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Betreff: Fortschreibung des Regionalen Konzeptes "Gemeinsame Erziehung von Kindern mit und ohne Behinderung in Kindertagesstätten der Stadt Göttingen"
Status:öffentlichVorlage-Art:Beschlussvorlage/sonstige Vorlage
Federführend:51-Fachbereich Jugend   
Beratungsfolge:
Jugendhilfeausschuss Vorberatung
16.10.2014 
28. öffentliche/nichtöffentliche Sitzung des Jugendhilfeausschusses ungeändert beschlossen   
Rat Vorberatung
12.12.2014 
30. öffentliche/nichtöffentliche Sitzung des Rates der Stadt Göttingen ungeändert beschlossen   

Beschlussvorschlag
Sachverhalt
Finanzielle Auswirkungen
Anlage/n

Beschlussvorschlag:             

 

Der Fortschreibung des Regionalen Konzeptes „Gemeinsame Erziehung von Kindern mit und ohne Behinderung in Kindertagesstätten der Stadt Göttingen“ wird zugestimmt.

Begründung:              

 

Nach dem Sozialgesetzbuch XII und dem Kinder- und Jugendhilfegesetz – Sozialgesetzbuch VIII - ist Kindern, die sowohl nicht nur vorübergehend als auch wesentlich in ihrer sozialen Integration behindert sind bzw. denen eine solche Behinderung ohne helfende Maßnahmen droht, Eingliederungshilfe zu gewähren.

 

Dies betrifft Kinder mit Körperbehinderungen, mit geistigen und seelischen Behinderungen sowie Kinder mit Mehrfachbehinderungen. Kinder mit Sprach-, Seh- und Hörstörungen gelten nach der Eingliederungshilfeverordnung als körperbehindert.

 

Festzustellen ist, dass diese Kinder einen Rechtsanspruch auf Eingliederung (Rehabilitation) haben. Im Zusammenhang mit dem Rechtsanspruch auf einen Kindergartenplatz und seit dem 01.08.2013 für Kinder im Alter von ein bis drei Jahren auf einen Krippenplatz ist die Integration in einer Tageseinrichtung für Kinder durchzuführen.

             

Nach den rechtlichen Vorgaben sollen Integrationsplätze wohnortsnah (§ 3 Abs. 6 KiTaG)

und vorrangig in Integrationsgruppen (§ 1 Abs. 3 der 2. DVO KiTaG) bereitgestellt werden.

 

Im Regionalen Konzept Gemeinsame Erziehung ist die wohnortnahe Versorgung mit Integrationsplätzen vorrangiges Ziel.

Eltern drängen zunehmend auf die wohnortnahe Betreuung ihrer Kinder mit besonderem Förder- und Betreuungsbedarf.

             

Im Stadtgebiet beteiligten sich im Kindergartenjahr 2013/2014 19 Einrichtungen mit 29 Integrationsgruppen am Regionalen Konzept; es wurden 104 Kindergartenkinder auf Integrationsplätzen betreut.

Mit der Einrichtung einer Einzel-Integrationsmaßnahme im KEI-Kindergarten werden jetzt in vier Einrichtungen insgesamt 7 Kinder im Krippenalter betreut und gefördert. In zwei weiteren Kindertagesstätten erhalten zwei Krippenkinder eine zusätzliche heilpädagogische Förderung. 

In den letzten Jahren hat sich der Bedarf an integrativer Betreuung in den einzelnen Stadtgebieten unterschiedlich entwickelt.

 

Die Fortschreibung des Regionalen Konzeptes berücksichtigt folgende Veränderungen:

 

1)  Einrichtung von zusätzlichen Integrationsgruppen

-   in der Kindertagesstätte „Bunte Welt“ des Studentenwerks Göttingen

      -   in der Kindertagesstätte der evangelischen Jona-Gemeinde

      -   in der evangelischen Kindertagesstätte in Nikolausberg
 

2)  Einrichtung einer Einzel-Integrationsmaßnahme in der Krippe des KEI-

     Kindergartens,

 

3)  Umwandlung der Integrationsgruppe der Kindertagesstätte Bunsenstraße des

     Kinderhaus e.V. in eine Krippengruppe,

 

4)  Änderung des Gliederungspunktes 5 „ Integration in der Krippe“

 

 

Zu 1):

 

Kita „Bunte Welt“

Schon im letzten Jahr wurde die Integrationsgruppe in der Kita Bunte Welt mit 5 Integrationskindern (Ausnahmegenehmigung für ein Jahr) betrieben. Erhöhter Förderbedarf wurde bei 2 weiteren Kindern dieser Kita festgestellt. Daher soll im Kindergartenjahr 2014/2015 eine weitere Gruppe integrativ arbeiten.

