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Betreff: Bebauungsplan Göttingen Nr. 250 "Weender Tor West"
- Aufstellungsbeschluss
- Frühzeitige Beteiligung der Öffentlichkeit und der Behörden
Status:öffentlichVorlage-Art:Beschlussvorlage/sonstige Vorlage
Federführend:61-Fachbereich Planung, Bauordnung und Vermessung   
Beratungsfolge:
Ausschuss für Bauen, Planung und Grundstücke Vorberatung
18.08.2016 
72. öffentliche/nichtöffentliche Sitzung des Ausschusses für Bauen, Planung und Grundstücke ungeändert beschlossen   
Verwaltungsausschuss Entscheidung

Beschlussvorschlag
Sachverhalt
Finanzielle Auswirkungen
Anlage/n

Beschlussvorschlag:

 

 

  1. Für den nachfolgend aufgeführten Geltungsbereich wird der Aufstellungsbeschluss gem. § 2 Abs. 1 BauGB für den Bebauungsplan Göttingen Nr. 250Weender Tor West“ gefasst.

 

  1. Die Verwaltung wird beauftragt, für den o.g. Bebauungsplan das erforderliche Verfahren mit Durchführung der frühzeitigen Beteiligung der Öffentlichkeit und der Behörden gem. §§ 3 Abs. 1 und 4 Abs. 1 BauGB einzuleiten.

 

  1. Ziele und Zwecke der Planung:

 

  • Städtebauliche Gestaltung der nördlichen Torsituation zur Innenstadt
  • Entwicklung einer Mischnutzung (Wohnen und Gewerbe)
  • Festsetzung eines Mischgebietes gem. § 6 BauNVO unter Ausschluss von Gartenbaubetrieben, Tankstellen sowie Vergnügungsstätten
  • Entwicklung einer Neubebauung mit einer dem Standort angemessenen Maßstäblichkeit und baulichen Dichte durch Festsetzungen zum Maß der baulichen Nutzung und zu den überbaubaren Grundstücksflächen
  • Freistellung der Wallanlage
  • Gewährleistung der Sicherheit und Leichtigkeit des Verkehrs durch Festsetzungen von Zufahrtsbereichen
  • Festsetzung von Straßenverkehrsflächen

 

  1. Geltungsbereich:

 

Der Geltungsbereich umfasst das Flurstück Gemarkung Göttingen Nr. 294 (ehemaliges Grotefendehaus Berliner Straße 1/1a sowie Weender Landstraße). Weiterhin sind die nördlich angrenzende Straßenflächen, ein Teil des Kreuzungsbereiches Weender Landstraße / Berliner Straße sowie der östlich gelegene Heinz-Erhardt-Platz vom Geltungsbereich erfasst.

Der Geltungsbereich wird im Wesentlichen begrenzt im Norden durch die Berliner Straße, im Westen durch den Leinekanal, im Süden durch den Wall und im Westen durch die Weender Landstraße. Der Geltungsbereich umfasst eine Fläche von ca. 11.000 m².

Maßgeblich ist die Planzeichnung im Maßstab 1:500

 

Mit der Aufstellung des Bebauungsplanes Göttingen Nr. 250 wird ein kleiner Teilbereich des Bebauungsplans Göttingen Nr. 59 „Weender Tor – Nord“ 2. Änderung überplant. In diesem Abschnitt des Kreuzungsbereiches Weender Landstraße / Berliner Straße befand sich die ehemalige Fussgängerüberführung.

 

 

Begründung:

 

Planungsanlass:

Für die Göttingen Innenstadt existieren nahezu flächendeckend Bebauungsplänen. Eine Ausnahme bildet der Bereich rund um das ehemalige Grotefendhaus in der Berliner Straße 1/1a. Hier beurteilt sich die Zulässigkeit von Neubauvorhaben nach § 34 BauGB. Ein Vorhaben ist zulässig, sobald es sich in die Eigenart der näheren Umgebung einfügt und den Rahmen einhält, der durch die Bebauung im näheren Umfeld vorgegeben wird. Da sich die Bebauung am nördlichen Stadteingang als sehr heterogen darstellt, sind geplanten Neubauvorhaben an dem Standort wenig oder keine Grenzen gesetzt. Die Auswirkungen zeigen sich gegenwärtig an einer Bauvoranfrage, die der Stadt für das ehemalige Grotefendhaus vorliegt. Geplant ist der Abbruch der 1 - 2 geschossigen Bebauung, die sich im Westen an das Gebäude Weender Landstraße 1 mit der Gastronomieeinheit im EG (Vapiano) anschließt. An dem Standort soll stattdessen ein Parkhaus mit ca. 400 Stellplätzen entstehen. Im Rahmen des Bauantragsverfahrens muss gutachterlich nachgewiesen werden, dass die Erschließung gesichert ist und erhebliche Behinderung des Verkehrs nicht zu erwarten sind. Da noch kein Verkehrsgutachten vorgelegt wurde, konnte noch keine abschließende Beurteilung der planungsrechtlichen Zulässigkeit vorgenommen werden. Allerdings ist die Planung weder nach Art noch nach Maß der baulichen Nutzung mit den städtebaulichen Zielvorstellungen, die im Innstadtleitbild 2011 formuliert wurden, vereinbar. Die Umsetzung des Innenstadtleitbildes erfolgt durch die Bauleitplanung. Da nicht alle Bereiche gleichzeitig beplant werden können, ist ein Bebauungsplan spätestens dann aufzustellen oder zu ändern, wenn wie im vorliegenden Fall ein Vorhaben beantragt wird, die zulässig sind, aber mit übergeordneten Planungen, Leitbildern und Rahmenplänen nicht vereinbar sind bzw. die konzeptionellen Zielvorstellungen zumindest für die jeweiligen Standorte in Frage stellen.

