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Betreff: Grundsatzbeschluss zum optimierten Wiederaufbau des Kompostwerkes und zur Aufnahme von konkreten Verhandlungen mit dem Landkreis Göttingen über die Verwertung von Bioabfällen aus dem Landkreis Göttingen
Status:öffentlichVorlage-Art:Beschlussvorlage SmartDoc
Federführend:75-Göttinger Entsorgungsbetriebe   
Beratungsfolge:
Betriebsausschuss Umweltdienste Vorberatung
12.09.2017 
7. öffentliche/nichtöffentliche Sitzung des Betriebsausschusses Umweltdienste ungeändert beschlossen   

Beschlussvorschlag
Sachverhalt
Finanzielle Auswirkungen
Anlage/n

Beschlussvorschlag:

 

  1.     Dem optimierten Wiederaufbau des durch einen Brand zerstörten Kompostwerks des Entsorgungszentrums Königsbühl wird in der von der Verwaltung vorgeschlagenen Form (Variante 3a: Tunnelrotte, Grundvariante mit Erweiterungsoption) zugestimmt.

 

  1.     Die Verwaltung wird beauftragt, mit dem Landkreis Göttingen in konkrete Verhandlungen zu treten, mit dem Ziel, eine öffentlich-rechtliche Vereinbarung über die Verwertung von Bioabfällen aus dem Landkreis Göttingen im Bioenergiezentrum der Stadt Göttingen abzuschließen.

 

 

 

Begründung:

 

Zu 1:

Mit der vorgeschlagenen Beschlussfassung soll ein Grundsatzbeschluss für den Wiederaufbau des durch einen Großbrand zerstörten Kompostwerks auf dem Betriebsgelände des Entsorgungszentrums Königsbühl getroffen werden. Dieser Grundsatzbeschluss ist für die weiteren Planungsschritte, insbesondere die Ausschreibung und Beauftragung der folgenden Planungsphasen und für konkrete Verhandlungen mit dem Landkreis Göttingen mit dem Ziel einer interkommunalen Zusammenarbeit unabdingbar.

 

Nach dem Brand am 28.08.2016 wurde die in den vorangegangenen Jahren weitgehend sanierte Annahmehalle des Kompostwerks vollständig zerstört. Die Halle wurde wegen der akuten Einsturzgefahr einen Monat nach dem Brand zum Abriss freigegeben. Da in dieser Halle die ebenfalls völlig zerstörte Leitwarte mit der gesamten Steuerung der Anlage untergebracht war, konnte die Kompostierung in den drei weitgehend unbeschädigten Rottetunneln nicht wieder in Betrieb genommen werden.

 

In den auf den Brand folgenden Monaten wurden außer der vielfachen Begutachtung und umfassenden Beantwortung der komplizierten Versicherungsfragen bereits die Handlungsoptionen für einen Wiederaufbau untersucht. Die erste verfahrenstechnische Untersuchung machte bereits die Probleme bei einem Wiederbau in Form einer Instandsetzung der alten Anlage deutlich. Die vorhandene Tunnelkompostierung basierte auf einer speziellen, sehr wartungs- und personalintensiven Technik. Insgesamt war das alte Kompostwerk, trotz mehrfacher Ertüchtigung, nicht mehr auf dem heutigen Stand der Technik.

 

Das mit diesem Gutachten beauftragte Witzenhausen-Institut hat in seinem Abschlussbericht vom 12.02.2017 insgesamt sieben unterschiedliche Varianten verfahrenstechnisch bewertet. Dieser sehr komplexen verfahrenstechnischen Betrachtung wurde eine betriebswirtschaftliche Bewertung der vorgeschlagenen Varianten angeschlossen. Für die Beratung in betriebswirtschaftlicher Hinsicht wurde die GAVIA Gesellschaft für Beratung Entwicklung und Management mbH & Co. KG herangezogen.

 

Das Ziel einer hochwertigen Verwertung für Bioabfälle impliziert eine integrierte stoffliche und energetische Verwertung (Kaskadennutzung); dies leisten ausschließlich Verfahren der Vergärung.

