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Betreff: Radverkehrsführung in der Kiesseestraße - Bericht der Verwaltung zu den Untersuchungsergebnissen
Status:öffentlichVorlage-Art:Beschlussvorlage/sonstige Vorlage
Federführend:61-Fachbereich Planung, Bauordnung und Vermessung Beteiligt:66-Fachbereich Tiefbau und Bauverwaltung (ehem. FB 60)
    67-Fachbereich Stadtgrün und Umwelt
Beratungsfolge:
Ortsrat Geismar Kenntnisnahme
28.09.2017 
6. öffentliche/nichtöffentliche Sitzung des Ortsrates Geismar zur Kenntnis genommen   
Ausschuss für Umwelt, Klimaschutz und Mobilität Entscheidung
28.11.2017 
10. öffentliche/nichtöffentliche Sitzung des Ausschusses für Umwelt, Klimaschutz und Mobilität ungeändert beschlossen   

Beschlussvorschlag
Sachverhalt
Finanzielle Auswirkungen
Anlage/n

Beschlussvorschlag:

 

Der Ortsrat/Ausschuss nimmt den Bericht der Verwaltung zur Kenntnis.

Begründung:

 

Vorbemerkung:

Der Ortsrat Geismar hat in seinen Beratungen für den Haushalt 2016 Mittel für die Untersuchung der Verkehrssituation insbesondere für Radfahrer in der Kiesseestraße zwischen Reinhäuser Landstraße und Hauptstraße angemeldet. Die Verwaltung hat sich daraufhin vor Ort ein Bild von der Situation und den Problemen gemacht und für eine vertiefende Analyse einen Gutachter beauftragt.

 

Der Bestandsaufnahme folgten Vorschläge zur Verbesserung der Situation für Radfahrer mit grober Schätzung der aus den Maßnahmen resultierenden Kosten. Die Untersuchungsergebnisse sollen nun im Ortsrat Geismar und im Ausschuss für Umwelt, Klimaschutz und Mobilität vorgestellt und diskutiert werden.

 

 

Analyseergebnisse:

Die Kiesseestraße wird im Entwurf des Radverkehrsentwicklungsplans als städtische Hauptverbindung für den Radverkehr klassifiziert. Sie ist somit nicht nur für den Radverkehr innerhalb Geismars von Bedeutung (Schulen, Einkaufen), sondern auch wichtige Querspange zwischen den radialen Achsen Reinhäuser Landstraße, Groscurthstraße, Schulweg und Geismar Landstraße. Über die westliche Kiesseestraße wird zudem das Naherholungsgebiet Kiessee angebunden. Eine besondere Bedeutung im städtischen Radverkehrsnetz kommt der Kiesseestraße als Verbindungsachse zum Schulzentrum Geismar zu. Zählungen der Verwaltung haben in der Spitzenstunde eine Belastung von 180 Radfahrenden (Summe beider Richtungen) ergeben. Der Radverkehr hat somit nach technischem Regelwerk einen mittleren Nutzungsanspruch. Gleichzeitig ist die Kiesseestraße Bestandteil des städtischen Vorbehaltsnetzes für den Kfz-Verkehr mit einer durchschnittlichen täglichen Verkehrsstärke von etwa 10.000 Kfz/24 h (Spitzenstunde ca. 400 Fz/Stunde/Richtung).

Der vorhandene Straßenquerschnitt entspricht für den Rad- und Fußverkehr hinsichtlich der Breite und der baulichen Ausgestaltung der vorhandenen Geh- und Radwege nicht mehr dem Stand der Technik (Richtlinien für die Ausgestaltung von Stadtstraßen, Empfehlungen für Radverkehrsanlagen). Im Seitenraum ist der bauliche Zustand abschnittsweise veraltet.

 

Im Übersichtsplan zu den Führungsformen des Radverkehrs ist eine Fragmentierung der Führungsformen zu entnehmen. Dies ist ein eindeutiges Indiz für ein Flächendefizit. In der nachfolgenden Grafik sind die Problemlagen zusammenfassend dargestellt.

 

 

 

Planungsvarianten:

 

Die nachfolgenden Varianten wurden auf Grundlage der derzeit gültigen technischen Regelwerke entwickelt. Die Mindestanforderungen/Mindestbreiten fur Fuß- und Radverkehrsanlagen sind in der folgenden Abbildung dargestellt.

