (Quelle: der vom Rat am 14.02.2014 beschlossene Lärmaktionsplan, s. Anlagen 2 bis 4) wird deutlich, dass insbesondere an den Hauptverkehrsstraßen (i.d.R. Bundesstraßen) im Stadtgebiet viele Menschen von einer Reduzierung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit von 50 km/h auf 30 km/h und einer damit einhergehenden Entlastung an Lärmemissionen profitieren würden.

Nachfolgende Streckenabschnitte wurden – insbesondere in Anlehnung an die Ergebnisse der Lärmaktionsplanung – vertiefender untersucht, um zwei sinnvolle Strecken für die Antragstellung beim MW zu identifizieren (s. hierzu auch die Anlagen 5 und 6):

  1. Groner Landstraße/Kasseler Landstraße (vom Knotenpunkt Kasseler Landstraße/Siekweg bis Groner Tor)
  2. Bürgerstraße (vom Groner Tor bis Geismar Tor)
  3. Reinhäuser Landstraße (vom Geismar Tor bis Knotenpunkt Reinhäuser Landstraße/Stettiner Straße/Danziger Straße)
  4. Reinhäuser Landstraße (vom Knotenpunkt Reinhäuser Landstraße/Stettiner Straße/Danziger Straße bis Knotenpunkt Reinhäuser Landstraße/Kiesseestraße)
  5. Weender Landstraße/Hannoversche Straße (vom Weender Tor bis Knotenpunkt Hannoversche Straße/Grüner Weg)
  6. Hannoversche Straße (Vom Knotenpunkt Hannoversche Straße/Privatstraße bis Hannoversche Straße/ Am Weendespring)
  7. Kreuzbergring (vom Knotenpunkt Weender Landstraße/Kreuzbergring bis Knotenpunkt Robert-Koch-Straße/Kreuzbergring)
  8. Königsallee [vom Knotenpunkt Königsallee/Groner Landstraße bis Knotenpunkt (Kreisel) Königsallee/Godehardstraße/Friedrich-Naumann-Straße]
  9. Düstere-Eichen-Weg (vom Knotenpunkt Herzberger Landstraße bis zum Knotenpunkt Nikolausberger Weg)

Aufgrund der vergleichsweise geringen Anzahl an späteren Untersuchungsstrecken in Niedersachsen im Modellprojekt (vermutlich zwei Untersuchungsstrecken je Größenklasse der Kommunen, siehe Ausschreibungstext) schlägt die Verwaltung vor, zwei drei Strecken im Rahmen des Interessenbekundungsverfahren beim MW für den Modellversuch zu beantragen.

Kriterien für die Auswahl der zu beantragenden Strecken sind neben der oben angesprochenen Lärmbeeinträchtigung gemäß Ergebnis Lärmaktionsplanung u.a.

  • die Verkehrsbelastung auf den Streckenabschnitten (DTV, LKW-Anteil)
  • die Luftschadstoffbelastung auf den Streckenabschnitten
  • die Unfallzahlen bzw. Unfallschwerpunkte auf den Streckenabschnitten sowie
  • die Auswirkungen einer Geschwindigkeitsreduzierung auf den städtischen ÖPNV, auch vor dem Hintergrund des laufenden städtischen Busbeschleunigungsprogramms.

Anhand der in der Anlage 6 aufgeführten Merkmale der einzelnen Streckenabschnitte wird an dieser Stelle vorgeschlagen, nachfolgende Strecken für den Modellversuch zu beantragen:

1.      Reinhäuser Landstraße (vom Geismar Tor bis Knotenpunkt Reinhäuser Landstraße/Kiesseestraße)

2.      Königsallee (von der Groner Landstraße bis zum Kreisel Godehardstraße)

3.      Düstere-Eichen-Weg (vom Knotenpunkt Herzberger Landstraße bis zum Knotenpunkt Nikolausberger Weg)

Begründung:

Reinhäuser Landstraße (Bundesstraße B 27):

Der städtische Lärmaktionsplan wurde am 14.02.2014 vom Rat beschlossen.

Die Geschwindigkeitsreduzierung auf der Reinhäuser Landstraße (Tempo 30 nachts) wurde dabei als eine Maßnahme, die mit hoher Priorität kurzfristig umzusetzen ist, vom Rat beschlossen.  Der sich aus der Lärmkartierung mit Priorität 1 versehene Abschnitt zwischen Walkemühlenweg und Stettiner Straße wurde dabei durch Ratsbeschluss in Richtung Süden bis zur Kiesseestraße ausgeweitet.

