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Betreff: „Inklusion bewegen“ – Professionalisierung des Prozesses
Status:öffentlichVorlage-Art:Beschlussvorlage/sonstige Vorlage
Federführend:Dezernat B - Personal, Schule und Jugend   
Beratungsfolge:
A. f. Soziales, Integration, Gesundheit und Wohnungsbau Vorberatung
15.11.2016 
1. öffentliche/nichtöffentliche Sitzung des Ausschusses für Soziales, Integration, Gesundheit und Wohnungsbau (offen)   
Ausschuss für Personal, Gleichstellung und Inklusion Vorberatung
21.11.2016 
1. öffentliche/nichtöffentliche Sitzung des Aussschusses für Personal, Gleichstellung und Inklusion zur Kenntnis genommen   

Beschlussvorschlag
Sachverhalt
Finanzielle Auswirkungen
Anlage/n

Beschlussvorschlag:

 

Der Prozess „Inklusion bewegen“ wird professionalisiert. Die in der Begründung dargestellte Konzeption wird zur Kenntnis genommen.

Zur Umsetzung werden entsprechende Mittel im Haushaltsplanentwurf 2017/18 enthalten sein.

Eine Befassung des Rates ist derzeit nicht erforderlich.

Begründung:

 

Der Rat der Stadt Göttingen und der Kreistag des Landkreises Göttingen haben die Verwaltungen beauftragt, einen Vorschlag für eine Verstetigung und die weitere Professionalisierung des Prozesses „Inklusion bewegen“ zu erarbeiten. Der von allen Fraktionen und der Gruppe in die Sitzung des Rates am 17.6.2016 eingebrachte und unverändert einstimmig verabschiedete Beschluss sieht u.a. vor, rechtzeitig zu den Haushaltsverhandlungen Planungen zur Umsetzung der von den Arbeitsgruppen von „Inklusion bewegen“ vorgelegten Prioritätenlisten zu unterbreiten (siehe Anlage 5).

 

Nachfolgend werden die Umstände und Einzelheiten zur Umsetzung des Ratsauftrages beschrieben. Dabei ist zu berücksichtigen, dass die Förderung des Landes Niedersachsen, die auf einen gemeinsamen Antrag von Stadt und Landkreis hin für das dreijährige, bis zum 30.11.2017 laufende Modellprojekt für einen Zeitraum von zwei Jahren als Anschubfinanzierung für die Initiierung des Prozesses zurückging, 90.000 Euro betrug, zum 30.11.2016 ausläuft.

 

Mit Hilfe dieser finanziellen Ausstattung wurde „Inklusion bewegen“ 2014 von Stadt und Landkreis Göttingen mit Unterstützung der Göttinger Werkstätten ins Leben gerufen und die ‚Geschäftsstelle Inklusion bewegen‘ (GIB) eingerichtet. Sie ist mit einer halben Stelle besetzt, die aus den genannten Fördermitteln finanziert wird.

 

Im Rahmen des Projekts wurde ein „Fahrplan“ in Form eines U-Bahn-Netzplanes mit vielen „Haltestellen“ (also Projekten, zu lösenden Problemen, lohnenden Zielen) entwickelt, der Stadt und Landkreis Göttingen dem Ziel eines inklusiven Gemeinwesen näher bringen kann, in dem Menschen mit und ohne Behinderung gleichberechtigt leben (siehe Anlage 1).

Der Fahrplan wurde von sechs Arbeitsgruppen erarbeitet:

-          AG Freizeit

-          AG Kita/Schule

-          AG Lebenslanges Lernen

-          AG Wohnen

-          AG Arbeit

-          AG Mobilität

 

Diese Gruppen waren offen für alle Bürgerinnen und Bürger. Sie wurden ehrenamtlich geleitet.