 

 

Ziele und Zwecke der Planung:

Bei dem Weender Tor handelt es sich um einen der vier mittelalterlichen Stadteingänge, die sich nur ansatzweise im Stadtbild wahrnehmen lassen. Auch wenn die Gestaltungsdefizite in diesem Bereich weniger signifikant sind, als bei den anderen drei Torsituationen, gibt es auch an dem Standort planerischen Handlungsbedarf. Dementsprechend sieht das Innenstadtteilbild die Aufwertung aller Stadteingänge vor. Während die Ostseite der Weender Landstraße mit dem denkmalgeschützten Audimax und dem Vorbereich vor Veränderungen weitestgehend geschützt ist, ist der Bereich auf der Ostseite, wo sich die Außengastronomie befindet, weiteren Entwicklungen unterworfen, die einer planerischen Steuerung bedürfen. Für die Platzgestaltung und Raumbildung ist die Vorgabe der Gebäudefluchten von zentraler Bedeutung.

 

Planungs- und Handlungsbedarf besteht weiterhin für den gesamten Gebäudekomplex zwischen Leinekanal und Heinz-Erhardt-Platz. Dieser überformte Bereich wurde in das Innenstadtleitbild 2011 als Entwicklungsfläche für Mischnutzung aufgenommen. Die Mischnutzung zeichnet sich durch ein gleichberechtigtes Nebeneinander aus Wohnnutzung und Einzelhandel / Dienstleistungen aus. Weder die Bestandssituation noch die Planungen, die bei der Stadt eingereicht wurden, entsprechen dieser Zielvorstellung.

 

Gegenwärtig ist das Grundstück flächendeckend versiegelt und weitgehend bebaut. Teilweise handelt es sich um eingeschossige Nebenanlagen. Bei einer Neubebauung muss mit einer höheren Grundstücksausnutzung gerechnet werden. Diese soll planerisch ermöglicht werden. Dabei muss allerdings sichergestellt werden, dass keine überdimensionierten Baukörper entstehen, die die Maßstäblichkeit an diesem Standort sprengen. Durch die Festsetzungen von Baufenstern in Kombination mit Höhenfestsetzungen soll eine gegliederte Bebauung zur Vorgabe gemacht werden, die im rückwärtigen Bereich einen ausreichenden Abstand zur Wallanlage einhält.

 

Die Erschließung erfolgt über die Berliner Straße. Das Mischgebiet ernöglicht ein großes Spektrum an Nutzungen. Viele erzeugen zusätzlichen Verkehr. Durch die Festsetzung von Zufahrtsbereichen lassen sich negative Auswirkungen auf die benachbarten Knotenpunkte minimieren.

 

Verfahren:

Bei der Planung handelt es sich um eine Maßnahme der Innenentwicklung. Da zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch nicht absehbar ist, ob durch den Bebauungsplan Vorhaben ermöglicht werden, die einer Pflicht zur Durchführung einer Umweltverträglichkeitsprüfung unterstehen, soll das beschleunigte Verfahren keine Anwendung finden.

 

Finanzielle Auswirkungen:

 

Nein

 

siehe Anlage

 

 

 

Anlagen:

 

-          Übersicht des Geltungsbereiches

 

Anlagen:  
  Nr. Status Name    
Anlage 1 1 öffentlich Goe250_x_00_Geltungsbereich_AB (876 KB)      
Anlage 2 2 öffentlich Finanzielle Auswirkungen in Vorlagen (41 KB)      
Stammbaum:
FB61/1319/16   Bebauungsplan Göttingen Nr. 250 "Weender Tor West" - Aufstellungsbeschluss - Frühzeitige Beteiligung der Öffentlichkeit und der Behörden   61-Fachbereich Planung, Bauordnung und Vermessung   Beschlussvorlage/sonstige Vorlage
    Dezernentenkonferenz   DK-Vorlage
 
 

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