 

Ein optimierter Wiederbau des Kompostwerks in Form der Untersuchungsvariante 3a, als sog. Tunnelrotte, stellt eine hochwertige Verwertung der Bioabfälle sicher und weist unter wirtschaftlichen, ökologischen, betriebsorganisatorischen und sozialen Aspekten die größten Vorteile auf. Diese Variante ist flexibel für die Behandlung eines Mengenaufkommens zwischen 16.000 und 21.500 Tonnen pro Jahr (Mg/a) geeignet. Eine Anlagenerweiterung auf eine Kapazität von bis zu 27.000 Mg/a ist jederzeit möglich und wird durch den flexiblen modularen Aufbau der Anlage gewährleistet.

 

Die vorgeschlagene Variante wird als vollständig gekapselte Ausführung ein Höchstmaß an Immissionsschutz erfüllen und damit eine weitere Verbesserung der Geruchsbelastung am Standort Königsbühl bewirken.

 

Durch die schonende Vorbehandlung des Bioabfalls und die chargenspezifische Überwachung des Prozesses wird eine bestmögliche Kompostqualität gewährleistet, die  auch für eine Verwertung im ökologischen Landbau geeignet ist.

 

Zu 2:

Im Altkreis Osterode am Harz soll ab 01.01.2019 eine getrennte Bioabfallsammlung eingeführt werden. Kapazitäten für die Behandlung dieser Bioabfälle stehen auf den Kompostanlagen des Landkreises Göttingen nicht zur Verfügung. Der Landkreis Göttingen benötigt für diese im Gebiet der Abfallwirtschaft Osterode am Harz zukünftig getrennt erfassten Bioabfälle eine Verwertungsmöglichkeit.

 

Vor diesem Hintergrund wurden bereits erste Gespräche mit dem Landkreis Göttingen über die Möglichkeiten der Mitbehandlung von getrennt gesammelten Bioabfällen aus dem Landkreis Göttingen im neuen Kompostwerk des BEZ geführt.

 

Die Verhandlungen sollen unter Berücksichtigung der folgenden Eckpunkte geführt werden:

Vertragslaufzeit:12 Jahre

Vertragsbeginn:01.01.2019 (erste Leerung der Biotonnen im Altkreis Osterode Ende 1. Quartal 2019 vorgesehen)

Menge:5.000 Tonnen Bioabfälle (ggf. gestaffelt ab 2019)

Entschädigung:ca. 85,00 EUR/Tonne Bioabfall bei 5.000 Tonnen

 

Dies wäre ein weiterer konsequenter Schritt zum Ausbau der seit Jahrzehnten bestehen und sich stetig weiterentwickelten gemeinsamen Zusammenarbeit in der Abfallbewirtschaftung zwischen Stadt und Landkreis Göttingen (u. a. gemeinsame Nutzung der Zentraldeponie Deiderode, der Sickerwasserkläranlage, der DK-I Deponien Breitenberg und Dransfeld sowie unter dem Dach des Abfallzweckverband Südniedersachsen)

 

Finanzielle Auswirkungen:

  • Investitionskosten: ca. 9,4 Mio. Euro (netto)
  • Spezifische Behandlungskosten:

a)      ca. 108 EUR/Tonne bei einer Behandlungsmenge von 16.000 Tonnen/Jahr (Menge Stadt Göttingen)

b)      ca. 85 EUR/Tonne bei einer Behandlungsmenge von 21.000 Tonnen/Jahr (Menge Stadt Göttingen + 5.000 Tonnen Landkreis Göttingen)

 

 

 

Anlage:

Wirtschaftlichkeitsvergleich der Handlungsoptionen für die Bioabfallverwertung am Standort BEZ, GAVIA GmbH & Co. KG, Berlin, Sept. 2017

 

 

 

 

Anlagen:  
  Nr. Status Name    
Anlage 1 1 öffentlich Präsentation Wirtschaftlichkeitsvergleich Handlungsoptionen (517 KB)      
 
 

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