 

Derzeit verfügt die Einrichtung über

  • 3 altersübergreifende Gruppen
  • 1 Integrationsgruppe
  • 1 Integrationskrippengruppe

 

Eine der 3 altersübergreifenden Gruppen soll deshalb in eine altersübergreifende Integrationsgruppe umgewandelt werden.

 

Kita Jona:

Seit jeher besteht in Grone ein überdurchschnittlich hoher Bedarf an Integrationsplätzen. Auch seit der Einrichtung einer weiteren Integrationsgruppe im letzten Jahr in der KiTa der evangelischen St.-Petri-Gemeinde hat sich die Situation nicht verändert. Weitere Kinder aus dem Einzugsgebiet werden in Kitas in entfernten Stadtgebieten betreut. Begrüßenswert ist, dass hier eine weitere Integrationsgruppe mit Ganztagesbetreuung geschaffen wird. Dies entspricht der gegenwärtigen Nachfrage.

 

Die Einrichtung verfügt derzeit über

  • 2 Integrationsgruppen mit 3/4tags Betreuung
  • 2 Regelgruppen ganztags
  • 1 Krippengruppe

 

Eine der Ganztagesgruppen soll in eine Integrationsgruppe umgewandelt werden.

 

Kita Nikolausberg:

Im letzten Kindergartenjahr 2013/2014 gab es in Nikolausberg so wenig Nachfrage nach integrativen Plätzen, dass dort die integrative Arbeit nur in Form einer Einzel-Integrationsmaßnahme durchgeführt werden konnte. Im Kindergartenjahr 2014/2015 gibt es wieder 3 Kinder mit erhöhtem Förderbedarf.

 

 

Die Einrichtung verfügt derzeit über:

  • 1 altersübergreifende Gruppe 3/4tags
  • 1 Kindergartengruppe ganztags
  • 1 Kindergartengruppe ganztags mit Einzel-Integration
  • 1 Krippengruppe

 

Die Ganztagskindergartengruppe mit Einzel-Integration wird wieder in eine Integrationsgruppe umgewandelt.

 

Zu 2):

 

Kita Bunsenstrasse:

Der Träger der Einrichtung will die Integrationsgruppe in eine Krippengruppe umwandeln. Daher entfällt hier eine Integrationsgruppe.

 

Zu 3):

 

KEI-Kindergarten:

Der KEI-Kindergarten eröffnete im September 2014 eine Krippengruppe. Dort soll der Bruder eines Kindergartenkindes integrativ im Rahmen einer Einzel-Integrationsmaßnahme betreut werden.

 

Zu 4):

 

Im Punkt 5 „ Integration in der Krippe“ (Regionales Konzept S. 13) wird der Text des Regionalen Konzeptes an die aktuellen Vorgaben des Landes angepasst:

 

Integrative Betreuung für Kinder im Krippenalter

Im November 2012 wurden die Rahmenbedingungen für die integrative Betreuung von Kindern im Krippenalter in die 2. DVO KitaG aufgenommen.

Folgende Möglichkeiten stehen damit zur Verfügung:

a)      Betreuung in einer Integrations-Krippe

Gemäß dem Rundschreiben Nr.2/2012 des Niedersächsischen Landesamtes für Soziales, Jugend und Familie vom 12.6.2012 gibt es Leistungen der Eingliederungshilfe nach dem SGB XII für Kinder mit Behinderungen, die das 3.Lebensjahr noch nicht vollendet haben. Die Rahmenbedingungen sehen folgendermaßen aus:

 

             

