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Betreff: Bebauungsplan Göttingen-Weende Nr. 57 "Univeristätsbereich Nord - Erweiterung Nordost"
- Aufstellungsbeschluss
- Durchführung der frühzeitigen Beteiligung der Öffentlichkeit und der Behörden
Status:öffentlichVorlage-Art:Beschlussvorlage/sonstige Vorlage
Federführend:61-Fachbereich Planung, Bauordnung und Vermessung   
Beratungsfolge:
Ortsrat Weende/Deppoldshausen Vorberatung
11.02.2016 
33. öffentliche/nichtöffentliche Sitzung des Ortsrates Weende/Deppoldshausen ungeändert beschlossen   
Ausschuss für Bauen, Planung und Grundstücke Vorberatung
18.02.2016 
65. öffentliche/nichtöffentliche Sitzung des Ausschusses für Bauen, Planung und Grundstücke ungeändert beschlossen   
Verwaltungsausschuss Entscheidung

Beschlussvorschlag
Sachverhalt
Anlage/n

Beschlussvorschlag:

 

1.      Für den nachfolgend aufgeführten Geltungsbereich wird der Aufstellungsbeschluss gem. § 2 Abs. 1 BauGB für den Bebauungsplan Göttingen Nr. 57 „Universitätsbereich Nord – Erweiterung Nordost“ gefasst.

 

2.      Die Verwaltung wird beauftragt, für den o. g. Bebauungsplan das erforderliche Verfahren mit Durchführung der frühzeitigen Beteiligung der Öffentlichkeit und der Behörden gem. §§ 3 Abs. 1 und 4 Abs. 1 BauGB einzuleiten.

 

3.      Ziele und Zwecke der Planung:

 

  • Sicherung einer städtebaulich geordneten Entwicklung
  • Festsetzung eines sonstigen Sondergebietes „Universität“ gem. § 11 BauNVO mit überbaubaren Flächen für universitäre Einrichtungen (Technik- und Bürogebäude, Forschungseinrichtungen, Fakultätsgebäude sowie sonstige Nutzungen und Nebenanlagen, die dem Nutzungszweck des Gebietes dienen)
  • Festsetzung von Verkehrsanlagen, Stellplätzen, Versorgungsanlagen sowie Grünflächen
  • Umsetzung der Rahmenplanung.

 

4.      Das Plangebiet liegt im nordöstlichen Bereich des Nordcampus der Universität Göttingen im Stadtteil Weende im Bereich Burckhardtweg/Otto-Hahn-Straße. Innerhalb des Plangebiets befindet sich die Fakultät für Forstwissenschaften und Waldökologie, unmittelbar nordöstlich grenzt das tierärztliche Institut an das Plangebiet sowie südlich die Fakultät für Agrarwissenschaften. Westlich des Plangebiets befinden sich die Fakultät für Biologie und Psychologie und das Deutsche Primatenzentrum. Der Geltungsbereich des Bebauungsplans umfasst im Wesentlichen die nördlich des Burckhardtweges und westlich des Tierärztlichen Institutes gelegenen Flächen sowie Flächen südlich des Burckhardtweges zwischen Otto-Hahn-Straße und der Fakultät für Biologie und Psychologie. Im Osten wird der Geltungsbereich begrenzt von der Otto-Hahn-Straße sowie der Straße Am Faßberg.

 

Der Geltungsbereich umfasst eine Fläche von ca. 7,4 ha mit folgenden Flurstücken: 17/1 (tlw.), 22/1 (tlw.), 30 (tlw.), 18/2, 18/6 (tlw.), 29/4 (tlw.), 20/2 (tlw.),115/5 (tlw.), 115/6 (tlw.), 17/4 (tlw.), 151/146 (tlw.) sowie Flurstück 18/9 (tlw.) der Flur 9, Gemarkung Weende. Maßgeblich für die Abgrenzung ist die zeichnerische Darstellung des Bebauungsplanes im Maßstab 1:500

 

Begründung:

 

Die Universität Göttingen plant, den Standort Universitätsbereich Nord auszubauen und im nordöstlichen Bereich des Nordcampus den Fachbereich Agrarwirtschaft zu konzentrieren sowie ein Rechenzentrum zu errichten. Mit diesem Schritt soll die internationale Konkurrenzfähigkeit der Universität Göttingen gestärkt und insbesondere durch den Bau des Rechenzentrums die Zusammenarbeit in Betrieb und Weiterentwicklung der IT-Infrastruktur für Forschung, Lehre, Krankenversorgung und Administration durch die IT-Dienstleister des Wissenschaftsstandortes Göttingen verbessert werden.