 

Der Gesamtprozess wird von einer Steuerungsgruppe gelenkt. Dieser Steuerungsgruppe gehören folgende Personen an:

1. zuständige Dezernatsleitungen bei Stadt und Landkreis

2. jeweils zwei vom Rat der Stadt und vom Kreistag benannte Mitglieder

3, die Behindertenbeauftragten von Stadt und Landkreis

4. je ein/e Vertreter/in der Behindertenbeiräte von Stadt und Landkreis

 

Die Einbeziehung einer Vertreterin/eines Vertreters des Nds. Städte- und Gemeindebundes wird angestrebt.

 

Der „Fahrplan“ mit seinen „Linien“ und zugehörigen „Haltestellen“ wurde am 22.02.2016 dem Inklusionsforum präsentiert und am 02.03.2016 von der Steuerungsgruppe zur weiteren Bearbeitung verabschiedet. An der Umsetzung dieses Fahrplanes soll in den nächsten Jahren kontinuierlich und schrittweise weitergearbeitet und der Fahrplan weiterentwickelt werden.

 

In der Praxis hat sich gezeigt, dass die breite Beteiligung in den Arbeitsgruppen sinnvoll ist, Probleme zu erkennen, Lösungen zu diskutieren und „Haltestellen“ zu entwickeln. Die Moderation und Organisation der Arbeitsgruppen haben Teilnehmerinnen und Teilnehmer freiwillig übernommen. Diese Aufgaben sollen künftig von professionellen Prozessmoderatorinnen und -moderatoren eines externen Dienstleisters ausgefüllt werden, weil sie Professionalität (u.a. Projektmanagementwissen) und einen erheblichen Zeitaufwand für Vor- und Nachbereitung verlangen.

 

Für die ergebnisorientierte Bearbeitung der an den „Haltestellen“ markierten Problem- und Aufgabenkomplexe sind Expertinnen und Experten gefragt, die in aller Regel hauptamtlich in den Verwaltungen, Verbänden und Organisationen tätig sind. Die Form der Arbeitsgruppe eignet sich für eine hier erforderliche fachlich-sachliche, ergebnisorientierte und erst einmal nicht auf Konsens und Beteiligung ausgerichtete Arbeitsweise nicht. Aus diesem Grund sollen die von den Arbeitsgruppen definierten „Haltestellen“ künftig in mit sachkundigen Personen besetzten Projektgruppen bearbeitet werden. Diese sollen ebenfalls von den Moderatorinnen und Moderatoren des externen Dienstleisters betreut werden. Die Ergebnisse der Projektgruppen werden dann in den Arbeitsgruppen vorgestellt und versehen mit einer Stellungnahme und mit der Bitte um Entscheidung zur Umsetzung an die Steuerungsgruppe weitergeleitet. So wird einerseits ein wirtschaftlicher Einsatz von Ressourcen (Zeit, Personal, …) gewährleistet, andererseits aber ein größtmögliches Maß an prozessualer Beteiligung sichergestellt. Die Entscheidungswege in der Verwaltung sowie in den politischen Gremien von Stadt und Landkreis bleiben von den Entscheidungen der Steuerungsgruppe zur Umsetzung von Maßnahmen zur Verbesserung der Inklusion in den Kommunen unberührt. 

 

Das Modell der Differenzierung zwischen Arbeits- und Projektgruppen folgt der Erkenntnis, dass für die Umsetzung der Ideen zur Schaffung eines inklusiven Gemeinwesens, die sich in den „Haltestellen“ abbilden, neben Fähigkeiten des Projektmanagements auch Kenntnisse über Entscheidungswege z.B. in einer Kommune und Detailkenntnisse über die für eine eventuelle Umsetzung notwendigen fachspezifischen Informationen und Rahmenbedingungen unabdingbar sind.

Die Projekte und ihre Umsetzung bedürfen eines Höchstmaßes an Professionalität, weil nicht nur die breite Beteiligung, sondern auch deren erfolgreiche Umsetzung entscheidend für die Akzeptanz des Gesamtprozesses „Inklusion bewegen“ sind. Diese Akzeptanz wiederum ist wichtig für eine weitere breite Beteiligung der Bevölkerung an dem weiteren Prozess.