Die Umsetzung der Tempo 30-Regelung (nachts) auf der Reinhäuser Landstraße wurde im November 2014 vollzogen; jedoch auf Anordnung des MW als oberste Verkehrsbehörde wieder aufgehoben mit der Begründung, dass eine Rechtsgrundlage für eine Tempo 30-Anordnung auf dieser Bundesstraße gemäß Straßenverkehrsordnung hier nicht vorliegt bzw. durch neue Erhebungen/Untersuchungen die Notwendigkeit zuvor nachzuweisen ist. Der Vorgang ist an dieser Stelle noch nicht abgeschlossen. Die Tempo 30-Ausweisung weiter ausgesetzt.

Es wäre an dieser Stelle konsequent die Reinhäuser Landstraße in ihrer gesamten Länge in die Untersuchung einzubeziehen und somit beim MW für den Modellversuch zu beantragen. Losgelöst von bisherigen Lärmberechnungen ist die Verwaltung überzeugt, in dem drei Jahre dauernden Versuch eben genau diese Lärmentlastungseffekte für die Anlieger der Straße nachweisen zu können; und darüber hinaus weitere positiven Begleiteffekte wie die Senkung der Luftschadstoffbelastung sowie die Reduzierung von Unfallgefahren (u.a. bezogen auf die drei vorhandenen Unfallschwerpunkte auf diesem Abschnitt).

Negative Auswirkungen für den ÖPNV (Reisezeit im Busverkehr) sind zu erwarten, allerdings nicht in der Ausprägung, wie dies aus Sicht der Verwaltung die meisten anderen Untersuchungsstrecken mit sich bringen würden.

Folglich schlägt die Verwaltung als weiteres Vorgehen vor, nach Ratsbeschluss die Reinhäuser Landstraße für das Modellprojekt Tempo 30 auf Hauptverkehrsstraßen“ anzumelden.

Königsallee (Abschnitt Groner Landstraße bis Kreisel Godehardstraße):

Der hier vorgeschlagene Untersuchungsabschnitt der Königsallee ist überwiegend durch Wohnnutzung geprägt. Westlich der Königsallee liegt die Grundschule Egelsbergschule, deren Einzugsgebiet sich auch auf die Bereiche östlich der Königsallee erstreckt. Von der Schule führt eine direkte Gehwegverbindung zur Königsallee, so dass hier täglich eine Vielzahl an Kindern die Königsallee queren. Bei der Beteiligung der Anlieger im Zuge der Ausbauplanung im Jahr 2012 wurde bereits von einem Großteil der Anwohner der Wunsch nach einer durchgehenden Tempo-30-Ausweisung vorgetragen.

Sofern der Königsalleeabschnitt Bestandteil des Modellversuchs werden sollte, ist von einer hohen Akzeptanz seitens der Anlieger auszugehen und einer Bereitschaft sich an dem Projekt aktiv zu beteiligen (durch Teilnahme an Befragungen vor/während/nach dem Modellversuch etc.).  

Der Königsalleeabschnitt ist nicht Bestandteil des städtischen Busnetzes, so dass keine (negativen) Auswirkungen für den ÖPNV zu erwarten sind.

Düstere-Eichen-Weg (Abschnitt Herzberger Landstraße bis Nikolausberger Weg):

Der hier vorgeschlagene Untersuchungsabschnitt des Düstere-Eichen-Weg ist ebenfalls überwiegend durch Wohnnutzung geprägt und dient dem Schülerverkehr zu den nahe gelenen Schulen. Zudem tangiert der Düstere-Eichen-Weg mit dem Eichendorffplatz ein kleines Stadtteilzentrum mit mehreren Einrichtungen der Nahversorgung, so dass aus Gründen der Verkehrssicherheit, des Städtebaus und des Umweltschutzes auf dem gesamten Straßenzug vom Gesetzgeber die rechtskonforme Möglichkeit eingeräumt werden sollte, durchgehend Tempo 30 anzuordnen.

Auch der Radverkehr würde von dieser Maßnahme entscheidend profitieren. Aufgrund der unveränderbaren begrenzten Straßenraumbreite (mit entsprechend geringem Platzangebot für den Radverkehr) ist der Düstere-Eichen-Weg für den Radverkehr vergleichsweise unattraktiv und (zumindest subjektiv gesehen) gefährlich. Mit einer durchgehenden Geschwindigkeitsreduzierung könnte eine deutliche Verbesserung erzielt werden. Das Thema Geschwindigkeitsreduzierung im Düstere-Eichen-Weg war auch Bestandteil der Diskussion im Radverkehrsentwicklungsplan.

