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Betreff: Erinnerungskultur an die nationalsozialistische Gewaltherrschaft in Göttingen
Status:öffentlichVorlage-Art:Beschlussvorlage/sonstige Vorlage
Federführend:41-Fachbereich Kultur   
Beratungsfolge:
Ausschuss für Kultur und Wissenschaft/Betriebsausschuss Stadthalle Vorberatung
25.08.2016 
39. öffentliche/nichtöffentliche Sitzung des Ausschusses für Kultur und Wissenschaft/Betriebsausschusses der Stadthalle ungeändert beschlossen   

Beschlussvorschlag
Sachverhalt
Finanzielle Auswirkungen
Anlage/n

Beschlussvorschlag:

 

Der Ausschuss für Kultur und Wissenschaft nimmt die Erarbeitung eines umfassenden Konzeptes der Erinnerungskultur an die nationalsozialistische Gewaltherrschaft in Göttingen mit den nachfolgend aufgeführten Maßnahmen  zustimmend zur Kenntnis:

 

-          Die Ergebnisse des Abschlussberichts über den „Widerstand gegen die nationalsozialistische Gewaltherrschaft in Göttingen“ werden auf der subdomain des Stadtarchivs Göttingen, vergleichbar der zur „Geschichte der Zwangsarbeit in Göttingen“, öffentlich zugänglich gemacht.

 

-          Zum Gedenken an die Opfer und die aus politischen, weltanschaulichen, religiösen o.a. Gründen verfolgten Göttinger Bürgerinnen und Bürger wird am oder vor dem Thomas-Buergenthal-Haus (Stadtbibliothek) in Blickrichtung St. Johannis eine zentrale Erinnerungstafel angebracht bzw. einen in Form und Gestaltung dem Zwangsarbeiter-Denkmal vergleichbaren Gedenkstein vor der Hauswand des Stadthauses aufgestellt. Text und Inschrift werden dem Ausschuss zur Beschlussempfehlung vorgelegt.

 

-          Am Boden vor den beiden Göttinger Gedenksteinen für die Zwangsabeiter/innen und die aus politischen u.a. Gründen Verfolgten werden QR-Code-Steine eingelassen, die mit den bestehenden subdomains des Stadtarchivs verlinkt werden.

 

-          Die Verwaltung wird auf Basis einer Bestandsaufnahme und Schwachstellenanalyse der im öffentlichen Raum befindlichen Gedenkstätten und jährlich wiederkehrenden Gedenkveranstaltungen sowie anderer Formen des Gedenkens im städtischen Raum ein Konzept der Erinnerungskultur mit Vorschlägen und geeigneten Verbesserungsmaßnahmen erarbeiten..

 

-          Auf der homepage der Stadt Göttingen wird in redaktioneller Betreuung des Fachbereichs Kultur eine zentrale subdomain für die Erinnerungskultur an die nationalsozialistische Gewaltherrschaft in Göttingen eingerichtet. Dort sollen alle verfügbaren und für Göttingen spezifischen Informationen, Forschungsergebnisse, thematischen Querverweise u.a.m. veröffentlicht werden bzw. durch Verlinkung zu bereits bestehenden subdomains und homepages erreichbar sein.

 

 

Begründung:

 

Im Ausschuss für Kultur und Wissenschaft wurden im Jahr 2012 zum einen der Antrag der GöLinke-Ratsfraktion zur „Anbringung einer Gedenktafel für Gustav Kuhn“ (s. Anlage FB41/237/12) und zum anderen der Antrag der SPD-Ratsfraktion „Erinnerungskultur an die nationalsozialistische Gewaltherrschaft“ (s. Anlage FB41/248/12) beraten.

 

Auf Empfehlung des Ausschusses wurde eine interdisziplinäre Arbeitsgruppe eingerichtet, um Formen des Gedenkens an den Göttinger Widerstand gegen die nationalsozialistische Gewaltherrschaft zu erarbeiten. Dabei sollten Vorschläge zu einer etwaigen Ergänzung der Gedenkstätten und andere Formen der Erinnerungskultur mit Kosten dargelegt werden.

 

2013 wurde der Historiker Dr. Rainer Driever im Rahmen eines Werkvertrages mit dem Forschungsprojekt „Widerstand in Göttingen“ beauftragt, Informationen über Aktionen und Akteure des Widerstand gegen den Nationalsozialismus und die politische Verfolgung in der Zeit von 1933 bis 1945 in der Stadt Göttingen und in der Region Südniedersachsen  zusammenzutragen.

