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Betreff: Einführung eines eTicketing-Systems bei der GöVB (Antrag der SPD-Ratsfraktion zur Sitzung des Rates am 17. Juni 2016)
Status:öffentlichVorlage-Art:Beschlussvorlage/sonstige Vorlage
Federführend:61-Fachbereich Planung, Bauordnung und Vermessung   
Beratungsfolge:
Ausschuss für Bauen, Planung und Grundstücke Kenntnisnahme
18.08.2016 
72. öffentliche/nichtöffentliche Sitzung des Ausschusses für Bauen, Planung und Grundstücke ungeändert beschlossen   

Beschlussvorschlag
Sachverhalt
Finanzielle Auswirkungen
Anlage/n

Beschlussvorschlag:

Der Ausschuss nimmt den Bericht der Verwaltung zustimmend zur Kenntnis.

Einer weiteren Befassung des Themas im Rat bedarf es derzeit nicht.

 

Begründung:

Der städtische Nahverkehrsplan (NVP) wurde am 14. Juni 2013 vom Rat beschlossen.

Im Maßnahmenprogramm Tarif führt der NVP zum Thema E-Ticketing aus:

…“Die Stadt Göttingen unterstützt die Bestrebungen des VSN zur Einführung elektronischer Fahrausweise im ÖPNV (E-Ticketing). Damit wird es möglich, neue leistungsgerechte und attraktive Tarife zu entwickeln, die z.B. eine automatisierte Fahrpreisfindung und Best-Price-Regelungen zulassen. Zudem reduzieren sich die Ansprüche an die Tarifkenntnis. Der Fahrausweiserwerb wird einfacher.“…

Verwaltung und GöVB stimmen der mit dem Antrag der SPD-Ratsfraktion verfolgten Zielrichtung zu. Die Einführung des elektronischen Tickets (E-Ticket) kann eine erfolgversprechende Maßnahme darstellen, um die Nutzung des (städtischen) ÖPNV-Angebotes für die Buskunden noch attraktiver werden zu lassen.

Neben einer generellen Vereinfachung für die Fahrgäste durch den Abbau möglicher Zugangsbarrieren (u.U. hervorgerufen durch die Komplexität der heutigen Tarifstruktur) kann das E-Ticket (umgesetzt mittels Chipkarte oder Mobiltelefon) auch die Abläufe im öffentlichen Verkehr beschleunigen, da die Ticketkäufe im Bus beim Fahrer reduziert werden.

Voraussetzung für die GöVB-seitige Einführung des E-Ticketing ist jedoch u.a. Erneuerung der veralteten Bordrechner in den Bussen.

Die GöVB hat im Jahr 2014 einen Förderantrag zur Einrichtung eines Echtzeitinformationssystems bei der Landesnahverkehrsgesellschaft (LNVG) eingereicht. Ziel ist dabei die Einführung eines Echtzeitinformationssystems zur Fahrgast-Kommunikation in den Fahrzeugen, an den Haltepunkten und als Online-Service auf Basis eines Intermodal Transport Control Systems (ITCS).

Maßnahmen, die mit dem Förderprojekt verbunden sind, sind dabei u.a.

  • allgemein die Erneuerung von technischer Hard- und Software in den Bussen und der Zentrale mit Anschluss an die sog. Zentrale Datendrehscheibe des Verkehrsverbundes Bremen/Niedersachsen (VBN), u.a. mit dem Ziel der Erhöhung der Zuverlässigkeit  und Bereitstellung von Echtzeitdaten (also u.a. der exakten Information der Fahrgäste über evtl. Verspätungen)
  • Die Optimierung der Anschlusssicherung im ÖPNV (z.B. zwischen Stadtbus/Stadtbus und Regionalbus/Stadtbus)
  • Die Ausstattung von Haltestellen und Fahrzeugen mit neuen digitalen Fahrgastinformationssystemen (auch mit der Möglichkeit, über den tatsächlichen Betriebszustand, möglichen Anschlüssen und Reisealternativen zu informieren)

Die GöVB prüft bereits seit Anfang 2015 intern die verschiedenen Möglichkeiten zur Einführung eines E-Ticketing-Systems. Ein wesentlicher Erfolgsfaktor des E-Ticketing wird dabei sein, dass eine einheitliche, verbundweite Lösung gefunden wird. Das E-Ticketing-System muss so intelligent und mandantenfähig aufgebaut sein, dass es alle Verkehrsunternehmen im Verbund anbindet und sich somit der Fahrgast mit seinem elektronischen Fahrschein im gesamt Verbundgebiet fortbewegen kann.

