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Betreff: "Rote Straße: Fahrradfahren in beide Richtungen" - Antrag der B90/Die Grünen-Ratsfraktion und Änderungsantrag der SPD-Ratsfraktion
Status:öffentlichVorlage-Art:Beschlussvorlage/sonstige Vorlage
Federführend:61-Fachbereich Planung, Bauordnung und Vermessung Beteiligt:67-Fachbereich Stadtgrün und Umwelt
    32-Fachbereich Ordnung
Beratungsfolge:
Ausschuss für Umwelt, Klimaschutz und Mobilität Entscheidung
24.10.2017 
9. öffentliche/nichtöffentliche Sitzung des Ausschusses für Umwelt, Klimaschutz und Mobilität vertagt (zurückgestellt)   
05.03.2018 
12. öffentliche/nichtöffentliche Sitzung des Ausschusses für Umwelt, Klimaschutz und Mobilität geändert beschlossen   

Beschlussvorschlag
Sachverhalt
Finanzielle Auswirkungen
Anlage/n

Beschlussvorschlag:

 

Die Straßenzüge Rote Straße zwischen Jüdenstraße und Wendenstraße, Kurze-Geismar-Straße zwischen Mauerstraße und Rote Straße sowie Friedrichstraße werden für den Radverkehr in Gegenrichtung nicht freigegeben.

 

Begründung:

 

Die in den Anträgen genannten Einbahnstraßen wurden hinsichtlich der Freigabe für den Radverkehr in Gegenrichtung geprüft.

 

Die betrachteten Straßen(abschnitte) sind:

-          Rote Straße (östlich der Kurzen-Geismar-Straße)

-          Kurze-Geismar-Straße (zwischen Mauerstraße und Rote Straße)

-          Friedrichstraße (im Ausschuss für Umwelt, Klimaschutz und Mobilität am 25.04.2017 wurde diese Ergänzung der Piraten-und-Partei-Ratsgruppe in den Prüfumfang aufgenommen)

 

Gemäß der Verwaltungsvorschrift zur StVO kann Radverkehr zugelassen werden, wenn die Höchstgeschwindigkeit nicht mehr als 30 km/h beträgt, und

a)      eine ausreichende Begegnungsbreite vorhanden ist, ausgenommen an kurzen Engstellen; bei Linienbusverkehr oder bei stärkerem Verkehr mit Lastkraftwagen muss diese mindestens 3,5 m betragen,

b)      die Verkehrsführung im Streckenverlauf sowie an Kreuzungen und Einmündungen übersichtlich ist und

c)      für den Radverkehr dort, wo es erforderlich ist, ein Schutzbereich angelegt wird.

 

 

Prüfergebnis:

 

1. Kurze-Geismar-Straße:

Die Fahrbahn der Kurze-Geismar-Straße (Teil des Busrings) bietet in der aktuellen Ausbaubreite zwar ausreichend Bewegungsspielraum, um den Radverkehr in Gegenrichtung zuzulassen, allerdings spricht die aktuelle Beschlusslage (Klimaplan Verkehrsentwicklung) gegen eine Freigabe für den Radverkehr in Gegenrichtung. Dort heißt es: Zur Verbesserung der Radverkehrsführung wird empfohlen, die Einbahnregelung auf dem Busring beizubehalten und Radverkehr in Gegenrichtung auch weiterhin nicht zuzulassen. Zu berücksichtigen ist auch, dass die Gehwege unzureichend dimensioniert sind und entsprechend für die Kurze-Geismar-Straße zukünftig ein Umbau mit schmalerer Fahrbahn zur Anwendung kommen dürfte.

Empfehlung: keine Freigabe

 

2. Rote Straße:

Das Kriterium „ausreichende Begegnungsbreite“ wird sowohl im Bestand als auch bei der geplanten Straßenraumaufteilung der Roten Straße erfüllt. Der Kurvenbereich zwischen Burgstraße und Mauerstraße ist ausreichend einsehbar. Problematisch sind die Sichtbeziehungen am Knotenpunkt Rote Straße/Kurze-Geismar-Straße/Jüdenstraße. Durch die Freigabe für den Radverkehr wird ein Verkehrsstrom zugelassen, der in Konflikt mit dem Busverkehr auf dem Busring steht. Dies würde eine für den Busring atypische rechts-vor-links-Regelung und die Reduzierung der Fahrgeschwindigkeit im Busverkehr auf tatsächliche Schrittgeschwindigkeit erforderlich machen. Beides widerspricht den angewendeten Prinzipien entlang des Busrings.

Empfehlung: keine Freigabe

 

3. Friedrichstraße:

Die Friedrichstraße lässt sich auf Grund der unterschiedlichen Fahrbahnbreiten unterteilen in zwei Abschnitte

 

A Burgstraße bis Obere Karspüle:

Für Strecken mit Linienbusverkehr fordert die Verwaltungsvorschrift zur StVO ein Mindestmaß von 3,5 m Bewegungsbreite. Dieses Mindestmaß ist – auch unter Berücksichtigung des zusätzlichen Abstandserfordernisses zu den parkenden Kfz – erfüllt. Auf Grund der schmalen Fahrgasse in Kombination mit den zahlreichen Straßenrandparkplätzen (hohe Frequenz an Parkwechselvorgängen) sowie der zu erwartenden Interaktionshäufigkeit bei mittlerer Abfahrtshäufigkeit im Busverkehr (6 Abfahrten/Stunde) ist eine Freigabe für den Radverkehr in Gegenrichtung im Bestand jedoch nicht möglich.

Empfehlung: keine Freigabe

 

B Obere Karspüle bis Herzberger Landstraße:

Die Fahrgasse ist auch unter Berücksichtigung des Linienbusverkehrs und der Lieferverkehre ausreichend breit. Auf Grund der Verhältnisse an den Knotenpunkten ist eine Freigabe für den Radverkehr im Bestand jedoch auch hier nicht möglich.

Empfehlung: keine Freigabe

Die Göttinger Verkehrsbetriebe äußern in ihrer Stellungnahme massive Sicherheitsbedenken. Insbesondere die hohe Geschwindigkeit auf der abschüssigen Fahrbahn des aus Osten kommenden Radverkehrs wird angeführt. Die häufigen Begegnungsfälle führten dazu, dass die Busse den entgegenkommenden Radverkehr abwarten müssten, was zu einer spürbaren Verlangsamung des Busverkehrs führen würde.

 

Die Straßenverkehrsbehörde sowie die Polizei haben einer Freigabe der vorb. Straßen für den Radverkehr in Gegenrichtung nicht zugestimmt.

 

 

 

 

Finanzielle Auswirkungen:

 

keine

 

 

Anlagen:

  1. Antrag der Bündnis90/Die Grünen-Ratsfraktion vom 23.03.2017
  2. Änderungsantrag der SPD-Ratsfraktion vom 25.04.2017
  3. Stellungnahme der Göttinger Verkehrsbetriebe vom 11.08.2017

 

 

Anlagen:  
  Nr. Status Name    
Anlage 1 1 öffentlich B90-Grüne Rote Strasse (220 KB)      
Anlage 2 2 öffentlich SPD-Änderungsantrag RoteStrasse (90 KB)      
Anlage 3 3 öffentlich Stellungnahme GöVB (377 KB)      
 
 

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