 

Der Abschlussbericht von Dr. Rainer Driever über den „Widerstand gegen die nationalsozialistische Gewaltherrschaft in Göttingen“ wurde dem Ausschuss für Kultur und Wissenschaft in seiner Sitzung am 19.05.2016 zur Kenntnis gegeben. Die Ergebnisse werden online auf der subdomain des Stadtarchivs Göttingen veröffentlicht, wo auch die Forschungsergebnisse zur Geschichte der NS-Zwangsarbeiter in Göttingen zu finden sind.

 

Ein Vorschlag zum Gedenken an die Opfer und politisch Verfolgten der Nationalsozialisten ist es, am Thomas-Buergenthal-Haus, dem Gebäude der Stadtbibliothek, mit Blick in Richtung St. Johannis eine zentrale Erinnerungstafel anzubringen, auf der an die Göttingter Bürgerinnen und Bürger erinnert wird, die Widerstand gegen den Nationmalsozialismus geleistet haben. Im damaligen Stadthaus befand sich das städtische Polizeigefängnis, in dem die meisten Opfer der Nationalsozialisten zunächst inhaftiert wurden. Alternativ dazu könnte, soweit entsprechende Investitionsmittel zur Verfügung stehen, vor dem Thomas-Buergenthal-Haus ein Gedenkstein aus scharzem Granit (220 x 80 x 35 cm) aufgestellt werden - vergleichbar dem Zwangsarbeiter-Denkmal auf dem Vorplatz der Lokhalle auf der Westseite des Hauptbahnhofs.

(siehe www.denkmale.goettingen.de/denkmale/zwangsarbeiter-denkmal.html)

 

Am Boden vor dem Gedenkstein wird ein QR-Code-Stein eingelassen, der auf die homepage des Stadtarchivs und die o.a. subdomain zum Widerstand gegen die nationalsozialistische Gewaltherrschaft in Göttingen verweist.

 

Ein solcher QR-Code-Stein mit Verlinkung auf die Zwangsarbeiter-Subdomain wird ebenfalls vor dem Zwangsarbeiter-Denkmal eingelassen.

 

Als weitere Maßnahme zur Vertiefung der Erinnerungskultur in Göttingen schlägt die Verwaltung vor, auf Basis einer Bestandsaufnahme und Schwachstellenanalyse der im öffentlichen Raum befindlichen Gedenkstätten und jährlich wiederkehrenden Gedenkveranstaltungen sowie anderer Formen des Gedenkens im städtischen Raum ein Gesamtkonzept der Erinnerungskultur mit weiteren Vorschlägen und geeigneten Verbesserungsmaßnahmen zu erarbeiten.

 

Im Ergebnis soll auf der homepage der Stadt Göttingen in redaktioneller Betreuung des Fachbereichs Kultur eine zentrale subdomain für die Erinnerungskultur an die nationalsozialistische Gewaltherrschaft in Göttingen eingerichtet werden. Auf ihr sollen alle verfügbaren und für Göttingen spezifischen Informationen, Forschungsergebnisse, thematischen Querverweise, spezifische Stadt- und Themenführungsangebote u.a.m. veröffentlicht bzw. durch Verlinkung mit bereits bestehenden subdomains und homepages schnell zugänglich gemacht werden.

Finanzielle Auswirkungen:

 

Nein

 

siehe Anlage

 

 

 

Anlagen:

 

1)      Antrag der GöLINKE-Ratsfraktion "Anbringung einer Gedenktafel für Gustav Kuhn", Stellungnahme der Verwaltung FB41/237/12, Protokollauszug Ausschuss für Kultur und Wissenschaft vom 04.05.2012

 

2)      Antrag der SPD-Ratsfraktion "Erinnerungskultur an die nationalsozialistische Gewaltherrschaft", Stellungnahme der Verwaltung FB41/248/12, Protokollauszug Ausschuss für Kultur und Wissenschaft vom 18.09.2012

 

3)      Dr. Rainer Driever, Abschlussbericht Forschungsprojekts Widerstand gegen die nationalsozialistische Gewaltherrschaft in Göttingen, Mai 2016

 

Anlagen:  
  Nr. Status Name    
Anlage 2 1 öffentlich Allris-Tischvorl. Stgn. Verw. Gedenktafel Kuhn_ Prot.auszug KWA 24.05.12 (1607 KB)      
Anlage 1 2 öffentlich Allris-Tischvorl. Stellungn.Verw.Erinnerungskultur_Prot.auszug_KWA 18.09.2012 (884 KB)      
Anlage 3 3 öffentlich Dr. Driever Abschlussbericht-Projekt-Widerstand_Mai 2016 (121 KB)      
Anlage 4 4 öffentlich Finanzielle Auswirkungen Erinnerungskultur (41 KB)      
 
 

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