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Betreff: Gedenktafel für Theodore von Kármán
Status:öffentlichVorlage-Art:Beschlussvorlage/sonstige Vorlage
Federführend:41-Fachbereich Kultur   
Beratungsfolge:
Ausschuss für Kultur und Wissenschaft/Betriebsausschuss Stadthalle Kenntnisnahme
21.04.2016 
37. öffentliche/nichtöffentliche Sitzung des Ausschusses für Kultur und Wissenschaft/Betriebsausschusses der Stadthalle (offen)   

Beschlussvorschlag
Sachverhalt

1. Antrag

 

Der Antrag auf Anbringung einer Gedenktafel für den Physiker Theodore von Kármán wurde am 11. Februar 2016 von dem ungarischen Botschafter Dr. Peter Györkös gestellt. Der Antrag wird durch das Gutachten des Denkmalbeauftragten der Universität, Prof. Dr. Peter Aufgebauer, befürwortet. Das Einverständnis der Hauseigentümer Kornmarkt 6 liegt vor. Die Tafel soll folgenden Text erhalten:

 

Theodore von Kármán

Physiker

1909 - 1910

 

 

2. Lebensdaten

 

Theodore von Kármán (ungarisch: Kármán Tódor) wurde am 11. Mai 1881 in Budapest (Ungarn) als Kind einer angesehenen jüdischen Familie geboren. Er studierte von 1898 bis 1902 Ingenieurwissenschaft an der Technischen Universität Budapest. Nach einer Tätigkeit als Hochschulassistent erlaubte ihm ein Stipendium 1906 einen Wechsel zu Ludwig Prandtl und Felix Klein an die Universität Göttingen, wo von Kármán 1908 promoviert wurde und sich 1910 habilitierte. 1913 folgte er einem Ruf an die Universität Aachen und lebte im benachbarten Vaals (Niederlande). Ab 1926 verlagerte er seine Forschungstätigkeit an das California Institute of Technology, das er von 1929 bis 1949 leitete, und pendelte zunächst zwischen den USA und Deutschland, wo er jedoch 1934 offiziell aus dem Staatsdienst entlassen wurde. Nach weiteren Tätigkeiten in verschiedenen Forschungseinrichtungen zur Luftfahrt in den USA leitete von Kármán von 1956 bis zu seinem Tod das nach ihm benannte Von Kármán Institut für Strömungsmechanik in Belgien. Von Kármán starb am 7. Mai 1963 in Aachen.

 

 

3. Bedeutung

 

Theodore von Kármán gilt als Wegbereiter der modern Aerodynamik und besaß einen erheblichen Einfluss auf die zivile und militärische Luftfahrt- und Raketenforschung der 1940er und 1950er Jahre.

 

1911 und 1912 veröffentlichte von Kármán seine wohl bekannteste Arbeit über die später nach ihm benannten Kármánschen Wirbelstraßen. In Göttingen arbeitete er mit Max Born über spezifische Wärme in der Quantentheorie der Kristallgitter. Mit einigen seiner frühen Arbeiten wird er auch zu den Pionieren der Plastizitätstheorie gezählt. 1910 und 1913 schrieb er die Artikel über Festigkeitslehre in der Enzyklopädie der mathematischen Wissenschaften (teilweise mit August Föppl) und erfand 1910 das Triaxialgerät.

 

In den USA widmete sich von Kármán der Erforschung von Raketen- und Düsentriebwerken und gründete das Jet Propulsion Laboratory (JPL), das später in der Nasa aufging. Während dieser Zeit knüpfte er Beziehungen zur US-Luftwaffe, die ihn1946 zum Vorsitzenden des Scientific Advisory Boards (SAB) kürte. Kármán war auch im Zivilen aktiv, so gründete er den Internationalen Rat für Luftfahrtforschung (ICAS), der Wissenschaftlern aus Ost und West eine Möglichkeit zum Austausch bieten sollte, und die Internationale Astronautische Akademie. Von Kármán erhielt zahlreiche Ehrungen und Auszeichnungen und war Mitglied in vielen wissenschaftlichen Gesellschaften.

 

 

 

 

 

 

 
 

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