 

 

 

 

Bewertung der Planungsvarianten:

 

Var. 1 (baulicher Radweg, Komplettumbau):

Die Breite des Straßenraums der Kiesseestraße lässt einen Querschnitt mit richtlinienkonformen baulichen Radwegen nicht zu. Die Mindestbreiten für mindestens eine Verkehrsart (Fuß-/Rad-/Linienbusverkehr) müsste unterschritten werden. Zudem wäre auf weitere Nutzungsansprüche – Parken, Begrünung, Abbiegefahrstreifen zum REWE-Markt – vollständig zu verzichten.

 

Var. 2a (beidseitiger Schutzstreifen, Komplettumbau):

In Variante 2a werden nach Bedarf 1,50 oder 1,75 m breite Schutzstreifen vorgesehen. Durch die Fahrbahnführung wird ein guter Komfort, eine hohe Sicherheit sowie eine weitgehende Führungskontinuität für den Radverkehr hergestellt.

 

Var. 2b (abschnittsweise einseitiger Schutzstreifen, Teilumbau):

In Variante 2b wird die Radverkehrsführung nur in besonders problematischen Teilabschnitten angepasst. Vor allem bergauf bleibt die bestehende Führung weitgehend erhalten.

 

In allen drei Varianten wird im Abschnitt östlich von Auf dem Paul bergauf ein Schutzstreifen angelegt, bergab bleibt der (nicht benutzungspflichtige) Radweg im Seitenraum bestehen.

 

Variante 1 scheidet aus Sicht der Verwaltung aus. Die Belange des Fuß- und Radverkehrs sowie des fließenden Kfz-Verkehrs sind hier berücksichtigt worden, jedoch fehlen in der Planung sämtliche weiteren Nebenanlagen (Anlagen des ruhenden Verkehrs, Straßenbegleitgrün). Damit kann die Aufenthaltsqualität nicht gesteigert werden, was bei einem Komplettumbau eines der wichtigsten Ziele sein sollte und öffentliche Stellplätze wären ebenfalls nicht vorhanden.

Variante 2b verbessert nur in Teilbereichen die Verhältnisse für alle Verkehrsteilnehmer. Auch nach Durchführung der Maßnahmen bleiben die Verhältnisse für Fußgänger und Radfahrer unbefriedigend.

Variante 2a bietet für Fußgänger und Radfahrer den höchsten Sicherheits- und Komfortgewinn. Zugleich bleiben die öffentlichen Stellplätze erhalten. Nach jetzigem Planungsstand könnten im mittleren Abschnitt noch zwei Mittelinseln als zusätzliche Querungsmöglichkeiten errichtet werden. Die Realisierung von Variante 2a ist allerdings mit höherem Aufwand als Variante 2b verbunden. Die Kosten für Variante 2a betragen ca. 2,1 Mio. EUR.

 

 

Finanzierung:

 

Die Verwaltung hat geprüft, ob für den Umbau Fördermittel in Anspruch genommen werden können oder eine abschnittsweise Realisierung möglich ist. Eine Förderung nach dem N-GVFG dürfte mittelfristig nicht zu erwarten sein, da die Kiesseestraße nicht abgängig ist und schon einmal ein Ausbau Anfang der 1980-er Jahre vom Land gefördert wurde. Zudem existieren in der Stadt sanierungsbedürftige Straßenabschnitte mit höherer Priorität. Eine teilweise Refinanzierung mit Anliegerbeiträgen ist ebenfalls nicht möglich, da die Abgängigkeit der Straße nicht vorliegt. Die Richtlinie zur Förderung investiver Klimaschutzmaßnahmen des Bundes bietet u. a. die Möglichkeit, investive Maßnahmen für den Radverkehr mit 50 % der Kosten, die auf die Herstellung einer Radverkehrsanlage (z. B. Schutzstreifen) entfallen, zu fördern. Dies würde bedeuten, dass mit Hilfe dieses Förderinstruments die Kiesseestraße in Umsetzungsabschnitten über mehrere Jahre mit zeitgemäßen Radverkehrsanlagen ausgestattet werden könnte. Im städtischen Doppelhaushalt 2017/18 und in der mittelfristigen Finanzplanung sind für diese Maßnahme keine Mittel etatisiert.

 

 

Finanzielle Auswirkungen:

 

XNein

 

siehe Anlage

 

 

 

Anlagen:

 

-          Lagepläne Planungsvariante 1

-          Lagepläne Planungsvariante 2a

-          Lagepläne Planungsvariante 2b

 

Anlagen:  
  Nr. Status Name    
Anlage 1 1 öffentlich Kiesseestr_Variante_1 (3786 KB)      
Anlage 2 2 öffentlich Kiesseestr_Variante_2a (3786 KB)      
Anlage 3 3 öffentlich Kiesseestr_Variante_2b (3786 KB)      
 
 

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