Aufnahme eines Kindes mit Behinderung in der Krippe

Aufnahme von zwei Kindern mit Behinderung in der Krippe

Aufnahme von drei Kindern mit Behinderung in der Krippe

Gruppen-

größe

chstens 14 Kinder;

chstens 11 Kinder, wenn mehr als 7 Kinder unter 2 J. sind

chstens 12 Kinder;

höchstens 10 Kinder, wenn mehr als 7 Kinder unter 2 J. sind

chstens 10 Kinder; wenn mehr als 7 Kinder unter 2 J. sind, nur 9 Kinder

Personal

2 sozialpädagog. Fachkfte

Zusätzlich 10 Stunden heilpädagog.rderung wöchentlich

2 sozialpädagog. Fachkräfte

Zusätzlich 25 Stunden einer heilpädagog. Fachkraft

2 sozialpädagog. Fachkräfte,

zusätzlich 35 Stunden einer heilpädagog. Fachkraft

Verfü-gungszeit

 

11 Stunden, davon kann 1 Std. der Leitung übertragen werden.

16 Stunden, davon kann 1 Std. auf die Leitung übertragen werden

16 Stunden, davon kann 1 Std. auf die Leitung übertragen werden.

Finanzie-rung

1.255 je Kind /Monat

1.440 € je Kind/Monat

+ Personalkosten Heilpädagogin   abzügl. 1.070 €pro Kind/Monat

+ 25% zusätzliche Förderung für eine soz.päd. Fachkraft

 

1.3500 € je Kind /Monat

 

          Die Erfahrung der letzten Jahre hat gezeigt, dass die Bedingungen bei der
          Betreuung eines Integrationskindes in manchen Fällen nicht ausreichend sind. 
          Daher sollten Anträge dieser Art besonders geprüft werden.

              Elternbeiträge werden erhoben.

Diese Regelung ist weder für Träger finanziell auskömmlich, noch stellt sie eine qualifizierte Betreuung und Förderung der Kinder sicher. Die Stadt Göttingen fördert aus diesem Grund Träger, die Integration in ihrer Krippe durchführen, bis zum August 2016 und schließt mit ihnen gesonderte Verträge ab. Dann wird die Novellierung des KiTaG mit verbesserten Rahmenbedingungen erwartet .

 

b)     Betreuung in einer altersübergreifenden Integrationsgruppe

In einer altersgemischten Gruppe werden insgesamt 18 Kinder betreut, davon 15 im Kindergartenalter. Wird ein Kind im Krippenalter mit erhöhtem rderbedarf aufgenommen, können nur zwei Kinder im Kindergartenalter mit erhöhtem Förderbedarf betreut werden. Alle weiteren Bedingungen entsprechen der Integration im Kindergarten.

 

c)      Betreuung auf einem Regelplatz in der Krippe mit bis zu 10 Stunden heilpädagogischer Förderung und Begleitung

Die heilpädagogische Förderung ist eine Leistung der Eingliederungshilfe nach § 53 SGB XII.

Die Eltern des betreffenden Kindes stellen einen Antrag auf „Feststellung des individuellen Förderbedarfes“

Die heilpädagogische Leistung wird auf Honorarbasis von der Leistungserbringerin mit dem Fachdienst Eingliederungshilfe abgerechnet.

 

 

Analog der Integration im Kindergartenalter werden für jedes Kind, das im Rahmen einer Integrationsmaßnahme betreut wird, zwei Kooperationsgespräche im Jahr durchgeführt.

 

Da für Krippenkinder im Gegensatz zu Kindergartenkindern keine Sachmittelpauschale zur Verfügung steht, können entstehende Kosten für die Kooperationsgespräche aus der Pauschale bestritten werden, die die Träger für die Koordination entrichten.

 

Auch für Krippenkinder findet eine Vergabekonferenz unter Beteiligung der

betreffenden Leiterinnen und der Koordinatorin statt.

 

 

 

Finanzielle Auswirkungen:

 

Die Veränderungen führen zu Mehraufwendungen im Teilhaushalt „Kitas freier Träger“ i. H. v. 5.900 €. Sie stehen für das Haushaltsjahr 2014 zur Verfügung und sind in den Planungen für das Haushaltsjahr 2015 enthalten.

Anlagen:

 

Regionales Konzept

Anlagen:  
  Nr. Status Name    
Anlage 1 1 öffentlich Regionales Konzept 2014 (648 KB)      
 
 

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