 

Nördlich des Burckhardtweges und westlich des Tierärztlichen Institutes befinden sich Lagerplatzflächen, die für den Bau des Rechenzentrums zur Verfügung stehen. Auf den südlich an den Burckhardtweg anschließenden unbebauten Flächen sollen im Wesentlichen Forschungsbauten und Gewächshäuser zur Züchtungsforschung sowie entsprechende Erschließungs- und Nebenanlagen für den Fachbereich Agrarwirtschaft entstehen.

 

Die geplanten Baumaßnahmen in dem ca. 7,4 ha großen Plangebiet sind ein wesentlicher Baustein der angestrebten Neuentwicklung und Belebung des insgesamt ca. 110 ha Fläche umfassenden Nordcampus. In den vergangenen Jahren ist dieser Bereich der Universität Göttingen bereits um verschiedene Institute und universitätsnahe Einrichtungen erweitert worden, unter anderem um das Göttinger Zentrum für Molekulare Biowissenschaften, das XLAB, das European Neuroscience Institute Göttingen, den Neubau für die Zentralisierung der Fakultät für Physik sowie das Tierärztliche Institut. Hierdurch hat sich die Zahl der Studierenden und Beschäftigten auf dem Nordcampus deutlich erhöht. Mit den nunmehr geplanten Neubauten soll eine weitere Konzentration von wissenschaftlichen Einrichtungen sowie eine Verbesserung der technischen Infrastrukturen und Belebung des Nordcampus der Universität erfolgen.

 

Zentrales Projekt dieses Entwicklungsbausteins ist das geplante gemeinsame Rechenzentrum für den Wissenschaftsstandort Göttingen, das u. a. Forschungsinfrastrukturen für Hochleistungsrechnen, das Daten- und Bildmanagement sowie die Langzeitarchivierung bei wachsenden Hochverfügbarkeitsanforderungen einschließt. Das geplante Rechenzentrum ist darauf ausgelegt, den Wissenschaftsstandort Göttingen in seiner internationalen Konkurrenzfähigkeit zu stärken und im Bestand quantitativ wie qualitativ unzureichende räumliche und technische Infrastrukturen sowie bautechnische und sicherheitstechnische Defizite zu beseitigen. Das zukünftige Rechenzentrum wird als Kooperationsprojekt von fünf gleichberechtigten Partnern umgesetzt und betrieben, beteiligt sind die Gesellschaft für wissenschaftliche Datenverarbeitung mbH Göttingen, die Max-Planck-Gesellschaft, der Geschäftsbereich Informationstechnologie der Universitätsmedizin Göttingen, die Abteilung Informationstechnologie und Informationsmanagement der Universität Göttingen, die Telekommunikation des Gebäudemanagements der Universität Göttingen sowie die Abteilung Digitale Bibliothek der Staats- und Universitätsbibliothek Göttingen. In einem ersten Bauabschnitt soll ab 2017 zunächst ein Gebäudekomplex mit Maschinenraum und Technikflächen des Rechenzentrums sowie Büroflächen errichtet werden. In einem zweiten Bauabschnitt sind Erweiterungen des Rechenzentrums sowie Flächen für die Abteilung Informationstechnologie und Informationsmanagement der Universität Göttingen und ein Ausbau des Bereichs eResearch vorgesehen. Bauherr des Rechenzentrums ist die Universität Göttingen.

 

Die Neuordnung der südlich des Burckhardtweges gelegenen Flächen der Agrarwissenschaften soll mittelfristig in Angriff genommen werden. Für den Bereich liegen noch keine konkreten Planungen vor. Als erste Maßnahme ist der Bau von Gewächshäusern vorgesehen.

 

Durch den Bau des Rechenzentrums ergeben sich sehr unterschiedliche Synergien: So soll die im Rechenzentrum durch die Rechnerleistungen anfallende Abwärme zur Beheizung der südlich des Burckhardtweges geplanten Gewächshausbauten des Agrarbereichs genutzt werden. Ein zur Wärme- und Energieversorgung voraussichtlich zu errichtendes Blockheizkraftwerk (BHKW) kann die Sicherheit der Stromversorgung des Rechenzentrums erhöhen und bei Ausfall des Stromnetzes das Rechenzentrum weiterversorgen, die im BHKW erzeugte Wärme kann in das Fernwärmenetz eingespeist werden. Des Weiteren werden durch den Bau des Rechenzentrums sehr wertvolle Flächen in zentraler Lage der Universitätsmedizin frei, so dass durch Umbau und Nachnutzung der frei werdenden Flächen Raumnot in den zentralen Bereichen der Universitätsmedizin gemindert werden kann.