 

Die Verwaltungen von Stadt und Landkreis Göttingen beabsichtigen in Abstimmung mit der Steuerungsgruppe das Prozessmanagement auszuschreiben und einen externen Dienstleister auszuwählen. Eine Darstellung der Erweiterung der Prozessstruktur ist dieser Vorlage beigefügt (siehe Anlage 2).

 

Die Steuerungsgruppe hat diesem Vorschlag zur Professionalisierung des Prozesses „Inklusion bewegen“ zugestimmt und auf Grundlage der „Haltestellen“ eine Projektliste beschlossen, die durch die Projektgruppen erarbeitet werden soll. Die Projektliste ist dieser Vorlage beigefügt (siehe Anlage 3).

 

Die Ansprechpartner/-innen in den Verwaltungen für diesen Prozess sowie die Geschäftsstelle „Inklusion bewegen“ sollen erhalten bleiben.

 

Da die Landkreise Göttingen und Osterode am Harz am 1.11.2016 fusioniert haben, ist zu entscheiden, wie der Prozess auf das gesamte neue Kreisgebiet ausgeweitet werden kann. Es ist davon auszugehen, dass sich die Prozesse zur Umsetzung der Inklusion im Landkreis Osterode auf einem anderen Niveau befinden als im Landkreis Göttingen. Sie müssen erst anschlussfähig gemacht werden. Deshalb wird vorgeschlagen, gemeinsam mit den Harz-Weser-Werkstätten (gemeinnützige GmbH) eine Geschäftsstelle in Osterode aufzubauen und in Osterode zunächst ein eigenes Forum Inklusion stattfinden zu lassen. Es wird von den Ergebnissen dieses Forums abhängen, wie schnell und auf welchen Wegen die Integration der Prozesse in beiden Bereichen erfolgen kann. Ob eine regionale Aufstellung von Arbeits- und Projektgruppen erfolgt oder ob es sinnvoll ist, in den jeweiligen Themenfeldern schon rasch für den ganzen neuen Landkreis zu arbeiten, ist durch die Steuerungsgruppe in 2017 zu entscheiden.

 

Ab 2017 können in einem professionalisierten Prozess auch die zu 2. und 3. in der Sitzung des Rates am 17.6.16 beschlossenen genannten Punkte (jährliche Berichterstattung und regelmäßige Presse- und andere Öffentlichkeitsarbeit) des gemeinsamen Antrags aller Fraktionen und der Gruppe bearbeitet werden.

Finanzielle Auswirkungen:

 

Nein

 

siehe Anlage 4

 

Für die Stadt Göttingen entstehen in den Jahren 2017 und 2018 jeweils Kosten in Höhe von 60.000€, in den Folgejahren jeweils 33.000€.

 

Durch die Fusion der Landkreise Göttingen und Osterode am Harz ist das Verhältnis 60 : 40 angemessen.

 

Anlagen:

 

Anlage 1: „Fahrplan“ „Inklusion bewegen“

 

Anlage 2: Schaubild zur Prozessstruktur von „Inklusion bewegen“

 

Anlage 3: Liste der dem „Fahrplan“ zu entnehmenden möglichen Projektvorhaben

 

Anlage 4: Kostenaufstellung Projekt „Inklusion Bewegen“

 

Anlage 5: Ratsantrag zur Sitzung des Rates am 17.06.2016

Anlagen:  
  Nr. Status Name    
Anlage 1 1 öffentlich Anlage 1 - Fahrplan Inklusion bewegen (750 KB)      
Anlage 2 2 öffentlich Anlage 2 - Schaubild zur Prozessstruktur von Inklusion bewegen (290 KB)      
Anlage 3 3 öffentlich Anlage 3 - Liste der dem Fahrplan zu entnehmenden möglichen Projektvorhaben (33 KB)      
Anlage 4 4 öffentlich Anlage 4 - Kostenaufstellung Projekt Inklusion bewegen (58 KB)      
Anlage 5 5 öffentlich Anlage 5 - Antrag zur Ratssitzung Inklusion bewegen (215 KB)      
 
 

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