Neben der Recherche im Internet und der Fachliteratur setzt die GöVB bei diesem Thema insbesondere auf Erfahrungen anderer Verkehrsunternehmen. So erfolgte u.a. der Versand eines Fragenkataloges an Verkehrsunternehmen, die bereits mit unterschiedlichen E-Ticket-Lösungen arbeiten. Außerdem wurden Praxisanwendungen bei Verkehrsunternehmen vor Ort besichtigt (Stadtwerke Münster, VWG Oldenburg).

Darüber hinaus wurden verschiedene Vertriebshintergrundsysteme präsentiert, die u.a. für die Ausgabe und Verwaltung von E-Tickets (Chipkarten) zur Anwendung kommen und gleichzeitig mehrere derzeit im VSN im Einsatz befindliche Systeme ersetzen könnten (Abo, Firmen-Abo, Schüler-Sammelzeitkarten).

Vor dem Hintergrund, dass es zahlreiche Varianten von E-Ticketing-Systemen gibt (als Chipkarte, HandyTicketing etc.) und diese Varianten unterschiedlichste Technik und Software voraussetzen (z.B. bei BestPrice-Abrechnung Validatoren für Check-in/Check-out erforderlich), ist nach derzeitigem Kenntnisstand eine stufenweise Einführung bei der GöVB (und im gesamten VSN) anzustreben.

Entsprechende Abstimmungsgespräche laufen bereits zwischen den Aufgabenträgern und den Verkehrsunternehmen im VSN.

Realistisch gesehen kann das E-Ticketing-System (u.U. als Einstieg eine Chipkarte für Abo-/Firmen-Abo-Kunden) bei der GöVB (und im gesamten VSN) frühestens 2018 eingeführt werden.

Langfristig gesehen sollte die Entwicklung des E-Tickets zu einer elektronischen Mobilitätskarte das Ziel sein. Mit der Mobilitätskarte sollte der Kunden dann die Möglichkeit besitzen, zusätzlich aufs CarSharing-Auto oder Leihfahrrad umzusteigen.

 

 

 

 

 

 

 

 

Finanzielle Auswirkungen:

 

Nein

 

Ja

Die Kosten für die Einführung eines E-Ticketing-Systems sind abhängig vom Umfang (Beschränkung auf GöVB-seitige Einführung oder Umsetzung als Verbundprojekt) und Ausprägung des gewünschten Systems (Chipkarte, Handyticket, …).

Sie können daher erst genauer beziffert werden, wenn weitere Abstimmungsgespräche mit den Aufgabenträgern und VSN-Unternehmen stattgefunden haben und die Planung weiter vorangeschritten ist.

Die Kosten für die Einführung des E-Ticketing wären im Wirtschaftsplan der GöVB einzustellen.

 

 

 

Anlagen:

- Antrag der SPD-Ratsfraktion für die Sitzung des Rates am 17. Juni 2016

 

 

 

Anlagen:  
  Nr. Status Name    
Anlage 1 1 öffentlich RBK1234-Antrag-E-Ticketing (30 KB)      
Stammbaum:
FB61/1307/16   Einführung eines eTicketing-Systems bei der GöVB (Antrag der SPD-Ratsfraktion zur Sitzung des Rates am 17. Juni 2016)   61-Fachbereich Planung, Bauordnung und Vermessung   Beschlussvorlage/sonstige Vorlage
    Dezernentenkonferenz   DK-Vorlage
 
 

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