Auch hier ist von einer hohen Akzeptanz seitens der Anlieger auszugehen und einer Bereitschaft sich an dem Projekt aktiv zu beteiligen.  

 

Finanzielle Auswirkungen:

 

Nein

 

Ja

 

Die finanziellen Auswirkungen können zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht genau beziffert werden.

Insbesondere die Kosten für die begleitende Öffentlichkeitsarbeit sind abhängig vom Umfang/den Maßnahmen und können derzeit nicht abgeschätzt werden.

Auch die Kosten für die in der Ausschreibung als weitere kommunale Aufgabe gesehene Verkehrsüberwachung hängen vom Umfang der erforderlichen Überwachungstätigkeiten ab, sprich ob hier verwaltungsseitig alles mit eigenem Personal und Gerät geleistet werden kann.

Die Lichtsignalanlagen (LSA) müssen bei einer Tempo 30-Ausweisung auf jeden Fall schaltungstechnisch verändert werden, um eine bestmögliche Koordinierung für den Streckenabschnitt zu erzielen. Pro LSA sind mit Kosten in Höhe von 5.000,- € für eine Schaltungsänderung zu kalkulieren.

Die Teilnahme am Modellversuch würde für die Reinhäuser Landstraße eine Aufwendung von ca. 60.000,- € (40.000,- € für die LSA-Umstellungen + 20.000,- € für die gutachterliche Berechnung der optimalen Koordinierung) mit sich bringen.

Für die Königsallee fallen in Bezug auf die Verkehrstechnik keine Kosten an, da keine LSA umzustellen und zu koordinieren sind.

Für den Düstere-Eichen-Weg würde eine Aufwendung in Höhe von ca. 15.000,- € entstehen (ggf. zzgl. Kosten für die Begutachtung der Koordinierung).

Anzumerken ist dabei, dass nach dem dreijährigen Modellzeitraum ggf. der heutige Zustand wieder herzustellen ist, was von neuem mit einem entsprechenden finanziellen Aufwand (u.a. für die Schaltungsumstellungen an den LSA) verbunden wäre.

(Ergänzung der Finanziellen Auswirkungen in „rot“ nach Beratung im Ausschuss für Umwelt, Klimaschutz und Mobilität am 28.11.2017)

 

 

 

 

 

Anlagen:

 

- Ausschreibungstext/Kriterienkatalog Modellprojekt “Tempo 30 auf Hauptverkehrsstraßen“

- Karte Lärmaktionsplan: Lärmbelastung an bewohnten Gebäuden nach Schwellenwerten ganztags

- Karte Lärmaktionsplan: Lärmbetroffenheit (LKZ ) und betroffene lärmsensible

Einrichtungen

-       Karte Lärmaktionsplan: Maßnahmenbereiche der Lärmaktionsplanung und

Prioritäten

-       Darstellung Untersuchungsstrecken

-       Ergebnis Streckenuntersuchung

-       Antrag der B90/Die Grünen-Ratsfraktion zur Sitzung des Rates am 15.02.2013

-       Änderungsantrag der B90/Die Grünen-Ratsfraktion zur Sitzung des Rates am 15.02.2013

 

 

Anlagen:  
  Nr. Status Name    
Anlage 1 1 öffentlich Anlage 1_Ausschreibungstext (73 KB)      
Anlage 2 2 öffentlich Anlage 2_Belastung ganztags (883 KB)      
Anlage 3 3 öffentlich Anlage 3_Lärmbetroffenheit ganztags (857 KB)      
Anlage 4 4 öffentlich Anlage 4_Maßnahmenbereich LAP (831 KB)      
Anlage 5 5 öffentlich Anlage 5_Streckenuntersuchung (66 KB)      
Anlage 6 6 öffentlich Anlage 6 Untersuchungsstrecken (3184 KB)      
Stammbaum:
FB61/1475/17   Modellprojekt Tempo 30 auf Hauptverkehrsstraßen: Teilnahme am Interessensbekundungsverfahren des Niedersächsischen Ministeriums für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr   61-Fachbereich Planung, Bauordnung und Vermessung   Beschlussvorlage SmartDoc
    Dezernentenkonferenz   DK-Vorlage
 
 

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