 

Die bauliche Entwicklung dieses städtebaulich und landschaftsräumlich bedeutsamen Bereichs des Nordcampus entspricht den Zielsetzungen des 2012 aktualisierten Leitbildes Göttingen 2020, in dem explizit eine Erweiterung des Nordbereichs der Universität und die Verbesserung der funktionalen Beziehungen zum Ortsteil Weende als Ziele formuliert sind: Neben der Bereitstellung ausreichender Flächenpotenziale und infrastruktureller Rahmenbedingungen ist die Anreicherung dieses Bereichs mit Versorgungs- und Dienstleistungseinrichtungen Leitziel der Göttinger Stadtentwicklung. Funktionale Monostrukturen sollen aufgebrochen und kommunikative städtische Strukturen aufgebaut werden.

 

In 2009 wurde von Universität und dem Baudezernat der Stadt Göttingen ein städtebaulicher Workshop für den UNI Campus Nord durchgeführt. Die Ergebnisse sind in einem städtebaulichen Rahmenplan festgehalten, der die Grundlage für eine geordnete und qualitätvolle baulich-räumliche sowie strukturelle Entwicklung des Standortes liefert. Der Siegerentwurf des Workshops sieht für das Plangebiet im Wesentlichen Potentialflächen für eine block- und zeilenartige bauliche Entwicklung entlang des Burckhardtweges vor, welche durch in Nord-Süd und Ost-West-Richtung verlaufende Grün- und Erschließungsachsen gegliedert wird. Als wesentliche Grünelemente enthält der Rahmenplan im Bereich des Plangebiets die vorhandene nördlich an das Plangebiet anschließende begrünte Hangkante des Hasselbachtals sowie einen südlich gelegenen parkartigen Bereich (Fassbergpark).

 

Die Planungsziele des Bebauungsplans stimmen mit der städtebaulichen Rahmenplanung aus dem Workshop und den Zielsetzungen des Leitbildes 2020 der Stadt Göttingen grundsätzlich überein. Der Rahmenplan bildet die Grundlage für den Bebauungsplanentwurf. Er soll parallel zum Aufstellungsverfahren für den betreffenden Bereich weiterentwickelt und konkretisiert werden. Dadurch kann er auch für Festsetzungen zum Maß der baulichen Nutzung und zu den überbaubaren Grundstücksflächen als Begründung herangezogen werden. Gleichzeitig besteht die Möglichkeit, die Planung an die Nutzungsanforderungen der Universität anzupassen.

 

Der Flächennutzungsplan als Instrument der vorbereitenden Bauleitplanung stellt die Flächen des Plangebiets als Sonderbaufläche sowie einen schmalen Streifen am östlichen Rand entlang der Otto-Hahn-Straße und der Straße Am Fassberg als Grünfläche dar. Der nördliche Teil (Bereich Rechenzentrum) befindet sich in einer Wasserschutzzone „Schutzgebiet Grund- und Quellengewinnung“. Die nördlich und westlich an das Plangebiet anschließenden Flächen sind im Flächennutzungsplan als Grünflächen ohne Zweckbestimmung dargestellt (Hangbereich des Hasselbachtals/Billinghäuser Schlucht).  Der Bebauungsplan kann aus dem Flächennutzungsplan entwickelt werden.

 

Aufstellungsverfahren:

Die Aufstellung des Bebauungsplans wird im Normalverfahren einschließlich der Erstellung eines Umweltberichtes erfolgen. Die frühzeitige Beteiligung der Öffentlichkeit und der Behörden findet im Frühjahr 2016 statt. Der genaue Zeitraum wird im Amtsblatt veröffentlicht.

 

Mit der frühzeitigen Beteiligung der Öffentlichkeit und der Behörden werden zusätzliche Informationen eingeholt, die als Abwägungsmaterial in die Aufstellung des Bebauungsplans und in die Abfassung des Umweltberichts einfließen.

 

 

Finanzielle Auswirkungen:

Keine Auswirkungen auf den Finanzhaushalt der Stadt

 

 

Anlagen:

  1. Lageplan mit Geltungsbereich des Bebauungsplans
  2. Rahmenplan
  3. Nutzungskonzept

 

 

Anlagen:

 

 

 

Anlagen:  
  Nr. Status Name    
Anlage 1 1 öffentlich Anlage1_Geltungsbereich (179 KB)      
Anlage 2 2 öffentlich Anlage2_Rahmenplan (4657 KB)      
Anlage 3 3 öffentlich Anlage3_Nutzungskonzept (277 KB)      
Stammbaum:
FB61/1247/16   Bebauungsplan Göttingen-Weende Nr. 57 "Univeristätsbereich Nord - Erweiterung Nordost" - Aufstellungsbeschluss - Durchführung der frühzeitigen Beteiligung der Öffentlichkeit und der Behörden   61-Fachbereich Planung, Bauordnung und Vermessung   Beschlussvorlage/sonstige Vorlage
    Dezernentenkonferenz   DK-Vorlage
 
 

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